PERRY RHODAN-Storys: Aufbruch in die Weiße Stadt: Galacto City
Von Andreas Eschbach
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Über dieses E-Book
Sie beginnt im Jahr 1971: Der amerikanische Astronaut Perry Rhodan fliegt mit drei Kameraden an Bord einer Rakete zum Mond. Als erster Mensch überhaupt betritt er einen anderen Himmelskörper.
Dort stößt er auf ein notgelandetes Raumschiff der technologisch weit überlegenen Arkoniden und kann deren Besatzung helfen. Es ist der Beginn einer einzigartigen Geschichte: Perry Rhodan begreift, dass der Weg in den Weltraum nur gelingen kann, wenn die Menschheit alle internen Streitereien beendet.
Er desertiert aus der amerikanischen Armee und gründet mitten in der Wüste Gobi die unabhängige Dritte Macht: ein Staat zwischen West- und Ostblock. Ab 1972 entsteht die Keimzelle einer künftigen Welthauptstadt. Ihr Name: Galacto City ...
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Buchvorschau
PERRY RHODAN-Storys - Andreas Eschbach
Galacto City
Band 1
Aufbruch in
die Weiße Stadt
von Andreas Eschbach
Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt
Cover
Vorspann
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
Galacto City im Überblick
Impressum
PERRY RHODAN – die Serie
Sein Name ist Vince Tortino, doch die meisten Menschen nannten ihn nur »Tin Can«. Nach einer längeren Zeit im Gefängnis möchte er endlich ein anderes Leben führen. Er trifft die Frau seiner Träume und möchte sie glücklich machen – doch die Vergangenheit holt ihn ein.
Vince Tortino soll nach Galacto City reisen, in die Weiße Stadt, die in diesen Tagen erbaut wird. Ihr Gründer ist Perry Rhodan, Tortinos alter Rivale aus der Jugendzeit.
Seine Auftraggeber zwingen ihn zu einem Verbrechen, obwohl sich in ihm alles sträubt. Mutanten, märchenhafte Technik und widerstrebende Gefühle – Tortino muss sich zwischen den Neubauten von Galacto City entscheiden, welchen Weg er für die Zukunft einschlagen möchte ...
1.
Er hatte die Frau verlassen, die er liebte, aus Angst, sie zu verlieren.
Wenn das nicht verrückt war!
Nicht nachdenken, sagte er sich, einfach gehen, immer weiter. Wie spät war es? Vince wusste es nicht. Nacht eben. Er wusste ja nicht mal, ob es Regen war oder Nebel, durch den er da stapfte, den Mantelkragen hochgeschlagen, was trotzdem nicht verhinderte, dass ihm Wasser in den Hals lief.
Egal. Er war Schlimmeres gewöhnt.
Was ihn quälte, was ihn wirklich quälte, war die Frage, ob er gerade die dümmste Entscheidung seines Lebens getroffen hatte. Obwohl, wenn er so auf die Erdentage zurückblickte, die hinter ihm lagen, hatte er es in der Kunst, falsche Entscheidungen zu treffen, zweifellos zu einer Art Meisterschaft gebracht. Also, warum quälte es ihn noch?
Weil Susan Dayle anders war.
Er hatte viele Frauen gekannt. Kein Problem auf dieser Seite, danke der Nachfrage. Typen wie er fanden immer Frauen, die von dem Gefährlichen, Verruchten, Verdorbenen fasziniert waren, das er wohl ausstrahlte. Auf Frauen wirkte es anziehend.
Auf Arbeitgeber eher nicht.
Vince blieb stehen. Wo war er überhaupt? Die Straßen von Baltimore verwirrten ihn immer noch, vor allem bei Nacht. Kaum jemand war unterwegs. Das hier war eine Geschäftsstraße, soweit klar, nur welche? Mist. Normalerweise war er einer, der nie die Orientierung verlor, aber in Baltimore ...
Und weil er an Susan denken musste. Für sie wäre er gern ein anderer gewesen. Ein Mann, der Frauen nicht nur aufregen und faszinieren, sondern auch glücklich machen konnte.
Aber was verstand er davon schon? Glücklich gewesen waren immer nur die anderen, seit er denken konnte. Je weiter von ihm weg, desto glücklicher.
Vielleicht gar nicht so schlecht, wenn Susan ihn einfach vergaß. Womöglich war zu verschwinden sogar das Beste, was er für sie tun konnte. Weil, bieten konnte er ihr nichts. Sein Bewährungshelfer hatte ihm einen Job verschafft, als Techniker bei einer Firma, die die Aufzüge in der Stadt wartete. Das lief so lala; die Ausbildung hatte er im Gefängnis gemacht, da lernte man natürlich bloß das Nötigste. Und mit dem Verdienen sah es mau aus. Er hatte ein möbliertes Zimmer bei einer alten Witwe in der Nähe des Hafens, und mit der Miete und den Sandwiches zu Mittag war sein Lohn so gut wie verplant.
Vor einem Elektroladen blieb er stehen. Das Schaufenster leuchtete warm, ein Fernsehapparat flimmerte darin, das neueste Modell. Es kam eine Reportage über eine Stadt mit schneeweißen Gebäuden in weiten Parks. Ein Lautsprecher in der Vorderfront des Ladens war leise gestellt, aber gut zu verstehen. Wenn nicht grade ein Auto vorbeirauschte und den Gehweg mit schmutzigem Wasser überflutete.
»In dieser Stadt kann man heute schon die Zukunft sehen«, wisperte die Stimme des Sprechers. »Gestern war das Land rings um den Goshun-See eine Wüste, heute entsteht hier ein wahres Paradies. Geplant ist eine Metropole, die all die vielfältigen Facetten menschlicher Kulturen zu einer friedlichen, kraftvollen Gemeinschaft bündelt. Galacto City ist das Symbol einer Menschheit, die keine Grenzen mehr kennt.«
Vince stöhnte auf, als er kapierte, wovon die Rede war. Die Stadt, die er da sah – hell, sauber, in der Sonne leuchtend, total anders also als das düstere, schmutzige Baltimore mit seinem beschissenen Herbstwetter –, das war Galacto City! Die Stadt, die er gegründet hatte, Perry Rhodan, der Vaterlandsverräter, der strahlende Held: Kam ganz drauf an, wen man fragte.
Er lachte, ein Lachen, das in Husten überging. Wenn die Leute geahnt hätten, wie er, Vince Tortino aus Manchester, Connecticut, eben diesen Perry Rhodan mal an der Nase herumgeführt hatte, früher, als sie beide noch jünger gewesen waren. Aus der Hand gefressen hatte der ihm, jawohl!
Und jetzt baute er eine verdammte Stadt in der verdammten Gobi-Wüste.
Irre, wie das Leben spielte!
Er konnte sich nicht losreißen. War auch nicht schlecht unter der Markise, die hielt zumindest den Regen ab. Das Licht aus dem Schaufenster ließ es einem vorkommen, es sei wärmer, als es in Wirklichkeit war.
Vince hustete wieder, länger. Höchste Zeit, ins Bett zu kriechen, verdammt. Doch er blieb
