Perry Rhodan 1935: Der Gesang der Stille: Perry Rhodan-Zyklus "Der Sechste Bote"
Von Andreas Eschbach
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Seit das Heliotische Bollwerk im Solsystem sabotiert wurde, leben Menschen von der Erde in bislang fremden Galaxien. Zu ihnen gehören jene 200.000 Terraner, die mit einem Teil von Terrania-Süd verschwanden und nun in der fremden Whirlpool-Galaxis auf sich allein gestellt sind.
Glücklicherweise konnten erste Schwierigkeiten schnell beseitigt werden. Der Kontakt zu den Thorrimern, auf deren Planeten die Terraner leben, gestaltete sich als sehr angenehm. Handelskontakte konnten geknüpft werden, der Ausbau zur selbständigen Nation Alashan schritt rasch voran. Sogar erste Versuche von Fremden, die kleine Kolonie auszuplündern, konnten im bisherigen Verlauf des Jahres 1290 Neuer Galaktischer Zeitrechnung abgewehrt werden.
Mittlerweile ist Perry Rhodan zur Nation Alashan gestoßen. Der unsterbliche Terraner, der unlängst zum Sechsten Boten von Thoregon ernannt wurde, ist auf der Spur von Shabazza, dem mysteriösen Gegner der Menschheit. Zugleich muss Rhodan eine Spur der SOL finden - sein uraltes Raumschiff war zuletzt für Shabazza unterwegs.
Aus diesem Grund dringt der Terraner mit einigen Begleitern in ein wichtiges Zentrum der Galaxis DaGlausch ein, in den Ring von Zophengorn. Hier, so vermutet man nicht zu Unrecht, müssen wichtige Hinweise zu finden sein.
Doch recht schnell kommt es im Zophengorn-Satelliten zu Verwicklungen. Rhodans Team sieht sich immer wieder in Bedrängnis und muss zuletzt fliehen. Immerhin gelingt es, wertvolle Informationen zu sichern.
In der Folge gehen Reginald Bull und ein Kybernetiker in den Einsatz - auf die beiden Menschen wartet DER GESANG DER STILLE …
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Buchvorschau
Perry Rhodan 1935 - Andreas Eschbach
Nr. 1935
Der Gesang der Stille
Ein Unsterblicher und ein Kybernetiker – auf der Welt der Pyramiden
von Andreas Eschbach
Pabel-Moewig Verlag GmbH, Rastatt
img2.jpgSeit das Heliotische Bollwerk im Solsystem sabotiert wurde, leben Menschen von der Erde in bislang fremden Galaxien. Zu ihnen gehören jene 200.000 Terraner, die mit einem Teil von Terrania-Süd verschwanden und nun in der fremden Whirlpool-Galaxis auf sich allein gestellt sind.
Glücklicherweise konnten erste Schwierigkeiten schnell beseitigt werden. Der Kontakt zu den Thorrimern, auf deren Planeten die Terraner leben, gestaltete sich als sehr angenehm. Handelskontakte konnten geknüpft werden, der Ausbau zur selbständigen Nation Alashan schritt rasch voran. Sogar erste Versuche von Fremden, die kleine Kolonie auszuplündern, konnten im bisherigen Verlauf des Jahres 1290 Neuer Galaktischer Zeitrechnung abgewehrt werden.
Mittlerweile ist Perry Rhodan zur Nation Alashan gestoßen. Der unsterbliche Terraner, der unlängst zum Sechsten Boten von Thoregon ernannt wurde, ist auf der Spur von Shabazza, dem mysteriösen Gegner der Menschheit. Zugleich muss Rhodan eine Spur der SOL finden – sein uraltes Raumschiff war zuletzt für Shabazza unterwegs.
Aus diesem Grund dringt der Terraner mit einigen Begleitern in ein wichtiges Zentrum der Galaxis DaGlausch ein, in den Ring von Zophengorn. Hier, so vermutet man nicht zu Unrecht, müssen wichtige Hinweise zu finden sein.
Doch recht schnell kommt es im Zophengorn-Satelliten zu Verwicklungen. Rhodans Team sieht sich immer wieder in Bedrängnis und muss zuletzt fliehen. Immerhin gelingt es, wertvolle Informationen zu sichern.
In der Folge gehen Reginald Bull und ein Kybernetiker in den Einsatz – auf die beiden Menschen wartet DER GESANG DER STILLE ...
Die Hauptpersonen des Romans
Reginald Bull – Der unsterbliche Terraner erforscht die Geheimnisse des Planeten Lokyrd.
Skill Morgenstern – Der Kybernetiker wagt einen unerhörten Schritt.
1.
Es wird still in mir. Das Echo meiner Gedanken wird leiser, Jahr um Jahr, Tag um Tag. Die Wogen meiner Gefühle glätten sich, Jahr um Jahr, Tag um Tag. Erinnerungen verschwinden. Wünsche werden unwichtig. Zuneigung erlischt.
Es wird still in mir. Ich habe Angst.
Und selbst diese Angst wird immer stiller.
*
Er würde mit blauen Flecken zurückkommen, das stand fest. Mit blauen Flecken und einem heillos verspannten Rücken. Sie waren noch keine Stunde unterwegs, und er spürte das verlängerte Ende seines Rückens bereits nicht mehr.
Reginald Bull sah die filigranen Instrumente vor sich an, als hätten sie ihm etwas getan. Er hatte die Steuerung der winzigen Forschungskapsel übernommen, mit der sie den Versuch wagen wollten, unbemerkt auf dem Planeten Lokyrd zu landen. Von den wenigen Beibooten, die auf der GLIMMER zur Verfügung standen, war die Kapsel das kleinste Raumfahrzeug gewesen: eine fliegende Kopfschmerztablette, wie Bull sie tituliert hatte, knapp zehn Meter lang, flachgedrückte sieben Meter breit und kaum drei Meter hoch. Und das Innere war alles andere als geräumig, nicht einmal nach den Begriffen ihres Besitzers, des Bebenforschers Eismer Störmengord, der von seinem rothaarigen Scheitel bis zu seinen breiten Füßen gerade mal hundertfünfunddreißig Zentimeter maß.
Entsprechend schmal gebaut war der Pilotensitz. Bull hatte im Grunde keinen Platz für seine Beine, musste den Kopf einziehen, um überhaupt hinaussehen zu können, und aufpassen, nicht mit den Schultern irgendwelche Schalter zu betätigen, wenn er sich bewegte.
Er warf einen vorsichtigen Blick nach hinten. Genau wie in der Zentrale der GLIMMER gab es auch hier nur einen einzigen Sessel. Skill Morgenstern, der Kybernetikspezialist und TLD-Agent, hatte es sich halbwegs in einer Vertiefung bequem gemacht, aus der sie vor dem Start ein voluminöses, aber überflüssiges Messgerät ausgebaut hatten. Der dunkelhaarige, magere Mann ließ die wenigen Ortungsinstrumente, die noch funktionierten, keine Sekunde aus den Augen.
Antriebslos trieben sie auf Lokyrd zu. Der etwa merkurgroße Planet wurde langsam größer, hing wie eine mattsilberne Murmel vor dem samtschwarzen Hintergrund des Weltraums. Man konnte sich einbilden, hauchfeine Risse zu sehen, die die Oberfläche überzogen, oder ein Gesprengsel kreisrunder, pockennarbiger Flecken. Einladend sah der Planet, auf dem sich angeblich ein Stützpunkt der geheimnisvollen Korrago befinden sollte, jedenfalls nicht aus.
»Schon irgend etwas auszumachen?«, fragte Bull halblaut.
»Nein«, erwiderte Skill knapp. Der Kybernetiker war nicht gerade eine Plaudertasche, soviel hatte Reginald Bull schon mitbekommen.
Die hyperdimensionalen Störungen, die von der Sonne Lokyrds ausgingen, überlagerten alle weitreichenden Ortungen.
Diese Galaxis meinte es ohnehin nicht gut mit den Anwendern hyperdimensionaler Technik, aber die auf den ersten Blick so unscheinbare gelbe Sonne Poroniu setzte noch eines obendrauf: In ihrem Umkreis wurden alle im Hyperspektrum arbeitenden Geräte praktisch taub und blind.
Daraus folgerte zweierlei: Erstens – falls es auf Lokyrd tatsächlich einen Stützpunkt der Korrago geben sollte, diente dieser sicherlich nicht irgendeiner wie auch immer gearteten Beobachtungstätigkeit. Was die Frage aufwarf, wozu er dann gut sein mochte. Zweitens – wenn überhaupt, dann hatten sie hier die Chance, sich einem solchen Stützpunkt unbemerkt zu nähern.
Und genau das hatten Reginald Bull und Skill Morgenstern vor.
»Na ja«, meinte Bull. »Solange wir sie nicht orten, orten sie uns jedenfalls auch nicht.«
Ihr Kurs zielte seit dem Ende der Beschleunigungsphase genau auf den Rand der Planetenscheibe. Der Gebrauch von Ortern war eine Sache, der Einsatz des Triebwerks dagegen eine ganz andere. Das unbewehrte Auge bemerkte naturgemäß von dem kolossalen hyperfrequenten Störfeuer Poronius nicht das geringste. Aber es bedurfte keinerlei hyperdimensionaler Geräte, um ein Objekt als gelenktes Raumfahrzeug zu identifizieren, das Flugbewegungen ausführte, verzögerte oder die Flugbahn änderte. Dazu brauchte man lediglich einen aufmerksamen Beobachter, der mit einem leidlich guten Teleskop ausgestattet war. An beidem, dessen waren sich die beiden Terraner sicher, herrschte auf Lokyrd kein Mangel, sollten die Korrago dort wirklich einen Stützpunkt unterhalten.
Also würden sie bis zum letztmöglichen Zeitpunkt wie ein durchschnittlicher Asteroid aussehen, wie ein kosmisches Trümmerstück, das aus unbekannten Tiefen kam, um auf einem unbelebten Planeten einzuschlagen. Ein alltäglicher, unverdächtiger Vorfall.
Das hieß warten. Warten und sich blaue Flecken holen.
*
»Reginald?«, fragte Skill Morgenstern irgendwann in das Schweigen hinein, mit dem sie das allmähliche Anwachsen der stählern schimmernden Oberfläche Lokyrds verfolgt hatten.
Reginald Bull seufzte. »Nenn mich bitte Bully wie jeder andere auch, okay? Der letzte Mensch, der Reginald zu mir gesagt hat, war meine Mutter.«
»Okay. Bully.« Der schlanke Kybernetiker sprach den Namen aus, als müsse er ihn üben.
»Was gibt es?«
»Darf ich dich etwas fragen?«
Bull grinste flüchtig. »Du tust es bereits.«
»Etwas Persönliches, meine ich.«
»Nur zu.« Reginald Bull hatte sich schon gefragt, wann er damit anfangen würde.
Ein junger Mann, allein mit einem der Unsterblichen, mit einer lebenden Legende – er wäre nicht gesund gewesen, wenn er nicht irgendwann eine Frage gestellt hätte, die ungefähr mit den Worten anfing: Wie war das eigentlich damals, als ...?
Und das war dann für gewöhnlich die Aufforderung, aus einer der ewig lange zurückliegenden Epochen der menschlichen Geschichte zu erzählen, die den heute Lebenden ungefähr so archaisch und nebelhaft erscheinen musste, wie es für Bull in seiner Jugend die Zeit der Römer gewesen war: Wie war es, einem Meister der Insel gegenüberzutreten? Hat der Schwarm wirklich die ganze Milchstraße verdummt? Stimmt es, dass Terra einmal gegen die Blues Krieg geführt hat? Manche waren erstaunt zu hören, dass Crest und Thora wirklich gelebt hatten, und viele wussten nicht, dass die beiden Arkoniden gewesen waren.
»Warum«, fragte Skill Morgenstern, »tut jemand wie du so etwas wie das hier?«
Bull drehte sich verblüfft zu dem Kybernetiker um, streifte dabei mit der Schulter einen Schalter, worauf ein gelbes Licht hektisch zu blinken begann, bis Bull den Schalter wieder in die ursprüngliche Position zurückdrückte. »Wie bitte? Warum tut jemand wie ich – was?«
»Solche Einsätze fliegen. Sich
