Quarantäne: Erzählung
()
Über dieses E-Book
Rüdiger Schneider
Rüdiger Schneider lebt abwechselnd in Brasilien und Deutschland. Statt sich über Microsoft, Updates, Maskenpflicht, Impfzwang, Smartphones, Digitalisierung und Klimawandel zu ärgern, geht er lieber mit seinem Esel spazieren.
Mehr von Rüdiger Schneider lesen
Die neuen Räuber: Kriminalnovelle Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenKerbelmanns Flucht: Roman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenBekehrung einer frommen Hure: Erzählung Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenHerzschleifen: Vier Novellen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenCafé Colombia: Erzählung Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenVia Hildegardis: Von der Abtei St. Hildegard zum Disibodenberg Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEine Hochzeit in Köln: Erzählung Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Nacht der Therapeutin: Roman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenHerzflimmern oder music is life Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenRetorno: Erzählung Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenCamera Obscura: oder die Reisen des Maximilian Brandt Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSamba Brasiliana: Bekenntnis eines wilden Herzens II Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWilde Feigen: Erzählung Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenHerzbergs Experiment: Novelle Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenCrazy Doc: Roman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenCartagena oder eine völlig verrückte Geschichte: Erzählung Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenFür die Katz!: Eine Satire auf Fernsehen und Rundfunkbeitrag Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenIndianer hatten kein Smartphone: Eine satirische Kulturkritik Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenLissabon - Drei Tage Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenFirst Day of Rock 'n' Roll: Erzählung Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenGeschichte eines Gaucho: Erzählung Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAuf den Spuren der Hildegard von Bingen: Ein Pilgerweg von Niederhosenbach zum Disibodenberg Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenTango Português: Novelle Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenKein Sport für Pianisten: Novelle Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEntlang der Lahn zum Kloster Arnstein Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDreimal Pilgerkrönung: Ein rheinischer Jakobsweg Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenLecker essen mit Goethe: Rezepte und Anekdoten Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenBesuch bei drei Damen oder die seltsame Reise des Dr. Mondmann: Roman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenCafezinho: Novelle Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
Ähnlich wie Quarantäne
Ähnliche E-Books
Mischungsverhältnisse: Roman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenPolitische Gedichte und über das Leben Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenUnkonventionell: definiert ungewöhnlich und andersartig Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie chinesische Suppe Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMaskerade 2020/21 Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenCoroniken Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEure Zeit ist um: Widerstand in Versen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWährenddessen und gleich danach: Erzählung Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenCoronöse Geschichten Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie drei von der Risikogruppe: Roman aus Mannheim Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenHot Spott: Corona-Gedichte von Lock bis down Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenPalmström und Coronas Wellen: Virologie in Versen, Band II Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenOnkel Max kämpft gegen Corona und Trump: Tagebuch des Bösen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen40 Tage: Eine Corona Chronik Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMAO Xi AM RAND DES ABGRUNDS Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenLebensfäden frisch versponnen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenLuft holen: Briefe in Zeiten von Corona Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenOperation Corona: und die Anästhesie des Mittelstands Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Show des Jahrhunderts: Der Covid-19-Thriller Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenRügener Maskerade: Insel Krimi. Kommissarin Burmeisters achter Fall Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Wochen wehen im zähen Takt: Gedichte Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenPunkt der Wahrheit: Wenn die letzte Welle bricht Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Moser und die Pandemie: Abstandshalbe am Gartenzaun Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenIn Teufels Hölle! Gegenwartskrimi in Zeiten von Corona. Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenCactus temporalis: Aphorismen Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenArgo. Anderswelt: Epischer Roman Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen2020 Schöne Neue Weltordnung: Covid19-Thriller Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSurfen auf Coronas Kurven: Corona-Gedichte von Pan bis Demie Band I Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenScheherazade: Zeitschrift für Literatur Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie schwersten Stunden des Tages Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
Fiktion für Sie
Das Schloss Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Über die Berechnung des Rauminhalts I Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDas achte Leben (Für Brilka) Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenStolz und Vorurteil: Der beliebteste Liebesroman der Weltliteratur Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Jugend ohne Gott Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Les Misérables / Die Elenden: Alle 5 Bände (Klassiker der Weltliteratur: Die beliebteste Liebesgeschichte und ein fesselnder politisch-ethischer Roman) Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenGesang der Fledermäuse Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Stille der Frauen: Epische Nacherzählung des Mythos von Booker-Prize-Gewinnerin Pat Barker Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenWeiße Nächte: Aus den Memoiren eines Träumers (Ein empfindsamer Roman) Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenBeautiful You - Besser als Sex! Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAlles ist wahr Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Georgien. Eine literarische Reise Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenIch nannte ihn Krawatte Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Adolf im Wunderland Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenEin Zimmer für sich allein Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenJetzt bist Du dran!: Unvergessbare Geschichten Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenIch lebe und ihr seid tot: Die Parallelwelten des Philip K. Dick Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Rückkehr der Hexen: Hexen-Thriller Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenZauberberge: Ein Jahrhundertroman aus Davos Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Graf von Monte Christo Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Black Vodka Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDer Prozess (Weltklassiker) Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5Intimes Geständnis: Erotik-Geschichten ab 18 unzensiert deutsch Hardcore Sex-Geschichten Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie 120 Tage von Sodom - Justine - Juliette - Die Philosophie im Boudoir (4 Meisterwerke der Erotik und BDSM) Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenMiddle England Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenAnna In: Eine Reise zu den Katakomben der Welt Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDas gute Buch zu jeder Stunde Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenDie Tagesordnung Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenShanghai fern von wo: Roman Bewertung: 4 von 5 Sternen4/5
Rezensionen für Quarantäne
0 Bewertungen0 Rezensionen
Buchvorschau
Quarantäne - Rüdiger Schneider
1
Mit beginnender Dunkelheit, am 4. November, brachte ich Marly und Roberto zum Bad Breisiger Bahnhof. Bad Breisig liegt am Rhein, so etwa in der Mitte zwischen Bonn und Koblenz. Zum Bahnhof sind es von meiner und Robertos Wohnung nur anderthalb Kilometer. Wir fuhren von der Parkstraße die Waldstraße hinunter, kamen am Römerbad vorbei, passierten kurz vor dem Bahnhof die Tennishalle, die seit dem Lockdown vom 2. November geschlossen war.
„So ein Unfug! schimpfte Roberto. „Da verbieten sie einem sogar das Tennisspielen. Zu zweit nebeneinander joggen darf man noch. Tennisspielen im Abstand von dreißig Metern nicht mehr. Hier regiert der nackte Wahnsinn. Aber was soll es. Die Schläger sind im Gepäck. Bei den Jangadeiros in Porto Alegre sind wir schon angemeldet und werden da weiterspielen. Die Brasilianer haben keinen Lockdown. Der Präsident ist nicht so verrückt wie die Regierung bei uns.
„Noch seid ihr nicht da, wandte ich ein. „Auch das Reisen soll unterbunden werden. Na ja, jedenfalls soll es so unangenehm gemacht werden, dass man lieber zu Hause bleibt. Hat die Frau Kanzlerin jedenfalls gesagt.
„Ich weiß, meinte Roberto. „Wir fliegen von Amsterdam. Die Holländer könnten uns an der Grenze abfangen und zurückschicken. Wir haben noch nicht das Ergebnis von unserem Corona-Test. Haben wir am 2. November gemacht und soll uns online zugeschickt werden. Aber wenigstens haben wir einen triftigen Grund, den wir angeben können.
„So? Was denn?"
Roberto grinste schelmisch. „Eine Fälschung. Ich habe einen Vater erfunden, der nach Brasilien ausgewandert ist. Am 8. November ist in Porto Alegre in der Kapelle eines Cemitérios die Beisetzung der Urne. Man wird dem Sohn doch nicht verwehren, dass er dabei ist."
„Fälschung? Wie denn?" Ich kannte Roberto gut genug und wusste, zu welchen Schelmereien er fähig war.
„Ich habe eine Trauerkarte drucken lassen. Sieht perfekt aus."
„Ist aber kein Beweismittel."
„Ich werde ein trauriges Gesicht aufsetzen. Auch Grenzbeamte haben Gefühle. Außerdem durchqueren wir die Niederlande als Transitreisende. Direkt in ein Amsterdamer Hotel am Flughafen Schiphol und dann am nächsten Morgen mit KLM nach São Paulo."
„Ich drücke euch die Daumen. Wie lange wollt ihr bleiben?"
„Zunächst bekomme ich in São Paulo ein Visum für drei Monate. Das kann man noch einmal um drei Monate verlängern. Und wenn nicht, fahren wir von Porto Alegre nach Uruguay oder Argentinien. Ist nicht weit. Porto Alegre liegt im südlichen Brasilien, im Länderdreieck. Wir bleiben eine Nacht in Montevideo und fahren dann nach Brasilien zurück. Marly hat als Brasilianerin sowieso keine Schwierigkeiten. Gott sei Dank hat sie ein Haus am Rio Guaíba. Der Jeep steht in der Garage. Wir bleiben so lange weg, bis der Spuk in Deutschland vorbei ist."
„Da müsst ihr vielleicht lange wegbleiben."
„Möglich. Die Deutschen lassen sich ja alles gefallen. Täglich werden sie mit den Zahlen des RKI eingeschüchtert. So als würde wie im Mittelalter die Pest wüten. Ich kann dir übrigens eine interessante Lektüre empfehlen. Albert Camus, ‚Die Pest‘. Spielt in der Neuzeit. Da wird eine ganze Stadt in die Quarantäne geschickt."
Roberto las viel. Am liebsten Friedrich Schiller. Beim ersten Lockdown vom März hatte er bemerkt: „Schiller würde sich im Grabe herumdrehen, sich fragen: Wozu habe ich den ‚Tell‘ geschrieben, einen Tyrannen erledigen lassen? Die Deutschen lassen sich alles gefallen, lassen einfach zu, dass das Grundgesetz ausgehebelt wird und ihnen Würde und Freiheit genommen werden. Sie haben ihre Kultur vergessen, die Ideen der Humanität und der Aufklärung. Konsumtrottel sind sie geworden. Solange der Supermarkt geöffnet bleibt, kannst du als Regierung mit ihnen machen, was du willst. Und auch die Kirche lässt sich alles gefallen. Singen verboten, Weihwasserkessel leer."
Man hätte Roberto einen Verschwörungstheoretiker nennen können. Aber das war er nicht. Er kannte sich nur aus mit den so entgegen gesetzten Einschätzungen der Virologen und Epidemiologen. Die einen, wie etwa der Professor Bhakdi, sagten: „Es ist wie eine Grippe. Die anderen, auf die die Regierung hörte, machten Druck und Panik, bombardierten einen mit Schreckensmeldungen und täglichen Zahlen der Neuinfektionen und der Verstorbenen. Zahlen, denen jede Differenzierung fehlte, weil es nur hieß ‚mit oder an Corona‘. Auch eine soziologische Unterscheidung fehlte. Welche Altersgruppe zum Beispiel? Und einmal hatte Roberto halb im Scherz gemeint: „Vielleicht werden Alkoholiker verschont. Was außen zur Desinfektion hilft, kann auch innen eingenommen werden.
Wütend war er über die Medien, die einen mit ausgesuchten Schreckensbildern fütterten. Und auch mit Falschmeldungen. Im März hatte er einmal an einer Demonstration in Koblenz teilgenommen. Friedlich war sie verlaufen. Aber ein Fernsehsender behauptete, es hätte Gewalt und Verhaftungen gegeben. Nichts davon, wie Roberto sagte, stimmte. „Ich war vom Anfang bis zum Ende dabei. Die Regierung mit den gleichgeschalteten Medien nimmt dem Menschen die Freiheit, ruiniert Existenzen, vernichtet die Würde. Der Sohn darf seinen sterbenden Vater nicht besuchen, der Mann seine Frau nicht im Pflegeheim. Demokratie? Oh, nein! Mein Lieber, wir stecken mitten in einer Gesinnungs- und Gesundheitsdiktatur."
Einen Satz aus Bhakdis Buch las er mir vor: „‘Wenn
