Meer und Traum: Das Meer im naturmystischen Weltbild
Von Wolf E. Matzker
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Über dieses E-Book
In einem visionären Text geht es um die Sehnsucht nach einem reinen und sauberen Meer. In 20 Einzelkapiteln thematisiert er unterschiedliche Aspekte des Meeres, von der Vermüllung durch Plastik bis zu spirituellen, rituellen Themen. Seine Kritik am Verhalten des Menschen ist scharf und deutlich, aber hauptsächlich geht es dem Autor um eine ganz neue Achtung und Verehrung des Meeres.
Ein längeres Kapitel setzt sich kritisch mit dem patriarchalischen Weltbild von Odysseus auseinander. Das positive Modell des Autors ist eine neue Naturreligion von der MUTTER DES MEERES.
Die ganzheitlichen Bücher von Wolf E. Matzker enthalten Poesie und Philosophie, Zivilisationskritik und Spiritualität, Kunst und Rituale.
Wolf E. Matzker
Wolf E. Matzker, geb. 1951, zivilisationskritischer Autor und naturverbundener Künstler (spirituelle Wildlife-Art), erforscht und lebt eine freie, kreative Spiritualität. Die Entfaltung der menschlichen Seele und Sensibilität, die Wertschätzung und Achtung der wilden Natur sind ihm ein zentrales Anliegen. Heute geht es mehr denn je um die Bewahrung alten Wissens und naturverbundener Lebensweisen.
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Buchvorschau
Meer und Traum - Wolf E. Matzker
1. Anfang und Ende
Wie die große Leere, so ist auch das Meer der Anfang und das Ende. Wir kommen aus der Leere, und eines Tages werden wir wieder in der Leere verschwinden.
Der unendliche Raum enthält alles, was existieren kann, egal auf welcher Ebene. Der unendliche Raum des Bewusstseins enthält von Anfang an alle Ideen, Konzepte, Ziele, Gedanken, einfach alles, was man jemals denken, fühlen, ahnen und meinen könnte.
Alles entsteht und verschwindet, gleichzeitig.
Das Entstehen und das Verschwinden sind nur zwei Seiten der Existenz, des Daseins, so wie Leere und Fülle. Das eine gibt es nie ohne das andere, so wie es Leben nie ohne den Tod geben kann.
Wenn man, wie ich, am Meer aufgewachsen ist, dann weiß man das bereits mit vier Jahren. Man beobachtet die Ebbe und die Flut, im ewigen Wechsel.
Die große Weisheit ist keine Weisheit.
Die große Weisheit ist einfach vorhanden, sie steht jedem offen.
Ebbe und Flut, das sind elementare Erfahrungen, die man am Meer machen kann und einfach macht.
Pyramide aus Holz, oben die fünf Farben der Dhyani-Buddhas
Kunst war für ihn Magie.
Die Gemälde von großen Meistern zeigten für ihn eine magische Welt der Landschaften, der Farben. Magische Schönheit, schöne Magie. Sowohl das eine als auch das andere. Die Schönheit mag äußerer Schein sein, für ihn war sie das nie. Die Magie ist die innere Kraft, die innere, verborgene Energie, die sichtbar gemacht wird durch die Kunst. So sah er es schon immer.
Am Anfang fand er die Impressionisten und die Expressionisten gut. Beide Richtungen zeigten ihm die Schönheit der Magie. Die magischen Gemälde von Monet oder die von Marc, Macke, Nolde. Der Franzose und die Deutschen. So unterschiedlich wie die Künstler und ihre Werke sein mögen, für ihn war es die Magie der Natur. Die Magie des Meeres.
Als er einmal an einem weiten Strand am Atlantik war, war er zutiefst erschrocken über das viele Plastik. Das ist Jahrzehnte her! Was für eine Entweihung der Magie des Meeres, was für ein Frevel an der Natur. Die böse Seite, die dunkle Seite der Menschenkultur.
Symbolisch reinigte er einen Teil des Strandes.
Aus Holzstämmen und Teerplatten und anderem Zeug schuf er archaische Kunstwerke. Spontan und ohne Plan. Magischer Zauber gegen den Wahnsinn des Menschen, gegen seine Kultur der Vermüllung der Welt.
Am Anfang des Sommers hatten sie wohl den Strand für die Touristen gesäubert. Aber die Welt war keine reine, nach der er sich jedoch sehnte. Er träumte von einem absolut reinen Strand.
Seine magischen Installationen am Atlantik waren ein Spiel gegen das Böse. Sie hatten keinen Bestand und sollten keinen haben. Nicht mal die paar Fotos, die sie von ihm gemacht hatte, waren wichtig.
2. Kunst am Meer
Die Holzpyramide ist ein Beispiel für elementare Kunst am Meer. Sie ist vergänglich, steht nur einen Sommer, oder nur einige Tage. Wind und Wasser, Sturm und Wellen werden sie wieder zerstören, und das ist auch gut so, denn es sollen hier keine Denkmäler errichtet werden.
Es gibt auch keine großen Ansprüche. Es soll keine individuelle Performance sein. Es ist Ausdruck von Kreativität, einfach so. Ein anderer kann weiterbauen – oder auch zerstören. Beides ist in Ordnung.
Am Ende muss der Strand wieder so aussehen, als würde es den Menschen gar nicht geben. Am Ende wird der Strand auch so aussehen. Das Verschwinden des Menschen ist kein Verlust. Auf der Erde hat er sich ohnehin als zu gewalttätig, zu aggressiv und zu gigantomanisch erwiesen. Sein Verschwinden wird eine Befreiung der Erde sein.
Feuersteine verbindet man mit der Steinzeit, der Urzeit unseres Daseins als Gattung. Werkzeuge wurden aus ihnen gemacht, die man heute im Museum betrachten kann. Viele tausend Jahre sind seitdem vergangen. Unendliche viele Kulturgüter haben wir seitdem produziert. Eigentlich sind es zu viele. Sie belasten uns. Was braucht nicht jeder alles für seinen Alltag! Tausend Dinge!
Ein paar Feuersteine am Strand.
Wir sind wieder ein Kind.
Wir sind wieder ein Urmensch, der einen einfachen Kreis legt.
Ist das nur ein Spiel?
Ja – aber auch mehr, viel mehr.
Feuersteine, zu einem Kreis gelegt, 5.6.2015
Am Meer gibt es unendlich viel Sand, unendlich viele Steine.
Diese unendliche Menge wird einem an solchem Ort erst richtig bewusst. Jedes Zählen wäre sinnlos. Jedes Sammeln eigentlich auch, obgleich man immer wieder beim Strandlaufen zum Suchen und Sammeln verführt wird. Das ist unser archaisches Erbe als Jäger und Sammler. Am Strand fallen wir in der Evolution zurück. Wir sind wieder das laufende Tier, das die Küste abläuft, auf der Suche nach etwas, das man gebrauchen könnte.
Wir finden vielleicht einen besonderen Stein, legen ihn auf einen größeren. Es hat eine Bedeutung, eine Botschaft. Aber es ist auch nur eine Geste, eine Art Zeichen der Dankbarkeit für das Hiersein, denn morgen sind wir schon wieder fort. Unser bewusstes Dasein und Leben ist nur ein kurzer Moment in der unendlichen Zeit, die keine Uhr erfassen kann.
Kleiner Stein auf großem Stein, 5.6.2015
Viele Gebetsstäbe habe ich im Laufe der Jahre am Meer hinterlassen.
Mit Federn, mit Stofffäden, mal im Sand, mal in den Dünen.
Eine spirituelle Geste für die Elemente des Meeres.
Vielleicht ist es nur ein Spiel, denn am Ende wird nichts davon bleiben. Das wäre auch ein falscher Anspruch. Es soll ja gar nichts bleiben. Es soll ja alles verschwinden. Der Sinn des Daseins besteht darin, dass es wieder verschwindet, so wie jeder Mensch wieder verschwindet. Denkmäler sind so lächerlich wie die Paläste der Herrscher seit Jahrtausenden. Die tibetischen Mönche mit ihren Mandalas oder die Navaho-Indianer mit ihren Sandmalereien haben es verstanden. Am Ende wird alles zusammengefegt und ins Wasser geworfen.
Darßer Weststrand, 6.6.2015
aufgestelltes Holz, 5.6.15
Am Strand findet man immer angeschwemmtes Holz. Manchmal ist es ein merkwürdig geformtes Stück. Dieses habe ich einfach aufgestellt. Es ist ein krummer Ur-Baum, der in den Himmel wächst. Ein natürliches Symbol zwischen der Steilküste bei Ahrenshoop und dem Meer, zwischen Findlingen und dem Wasser.
Der Wal (Buckelwal) ist ein Ur-Wesen des Meeres. Vielleicht müssen wir nur dem nachspüren und gar nicht nach vielen Erklärungen suchen. Dem UR nachspüren, uns in das UR versenken. Das Ur-Wesen, die Ur-Kraft, das Ur-Sprüngliche, die Ur-Sprache, der Ur-Klang, das Ur-Meer. Die Gesänge der Wale drücken das UR sehr intensiv aus. Bei dem Wal ist es vielleicht inspirierender, die Gesänge zu hören als sich Bilder anzusehen. Eine Pinselzeichnung, wie meine oben, ist auch etwas sehr Elementares, Einfaches, Ur-Sprüngliches.
3. Gemälde vom Meer
Eine Frau (Ausschnitt, ganzes Gemälde: 70x140cm) sitzt am Meer. Sie denkt, sie träumt, sie sinnt nach. Sie schaut zum hellen Horizont, aber hinter ihrem Rücken naht das Unwetter, der Sturm. Eine Möwe fliegt im Wind. Sie lebt mit den Elementen. Eine Lachmöwe steht auf dem Sand. Sie ist ein kleines Krafttier.
Fotos werden heutzutage endlos geknipst. Man schaut sie kurz an, legt sie fort, möchte das nächste, das nächste und wieder das nächste.
Gemälde sind wie eine angehaltene Zeit. „Halte auch Du die Zeit an!" Das ist ihre Botschaft für den Betrachter. Bleibe stehen, setze Dich hin! Bleibe sitzen und schaue auf das Bild, lange, als würdest Du selbst auf dem Stein am Meer sitzen und die Wellen betrachten und die Atmosphäre einatmen.
Wenn man gleich weiter will, dann ist man nervös. Dann erfasst und versteht man nichts. Das Herz öffnet sich langsam, wie die Blüte einer Blume. Man muss ihr Zeit geben. Wer keine Zeit hat, soll in der Stadt bleiben. Das Meer hat viel Zeit. Sehr viel Zeit. Wenn Du sitzen bleibst und nichts mehr willst, hast Du sofort die Ewigkeit. Mehr brauchst Du nicht.
Das Meer ist die Ewigkeit!
Dieses Gemälde (89x100cm) ist von Patrick von Kalckreuth, das ich 2014 bei einem Antiquitätenhändler erworben habe. Es zeigt eine naturalistische Szene am Meer. Die untergehende Sonne reflektiert auf den heranrollenden Wellen, auf dem Wasser im Uferbereich. Das Gemälde wurde 1951 gemalt. Schon damals war die Zeit der naturalistischen Malerei längst vorbei, heute mehr denn je. Aber warum eigentlich? Und wer bestimmt das, und warum? Welches Interesse will bestimmte Arten von Malerei auf eine Zeit festlegen? Und warum sollen die nachfolgenden Generationen nicht auch so malen „dürfen"? Ich denke, dass man so malen kann und sollte, wie man es für richtig hält.
Meeresbrandung, Patrick von Kalckreuth, 1951
Von den Kunstbewertern und ihren arroganten, apodiktischen Beurteilungen halte ich nichts.
Warum sollte man sich nicht dem Meer naturalistisch nähern?
Die Natur ist und bleibt sowieso das, was sie immer war. Sie wird sich nie ändern. Alle Versuche des Menschen werden letztendlich nichts bewirken. Das Meer, die Wellen, die Wolken, die Winde, der Sand, die Steine, das Wasser, die Möwen, die Sonne – alles wird so bleiben. In der naturgetreuen Malerei dokumentiert sich das genaue Hinsehen, die Achtsamkeit für das, was dort real vor den Augen ist und sich abspielt. Während des Malens widmet
