Die Mutprobe: Kurfürstenklinik 92 – Arztroman
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Über dieses E-Book
Die "Kurfürstenklinik" ist eine Arztromanserie, die das gewisse Etwas hat und medizinisch in jeder Hinsicht seriös recherchiert ist.
Nina Kayser-Darius ist eine besonders erfolgreiche Schriftstellerin für das Genre Arztroman, das in der Klinik angesiedelt ist. 100 populäre Titel über die Kurfürstenklinik sprechen für sich.
Es war ein kühler, diesiger Morgen, noch hing die Dunkelheit der Nacht über der Stadt. Dennoch war der große Platz bereits von vielerlei Geräuschen erfüllt: Elefanten trompeteten laut, der alte Löwe ließ sein Brüllen hören, einige Pferde wieherten. Zwei der Schimpansen rüttelten wie üblich an ihren Gitterstäben und ließen sich durch nichts davon abhalten. Hier und da erklangen auch menschliche Stimmen. Sie gehörten denjenigen, die die Tiere tränkten und fütterten. Es war ein sehr früher Samstagmorgen, doch auf diesem Platz spielte das keine Rolle: Hier gab es niemanden, der sich ausschlafen oder auf der faulen Haut liegen würde. In den meisten Wohnungen brannte bereits Licht. Am nächsten Abend würde Premiere sein, es gab noch viel zu tun bis dahin. Ein Auftritt in Berlin war immer etwas ganz Besonderes: Viel Prominenz würde anwesend sein, um das neue Programm des Zirkus Fanfarelli zu bewundern. Auch Carola Campe war bereits wach, aber anders als die anderen Artisten und Dompteure stand sie noch nicht auf. Sie starrte durch das kleine Fenster des Wohnwagens mit weit offenen Augen in den grauen Himmel hinauf und hing ihren Gedanken nach. Sie mußte es ihnen endlich sagen, daß sie nicht bleiben würde! Anders als andere Zirkuskinder hatte sie niemals den Wunsch verspürt, es ihren Eltern gleichzutun. Im Gegenteil. So lange sie zurückdenken konnte, hatte sie sich immer nur ein »normales« Leben gewünscht. Sie wollte nicht länger durch die Welt ziehen, sondern in Berlin bleiben. Hier war sie vor zweiundzwanzig Jahren zur Welt gekommen, und hier fühlte sie sich zu Hause, obwohl sie jedes Jahr nur wenige Tage in der Stadt verbracht hatte. Wenn man auftrat, blieb nicht viel Zeit, sich irgendwo umzusehen – trotzdem kannte sie Berlin besser als jeden anderen Ort auf der Welt. Und sie würde es noch viel besser kennenlernen, wenn sie es ihnen erst einmal gesagt hatte.
Andere Titel in Die Mutprobe Reihe ( 30 )
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Rezensionen für Die Mutprobe
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Buchvorschau
Die Mutprobe - Nina Kayser-Darius
Kurfürstenklinik
– 92 –
Die Mutprobe
Auf diese Patientin hätte Dr. Winter gern verzichtet
Nina Kayser-Darius
Es war ein kühler, diesiger Morgen, noch hing die Dunkelheit der Nacht über der Stadt. Dennoch war der große Platz bereits von vielerlei Geräuschen erfüllt: Elefanten trompeteten laut, der alte Löwe ließ sein Brüllen hören, einige Pferde wieherten. Zwei der Schimpansen rüttelten wie üblich an ihren Gitterstäben und ließen sich durch nichts davon abhalten. Hier und da erklangen auch menschliche Stimmen. Sie gehörten denjenigen, die die Tiere tränkten und fütterten. Es war ein sehr früher Samstagmorgen, doch auf diesem Platz spielte das keine Rolle: Hier gab es niemanden, der sich ausschlafen oder auf der faulen Haut liegen würde.
In den meisten Wohnungen brannte bereits Licht. Am nächsten Abend würde Premiere sein, es gab noch viel zu tun bis dahin. Ein Auftritt in Berlin war immer etwas ganz Besonderes: Viel Prominenz würde anwesend sein, um das neue Programm des Zirkus Fanfarelli zu bewundern.
Auch Carola Campe war bereits wach, aber anders als die anderen Artisten und Dompteure stand sie noch nicht auf. Sie starrte durch das kleine Fenster des Wohnwagens mit weit offenen Augen in den grauen Himmel hinauf und hing ihren Gedanken nach. Sie mußte es ihnen endlich sagen, daß sie nicht bleiben würde!
Anders als andere Zirkuskinder hatte sie niemals den Wunsch verspürt, es ihren Eltern gleichzutun. Im Gegenteil. So lange sie zurückdenken konnte, hatte sie sich immer nur ein »normales« Leben gewünscht. Sie wollte nicht länger durch die Welt ziehen, sondern in Berlin bleiben. Hier war sie vor zweiundzwanzig Jahren zur Welt gekommen, und hier fühlte sie sich zu Hause, obwohl sie jedes Jahr nur wenige Tage in der Stadt verbracht hatte. Wenn man auftrat, blieb nicht viel Zeit, sich irgendwo umzusehen – trotzdem kannte sie Berlin besser als jeden anderen Ort auf der Welt. Und sie würde es noch viel besser kennenlernen, wenn sie es ihnen erst einmal gesagt hatte.
Ihre Eltern ahnten es, sie würden traurig sein, aber ihr keine Steine in den Weg legen, das wußte sie. Das Problem war Mario, ihr Freund. Sie wollte sich nicht nur vom Zirkus trennen, sondern auch von Mario – und er würde weder für das eine noch das andere Verständnis haben. Er konnte sich nicht gut beherrschen. Wenn nicht alles so lief, wie er es wollte, dann geriet er schnell außer sich. Mit leichtem Schaudern dachte sie an ihre letzte Auseinandersetzung.
Um diese Gedanken zu verscheuchen, schlug sie nun doch die Bettdecke zurück und stand auf. Ihre Eltern, mit denen sie den Wohnwagen teilte, waren längst bei den Pferden. Sie und ihr Vater traten mit Pferden auf – ihre Nummer war eines der Glanzstücke des Programms. Sie hatte ein schlechtes Gewissen, wenn sie daran dachte, ihren Vater damit alleinzulassen, aber sie wußte, daß ihre Mutter ohne zu zögern wieder in der Manege arbeiten würde, wie sie es früher getan hatte.
Der Direktor freilich würde nicht begeistert sein, denn er setzte stark auf den Nachwuchs. »Schönheit und Jugend deiner Tochter«, hatte er einmal zu ihrem Vater gesagt, »sind ein wesentlicher Bestandteil eures Erfolgs, mein lieber Paul!«
Carola seufzte, als sie daran dachte. Es würde schwer werden, denn in jedem Fall würden ihre Eltern enttäuscht sein. Auf der anderen Seite hatte ihre Mutter schon oft zu ihr gesagt: »Du mußt das tun, was dich glücklich macht, Caro!«
Nur – was würde sie glücklich machen? Wußte sie das so genau? Sie mußte ja auch Arbeit finden. Sie konnte gut mit Pferden umgehen – aber sonst? Ich werde einen Beruf lernen, dachte sie trotzig. Dazu ist man mit zweiundzwanzig ja bestimmt noch nicht zu alt! Sie hatte einen guten Schulabschluß gemacht, sehr zur Verwunderung aller Lehrer, bei denen sie immer nur für kurze Zeit die Schulbank gedrückt hatte. Aber sie war nicht nur begabt, sondern auch sehr fleißig gewesen, denn sie hatte schon früh geahnt, daß sie nicht im Zirkus bleiben würde.
Sie wusch sich eilig und zog sich an. Anschließend legte sie ein wenig Lippenstift auf, tuschte die Wimpern und kämmte sich die dichten braunen Haare, bis sie ihr glänzend auf die Schultern fielen. Sie hatte den Kamm eben aus der Hand gelegt, als es klopfte, und Marios Stimme rief: »Caro? Caro! Mach doch mal auf! Ich weiß doch, daß du noch da bist!«
»Guten Morgen«, sagte sie, als sie die Tür geöffnet hatte.
Mario lächelte sein Siegerlächeln. Er war sehr groß und trug seine blonden Haare lang. Seine breiten Schultern schienen das enge T-Shirt fast zu sprengen. Mario war Messerwerfer, seine Nummer war atemberaubend. »Caro«, sagte er, »wir brauchen deine Hilfe.«
»Wir?« fragte Carola. »Wer ist wir?«
»Bruno und ich«, antwortete er.
Bruno war Marios jüngerer Bruder – erst vierzehn, aber bereits jetzt ein äußerst talentierter Messerwerfer. Er trat vor Mario auf, mit ein paar sehr wirkungsvollen Tricks, die ihm immer begeisterten Beifall einbrachten. Danach kam Mario und zog die ganz große Show ab, und das Publikum tobte regelmäßig.
»Er ist soweit – wir wollen es probieren«, fuhr Mario fort. »Das gibt eine Riesenüberraschung zur Premiere. Aber Alida kann heute morgen nicht.«
Alida war Marios Partnerin, sie waren ein eingespieltes Team. Alida war zehn Jahre älter als er, doch bei ihren Auftritten bemerkte das niemand. Sie schminkte sich sehr geschickt und hatte eine phantastische Figur.
»Ich weiß nicht«, sagte Carola unschlüssig. Nach allem war ihr zumute, aber ganz sicher nicht danach, sich als lebendes Ziel für einen Vierzehnjährigen zur Verfügung zu stellen. Sie hatte sehr großen Respekt vor fliegenden Messern.
»Nimm es als Mutprobe«, sagte Mario. »Mach schon, Caro! Du kennst die Nummer doch.«
»Wann denn?«
»Hast du schon gefrühstückt?«
Sie schüttelte den Kopf.
»Na, dann mach das und komm dann. Wir warten auf dich.« Er warf ihr eine Kußhand zu und verschwand wieder.
Nicht einen Augenblick hatte er daran gezweifelt, daß sie schließlich zustimmen würde, das wußte sie, und sie ärgerte sich darüber. Warum hatte sie nicht einfach abgelehnt? Schließlich hatte sie wirklich Angst. Sicher, Bruno lernte schnell, und Mario würde kein Risiko eingehen, aber trotzdem! Und warum hatte sie nicht gesagt: ›Hör mal, Mario, ich muß mit dir reden‹?
»Weil ich zu feige bin«, murmelte sie und stellte die Kaffeemaschine an. »Aber so geht das nicht weiter. Ich muß es ihnen sagen. Ich muß es allen sagen.«
Ihre eigene Stimme beruhigte sie. Sie aß eine Scheibe Brot und trank ihren Kaffee mit viel Milch. Mittlerweile war der Platz ringsherum mit Leben erfüllt. Die gedämpften Geräusche von vorhin waren jetzt etwas lauter geworden, ebenso wie das Lachen der Männer, die sich daranmachten, eine schadhafte Stelle im Zelt auszubessern.
Zirkusalltag, dachte sie. Es wird mir fehlen, ich werde vieles vermissen, aber ich werde glücklicher sein, als ich es jetzt bin.
*
»Was sind das denn für Karten?« fragte Dr. Adrian Winter, als seine Zwillingsschwester nach dem ausgiebigen Samstagfrühstück, zu dem sie und ihr Verlobter Thomas Laufenberg Adrian eingeladen hatten, drei
