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Buchvorschau
ACAB - Carlo Bonini
1. Michelangelos Schlachthaus
Um Himmels willen …
Blut, Gestank von Schweiß und Tod, Gebrüll in der Dunkelheit, wie von abgestochenen Schweinen. Und die vor Erregung geweiteten Pupillen seiner Kollegen, ein Hexensabbat, bei dem Knochen splitterten und Fleisch zerfetzt wurde.
Es war also wirklich geschehen. Und das blonde, aus den Ohren blutende Mädchen mit den Rastazöpfen war nicht das einzige Opfer. Zermalmt von den Springerstiefeln lag sie am Boden wie eine Stoffpuppe, er hatte geglaubt, sie sei tot. Wegen ihr hatte er geschrien:
„Es reicht! Es reicht!"
Der stellvertretende Polizeipräsident Michelangelo Fournier hätte am liebsten gekotzt. Staatsanwalt Enrico Zucca streckte brüsk die Hand über den Schreibtisch aus, damit die medizinischen Befunde der Unfallambulanz, die er aus einer Aktenmappe geholt hatte, Fourniers Übelkeit noch verstärkten. Aufnahmeblatt 026408, 09, 10, 11 … Krankenhaus Galliera, Mura delle Cappuccine 14, Genua; Blätter 137, 138, 139 … Notaufnahme Krankenhaus San Martino, Largo Benzi 10, Genua; Krankenblatt 015297, 298, 299 … Klinikum Villa Scasso. Corso Scasso I, Sampierdarena, Genua.
– Lesen Sie, Fournier. Ich bitte Sie, lesen Sie aufmerksam. Alles und bis zum Schluss. Und dann versuchen Sie sich daran zu erinnern, was am 21. Juli 2001, in der Nacht von Samstag auf Sonntag, in der Armando-Diaz-Schule geschehen ist. Sie haben die Tage des G8 nicht vergessen, oder?
Weiblich, dreiundzwanzig Jahre, Deutsche:
„Thoraxtrauma. Abdominaltrauma. Mehrfachfrakturen der Rippen mit Pneumothorax rechts. Mehrfachquetschung der Lunge. Nachwirkungen der Verletzungen: dreißigprozentige Einschränkung der Lungenfunktion. Einschränkung der Beweglichkeit von Armen und Hals, Folgeschäden nicht abzuschätzen."
Weiblich, zweiundzwanzig Jahre, Deutsche:
„Abschürfung an der Oberlippe. Prellung des rechten Arms."
Männlich, einundzwanzig Jahre, Deutscher:
„Schädeltrauma im Bereich der Augenhöhle rechts. Verletzung der Schulter rechts. Thoraxtrauma."
Weiblich, siebenundzwanzig Jahre, Spanierin:
„Prellung der Schulter rechts, Hämatom."
Weiblich, siebenundzwanzig Jahre, Deutsche:
„Rissquetschwunde an der Braue links. Trauma im Bereich des Gesichtsschädels. Seitenbandruptur links. Dislozierte Fraktur des Nasenbeins, Folgeschäden nicht abzuschätzen."
Männlich, siebenundzwanzig Jahre, Deutscher:
„Prellung von Ellbogen und linkem Bein."
Männlich, dreiundzwanzig Jahre, Amerikaner:
„Schädeltrauma mit Rissquetschwunde der Kopfhaut. Prellung des Hemithorax links. Mehrfachprellungen. Hodentrauma rechts."
Was stand doch in dem verdammten Handbuch? Ja, dem dunkelrot-blauen, das sie zum internen Gebrauch in der Kaserne verteilt hatten? Seite 4:
Der Gummiknüppel ist nicht als Bestrafungsinstrument gedacht; allenfalls darf er gegen gewalttätige Elemente eingesetzt werden, zur Verteidigung und um ein Verbot deutlich zu machen; er muss entschieden, darf aber nie brutal geführt werden.
Und wie lauteten die fett gedruckten Zeilen? Die in Versalien gedruckten?
Mit dem Gummiknüppel darf nie auf Kopf, Gesicht oder Wirbelsäule gezielt werden.
Weiblich, dreiundzwanzig Jahre, Kanadierin:
„Schädeltrauma. Prellung des linken Beins. Mehrfache Hämatome am Schenkel, an der linken Hüfte und am linken Arm."
Männlich, einundvierzig Jahre, Spanier:
„Schädeltrauma. Prellung des Hemithorax links mit großflächigem subkutanem Hämatom an der Hinterwand. Mehrfachprellungen. Fraktur der Rippenbögen VIII und IX rechts. Folgeschäden nicht abzuschätzen."
Männlich, dreiundzwanzig Jahre, Deutscher:
„Schädeltrauma mit Rissquetschwunde. Wunde am Schienbein rechts. Hämatome an der rechten Körperhälfte."
Männlich, dreiundzwanzig Jahre, Deutscher:
„Schädeltrauma mit Rissquetschwunde. Mehrfachprellungen."
Männlich, fünfundzwanzig Jahre, Deutscher:
„Schädeltrauma. Rissquetschwunden im Bereich des Kopfes, des Rückens, der Gliedmaßen."
Weiblich, sechsundzwanzig Jahre, Italienerin:
„Prellung des rechten Beins, Prellung im Bereich des Rückens und des rechten Vorderarms."
Männlich, siebenunddreißig Jahre, Spanier:
„Prellungen und Abschürfungen im Bereich der unteren Gliedmaßen. Blutunterlaufene Prellung im Bereich des Hinterhauptbeins. Hämatom am rechten Arm und am Brustkorb rechts. Rissquetschwunde am Bein links im Bereich des Schienbeinkopfs."
Männlich, fünfundzwanzig Jahre, Spanier:
„Prellung der Schulter und des Oberarmknochens rechts. Rissquetschwunde am linken Knie. Prellung des Brustkorbs."
Männlich, neunzehn Jahre, Deutscher:
„Prellung im Bereich des hinteren Brustkorbs. Prellung im Bereich des Schulterblatts, der rechten Schulter und des Rückens."
Der verwendete Gummiknüppel besteht aus Kunststoffpolymeren. Seine Form ist zylindrisch, der Griff besteht aus Querrippen. Er hat einen gummiummantelten Hohlkern und eine Länge von sechzig Zentimetern. Das Gesamtgewicht beträgt hundertfünfzig Gramm.
Männlich, einundzwanzig Jahre, Deutscher:
„Schädeltrauma. Rissquetschwunde an der Kopfhaut, am Rücken, an der Nase. Verletzung der Speiche, distal. Fraktur von Zeige- und Ringfinger der rechten Hand. Fraktur des Nasenbeins. Mehrfachprellungen des rechten Schulterblatts, des Rippenbogens rechts und des Schenkels rechts."
Männlich, neunzehn Jahre, Italiener:
„Schädeltrauma. Verdacht auf Fraktur des Schienbeinkopfs. Verletzung des Gesichtsschädels. Rissquetschwunde des Stirnbeins, der Nasenscheidewand und der Ohrmuschel rechts. Mehrfachprellungen im Rückenbereich."
Männlich, zweiundzwanzig Jahre, Italiener:
„Schädeltrauma. Mehrfache Rissquetschwunden der Kopfhaut. Mehrfache Abschürfungen der Gliedmaßen, am Rumpf und am Gesäßmuskel links. Fraktur des äußersten Glieds des kleinen Fingers rechts. Verstauchung des Handgelenks links."
Männlich, fünfundzwanzig Jahre, Deutscher:
„Schädeltrauma. Fraktur Typ III, Elle rechts, distal. Prellung des Brustkorbs. Mehrfachprellungen. Rissquetschwunde der Kopfhaut und des rechten Beins."
Weiblich, einundzwanzig Jahre, Italienerin:
„Prellung linker Schenkel."
Männlich, dreiundzwanzig Jahre, Italiener:
„Schädeltrauma. Prellungen an der linken Schulter, am Hemithorax und am Oberarm links. Prellung der rechten Hand."
Weiblich, einundzwanzig Jahre, Deutsche:
„Schädeltrauma. Prellung der linken Hand. Prellung des rechten Schenkels und im Bereich des Rückens rechts."
Männlich, fünfundzwanzig Jahre, Deutscher:
„Prellung und Abschürfung der Achsel rechts und der Schulter rechts. Prellung und Abschürfung im Bereich des Rückens und der Schulter links. Prellung am unteren Halsansatz."
Weiblich, zweiundzwanzig Jahre, Deutsche:
„Prellung im Kinnbereich. Dislozierte Fraktur Typ IV an der Elle links, distal. Abschürfungen am Kinn. Zervikale Myalgie."
In Bezug auf die korrekte Handhabung werden folgende Empfehlungen gegeben: Das Instrument fest in die Hand nehmen, und zwar ausschließlich am Griff mit den Querrippen.
Weiblich, einundzwanzig Jahre, Schwedin:
„Prellungen im Rückenbereich."
Männlich, sechsunddreißig Jahre, Spanier:
„Schädeltrauma. Verletzung des Wadenbeins. Mehrfache Prellungen am linken Vorderarm und Arm, an der Schulter, der Hüfte und am Knöchel links.
Männlich, einunddreißig Jahre, Deutscher:
„Prellung am Arm und an der Hüfte rechts."
Männlich, zweiunddreißig Jahre, Brite:
„Schädeltrauma. Verletzung der Kopfhaut und am rechten Bein."
Männlich, dreiundzwanzig Jahre, Deutscher:
„Rissquetschwunde am Kinn. Prellung im Bereich des Gesichtsschädels. Prellung der Schulter und des Beines rechts. Schäden nicht abzuschätzen."
Männlich, zweiundzwanzig Jahre, Schweizer:
„Prellung im Bereich des rechten Schulterblatts."
Mit dem Handgelenk wie dargestellt in die Schlaufe des Gummiknüppels schlüpfen, um sich im Fall des Falles – sollte er von Gewalttätern ergriffen werden – leicht zu entwinden.
Männlich, fünfundzwanzig Jahre, Spanier:
„Prellung der Schulter, des Unterarms und des Handgelenks links, mit kleiner Verschiebung des Ellenfortsatzes."
Weiblich, einundzwanzig Jahre, Deutsche:
„Fraktur des vorderen Kiefers. Trauma im Bereich des Gesichtsschädels. Verlust der Zähne 13 und 21 infolge Traumas, Lockerung von 12 und 11. Rissquetschwunde der Ober- und Unterlippe. Ständige Beeinträchtigung des Kauapparats, Folgeschäden nicht abzuschätzen.
Männlich, einundzwanzig Jahre, Deutscher:
„Schädeltrauma. Rissquetschwunde im Stirnbereich und im Bereich der Nasenscheidewand. Trauma des Gesichtsschädels. Prellung der Schulter links. Rissquetschwunde der linken Lippe. Prellung und Abschürfung des Schienbeins."
Unbedingt ist darauf hinzuweisen, dass der Gummiknüppel nur unter strenger Einhaltung der Gesetze und der geltenden Vorschriften eingesetzt werden darf und dass jeglicher Missbrauch strafbar ist.
Weiblich, einundzwanzig Jahre, Amerikanerin:
„Schädeltrauma. Trauma der Halswirbelsäule, außerdem Verletzungen an den Schultern, dem Hemithorax links, den Händen, den Handgelenken und dem rechten Knie. Fraktur des Mittelfingers rechts, erstes Glied, kleiner Finger. Fraktur der zehnten Rippe links. Blutunterlaufene Prellung im Lendenbereich, im Bereich des linken Gesäßmuskels, des linken Schenkels, des linken Beins und Fußes."
Männlich, fünfunddreißig Jahre, Spanier:
„Schädeltrauma mit Rissquetschwunde im Bereich des Hinterhauptbeins."
Männlich, fünfundzwanzig Jahre, Deutscher.
„Blutunterlaufene Prellung des Schenkels rechts. Fraktur der Elle links. Folgeschäden nicht abzuschätzen."
Der optimale Gebrauch des Gummiknüppels besteht darin, den Gegner mit ausschließlich direkt und x-förmig ausgeführten Schlägen anzugreifen.
Die Bewegung des Arms, der den Gummiknüppel führt, soll von der Achse Schulter-Rumpf unterstützt werden, was zu höherer Schlagkraft führt. Es soll direkt zugeschlagen werden, ohne auszuholen.
Männlich, zweiundsechzig Jahre, Italiener:
„Dislozierter Bruch mit Knochenabsplitterung der Elle rechts, distal. Absplitterung des Griffelfortsatzes. Leicht dislozierte Fraktur des Wadenbein rechts, distal. Multiple Rippenbrüche rechts. Ständige Beeinträchtigung des Greif- und Bewegungsapparats."
Weiblich, vierundzwanzig Jahre, Schwedin:
„Blutunterlaufene Prellung im Rückenbereich."
Männlich, sechsunddreißig Jahre, Neuseeländer:
„Prellung oberhalb des linken Schläfenbeins mit Abschürfungen und Hämatom. Blutunterlaufene Prellung am linken Arm, an der linken Schulter und am linken Unterarm.
Weiblich, einundzwanzig Jahre, Italienerin:
„Schädeltrauma mit Rissquetschwunde. Prellung am rechten Schenkel."
Männlich, neunzehn Jahre, Deutscher:
„Schädeltrauma im Gesichtsbereich mit Rissquetschwunde an der Nase. Verletzung des vorderen Schienbeins rechts mit Rissquetschwunde."
Der Einsatz des Gummiknüppels muss jedoch augenblicklich abgebrochen werden, sobald das Ziel, sich zu verteidigen oder den Gegner von seinem Vorhaben abzubringen, erreicht ist. Gewalttätige Eskalationen müssen unbedingt vermieden werden.
Männlich, dreißig Jahre, Deutscher:
„Schädelbruch im Bereich des oberen Scheitelbeins. Hämatom an dessen oberen Ende. Innere Blutung. Posttraumatischer Schwindel. Mehrfache Prellungen mit teilweise großflächigem Verschluss und Hämatomen an allen Extremitäten, Rippen, Hüften, im Gesicht und auf dem Rücken. Vermutlich Fraktur des Oberschenkelknochens links."
Weiblich, vierundzwanzig Jahre, Deutsche:
„Prellung des Nasenbeins. Prellung der linken Schulter. Prellung des Knies und des rechten Ellbogens. Hämatom des linken Schenkels."
Männlich, zwanzig Jahre, Litauer:
„Prellung des Nasenbeins."
Männlich, einundzwanzig Jahre, Deutscher:
„Epidurales Schädeltrauma. Mehrfache Rissquetschwunden im Bereich des Scheitelbeins und des Hinterhauptbeins links. Prellung des Hemithorax links. Kraniotomie des Stirnschädels links wurde durchgeführt."
Fournier starrte Zucca an. Er spürte dessen Verachtung. Kalte Wut.
Sie verachteten einander. Sie bemühten sich nicht einmal, ihre Verachtung höflich zu verbergen. Fournier verspürte sogar einen ästhetischen Widerwillen. Vielleicht wegen dieses kragenlosen Zen-Hemdes, das seinen Gesprächspartner noch unterkühlter wirken ließ. Oder vielleicht auch wegen der Räucherstäbchen, die überall im Büro herumstanden. Oder vielleicht wegen des Bruce-Springsteen-Posters hinter dem Schreibtisch, die einzige Vorliebe übrigens, die sie teilten.
Was hätte er zu Zucca sagen sollen? Vor allem, was hätte er sagen sollen, was er sieben Tage nach der Nacht des 21. Juli nicht ohnehin schon dem Genueser Oberstaatsanwalt Francesco Lalla gesagt hatte?
– Ein Schlachthaus. Ja, wie in einem mexikanischen Schlachthaus.
War es für einen Rechten wie ihn nicht schon ein enormes Zugeständnis, dass er Ferrucci Parri zitierte und auf die Hinrichtung Mussolinis auf der Piazza Loreto anspielte? Und war der Ausgang des Prozesses gegen die Schuldigen nicht bereits besiegelt?
Doch sogar er wusste, dass das nicht genug war.
Wie hatte es so weit kommen können? Warum war das geschehen?
Er erinnerte sich, wie es begonnen hatte. Als ob sein ganzes bisheriges Leben im Grunde nichts anderes gewesen wäre als der Prolog zu dieser Nacht. Die Erziehung der Gefühle zu einer wiederkehrenden Desillusionierung, aus der zuerst Verachtung und dann Hass geworden war. Er dachte an seine Mutter, eine Dame aus gutem Hause und Kommunistin, drei Monate vor dem G8 war sie gestorben, gerade rechtzeitig, um nicht miterleben zu müssen, wie die Sache ausgegangen war, und sich für ihn, ihren einzigen Sohn, schämen zu müssen. Er dachte an Rom, seine Stadt. An die endlos langen, öden Nachmittage auf der Piazza Vescovio, der schwarzen Enklave, in der er als Kind Tempelhüpfen gespielt hatte. Ans San Leone Magno, das Gymnasium der Priester und der anständigen Leute, die – natürlich! – rechts standen. An die lächerlichen karierten Holzfällerhemden, die seinen Schrank füllten: Man steckte sie in die Röhrenjeans und dazu trug man Camperos oder Clarks. An die Bücher Kerouacs, an Blue Grass und Old Country, an die Ramones, an die Filme von Sam Peckinpah.
Er war erst achtunddreißig Jahre alt, fühlte sich aber schon als alter Mann.
Er hatte gehofft, der Mann, der ihn verhörte, würde ihm diese Frage stellen: „Warum sind Sie zur Polizei gegangen? Er hätte die Wahrheit gesagt. Um Ski zu laufen. 1986, mit dreiundzwanzig Jahren, war das das Einzige gewesen, was ihn wirklich interessierte. Gaddafi bombardierte Lampedusa. Michele Sindona starb im Gefängnis an einem mit Zyankali veredelten Kaffee, Papst Johannes Paul II. kniete in der römischen Synagoge nieder, Ministerpräsident Bettino Craxi bereitete per Regierungsdekret den Boden für das zukünftige Duopol Rai-Mediaset. Er hingegen träumte vom Terminillo, dem weißen Hügel hinter Rieti, hundert Kilometer von seinem Zuhause entfernt, und einer schönen Arbeit bei der „Schneepolizei
, wie die Bewohner des Apennin sie nannten.
Er hatte sich über die Skepsis und das Misstrauen seines Vaters, eines alten Liberalen und leitenden Beamten des staatlichen Arbeitsinstituts INAIL, hinweggesetzt. Er war in die Uniform geschlüpft und hatte die Aufnahmeprüfung für die Offiziersausbildung bestanden. Er wurde im alpinen Ausbildungszentrum in Moena im Trentino aufgenommen. Vielleicht auch dank der Unterstützung des Regierungspolitikers Amintore Fanfani, dessen Wohnung er in seiner Anfangszeit als Polizist bewacht hatte.
Er hätte in Moena bleiben sollen. Das war die Wahrheit. Seine Tochter war in den Dolomiten zur Welt gekommen. Dort hatte er wahre Freunde gefunden. Aber er hatte es nicht geschafft. Er war besessen von Rom. Das Vescovio-Viertel war sein Zuhause. Und wahrscheinlich hatte er damals herausgefunden, was er eigentlich war.
Ein Faschist? Ein Neo-Faschist? Oder weniger brutal ausgedrückt, ein Konservativer? Ein liberaler Rechter?
Er dachte, dafür müsse man sich nicht genieren. Es hatte sich wie von selbst ergeben, dass er zur Bereitschaftspolizei ging. Hier gehorchte er einem Gesetz, das ihn mit seinem Selbstbild versöhnte. Stählerne Muskeln, Frischluft, Ehre, Respekt, Ordnung, Mut. Sein Einzug in die Castro-Pretorio-Kaserne besiegelte die befreiende Aufnahme in einen Clan. In einen Klosterorden. In eine römische Legion, allerdings klang das Bild etwas bombastisch und kitschig.
Sollte er das Zucca erzählen? Hätte das etwas gebracht? Hätte es ihm geholfen, wenn Zucca erfahren hätte, dass die Jungs, die beim Begräbnis seiner Mutter den Sarg auf den Schultern trugen, dieselben waren wie die in der Nacht in der Diaz-Schule? Dass Drago, Ivo, Nico, Charlie, Fausto ein Teil seines Lebens waren und man sich von seinem Leben nicht einfach so trennen konnte? Hätte es etwas gebracht, wenn er erklärt hätte, warum die Leute in seiner Abteilung Spitznamen wie „Kobra" trugen? Mit dem armen Kobra, dem Sohn eines Friedhofswächters in Prima Porta, verband ihn eine unzertrennliche Freundschaft. Die Brücke, die seine Schneidzähne ersetzte, war gebrochen, und da er nur das Gehalt eines Maresciallo bezog, hatte er beschlossen, dass die Eckzähne genügten. Sollten sie ihn ruhig Kobra nennen. Aber er hatte sich im Gegenzug dafür eingesetzt, dass seine Mutter eingeäschert werden konnte.
Fournier kämpfte noch immer gegen die Übelkeit. Allerdings wusste er nicht, ob sie von den ärztlichen Befunden oder vom Nikotinentzug herrührte. Zucca gewährte eine Pause. Ein Carabiniere führte ihn zu einem Gangfenster in der Staatsanwaltschaft. Er zündete sich eine Marlboro light an. Er schloss die Augen und versuchte sich zu erinnern.
Schon im März kursierte das Gerücht, dass sich im Rahmen des G8 etwas „Neues und „Großes
zusammenbraute. Zuerst verkündeten das nur die Buschtrommeln. In den Garderoben und unter den Duschen wurde getuschelt. Bis es offiziell wurde. Der Minister wollte versuchsweise eine neue Polizeitruppe zusammenstellen. Das Einsatzkommando VII. Siebzig Männer aus den Kerntruppen der römischen Bereitschaftspolizei. Im Fall des Falles, wenn es in Genua zu einem Aufruhr kam, würden sie eingreifen. Er hatte nie erfahren und sich auch nicht danach erkundigt, nach welchen Kriterien die besten Männer ausgewählt worden waren. Körperkraft? Psychische Eigenschaften? Die Punkteanzahl, die beim Minnesota-Verhaltens-Test erreicht wurde? Zugehörigkeitsgefühl? Deutliches Bekenntnis zur Rechten? Erst im Frühling erfuhr er, dass die Auserwählten zum Großteil seine Jungs waren. Dass er das Einsatzkommando VII kommandieren würde.
Zwei Monate lang bereiteten sie sich auf einen Krieg vor, der im Vorfeld nur aus Worten bestand, allerdings ahnte er, dass er unausweichlich war. Auch deshalb achtete er sehr darauf, die Dinge gut zu machen. Zum Zweck des Trainings waren ein Judomeister und ein Taekwondo-Olympia-Teilnehmer engagiert worden. Die Männer hatten gewaltige körperliche Anstrengungen auf sich nehmen müssen. Einige hatten aufgehört zu rauchen, andere hatten zehn Kilo abgenommen. Sie liefen, liefen, liefen bis zu eineinhalb Stunden pro Tag. Auf einem sorgfältig ausgewählten Gelände. Zwischen dem Hafenbecken und dem Leuchtturm von Fiumicino. Auf der einen Seite das hellblaue Meer. Auf der anderen Seite das Chaos und das peinliche Schauspiel einer Gemeinde, die kein Dorf mehr war und nie eine Stadt geworden war. Die vielleicht sogar vergessen hatte, eine Gemeinde zu sein. Die Männer fluchten und sie lachten über das außergewöhnliche Experiment. Dann war das neue Material in der Kaserne angekommen.
– Was zum Teufel soll das Zeug? Spinnen die im Ministerium? Oder haben sie den Verstand verloren?
Hin und wieder kündigt sich eine Katastrophe mit einem kleinen Detail an, und die Kisten mit den neuen Schlagstöcken, die Fournier vor sich hatte, versprachen nichts Gutes.
Tonfas. Man hatte beschlossen, dass das Einsatzkommando VII in Genua mit Tonfas ausgestattet werden sollte. Eine Waffe, hart wie Stahl, mit Quergriff, eine traditionelle Waffe, die
