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Mordssommer - Ulrike A Kucera
Ulrike A. Kucera
Mordssommer
Kriminalroman
mordssommer_logo.jpgPersonal und Handlung dieses Kriminalromans sind frei erfunden, etwaige Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Geschehnissen, lebenden oder verstorbenen Personen sind rein zufällig.
Alle Rechte vorbehalten • Societäts-Verlag
© 2008 Frankfurter Societäts-Druckerei GmbH
Satz: Nicole Proba, Societäts-Verlag
Schutzumschlaggestaltung: Katja Holst, Frankfurt am Main
eBook: SEUME Publishing Services GmbH, Erfurt
ISBN 978-3-95542-023-9
Macht ist die Angst der anderen.
(Russisches Sprichwort)
Erstes Kapitel
Samstag, 12. April
S
ie erwachte, durch ein Geräusch im Schlaf gestört. Noch war es dunkel draußen, doch die Lerchen trällerten bereits. Vera wandte sich nach links, blickte zum offenen Fenster und lauschte den Vogelstimmen. Vor ihr wölbte sich die andere Bettdecke, unter der ihr Mann ruhte. Die Silhouette seines Körpers zeichnete sich vor dem Fenster ab. Er gab einen seltsamen Laut von sich – wahrscheinlich war es das, was sie aus dem Schlaf geholt hatte. Leise legte sie eine Hand auf seinen Oberarm, und obwohl Thomas sonst einen leichten Schlaf hatte, rührte er sich nicht, sondern stöhnte nur.
Thomas, flüsterte sie behutsam.
Verhalten atmete er ein und aus, bewegte sich jedoch nicht. Liebevoll strich sie ihm über den Kopf, zog dann die Hand zurück und versuchte wieder einzuschlafen. Einen Moment lang spürte sie dem Kitzeln seines kurzen Haars auf ihren Handinnenflächen nach. Die Lerchen wurden leiser, allmählich dämmerte der Morgen. Amseln begannen ihre gefiederten Artgenossen beim Singen abzulösen. Vera schaute auf den Wecker und entschied, es sei zu früh, einen Samstagmorgen zu beginnen. Sie selbst hatte keinen Dienst, und Thomas mußte heute ohnehin nicht arbeiten. Um wieder in den Schlaf zu finden, zog sie die Decke über den Kopf, wie sie es schon als Kind getan hatte. Gestern Abend hatte Thomas gesagt, er wolle ausschlafen, und sie wußte, er würde wohl kaum vor Mittag aus den Federn kommen, nicht nach den deprimierenden Ereignissen seines gestrigen Arbeitstags. Es gab Tage, da schlief er bis zum Nachmittag, und wenn er endlich aufstand, behauptete er, trotzig wie ein kleines Kind, überhaupt nicht ausgeruht zu sein. Sie hörte schon sein gequältes Gähnen, einem alten Walroß ähnlich, wenn er gegen Mittag mühsam die Augen öffnen würde. Manchmal wollte ihr scheinen, Thomas verschliefe am liebsten sein Leben. Einerseits ärgerte es Vera, andererseits wußte sie, wie schwer die Anstrengungen der letzten Jahre auch auf ihm lasteten. Weder er noch sie wurden jünger, das Leben wurde in Wirklichkeit nicht leichter. Sein Körper und seine Seele schienen sich aus der Welt schlafen zu wollen, doch die Welt ließ es nicht zu. Abermals hörte Vera ihren Mann aufstöhnen, beinahe klang es, als habe er Schmerzen oder einen unangenehmen Traum. Manchmal sprach er im Schlaf, was er früher nie getan hatte, dann hörte es sich an, als stritte er mit jemandem. Oft wälzte er sich hin und her, bis er schweißnaß aufschreckte. Vera sorgte sich um Thomas, vor allem um seine Gesundheit, denn der über Jahre anhaltende Streß hatte sich auf seine körperliche Verfassung zerstörerisch ausgewirkt. Seit vier Jahren hatte er Bluthochdruck, schluckte Betablocker, Cholesterinsenker, Blutverdünner, etwas gegen die Überfunktion seiner Schilddrüse, diverse Vitamine, nahm darüber hinaus homöopathische Pillen und Kügelchen, deren heilende Wirkung unter Medizinern naturgemäß umstritten war. Eine Zeitlang hatte er beinahe täglich zu Beruhigungs- und Schlafmitteln gegriffen, und Vera hatte schon ernsthaft befürchtet, er würde davon abhängig werden. Sie warnte ihren Mann und bat ihn, die Tranquilizer wieder abzusetzen. Thomas war ein vernünftiger Mensch und befolgte ihren Rat, obwohl es ihm schwerfiel. Da er jedoch weiterhin die hochdosierten Blutdrucksenker nehmen mußte, verschrieb ihm sein ratloser Hausarzt obendrein Viagra, denn die Betablocker beeinträchtigten seine Manneskraft – und damit schloß sich der Teufelskreis der pharmazeutischen Zwänge. Äußerlich wurde er scheinbar erstaunlich gut mit seinen körperlichen Problemen fertig. Unter Freunden bewitzelte er freimütig sein potentielles Leiden, Vera wußte jedoch, wie sehr es ihn in Wirklichkeit demütigte. Es half ihm wenig zu wissen, daß Millionen von Männern unter diesen und ähnlichen streßbedingten Störungen litten. Bei einem guten Freund war das Burn-out-Syndrom diagnostiziert worden, seit einem Jahr befand er sich im Krankenstand, mehrere Wochen war er in einer Klinik gewesen und benötigte weiterhin psychotherapeutische Hilfe. Den Symptomen nach glaubte Thomas zeitweise, auch er sei davon befallen, verschwieg dem Arzt jedoch seine Beschwerden und Befürchtungen. Beide, Vera und Thomas, hielten es für Glück, nicht an Krebs erkrankt zu sein, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten zu haben, wie mittlerweile einige ihrer Kollegen, Freunde und Bekannten. Der Mensch, glaubte Vera, war nicht für diesen Streß ausgerüstet, für eine Welt, die nur noch aus Zeitnot, Geld, Druck und Zwängen zu bestehen schien – und der Druck war das schlimmste Übel, kaum jemand konnte sich ihm entziehen. Druck von außen und innen, wo Vera auch hinsah, die ganze Welt schien bedrückt zu sein. Und dieser Druck erzeugte Angst, und die Angst erzeugte Qualen.
Wie lange hielt ein Mensch das aus, überlegte Vera und horchte auf.
Thomas?
Bis auf seinen und ihren eigenen Atem herrschte Stille im Schlafzimmer, die Vögel pausierten. Es wollte ihr nicht gelingen, wieder einzuschlafen.
Seit dreiundzwanzig Jahren waren sie nun verheiratet, und im Laufe der Zeit hatten sie ihre Eigenheiten aufeinander abgestimmt und gelernt, den Fehlern und Seltsamkeiten des anderen mit Nachsicht zu begegnen. Allein dieser Lernprozeß hatte die ersten zehn Jahre ihrer Ehe in Anspruch genommen. Nicht immer waren sie glücklich miteinander gewesen, insofern waren sie ein ganz normales Paar. Die Schicksalsschläge, von denen auch sie nicht verschont geblieben waren, hatten sie gemeinsam durchgestanden, ohne ihre gegenseitige Zuneigung einzubüßen, sie war im Gegenteil daran gewachsen.
Vera ärgerte und schmerzte es, wenn Thomas, pessimistisch wie er nun einmal war, prophezeite, sie würde ihn sowieso überleben. Dieser Gedanke ängstigte sie mehr, als sie zugab. Veras Freundin, Anette, warnte Thomas scherzend vor sich selbst erfüllenden Prophezeiungen. Im Gegenzug verwies Thomas dann auf die Statistiken zur Lebenserwartung von Männern und Frauen. Er behielt eben gern das letzte Wort und immer recht, auch daran hatte Vera sich gewöhnt.
Sie seufzte und drehte sich auf die rechte Seite, in der Hoffnung, dort andere, weniger bedrückende Gedanken zu finden. Es hatten sich schon genug Menschen aus ihrem Leben gestohlen, und sie vermißte sie zutiefst. Die Erinnerungen drohten, sich schmerzhaft bei ihr einzunisten, deshalb stand sie auf, ging ins Bad und nahm, obwohl es bereits hell wurde, eine Schlaftablette. Zurück im Bett, atmete sie tief ein und blies die Luft zögerlich wieder aus, denn sie wollte nicht weinen. Ihr Leben, so empfand sie nicht zu Unrecht, war eingezwängt zwischen Toten, Särgen, Urnen und Beerdigungen. Thomas und ihr Vater waren die einzigen geliebten Menschen, die ihr geblieben waren. Mühsam versuchte sie, sich von diesen Gedanken zu befreien, preßte die Augenlider aufeinander und rollte sich unter den Federn zusammen. Anette hatte ihr damals, als David sie verlassen hatte, Atemübungen zur Entspannung gezeigt, und die versuchte sie jetzt anzuwenden. Dann begann das Mittel zu wirken, angenehm rasch breitete sich der Schlaf in ihrem Körper aus.
Erst gegen ein Uhr mittags erwachte sie wieder. Ihr Kopf schmerzte, und nur mit Anstrengung gelang es Vera, die Lider zu heben. Durch das Fenster schien die Aprilsonne, der Himmel war reinblau. Thomas rührte sich nicht. Träge schob Vera ihre Decke beiseite, und als sie sich aufrichtete, spürte sie die Schwere ihres schlaftrunkenen Körpers. Bei diesem Wetter, dachte sie, sollten sie spazierengehen oder im Garten arbeiten. Morgen würden sie keine Zeit dazu finden, denn ihr Vater kam, wie jeden Sonntag, zum Essen. Punkt zwölf Uhr mittags fuhr Arnold Kohn in einem Taxi bei seiner Tochter vor und blieb bis zum Abend. Sie nannten es ihr sonntägliches Ritual, und Vera freute sich darauf, obwohl der alte Mann mehr und mehr zur Aufgabe geworden war. Seit einiger Zeit litt er an einer leichten Demenz, außerdem schien sich bei ihm eine Art Verfolgungswahn auszuprägen, dessen Ursprung, wie Anette sagte, in einer latenten, nicht erkannten Depression zu vermuten war. Einmal in der Woche ging Vera zu ihm, putzte die Wohnung, kaufte ein und erledigte die anfallenden Notwendigkeiten bei Bank, Versicherung und Krankenkasse, denn die komplizierten Papiere und Formulare überforderten Arnold Kohn inzwischen, und obgleich Vera nur wenig Zeit hatte, kümmerte sie sich darum. Sie liebte ihren Vater und war froh, daß er noch allein in seiner Wohnung leben konnte. Vor knapp dreißig Jahren war Veras Mutter auf tragische Weise gestorben. Aus Sorge um ihren trauernden Vater war Vera damals nicht in eine andere Stadt gezogen, um zu studieren, sondern war in Frankfurt geblieben. Sie konnte ihn doch nicht allein lassen, das würde sie niemals tun. Selten genug hatte sie in den letzten Jahren Grund zum Lachen gehabt, und wenn überhaupt, gab meist ihr Vater Anlaß dafür. Trotz seiner zunehmenden geistigen Verwirrung blieb er der liebenswerteste Mensch, den sie kannte, weder war er bitter noch bösartig. Kaum konnte sie sich entsinnen, ihren Vater schlecht gelaunt erlebt zu haben. Schwierigkeiten war er immer mit einem Trotzdem oder einem Scherz begegnet. Arnold Kohn war mit Humor begabt, und selbst wenn er einmal traurig oder verzweifelt war, so war er doch nicht mutlos oder resigniert. Außerdem strotzte er vor physischer Gesundheit, sein Herz lief wie ein unverwüstlicher Motor, er sah und hörte ausgezeichnet, seine Gelenke waren noch geschmeidig und beweglich, als habe er ein Leben lang Sport getrieben. Nur sein Erinnerungsvermögen und seine Wahrnehmung trübten sich mehr und mehr.
Wehmütig schaute Vera in den Spiegel und begann, das Nachthemd auszuziehen.
Leider besaß Thomas nicht diese Zuversicht und den Humor ihres Vaters. Für ihn gab es im Moment wenig zu scherzen, und jetzt erinnerte sie sich wieder daran, in welcher Verfassung Thomas gestern von der Arbeit nach Hause gekommen war. Als er sie begrüßte, wußte sie sofort, etwas bedrückte ihn. Sie hatten sich in den Garten gesetzt, denn dieser April war so wunderbar warm. Während er sich auf der Terrasse einen Tee einschenkte, bemerkte Vera, wie seine Hände zitterten. Nur zögerlich begann Thomas, ihr zu berichten, denn er selbst schien noch immer nicht fassen zu können, was ihm kurz zuvor in der Firma passiert war. Der Erste Geschäftsführer und der Personalchef hatten ihm mit Entlassung gedroht. Am Montag, meinte Thomas, werde er bestimmt seine Kündigung auf dem Tisch haben, denn sein Sinn für Gerechtigkeit und Wahrheit war stärker gewesen, als eine feige Vernunft, die ihm sagte, er solle besser den Mund halten und seinen Job nicht aufs Spiel setzen. Er hatte die Geschäftsleitung seiner Firma, noch dazu im Beisein anderer Kollegen, kritisiert und den Herren vorgeworfen, eine verhängnisvolle Entscheidung getroffen zu haben. Lange, die Sonne war inzwischen untergegangen, hatten Vera und Thomas noch auf der Terrasse gesessen, bedrückt und eher schweigsam. Was sollte werden, wenn Thomas wirklich seinen Job verlor …
Vera wollte diesen Faden nicht wieder aufnehmen und verbot sich den Gedanken daran. Heute war Samstag, Wochenende, und sie nahm sich vor, ihren Mann zu verwöhnen, ihn vergessen zu lassen, was geschehen war, wenigstens für Momente.
Draußen herrschten beinahe sommerliche Temperaturen, dieser April kam strahlend wie ein Juli daher. Schon im März hatten sie des öfteren im Freien sitzen können. Wie gut, dachte sie, daß wir damals das Haus gekauft haben, mit diesem großen Garten, obwohl der Kaufpreis eigentlich ihre finanziellen Möglichkeiten überstieg. Das Grundstück wurde damals zwangsversteigert, und der tatsächliche Wert war wesentlich höher einzuschätzen. Es war ihr Vater, der das Haus einen Glücksfall nannte und ihnen zum Kauf riet. Er gab seine gesamten Ersparnisse dazu, sonst hätten sie sich dieses Haus niemals leisten können, schon gar nicht in dieser Wohngegend. Die Lerchesberg-Siedlung war eines der besten und teuersten Frankfurter Wohnviertel, hier standen überwiegend Villen und prächtige Einfamilienhäuser mit riesigen Anwesen und Gärten. Wer hier wohnte, war gut betucht oder hatte geerbt.
Sie deckte den Tisch auf der Terrasse, dann ging sie zu Thomas ins Schlafzimmer, um ihn zu wecken, denn es war schon kurz vor zwei.
Tom, das Frühstück ist fertig, sagte sie leise.
Er rührte sich nicht.
Thomas, komm, aufstehen. Es ist schon spät.
Halb lag er auf der Seite, halb auf dem Rücken, das Gesicht dem Fenster zugewandt. Vera beugte sich von hinten über ihn und faßte ihn an der Schulter. Durch ihren Händedruck bewegte er sich in Rückenlage. Sie hielt die Luft an, schluckte.
Thomas?
Seine Augenlider blieben geschlossen, das Gesicht, die Hände waren kühl. Er atmete nicht, der Körper war starr. Rigor mortis. Sie wußte, doch sie glaubte es nicht.
Thomas! Tom! Bitte …, bitte nicht.
Jeder medizinischen Vernunft zum Trotz, warf sie sich auf den starren Körper, legte ihren Kopf auf seine Brust, horchte, prüfte mit den Fingern die Halsschlagader, den Puls und begann, auf ihm kniend, sinnlos mit Herzmassagen, obwohl die grauvioletten Flecken auf seiner Haut bereits zusammenzufließen begannen.
Tom, komm zurück! flehte sie und merkte nicht, wie ihr die Tränen über das Gesicht liefen, wie laut sie schrie, während sie noch immer versuchte, seine Herztätigkeit zu reanimieren. Plötzlich hörte sie es trocken knacken und begriff – in ihrer Verzweiflung hatte sie Thomas zwei Rippen gebrochen. Erst jetzt hielt sie inne und starrte ihn fassungslos an. Sein Gesicht wirkte friedlich, seine Züge waren entspannt. Es sah aus, als schliefe er endlich ohne Anstrengung, obwohl seine Hände in die Luft ragten, als wolle er wie ein kleines Kind gehalten werden.
In den frühen Morgenstunden, kurz nachdem Vera aufgestanden war, um ein Schlafmittel zu nehmen, war er vermutlich an einem Herzinfarkt gestorben – und sie hatte es nicht bemerkt. Erschüttert ließ sie sich neben ihn auf ihre Betthälfte sinken, kuschelte sich eng an ihn und umschlang seinen leblosen, ausgekühlten Körper. Lange blieb sie so liegen, taub vor Schmerz und Entsetzen. Erst Stunden später gelang es ihr, sich zu erheben und das Notwendige zu veranlassen. Bevor ihr Mann von Fremden angefaßt, abgeholt und in die Pathologie gebracht wurde, füllte sie im Bad eine Schüssel mit warmem Wasser, trug sie zum Bett und wusch Thomas sorgfältig, so gut sie eben konnte, denn die Leichenstarre und die Schwere seines Körpers erschwerten ihr diesen letzten Dienst. Währenddessen redete sie mit ihm, denn Vera wollte glauben, er könne sie hören. Entgegen jeder wissenschaftlichen Logik öffnete sie das Fenster weit, damit seine Seele sich nicht eingesperrt fühle und wie ein Vogel hinaus ins Freie gleiten könne. Es dauerte einige Zeit, bis sie wieder in der Lage war, klare Gedanken zu fassen. Dann, plötzlich, glaubte sie zu wissen, was sie tun mußte und faßte einen Entschluß, der ihr, angesichts ihres toten Mannes, die Ohnmacht nahm und in eine seltsam absurde Euphorie versetzte.
Freitag, 11. Juli
I
n den Gängen und Räumen des Polizeipräsidiums war es warm und stickig. Hauptkommissar Jaspersen schwitzte, sein Oberhemd klebte auf der Haut. Er betrat sein Büro und schloß verärgert die Jalousie. Die Putzfrau hatte sie gestern abend hochgezogen, stellte er gereizt fest, und diese Unachtsamkeit ärgerte ihn. Inzwischen, es war bereits Mittag, hatte die Sonne ungehindert sein Büro aufgeheizt. Den ganzen Vormittag war er unterwegs gewesen, um routinemäßige Ermittlungen durchzuführen, wobei die Umstände dieses Leichenfundes zu außergewöhnlich waren, um allein kühle Routine walten zu lassen. Weil seine Kollegin, Kommissarin Kluge, sich heute wegen eines Arzttermins frei genommen hatte, war Jaspersen gezwungenermaßen mit Hubert Schedlbauer, dem neuen Mitarbeiter, ins Gallusviertel gefahren, und Schedlbauer besaß nicht unbedingt seine Sympathie, im Gegenteil. Jaspersen hatte Schedlbauer während der Untersuchung des Fundorts mehr oder weniger ignoriert, was dieser ihm natürlich übelnahm. Doch das hatte Jaspersen gar nicht bemerkt, ihn beschäftigten einzig und allein die Fakten und nicht die Empfindlichkeiten eines übereifrigen Kriminalbeamten.
Am frühen Morgen war in einer Mietwohnung, in der Kriegkstraße, Feuer ausgebrochen. Nachbarn hatten die Feuerwehr alarmiert. Es war den Feuerwehrleuten nur mit größter Mühe und Atemschutzmasken möglich gewesen, durch den Flur in die anderen Zimmer und schließlich in die Küche zu gelangen, wo sie dann den Brandherd lokalisieren und löschen konnten. Bei ihrem Vordringen durch die vermüllte Wohnung entdeckten die Feuerwehrmänner eher zufällig in einem der Zimmer ein menschliches Skelett, das inzwischen mumifiziert auf dem Bett lag. In einem anderen Raum, vermutlich war es einmal das Wohnzimmer, fanden sie einen Schlafenden, stark alkoholisiert, der sich später als Sohn der Leiche zu erkennen gab. Er nahm die Feuerwehrmänner erst wahr, als sie in das Zimmer eindrangen und ihn unsanft von der Matratze zerrten. Noch völlig benommen und desorientiert, war der Mann in Tränen ausgebrochen, und es war den Feuerwehrleuten nur unter Anwendung von Gewalt möglich gewesen, ihn aus der brennenden Wohnung zu bugsieren. Der mumifizierte Tote wurde ins Gerichtsmedizinische Institut gebracht, wo er obduziert werden sollte. Die Leiche, schätzte Jaspersen, war bereits vor mindestens einem Jahr verstorben, soviel Erfahrung besaß er. Aber woran war der Mann tatsächlich gestorben? Den betrunkenen Sohn hatte Jaspersen umgehend ins Präsidium bringen lassen, um ihm, wenn er wieder nüchtern war, einige Fragen zu stellen und die Umstände zu klären. Vor Ort war Frank Berger nicht imstande gewesen, vernünftige Sätze zu formulieren. Lallend und sichtlich unter Schock hatte er immer wieder beteuert, seinen Vater nicht getötet zu haben, der alte Mann sei schwer krank gewesen. Jaspersen glaubte ihm.
Was für eine Geschichte, dachte er jetzt und schüttelte den Kopf. Natürlich gab es des öfteren kuriose Todesfälle, doch so etwas hatte auch Jaspersen noch nicht erlebt. Manch ein Fall entpuppte sich als derart absurd, daß die Kriminalbeamten nach Abschluß ihrer Ermittlungen kaum fassen konnten, wie einfach die Lösung letztlich war. Es gab die unglaublichsten Zufälle und Umstände, die zum unnatürlichen Tod eines Menschen führen konnten, und selten handelte es sich wirklich um Mord. Hin und wieder mußten die Ermittler im nachhinein über die Verwegenheit ihrer eigenen hochkomplizierten Theorien lachen. Dieser Fall war jedoch nicht lächerlich, dachte Jaspersen, er war eher bezeichnend. Wenn ein Mensch mit der Leiche seines Vaters mehr als ein Jahr lang in einer Wohnung hauste, war das weder kurios noch gewöhnlich. Hier schien sich wieder einmal der deprimierende Wahnsinn des Alltags zu offenbaren. In diesem Fall ging es nicht um die Frage, wozu jemand fähig ist, sondern um seine Unfähigkeit. Jaspersen überlegte, warum ein Mensch derart gleichgültig werden konnte und wie er überhaupt den Gestank hatte aushalten können? Allein der Gedanke, daß der tote Vater im Zimmer nebenan verweste, dürfte normalerweise unerträglich sein.
Hubert Schedlbauer hatte es übernommen, die anderen Hausbewohner zu befragen. Sie behaupteten, nichts gerochen und den alten Mann und seinen Sohn kaum oder nicht gekannt zu haben. Oft genug wurden Verstorbene in ihren Wohnungen gefunden, deren Tod bereits Tage, Wochen und Monate zuvor eingetreten war. Das war zwar keine Seltenheit, jedenfalls nicht in einer Großstadt, doch in diesem speziellen Fall konstatierte Jaspersen eine Steigerung der Qualität. Hier handelte es sich nämlich nicht um einen einsamen, alten Menschen, der allein in seiner Wohnung vegetiert hatte, den niemand vermißte, sondern sein Sohn hatte bei ihm gelebt. Er hätte den zuständigen Behörden den Tod seines Vaters melden und die Leiche bestatten lassen müssen, das wäre normal gewesen. In der Erinnerung sah sich Jaspersen nochmals in der verwahrlosten und verwüsteten Wohnung um. Soweit er am Fundort feststellen konnte, war die Leiche unversehrt, auch Kannibalismus konnte ausgeschlossen werden. Auf den ersten Blick lag hier kein Gewaltverbrechen vor. Trotzdem, und das war Vorschrift, mußten alle nötigen Untersuchungen eingeleitet werden, die tatsächliche Todesursache würden dann die Pathologen herausfinden.
Anscheinend war der Mann schon seit längerer Zeit arbeitslos und ohne staatliche Bezüge, denn beim Arbeits- oder Sozialamt war er derzeit nicht gemeldet, wie Jaspersen inzwischen erfahren hatte. Er war also mittellos, als sein Vater starb, und eine Beerdigung war nicht gerade billig. Indem er den Tod seines Vaters verschwieg, ergaben sich rein rechnerisch einige Vorteile für ihn. Wahrscheinlich hätte er noch jahrelang so weitergelebt, wenn er nicht vergessen hätte, die Gasflamme abzudrehen. Der Topf auf dem Herd hatte zu glühen begonnen und die danebenliegenden Handtücher entzündet. Von dort konnte sich das Feuer ungehindert durch die reichlich herumliegenden Papierreste und Zeitungen fressen. Wenigstens den Brand hatten die Nachbarn bemerkt, und die Feuerwehr hatten sie wahrscheinlich nur gerufen, weil sie um ihre eigene Sicherheit fürchteten.
Armer Teufel, sagte Jaspersen leise, während ihm jetzt sein Name wieder einfiel.
Frank Berger, ein Name, so unauffällig wie der Mann, der ihn trug. Die äußerliche Verwahrlosung Bergers hatte Jaspersen im ersten Augenblick nicht wirklich registriert, er hatte nämlich nichts anderes erwartet. Genau das schien ihm jetzt bedenklich, offenbar dachte auch er längst in fertigen Schablonen, die wie auf Knopfdruck in seiner Vorstellung automatisch eingeblendet wurden und entsprechend funktionierten. Ein Penner, und alle schauen weg, gesehen und vergessen. Berger war nur einer von vielen, die aus der Bahn geworfen und aus Selbstmitleid zum Säufer wurden. Resignation, Alkoholismus, Selbstmord, mit ein wenig Glück vielleicht die Psychiatrie – eine logische Abfolge tragischer Geschehnisse. Das halten wir wirklich für normal und logisch? fragte sich Jaspersen irritiert.
Keinesfalls konnte Berger in diese Wohnung zurück, denn abgesehen vom Müll waren die Zimmer vollkommen verrußt und durchnäßt. Also hatte Jaspersen vorhin eine Mitarbeiterin gebeten, für Frank Berger einen Platz in einem Obdachlosen-Wohnheim zu finden, wenigstens vorübergehend. Eine andere Lösung war verwaltungstechnisch nicht vorgesehen.
Verdammt, seufzte er und verließ sein Zimmer Richtung Kantine. Wenn er etwas gegessen hatte, wollte er mit der Befragung beginnen, denn soviel Zeit würde Berger sicher noch benötigen, um sich zu fangen, und er selbst hatte Hunger.
Auf dem Weg zum Fahrstuhl ertappte er sich bei dem Gedanken an seinen eigenen Vater, was überaus selten und nur fragmentarisch geschah. Wie sollte er sich auch an einen Vater erinnern, der in dieser Eigenschaft kaum in Erscheinung getreten war. Jaspersen hatte nur ein schemenhaftes Bild von ihm, denn sein Vater war wenig daheim gewesen und früh aus seinem Kinderleben verschwunden. Seine Mutter pflegte zu sagen, seine Braut war die See. Das hatte in Edgars Kinderohren abenteuerlich und rätselhaft, ja verwegen geklungen. Tatsächlich war Edgars Vater als Matrose auf Handelsschiffen zur See gefahren. Seine Mutter war eine einfache Frau gewesen, die sich und Edgar damit ernährte, anderer Leute Kleidung zu ändern und Wäsche auszubessern. Sie neigte dazu, ihre Vergangenheit mehr zu verschweigen als zu enthüllen. Nicht etwa, weil sie delikate Geheimnisse zu verbergen suchte, sondern weil sie sich nicht erinnern wollte. Was vorbei ist, ist vorbei, lautete ein weiterer Standardsatz Dörte Jaspersens, wenn Edgar sich getraut hatte, sie nach seinem Vater zu fragen. Auch zu hoffen, hatte sie ihm eingeimpft, sei Unsinn. Es kommt ohnehin nicht, wie du es dir wünschst. Am meisten ärgerte ihn noch heute die Weisung seiner Mutter, nicht soviel zu denken. Denken sei Verschwendung von Energie. Gab es denn etwas, überlegte Edgar, was seine Mutter gedacht oder gehofft hätte? Die Erinnerung an seine Eltern stimmte ihn jedes Mal merkwürdig traurig. Edgar wußte nicht einmal, ob sein Vater wirklich in jenem Grab auf dem Altonaer Friedhof lag. Vermutlich war er auf See oder in einem exotischen Land verschollen, das nahm er zumindest an. Niemand hatte ihm je darüber Auskunft gegeben, weder im Familienkreis noch im Umfeld seiner Mutter, die nur wenige Freunde gehabt hatte. Befreit von jeglicher Erinnerung, vom Denken und Hoffen, ruhte Dörte Jaspersen längst auf dem Friedhof, und auf dem Grabstein war neben ihrem der Name seines Vaters eingraviert, ohne ein Geburts- oder Sterbedatum. Immerhin ein Grab, dachte Edgar. Sie hatte ihren Mann Johnny genannt, obwohl er Heinrich hieß, was Edgar erst erfuhr, als er seine Mutter beerdigte und zum ersten Mal in seinem Leben vor diesem Grabstein stand. Heinrich und Dörte Jaspersen, schon zu Lebzeiten hatte sie ein Doppelgrab gekauft und ihren Namen hinzugefügt. Plötzlich durchsummte sein Gehirn die Melodie eines Liedes, das seine Mutter oft gesungen hatte. Johnny, wenn du Geburtstag hast, bin ich bei dir zu Gast, die ganze Nacht … Am Ende des Liedes pflegte sie jeweils und mit Verachtung zu sagen: Nimm doch die Pfeife aus dem Maul, du Hund. Lange Zeit hatte Edgar nicht gewußt, wer das Lied im Original gesungen hatte. Melodie und Wortlaut hatte sein Gehirn nur als verzerrte Echos konserviert, bis er seiner Frau davon erzählte und ihr vorsummte, was sein Gedächtnis noch beherbergte. Olga erkannte das Lied und wußte selbstverständlich, wer es gesungen hatte. Inzwischen kannte er verschiedene Versionen von Marlene, aber niemals forderte sie am Ende des Songs diesen Johnny auf, er solle doch seine Pfeife aus dem Maul nehmen. Edgar forschte nicht weiter danach, für ihn gehörte dieser letzte Satz zum Lied und entsprach seiner Vorstellung von einem pfeiferauchenden Johnny, der sein Vater gewesen war. Vollkommen organisch, wollte es Edgar scheinen.
Der Gong des Fahrstuhls erklang, die Tür öffnete sich, und Jaspersen stieg ein.
Gedankenversunken nickte er dem Kollegen von der Wirtschaftskriminalität zu, der bereits im Fahrstuhl stand. Seltsam, dachte er, es gibt Gräber ohne Leichen und Leichen ohne Grab.
In den letzten Wochen hatten nur wenige schwere Gewalttaten wie Mord und Totschlag auf der Frankfurter Tagesordnung gestanden. Insgesamt hatte die Mordkommission eine ruhige Zeit gehabt, während es in anderen Dezernaten hektischer zugegangen war. Jaspersen war endlich dazu gekommen, Protokolle zu lesen, Akten aufzuarbeiten, sich in Ruhe auf seine Aussagen bei laufenden Prozessen vorzubereiten. Er hatte genug Papierkram auf dem Tisch, um sich einige Wochen damit beschäftigen zu können. Den Fall Berger empfand er als willkommene Abwechslung, denn er saß nicht gern im Präsidium herum. Schreibtische hatten für ihn etwas Lähmendes, er brauchte Bewegung und frische Luft.
Stumm fuhren die beiden Beamten zur häßlichsten Kantine Frankfurts hinunter und stiegen nacheinander aus dem Fahrstuhl, ohne sich auch nur anzusehen. Der riesige Speiseraum war unwirtlich und kahl, nicht eine lebende Pflanze gab es dort, nichts, woran die Augen sich freuen könnten. Nackte weiße Plastiktische, rote Plastikstühle, ein kaltes Ensemble, das nicht gerade appetitanregend oder einladend wirkte. Gerade hier, dachte Jaspersen, wäre es doch angebracht, für Auflockerung und visuelle Entspannung zu sorgen, schließlich war der Polizeidienst an sich nicht besonders erfreulich, aber darüber schien der Betreiber niemals nachgedacht zu haben. Selbst vor dem Polizeipräsidium hatte das neue wirtschaftliche Denken nicht haltgemacht, der Kantinenbetrieb war an einen Pächter vergeben worden, der selbstverständlich darauf bedacht war, auch hier die Kosten zu minimieren. Das grandiose Wunder- und Allheilmittel, das inzwischen in fast allen Bereichen Einzug gehalten hatte, nannte sich Outsourcing und hatte erwiesenermaßen mehr Nach- als Vorteile. Und so wirkte der Raum wie ein Speisesaal in einer Justizvollzugsanstalt, was das Polizeipräsidium im übertragenen Sinne durchaus war.
Schon auf dem Gang roch es nach altem Kaffee und abgestandenem Küchendunst. Jaspersen hielt kurz die Luft an, weil es ihm stank. Er ließ dem Kollegen den Vortritt und trottete auf dem Flur hinter ihm her. Weder wußte er seinen Namen noch hatte er Lust, ein belangloses Gespräch anzufangen, er kannte ihn nur vom Sehen.
Wenigstens war die Kantine klimatisiert, eine erfrischende Kühle empfing ihn, und das tat ihm gut. Die ungewöhnliche Hitze der letzten Tage lähmte nicht nur den Bewegungsapparat, sie erweichte das Gehirn, und es fiel nicht nur Edgar Jaspersen schwer, konzentriert zu arbeiten und zu denken. Gerade als er sein Tablett mit einem Schnitzel, Kartoffelsalat und eiskalten Getränken beladen hatte und zu einem Tisch jonglierte, vibrierte sein Handy am Gürtel. Als er das Tablett abstellte, hörte es auf. Franz Bischoff, der Staatsanwalt, wollte ihn erreichen, FB stand auf dem Display. Er würde ihn später zurückrufen, beschloß Jaspersen und trank erst einmal ein Glas Wasser. Appetit hatte er nicht, aber sein Magen verlangte nach fester Nahrung, und er ließ sich Zeit beim Essen, denn es konnte dauern, bis Frank Berger ausgenüchtert und vernehmungsfähig sein würde.
Den Nachtisch, der aus drei gekühlten Negerküssen bestand, nahm er in seinem Büro ein. Allen guten Vorsätzen zum Trotz konnte er der süßen Verlockung nicht widerstehen. Er wurde beim Naschen unterbrochen, denn es klopfte an seiner Tür. Ein Beamter in Uniform fragte, ob sie den Mann jetzt bringen sollten. Berger sei einigermaßen klar, doch Jaspersen wehrte ab. Moment noch, bedeutete er dem Kollegen. Zuerst wollte er im Rechtsmedizinischen Institut anrufen und sich erkundigen, was die Beschau der Leiche ergeben hatte. Aus Gewohnheit wählte Jaspersen Professor Winters Nummer in der Pathologie, wohl wissend, daß Winter sich im Urlaub befand.
Rutloff, meldete sich eine Stimme.
Hauptkommissar Jaspersen. Tag auch. Wie sieht es mit der Berger-Leiche aus? Haben Sie schon konkrete Befunde?
Das dauert noch, Herr Jaspersen. Sie haben es selbst gesehen, der Zustand der Leiche ist für schnelle Untersuchungsergebnisse ungeeignet. Augenscheinlich liegt keine äußere Gewaltanwendung vor, Fremdeinwirkungen sind bisher nicht feststellbar. Der Tote war Diabetiker, was möglicherweise auch eine Todesursache sein könnte. Anscheinend ist der Mann letztendlich erstickt.
Erstickt, wiederholte Jaspersen.
Ja, dafür gibt es verschiedene Hinweise. Wir haben gerade begonnen, die Haut des Toten untersuchen zu lassen. Als wir sie unter dem Mikroskop betrachteten, fanden sich gewisse Eigentümlichkeiten.
Wann kann ich mit konkreten Ergebnissen rechnen?
Nicht vor morgen nachmittag.
Also starb der Mann eines natürlichen Todes, hakte Jaspersen nach.
Ich denke schon, ziemlich sicher. Eine Anfrage bei der zuständigen Krankenkasse und dem behandelnden Arzt sollte unsere Befunde untermauern.
Danke, sagte Jaspersen und legte auf.
Er hatte Dr. Rutloff, die rechte Hand Professor Winters, längere Zeit nicht gesehen, fiel ihm ein. Er hätte wenigstens fragen können, wie es geht. Manchmal war er wirklich ein unhöflicher Mensch, aber wer ihn kannte, wußte seine direkte Art auch zu schätzen.
Dann bat Jaspersen den Beamten, Berger in sein Zimmer zu bringen. Frank Berger, Jaspersen hatte ihn bei ihrer ersten Begegnung auf Anfang sechzig geschätzt, befand sich in einem bedauernswerten Zustand. Strähnig hingen
