Frauenbilder im Deutsch-Rap: Zwischen Subversion und Affirmation männlich geprägter Rollenzuschreibungen
Von Eva Tuchscherer
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Buchvorschau
Frauenbilder im Deutsch-Rap - Eva Tuchscherer
1. Einleitung & Forschungsinteresse
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit unterschiedlichen Frauenbildern im Deutsch-Rap und deren Strategien der Ausdeutung von Geschlechtsidentität im Hinblick auf die in der Szene vorherrschende Dominanz von Männlichkeit.
Mithilfe einer diskursanalytischen Untersuchung von Liedtexten der Rapperinnen Sookee, Pyranja, Kitty Kat, Lena Stoehrfaktor und Lady Bitch Ray werden die von den Künstlerinnen vertretenen Interpretationen geschlechtlicher Identität ermittelt und im Anschluss daran deren kritisches Potential in Bezug auf die Überrepräsentanz von Männlichkeit im Rap unter Berücksichtigung der theoretischen Ansätze von Menrath/Völker¹ und Klein/Friedrich² untersucht.
Bei HipHop handelt es sich um eine weltweit verbreitete Jugendkultur, die von ihren subkulturellen Ursprüngen zum gesellschaftlichen Mainstream vorgedrungen ist. Kulturelle Aktivität spielt im Kontext von HipHop eine hervorgehobene Rolle. Sie setzt sich aus vier Elementen zusammen: DJ-ing, Breakdance, Rap und Graffiti. Rap-Musik bezeichnet den zur HipHop-Kultur gehörenden Musikstil und wird irrtümlicherweise oft mit HipHop-Kultur gleichgesetzt. „Rap ist das bekannteste und kommerziell erfolgreichste Feld des HipHop, seine Protagonisten sind die berühmtesten Aktivisten und stehen im Rampenlicht der Medien."³
Im Rap, sowie im HipHop allgemein, steht die Präsentation des Selbst in Verbindung mit dem eigenen Können und dem Status in der HipHop-Szene im Vordergrund. Die Zahl der im Rap aktiven Künstler_innen ist klar von Männern dominiert.⁴ Das Phänomen des Ungleichgewichts zwischen männlichen und weiblichen Vertreter_innen lässt sich jedoch in allen Bereichen der Rock- und Popmusik beobachten, sodass sich hierin kein Alleinstellungsmerkmal der HipHop-Kultur konstatieren lässt.⁵
Männlichkeit konstituiert sich im Rap als vorherrschende Norm, sodass Männlichkeit als identitätsstiftendes Moment im Zuge der Selbstinszenierung überrepräsentiert ist.
In diesem Kontext ergab sich die Frage nach aktiven Frauen im HipHop und darauffolgend das Forschungsinteresse an Frauenbildern im Rap. Die grundsätzliche Frage war: Wie verhalten sich Frauen im Rap im Hinblick auf die dargelegte Überrepräsentanz von Männlichkeit? Damit einher ging die Frage nach der Relevanz von Weiblichkeit als identitärem Bezugspunkt für die Selbstdarstellung der Künstlerinnen und die Art und Weise der Bezugnahme auf Weiblichkeit durch die aktiven Rapperinnen. Ziel war es, unter der Annahme der Existenz von variierenden Frauenbildern Umgangsstrategien herauszuarbeiten und diese mit wissenschaftlichen Ansätzen zum Thema „Frauenbilder im HipHop" zu vergleichen. Inwiefern ergeben sich dabei Besonderheiten für Frauenbilder im deutschsprachigen Rap-Kontext? Als Grundlage hierfür dienen einerseits die Rap-Models von Menrath/Völker und andererseits die Thesen zum Subversionspotential von Frauenbildern im Musikgeschäft von Klein/Friedrich. In Bezug auf die idealtypischen Frauenbilder von Menrath/Völker gilt es zu überprüfen, ob diese auf die Selbstdarstellungen der untersuchten Rapperinnen anwendbar sind, um zu ermitteln, ob die Thesen im deutschsprachigen Kontext eine Entsprechung finden. Die Frage, inwiefern Frauenbilder in der Lage sind, die Überrepräsentanz von Männlichkeit infrage zu stellen, soll mithilfe der von Klein/Friedrich vorgestellten Ansätze von Bordieu und Butler untersucht werden.
Ziel der Arbeit ist es, die Positionen und Strategien der aktiven Rapperinnen herauszustellen und ihre selbst produzierten Frauenbilder als autonome Perspektive festzuhalten und zu konstituieren.
Vor dem Hintergrund dieser Fragestellungen und Interessenschwerpunkte entwickelt sich der Prozess meiner Arbeit.
Nach der Klärung des Forschungsinteresses werden der Prozess der Recherche und Akteurinnenwahl, die Zusammenstellung des Datenkorpus, theoretische und praktische Eingrenzungen sowie Probleme und Erwartungen bei der Auswertung der Texte beschrieben. Es folgt ein Theorieteil, in dem die Geschichte der HipHop- bzw. Rap-Kultur von ihren Ursprüngen in den USA bis zu ihren Ausdifferenzierungen in Deutschland entlang der darin aktiven Künstlerinnen nachgezeichnet wird, auf Charakteristika der Rap-typischen Sprachpraktiken und Verhaltensweisen eingegangen wird und die für die Analyse relevanten Theorien in Bezug auf Geschlechtskonstruktion und Geschlechtsidentität, Geschlechterverhältnisse im HipHop, vorherrschende weibliche Inszenierungen nach Menrath/Völker und die Theorien von Klein/Friedrich zur Möglichkeit der Subversion „männlicher Herrschaft"⁶ im Rap dargelegt werden.
Anschließend werden im Hauptteil die Ergebnisse der Untersuchung der Rap-Texte im Hinblick auf die Relevanz von Weiblichkeit für die darin enthaltenen Selbstdarstellungen einzeln dargestellt. Dabei werden die Verortung der Rapperinnen in Subgenres und deren Reflexionen in Bezug auf gesellschaftliche Rollenerwartungen berücksichtigt. Die Ergebnisse werden zu Anfang mit den der Analyse vorausgegangenen Erwartungen abgeglichen und schließlich miteinander verglichen. Im zweiten Schritt des Hauptteils werden die ermittelten Frauenbilder von Lena Stoehrfaktor, Sookee, Lady Bitch Ray, Pyranja und Kitty Kat mit theoretischen Ansätzen in einen Kontext gestellt. Dabei kommt es zum Vergleich mit den in Female HipHop (2007) aufgestellten typischen Rap-Models der „Queen-Bitch, der „Conscious Sista
, der „Crew-Sahnehaube, der „Gangsterrapperin
und der „True-School-MC" und zu einer darauffolgenden Bewertung der Anwendbarkeit dieser Kategorien auf den deutschen Rap-Kontext. Daraufhin werden die einzelnen Selbstdarstellungen mit den darin enthaltenen Weiblichkeitskonstruktionen auf ihre Möglichkeiten der Subversion männlich geprägter Geschlechternormen im Rap hin analysiert und bewertet.
Am Ende kommt es zu einem Resümee der Ergebnisse und zu einer persönlichen Evaluation des Forschungsprozesses.
¹ Menrath/Völker (2007): „Rap-Models. Das schmückende Beiwerk".
² Klein/Friedrich (2003): „»Männliche Herrschaft« - Weibliche Subversion?"
³ Klein/Friedrich (2003), S. 30.
⁴ Vgl. Käckenmeister (2008), S. 52.
⁵ Vgl. ebd., S. 52.
⁶ Klein/Friedrich (2003), S. 205.
2. Das diskursanalytische Vorgehen
An dieser Stelle sollen Forschungsmethode und Grundannahmen der empirischen Arbeit geklärt werden. Weiterhin wird das wissenschaftliche Vorgehen dargelegt, wobei auf den Rechercheprozess, die Erstellung des Datenkorpus und die Textanalyse eingegangen wird.
2.1 Begriffe & Besonderheiten des Materials
Wie eingangs erwähnt, bedient sich die Untersuchung der Methodik
