Kontemplativ leben mit Johannes vom Kreuz: eingeübt mit dem Jesusgebet nach Franz Jalics
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Über dieses E-Book
Was uns dieser Johannes vom Kreuz heute für ein kontemplatives Leben sagen kann, wird in diesem Buch mit den praktischen Schritten des Jesusgebets nach P. Franz Jalics SJ verbunden. Ein leicht nachvollziehbarer Weg für Gruppen und für Einzelne, sozusagen aus der Praxis eines Kurses für die Praxis einer Gruppenanleitung oder einer individuellen Lektüre.
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Buchvorschau
Kontemplativ leben mit Johannes vom Kreuz - Elias M. Haas OCD
Elias M. Haas OCD
Kontemplativ leben mit Johannes vom Kreuz
eingeübt mit dem Jesusgebet nach Franz Jalics
Mit kirchlicher Druckerlaubnis vom 25. März 2025, Hochfest der Verkündigung des Herrn, durch P. Provinzial Dr. Raoul Kiyangi OCD
Bildnachweis
Umschlag: Adobe Stock | #419635777, © BillionPhotos.com
Grafik im Anhan 2 mit freundlicher Genehmigung von Sr. Elisabeth Peeters OCD; alle anderen Bilder: Privatarchiv
Das Werk einschließlich all seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.
Alle Rechte vorbehalten – printed in Austria
© CI-Verlag 2025
Silbergasse 35 – 1190 Wien
www.ci-verlag.at
Layout / Satz / Druckvorstufe: Mag. Bernhard Kagerer,
BK Layout+Textsatz, Ritzing 3, A 4845 Rutzenmoos,
bernhard.kagerer@inode.at
ISBN 978-3-901797-99-6
Weitere Informationen über den Teresianischen Karmel in Deutschland und Österreich:
www.karmelocd.de
www.karmel.at
E-Book Distribution: XinXii
www.xinxii.com
Inhalt
Vorwort
Hinführung
Gott wahrnehmen in der Natur und die Meditation mit dem Atem
Loslassen und die Meditation mit den Händen
Annehmen und die Meditation mit dem Wort „Ja"
Die mütterliche Seite Gottes und die Meditation mit dem Namen „Maria"
Die Meditation mit dem Namen „Jesus"
Das Verzeihen und die Meditation mit dem Namen „Jesus Christus"
Ausblick
Nachwort
Anhang 1 - Atemmeditation
Anhang 2 - Der Mensch nach Johannes vom Kreuz
Literatur aus dem CI-Verlag über das Gebet
In Dankbarkeit gewidmet
meinen Lehr- und LebensmeisterInnen:
Maike Schmauss,
bei der ich meinen ersten Kurs im Jesusgebet gemacht habe,
Andreas Ebert, Franz Jalics, Peter Musto
und auch denen,die uns den Schatz der Spiritualität des hl. Johannes vom Kreuz eröffneten:
Sr. Elisabeth Peeters OCD, P. Dr. Ulrich Dobhan OCD
und allen meinen Begleitern im Karmel.
Vorwort
Johannes vom Kreuz ist es in der Historiographie nicht gut ergangen; bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts gab es über ihn vor allem Hagiographien, die ihn dem barocken Heiligkeitsideal entsprechend darstellten, dem es auf außerordentliche Phänomene und Ereignisse in seinem Leben, wie Wunder, Visionen usw., vor allem aber auf eine adelige Abstammung ankam, denn nichtadelige Menschen passten nicht in die damalige Vorstellung von Heiligkeit. Durch ernsthafte historische Forschungen, vor allem im Zusammenhang mit der 400-Jahrfeier seines Todes 1991, kristallisierte sich immer mehr der „wahre" Juan de la Cruz heraus.
So erfahren wir, dass es vor allem bittere Armut war, die ihn von der Wiege an begleitete und die zum frühen Tod seines Vaters wegen Krankheit und seines etwas älteren Bruders Luis wegen Unterernährung führte. Auf der Suche nach einer Überlebenschance kam die Mutter mit ihren beiden Söhnen nach Medina del Campo, damals einer der wichtigsten Handelsplätze in Spanien, wo Johannes zunächst in eine Art Armenschule gehen musste und nebenbei Dienst in einem Spital für Syphiliskranke tat. Da er ein guter Schüler war, wurde er in das neu gegründete Kolleg der Jesuiten aufgenommen, wo er eine ausgezeichnete Ausbildung in den humanistischen Fächern und Philosophie erhielt. Aus uns unbekannten Gründen trat er bei den Karmeliten ins Noviziat ein, kam nach der Profess zum Studium an die damals weltbekannte Universität von Salamanca, an der er aber bald eine große Enttäuschung erlebte, da die Studenten zum größten Teil auf Titel, Lehrstühle und Prestige aus waren. Er trug sich mit dem Gedanken, zu den Kartäusern überzutreten, als er 1567 anlässlich seiner Primiz in Medina Teresa kennenlernte, die ihn für ihr neues Gründungswerk gewann. Ohne regulären Studienabschluss in Salamanca, wozu ihm noch zwei Jahre fehlten, begann er mit zwei anderen Mitbrüdern am 28. November 1568 nach den Vorstellungen der „Madre" zu leben und bekleidete bald wichtige Ämter im schnell wachsenden neuen Ordenszweig, ertrug aber auch Verfolgung und Klosterkerker, aus dem ihm nach neun Monaten die Flucht gelang. Von den Oberen gegen seinen Willen nach Andalusien bestimmt, entfaltete er dort eine reiche Tätigkeit als Seelsorger, Oberer, Schriftsteller und Klostergründer; er legte mehr Kilometer zurück als Teresa, die fast zwanzig Jahre älter wurde.
1588 kam er endlich wieder in sein geliebtes Kastilien zurück, wo er als Prior in Segovia diesen Konvent aufbaute und unter sich allmählich erschwerenden Bedingungen in der Ordensleitung unter dem rigoristischen Oberen Nicolás Doria Verantwortung übernahm. Auf eigenen Wunsch zog er sich im Sommer 1591 ins Einsiedlerkloster La Peñuela, heute La Carolina, in der Sierra Morena zurück, begab sich Ende September zur Ausheilung von Fieberanfällen nach Úbeda, wo er in den ersten Momenten des 14. Dezember 1591 an den Folgen eines Erysipels starb, von Anfang an von den Menschen verehrt und geliebt.
Was ist das Geheimnis seines Lebens? Johannes war überzeugt, was er auch mehrmals niederschrieb, dass „das Blicken Gottes Lieben ist, und zwar immer und überall. Gott ist für ihn nicht so sehr Herr noch der Vater, sondern vielmehr der Geliebte seiner Seele, also ein Gottesverhältnis auf Augenhöhe. Er sah hinter allem, was sich in seinem Leben ereignete, einschließlich der Verfolgungen, Leiden und Verleumdungen, Gott am Werk, der alles zu unserem Besten lenkt (Brief 26). Das schenkte ihm Gelassenheit, Nächstenliebe und Verständnis für seine Mitmenschen, sodass er von den meisten seiner Mitbrüder und vor allem von den Laien, die ihn kennengelernt haben, geschätzt und geliebt wurde, und das bedeutet, dass er kein Rigorist ist, zu welchem er von der damaligen Strömung in Teresas neuem Orden gemacht wurde, ein Bild, das sich bis weit ins 20. Jahrhundert hinein hielt. Er ist kein Vertreter des damaligen Rigorismus, sondern der von Teresa vorgelebten „suavidad
(Sanftheit).
Beten ist deshalb für ihn das „liebende Aufmerken" auf den Geliebten, und das bedeutet, dass es nicht einem bestimmten Schema mit Stufen und Einteilungen folgt, die Johannes natürlich kennt, wie die damaligen Gebetslehren mit ihren Einteilungen – Anfänger, Fortgeschrittene, Vollkommene –, die er zur besseren Erklärung seiner Lehre
