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Der böseste Junge der Schule: Roman
Der böseste Junge der Schule: Roman
Der böseste Junge der Schule: Roman
eBook152 Seiten1 Stunde

Der böseste Junge der Schule: Roman

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Über dieses E-Book

Weil es manchmal schwer ist, das Leben zu verstehen: "Der böseste Junge der Schule" von Kirsten C. Bergh jetzt als eBook bei jumpbooks.

O nein, wie schrecklich – Marie muss neben dem gemeinsten Jungen der ganzen Schule sitzen: Ben isst seine Popel, macht fiese Furzgeräusche und spielt Marie einen Streich nach dem anderen. Warum kann er sich nicht benehmen wie die anderen Kinder? Mit so einem Chaoten will sie nicht befreundet sein, da ist Marie sich sicher. Doch es kommt anders – und damit beginnt für die beiden ein ganz besonderes Abenteuer …

Für Leserinnen und Leser ab 10 Jahren: Ein verrückter und liebenswerter Roman über die Macht der Worte, große Überraschungen und das Wichtigste, was es im Leben gibt – Freundschaft!

Jetzt als eBook kaufen und genießen: "Der böseste Junge der Schule" von Kirsten C. Bergh. Wer liest, hat mehr vom Leben: jumpbooks – der eBook-Verlag für junge Leser.
SpracheDeutsch
Herausgeberjumpbooks
Erscheinungsdatum5. Apr. 2016
ISBN9783960531074
Der böseste Junge der Schule: Roman
Autor

Kirsten C. Bergh

Kirsten C. Bergh ist das Pseudonym einer bekannten deutschen Kinder- und Jugendbuchautorin, unter dem sie Geschichten erzählt, die etwas frecher und ungewöhnlicher sind, als es mancher Leser erwarten würde – und gerade deswegen so wunderbar. Bei jumpbooks veröffentlichte sie bereits den Roman „Der böseste Junge der Schule“.

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    Buchvorschau

    Der böseste Junge der Schule - Kirsten C. Bergh

    Über dieses Buch:

    O nein, wie schrecklich – Marie muss neben dem gemeinsten Jungen der ganzen Schule sitzen: Ben isst seine Popel, macht fiese Furzgeräusche und spielt Marie einen Streich nach dem anderen. Warum kann er sich nicht benehmen wie die anderen Kinder? Mit so einem Chaoten will sie nicht befreundet sein, da ist Marie sich sicher. Doch es kommt anders – und damit beginnt für die beiden ein ganz besonderes Abenteuer …

    Für Leserinnen und Leser ab 10 Jahren: Ein verrückter und liebenswerter Roman über die Macht der Worte, große Überraschungen und das Wichtigste, was es im Leben gibt – Freundschaft!

    Über die Autorin:

    Kirsten C. Bergh ist das Pseudonym einer bekannten deutschen Kinder- und Jugendbuchautorin, unter dem sie Geschichten erzählt, die etwas frecher und ungewöhnlicher sind, als es mancher Leser erwarten würde – und gerade deswegen so wunderbar.

    ***

    Originalausgabe April 2016

    Copyright © 2016 jumpbooks Verlag. jumpbooks ist ein Imprint der dotbooks GmbH, München.

    Alle Rechte vorbehalten. Das Werk darf – auch teilweise – nur mit Genehmigung des Verlages wiedergegeben werden.

    Redaktion: Ralf Reiter

    Titelbildgestaltung: Nele Schütz Design, München, unter Verwendung eines Bildmotivs von shutterszock/Ivan Nikulin.

    eBook-Herstellung: Open Publishing GmbH

    ISBN 978-3-96053-107-4

    ***

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    Kirsten C. Bergh

    Der böseste Junge der Schule

    Roman

    jumpbooks

    Kapitel 1

    Marie baut sich eine Mauer aus Büchern. Ist nicht ganz leicht, weil das Deutschbuch sehr schmal ist und immer wieder umfällt, aber schließlich gelingt es ihr.

    Frau Zöllner guckt böse, aber das ist Marie egal. Sie ist ja schließlich schuld an der ganzen Misere. Misere, denkt Marie, ist ein tolles Wort, klingt irgendwie nach ›mies‹. Sie sammelt Wörter.

    »Marie«, sagt Frau Zöllner, ihre neue Lehrerin. Sie ist sehr dünn, sieht aber nett aus. Außer wenn sie böse guckt, so wie jetzt, dann bekommt sie so eine steile Falte auf der Stirn. »Was soll denn das? Hast du Angst, dass Ben von dir abschreiben könnte?«

    Marie schüttelt den Kopf.

    Die Falte wird steiler. »Könntest du dann bitte die Bücher wegpacken?«

    Marie schüttelt noch einmal den Kopf.

    Die Falte wird steiler als steil. »Warum kannst du das nicht?«

    Man kann über Marie einiges sagen. Dass sie eine Streberin ist, vielleicht, weil sie gute Noten hat und ungewöhnliche Wörter mag. Man kann auch sagen, dass sie ein bisschen vorlaut ist, vor allem, wenn sie die richtige Antwort weiß und die dann einfach aus ihr herausplatzt und sie gar nichts dagegen tun kann. Aber eine Petze ist sie nicht. Schon gar nicht an ihrem allerersten Tag an der neuen Schule.

    Frau Zöllner seufzt. »Pack sie bitte weg«, sagt sie noch einmal.

    Marie packt die Bücher zurück in den Ranzen. Jetzt muss sie wieder dabei zusehen, wie Ben, der Junge neben ihr, seine Popel isst. Oder sie auf der Heizung trocknet, um sie danach durch den Klassenraum zu schnippen. Oder seine Fingernagelsammlung sortiert …

    Dieser Ben ist wirklich der ekligste Junge der Schule. Muss er einfach, noch ekeliger geht nämlich nicht. Der Platz neben ihm war der allerletzte Platz, der frei war, und Marie musste sich dorthin setzen. Ein wirklich toller Schulanfang!

    Sie schließt den Ranzen und beugt sich über ihre Matheaufgaben. Es fällt ihr schwer, sich zu konzentrieren, vor allem, weil Ben mit seinem Bleistift gerade eine schwarze Linie auf den Tisch malt. Genau dort, wo vorher ihre Bücher gestanden haben. Marie blinzelt irritiert.

    Ben malt noch eine Linie neben die Linie. Dann schraffiert er den Zwischenraum.

    Schraffieren ist auch so ein schönes Wort, nur wirkt es nicht mehr so toll, wenn Ben es tut. »Warum machst du das?«, flüstert Marie, als sie es nicht mehr aushält.

    »Das ist die Grenze«, erwidert Ben. »Die darfst du nicht überschreiten.«

    »Sonst?«

    »Wirst du schon sehen.« Ben malt den Raum zwischen den Linien weiter aus.

    Marie sitzt wie auf heißen Kohlen. Sie ist von Natur aus neugierig, und natürlich kann sie sich nicht beherrschen. Langsam bewegt sie ihre Hand in Richtung Grenze. Noch ein Stückchen weiter. Noch ein bisschen. Ihr kleiner Finger berührt die erste Linie, rutscht über den ausgemalten Bereich, schiebt sich über die zweite Linie … Klatsch.

    Ben hat sie auf die Hand geschlagen, und zwar so schnell, dass Marie sie nicht rechtzeitig wegziehen konnte. Es tut nicht weh, trotzdem hat sie sich erschreckt. Mit rotem Gesicht blickt sie zu Frau Zöllner. Das Geräusch des Schlags hängt noch in der Luft, aber die Lehrerin hat nichts mitbekommen und schreibt mit dem Rücken zur Klasse weiter Aufgaben an die Tafel.

    Marie schiebt ihre Hand noch einmal über die Grenze. Dieses Mal ist sie vorbereitet. Als Ben sie schlagen will, zieht sie die Hand weg.

    Das Geräusch, als Ben auf den Tisch haut, ist wesentlich lauter als das vom Schlag auf ihre Hand. Frau Zöllner dreht sich um und runzelt die Stirn. Ihr Blick fällt wie stets zuerst auf Ben.

    »Eine Fliege«, erklärt er. »Wenn sie sich noch mal hertraut, spieße ich sie mit meinem Bleistift auf.«

    »Das tust du nicht«, erwidert Frau Zöllner, doch Marie hat die Warnung schon verstanden.

    Sie beugt sich wieder über die Rechenaufgaben. Ben ist anscheinend nicht nur der ekligste Junge der Schule, er ist wohl auch der böseste.

    ***

    Marie mag die meisten Wörter. Einige von ihnen sammelt sie sogar. »Saumselig« ist so ein Wort, das sie gesammelt hat, und es bedeutet so etwas wie langsam, bummelig. Bummelig ist übrigens auch ein tolles Wort. An »saumselig« und »bummelig« mag Marie, dass sie wie Insekten klingen. Es macht Spaß, sie über die Zunge krabbeln zu lassen.

    Worte, die sie nicht mag, beginnen allesamt mit »neu–«, so wie Neuanfang zum Beispiel. Maries Mutter benutzt sie sehr oft in letzter Zeit, zu oft, und sie hängen Marie praktisch zu den Ohren heraus. Neubaugebiet, Neubauwohnung: Da leben Marie und ihre Mutter neuerdings – auch so ein blödes Wort. Ihre Mutter nennt sie manchmal neugierig. Am blödesten aber ist es, schlicht und ergreifend neu zu sein. So wie Marie jetzt, in der neuen Stadt an der neuen Schule. Mit diesem neuen Mitschüler, den sie aus tiefster Seele verabscheut.

    »Aaaahhh.« Mit einem satten Furzgeräusch lässt Ben sich neben sie auf den Stuhl fallen und streckt die Beine von sich.

    Marie kennt das inzwischen schon: Ben hat immer ein Furzkissen in seiner Hosentasche. Seit drei Wochen ist sie jetzt schon das bevorzugte Opfer seiner Späße, und sie setzt sich nur vorsichtig neben ihn und nicht ohne den Stuhl vorher genau untersucht zu haben – sie hat zweimal auf einem nassen Schwamm Platz genommen und einmal auf einer Art Scheuertuch. Natürlich isst sie nichts, was Ben ihr anbietet, obwohl sie nicht glaubt, dass das harte Stück in dem Bonbon wirklich Kakerlake war. Oder vielmehr hofft sie das. Und die vielen Furz-, Kotz- und Würggeräusche, die Ben so von sich gibt, versucht sie meist zu ignorieren. »Das ist ja nicht echt«, sagt sie. Sie rümpft trotzdem die Nase.

    »Ich kann auch echt«, erwidert Ben und macht eine angespannte Miene.

    »Wehe«, sagt Marie.

    Ben drückt, bis er rot wird im Gesicht.

    »Wehe«, wiederholt Marie alarmiert.

    »Nein«, sagt Ben und entspannt sich wieder. Dann huscht ein diabolisches Grinsen über sein Gesicht. »Vielleicht, wenn ich heute Mittag eine Menge Bohnen esse.«

    »Wehe«, sagt Marie nun schon zum dritten Mal und weiß selber, wie schwach das klingt. Überhaupt versteht sie nicht, wie jemand absichtlich so abstoßend sein will. Da wären schon einmal Bens Klamotten. In der Verkleidungskiste, die Marie besitzt, sind schönere Sachen. Ben sieht immer aus, als habe er sich eben ein gammeliges T-Shirt und seine schlechtsitzende Hose aus dem Kleidersack geangelt. Seine Turnschuhe fallen ihm fast von den Füßen, und anscheinend besitzt er nicht ein Paar farblich passende Socken. Seine dunklen Haare sind ungekämmt und sehen so aus, als hätte er sie sich selbst mit einer Gartenschere geschnitten. Zumindest hinten. Vorne fallen sie ihm lang ins Gesicht. Er riecht merkwürdig, aber das kann auch an den Klosteinen liegen, die er wie Edelsteine überall mitgehen lässt. Er hat ein Furzkissen in der Hose. Und er popelt. Stets und ständig hat er einen seiner Finger in der Nase.

    »Ben, Hand runter«, sagt Frau Zöllner schon ganz automatisch, sobald sie die Klasse betreten und die Tür hinter sich zugemacht hat. Sie stellt die Tasche auf den Tisch und sieht sich erwartungsvoll im Klassenraum um. Erst als es ganz still ist, sagt sie: »Guten Morgen, Kinder.«

    Marie und die anderen antworten laut und deutlich: »Guten Morgen, Frau Zöllner.«

    Ben natürlich nicht. Der rülpst nur.

    Frau Zöllner wirft ihm einen Blick zu. »Setz dich anständig hin, Ben.« Er muss jeden Morgen oft ermahnt werden, dies nicht zu tun oder jenes zu unterlassen oder sich gerade hinzusetzen, bevor der Unterricht beginnen kann. »Hände aus dem Gesicht.« Das war natürlich auch wieder an ihn gerichtet. Frau Zöllner wartet und beobachtet Ben, dann wendet sie sich an die Klasse und beginnt mit dem Unterricht.

    Marie ist sich sicher, dass Frau Zöllner inzwischen genauso misstrauisch ist wie sie selbst. Ihre Lehrerin nimmt den Schwamm nur sehr

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