Über dieses E-Book
Dann erkrankt Amelies Großmutter am Coronavirus und wird ins Krankenhaus eingewiesen. Die Sorge um sie, die einzuhaltende Quarantäne und das Homeschooling stellen Amelie vor eine große Herausforderung. Oft ist sie mutlos, dennoch gibt sie nicht auf und trotzt allen Widrigkeiten.
Als die erlösende Nachricht eintrifft, dass die Genesung von Amelies Großmutter voranschreitet, ist sie überglücklich. Nun braucht sie nur noch ein einziges Problem in Angriff zu nehmen: die Versöhnung ihrer Eltern. Schaffst du es, Amelie?
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Buchvorschau
Schaffst du es, Amelie? - Jenny Zeuner
Kapitel 1
… handelt von einer Freundschaft, kniffligen Hausaufgaben und einer neuen Schülerin, die Deutsch sprechen kann.
„Hey, hast du Mathe gemacht?"
Amelie drehte sich um und grinste: „Guten Morgen, Jakob! Klar, willste mal sehen?"
Sie zog ihr Schulheft aus dem Ranzen und reichte es ihrem Klassenkameraden. „Du musst dich aber beeilen, es klingelt gleich!"
„Weiß ich. Ich brauche auch nur die letzte Aufgabe. Die war mir zu tricky." Es nieselte leicht, und beide zogen sich unter das Dach des Schulgebäudes zurück. Hier hatten sie mehr Ruhe und wurden nicht von spielenden Kindern gestört. Außerdem waren sie nicht so sehr im Blickfeld des Aufsichtslehrers, der seine Runden drehte. Jakob überflog Amelies Rechnung und holte sein eigenes Heft heraus.
„Ach so, du hast erst malgenommen und dann minus gerechnet", murmelte er beim Abschreiben und als die Schulklingel ertönte, waren seine Mathesachen wieder im Schulranzen verstaut. Amelie und Jakob rannten zum Aufstellplatz ihrer Klasse, wo bereits dichtes Gedränge herrschte. Kurz darauf erschien ihre Klassenlehrerin Frau Hahne.
„Aufstellen!", rief sie und versuchte, den Lärm der schreienden Kinder zu übertönen.
Es dauerte eine Weile, bis alle einen Partner gefunden hatten und niemand mehr aus der Reihe tanzte. Gemeinsam gingen sie in den ersten Stock, und Frau Hahne schloss die Klassenzimmertür auf. Offenbar hatte die Kunstlehrerin am Vortag die gebastelten Osterfensterbilder aufgehängt, und die Kinder liefen begeistert zu den Fenstern, um sie zu begutachten.
„Die Osterhäschen sind richtig schön geworden, meinte Frau Hahne. „Aber jetzt setzt euch, damit wir anfangen können.
Amelie streifte ihre Jacke ab und hängte sie an ihren Haken an der Garderobe. Sie strich sich durchs feuchte Haar und ging zu ihrem Platz.
Wie jeden Freitagmorgen gab es zu Beginn einen Sitzkreis. Nach der Reihe durfte jedes Kind erzählen, worauf es sich am Wochenende besonders freue. Als Jakob an der Reihe war, erzählte er, dass er ein wichtiges Fußballspiel habe und mit seiner Mannschaft mit dem Bus nach Köln fahre.
Frau Hahne lächelte. „Wir werden euch fest die Daumen drücken, damit ihr haushoch gewinnt!"
Dann sah sie Amelie an. „Nun, meinte sie. „Hast du auch etwas Schönes geplant?
„Klar! Heute holt mich meine Mutter ab und ich bleibe bis Montagmorgen bei ihr!"
Die Lehrerin nickte. „Das hört sich toll an. Und jetzt möchte ich die Mathematikaufgaben sehen."
Jakob zwinkerte Amelie zu, während er seinen Stuhl zurück an seinen Platz trug. Frau Hahne war eigentlich ganz nett, aber bei unvollständigen Hausaufgaben verstand sie keinen Spaß. Und richtig, beim Vergleichen der Ergebnisse rief sie Jakob auf, der die letzte Aufgabe vortragen sollte.
„Sehr schön, meinte Frau Hahne anerkennend, als Jakob die Lösungen vorgelesen hatte. „Kannst du bitte deinen Rechenweg erklären? Warum hast du zuerst multipliziert und danach subtrahiert?
Ups, damit hatte Jakob nicht gerechnet. Er schielte zu Amelie herüber, aber da alle Augen auf ihn gerichtet waren, konnte sie ihm nicht weiterhelfen.
Ein lautes Klopfen ertönte und Frau Hahne ging zur Klassenzimmertür, um sie zu öffnen. Draußen standen die Schulsekretärin Frau Beiert und eine Frau mit ihrem Kind.
„Frau Hahne, Sie bekommen eine neue Schülerin in Ihre 4a. Den Stundenplan und die Schulbücher habe ich ihr bereits gegeben. Die Mutter würde kurz mit Ihnen sprechen wollen."
Die Lehrerin trat auf den Flur und unterhielt sich eine Weile mit ihr. Neugierig reckten die Kinder ihre Hälse, um einen Blick auf die neue Mitschülerin zu erhaschen, und Amelie nutzte die Gelegenheit, Jakob ihren Rechenweg zu erklären.
Nach einer Weile kehrte Frau Hahne zurück. An ihrer Seite ging ein etwa zehn Jahre altes Mädchen, das verlegen zu Boden schaute. Die Schülerinnen und Schüler wurden augenblicklich still. Es war nicht ungewöhnlich, dass mitten im Schuljahr ein neues Kind in die Klasse kam. Aber es war sein Aussehen, das die Kinder zum Staunen brachte. Die neue Schülerin hatte pechschwarzes Haar, das zu zwei Zöpfen geflochten war. Ihre Haut war dunkel, und sie hatte mandelförmige Augen.
„Ihr habt es ja mitbekommen. Wir bekommen ein neues Klassenmitglied. Ihr Name ist Linh Hoang."
Einige aus der Klasse kicherten.
Frau Hahne hob die Augenbrauen. „Simon, was ist denn daran so lustig?"
„Nix. Nur so’n Namen habe ich vorher noch nie gehört."
„Na ja, es können nicht alle Kinder Simon Thilhove heißen, erwiderte Frau Hahne trocken. „Linh ist neu hier nach Wingenbach gezogen. Sie wohnt in der Bücheler Straße. Sag mal, Amelie, wohnst du da nicht ganz in der Nähe?
Das Mädchen nickte.
„Jakob, hast du etwas dagegen, wenn du zum Nachbartisch umziehst? Dann könnte Linh neben Amelie sitzen."
Jakob zögerte. Amelie war seine Freundin, aber am Nachbartisch saß Simon, mit dem er im selben Fußballverein spielte. Frau Hahne fasste sein Schweigen als Zustimmung auf. „Gut, dann hätten wir das ja geklärt."
Mit gemischten Gefühlen wechselte Jakob den Platz, und Linh stellte zögerlich ihren Ranzen neben Amelies. Frau Hahne schaute auf die Uhr. „Viel Zeit ist jetzt nicht mehr. Packt die Hausaufgaben weg und fangt mit dem Wochenplan an. Ich sammle vor der Pause eure Hefte und Mappen ein. Seht also zu, dass ihr mit den Pflichtaufgaben fertig werdet."
Die Klasse begann mit der Arbeit, und Frau Hahne zeigte dem neuen Mädchen ihr Fach, wo sie ihre Materialien einräumen konnte. Auch brachte sie ein neues Namensschild an einem der Kleiderhaken an, sodass Linh ihre Jacke aufhängen konnte. Als es zur Pause klingelte und alle Kinder rausrannten, bat Frau Hahne Amelie und die neue Mitschülerin zu ihrem Pult.
„Ich fände es gut, wenn du mit Linh durch das Schulgebäude gehst. Zeig ihr, wo sich die Mädchentoilette, die Sporthalle, der Musikraum und am besten auch der Werkraum befinden. Ach ja, wichtig ist auch, dass Linh weiß, wo das Sekretariat liegt. Wenn Frau Beiert sich wundern sollte, sag ihr, ich hätte euch geschickt. Schaffst du das?"
Amelie nickte eifrig. Sie lachte Linh an und sagte: „Komm mit!"
Auf dem Pausenhof wartete bereits Jakob. „Wo bleibst du denn?, fragt er ungeduldig. „Heute ist das vierte Schuljahr mit Fußballspielen dran.
Amelie schüttelte den Kopf. „Nee, heute spiele ich nicht mit. Ich zeig jetzt erst mal der Neuen die Schule. Schließlich muss sie wissen, wo das Mädchenklo ist."
„Na, dann eben nicht!" Jakob zuckte die Achseln und verschwand in Richtung des Fußballfeldes.
„Ich hei-ße A-me-lie Win-ter-scheid. Wo-her kommst du?", erkundigte sich Amelie und betonte jede Silbe.
„Ich kom-me aus Düs-sel-dorf, erwiderte Linh und ahmte ihren Tonfall nach. „Wie-so sprichst du plötz-lich so ko-misch?
„Ja, kannst du mich denn verstehen?", staunte Amelie.
„Natürlich, ob du’s glaubst oder nicht: In Düsseldorf sprechen die Menschen auch Deutsch!"
Amelie prustete los. „Haha, das ist gut. Den Witz merke ich mir."
Jetzt musste Linh auch lachen. „Menschen, die mich nicht kennen, erwarten oft nicht, dass ich ihre Sprache sprechen kann. Ich sehe nicht aus wie eine Deutsche, aber ich bin in Düsseldorf geboren."
„Übrigens fährt unsere Klasse in zwei Wochen in die Jugendherberge Bernauel, erzählte Amelie. „Das ist gar nicht weit von Düsseldorf entfernt.
Während sie gemeinsam über das Schulgelände streiften, erzählte Linh ihre Geschichte. Sie wohnte erst seit ein paar Tagen in Wingenbach, denn ihre Eltern wollten in der Bücheler Straße ein Restaurant eröffnen.
„Kennst du den alten Wingenbacher Hof? Den haben wir gekauft, und meine Eltern bauen ihn zurzeit um, erzählte sie stolz. „Wir planen für Mai die Eröffnung des Restaurants. Es wird ‚Hanoi‘ heißen.
Und als Amelie fragend schaute, ergänzte sie: „Das ist die Hauptstadt von Vietnam. Da kommen meine Eltern her."
„Wie? Nicht aus Düsseldorf? Amelie tat erstaunt. „Obwohl die Menschen ja angeblich dort auch Deutsch sprechen sollen.
Die Mädchen lachten auch noch, als es zur nächsten Stunde klingelte und sie mit ihrer Lehrerin in die Klasse gingen.
Kapitel 2
… handelt von einer bitteren Enttäuschung, Apfelkuchen mit viel Schlagsahne und einer ganz lieben Oma.
Amelie konnte es kaum erwarten, nach Schulschluss mit Linh nach Hause zu gehen. Aber zu ihrer Enttäuschung wurde die neue Schülerin von ihrer Mutter mit dem Auto abgeholt. Jetzt würde sie bis Montag warten müssen, bis sie ihre Klassenkameradin wiedersehen würde. Sie winkte ihr zum Abschied zu und schlug den Weg nach Hause ein. Auf einmal hörte das Mädchen hinter sich eilige Schritte und drehte sich um.
Es war Jakob, der ihr nachgerannt war und sie vorwurfsvoll ansah. „Hey, Amelie. Warum wartest du denn nicht auf mich? Wir gehen doch sonst immer zusammen nach Hause."
„Ach, dich habe ich fast vergessen!, meinte Amelie. „Weißt du, dass Linh …
„Mensch, lass mich doch mit deiner doofen Chinesin in Ruhe!", fauchte Jakob und ließ Amelie stehen.
„Was ist denn mit dem plötzlich los?", murmelte sie kopfschüttelnd. Verwundert machte sie sich auf den Weg nach Hause. Als Amelie ihren Schlüssel ins Schloss der Wohnungstür steckte, stellte sie fest, dass ihr Vater bereits da war. Er arbeitete als Journalist beim Wingenbacher Tageblatt und hatte sich heute wohl schon frühzeitig freigenommen.
„Das kann jetzt nicht wahr sein", hörte sie seine aufgebrachte Stimme.
Offensichtlich sprach ihr Vater gerade mit jemandem am Telefon. Leise stellte Amelie ihren Ranzen ab und blieb in der Wohnzimmertür stehen.
„Es war abgemacht, dass du heute Amelie abholst! Ich habe am Wochenende eine Motorradtour mit meinen Kumpels geplant, und die sag ich garantiert nicht ab, nur weil du wieder mal keine Zeit für deine Tochter hast."
Amelie stockte der Atem. Offenbar sprach ihr Vater gerade mit ihrer Mutter. Eine Weile lauschte er ins Telefon. Dann ergriff er wieder das Wort.
„Du kannst also heute nicht kommen. Okay, das habe ich jetzt verstanden. Aber wenn du denkst, dass du Amelie nächstes Wochenende abholen kannst, dann hast du dich getäuscht. Da feiert sie ihren Geburtstag. Und zwar hier. Mit ihren Freundinnen und Freunden. Und damit basta!" Ohne ein Abschiedswort legte ihr Vater auf. Dann atmete er tief durch.
„Paps?", sagte Amelie leise.
Abrupt drehte sich ihr Vater um. „Du bist schon da?"
„War das Mama am Telefon? Kommt sie heute nicht?"
„Ach, Mauseschwänzchen. Hast du alles mitbekommen? Das tut mir leid." Ihr Vater ließ sich auf das Sofa fallen und breitete seine Arme aus. Amelie trat auf ihn zu und schmiegte sich an ihn.
„Warum bist du auf Mama so böse?", fragte sie schließlich.
Es dauerte eine Weile, ehe ihr Vater antwortete. „Deine Mutter hat an diesem Wochenende keine Zeit für dich. Sie will an einer Fortbildung teilnehmen. Wenn ich es richtig verstanden habe, ist wohl eine Kollegin erkrankt, und da hat sie sich freiwillig gemeldet, sie zu vertreten."
Amelies Augen füllten sich mit Tränen. Seit Tagen schon freute sie sich auf das Wiedersehen, und nun sollte es gar nicht stattfinden. Vor zwei Monaten hatten sich die Eltern getrennt, ihre Mutter war ausgezogen und hatte sich ein eigenes Appartement am entgegengesetzten Ende der Stadt gemietet. Da Amelie bei ihrem Vater geblieben war, konnte sie ihre Mutter nur jedes zweite Wochenende sehen.
„Darf ich Mama gar nicht mehr treffen?, schluchzte sie. „Du hast am Telefon gesagt, dass sie nächstes Mal auch nicht kommen darf.
Ihr Vater seufzte. „Das habe ich nicht so gemeint. Ich war wütend. Natürlich darf deine Mutter bei der Geburtstagsfeier nicht fehlen. So, Mauseschwänzchen, jetzt trocknest du dir die Tränen, und wir überlegen gemeinsam, was wir am Wochenende Tolles machen können."
„Aber du wolltest doch mit deinem Motorrad wegfahren!"
Ihr Vater schüttelte den Kopf. „Und dich hier allein lassen? Unmöglich, ich sag meinen Kumpels, dass ich dieses Wochenende keine Zeit habe."
Während Amelie sich ein Taschentuch holte, telefonierte ihr Vater mit seinen Freunden und sagte die geplante Tour ab.
„Und? Hast du dir überlegt, was du am Wochenende machen willst?", fragte Herr Winterscheid, als seine Tochter wieder das Wohnzimmer betrat.
„Eigentlich wollte ich mit Mama heute in die Stadtbibliothek."
„Gute Idee. Ich habe auch nichts mehr zu lesen. Und was machen wir danach?"
„Oma besuchen?", fragte Amelie hoffnungsvoll.
„Deine Einfälle werden immer besser", bemerkte ihr Vater. Dann griff er nochmals zum Telefonhörer und wählte die Nummer seiner Mutter.
„Hallo Mutti, hier ist Sebastian. Amelie und ich würden gern heute zu dir kommen. Hast du Zeit für
