Weise Frauen auf Trauerwegen: ein Trauerbegleitbuch
Von Moja Altenberg
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Über dieses E-Book
- praktische Alltagstipps, hilfreiche Übungen, Meditationen, Fantasiereisen und Rituale
- ein Buch für Trauernde im ersten Trauerjahr und danach sowie für Menschen, die Trauernde begleiten
Moja Altenberg erzählt Geschichten vom guten Abschiednehmen und vom Überleben, von der Tödin und vom Tod, von Weisen Frauen früher und heute.
Sie begleitet die Leserin durch die Gezeiten und Gefühle der Trauer, stellt ihr für jeden Schritt auf dem Trauerweg eine Nothelferin an die Seite und schnürt aus dem Wissen der Weisen Frauen einen Überlebensrucksack mit vielen Anregungen, Ideen und Informationen.
»In diesem Buch breitet Moja Altenberg eine ganz feine und tiefe Trauerkultur aus. Diese schöpft aus Erinnerwissen, aus den Wegen der Weisen Frauen, es ist heilsam für unsere Zeit und es trägt gut ins Morgen.« (Cambra Skadé)
Leserinnenstimmen:
»Solche Ideen hätte ich mir am Anfang meines Trauerweges auch gewünscht.«
»Das Buch ist ein wahrer Schatz. Ich finde es sehr gut, dass es nicht um Trost geht: nichts kann den Verlust kleiner oder leichter machen. Trost war für meine Schwester nicht das Richtige, sie hatte richtig Abneigung dagegen, weil nichts trösten kann und weil die Trauer sie mit ihrem verstorbenen Mann verbindet. Das habe ich jetzt durch Dein Buch verstanden.«
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Buchvorschau
Weise Frauen auf Trauerwegen - Moja Altenberg
DAS TRAUERLAND – SCHWESTERN SIND WIR AUF DER REISE
Liebe Leserin, ich weiß nicht, was Dich ins Trauerland geführt hat – der Verlust Deines Partners, Deiner Partnerin, eines Eltern– oder Geschwisterteils, der Tod Deines Kindes oder ein anderer großer Schmerz. Etwas ist geschehen, das Dich von dem Leben, das Du bisher gelebt hast, getrennt und in ein neues Land geführt hat. Vieles von dem, was Dein Leben bisher ausgemacht hat, erscheint jetzt in einem neuen Licht. Dein Blickwinkel hat sich verschoben, Du bist über die Schwelle getreten, nicht freiwillig, sondern weil Dich ein großer Schmerz auf einmal ins Trauerland versetzt hat. Vielleicht hast Du Dich auf den Verlust vorbereiten können, vielleicht kam er ganz plötzlich und schockartig. Nun bist Du hier, ungefragt, ungewollt.
Ich möchte Dich auf dem Weg, der jetzt vor Dir liegt, ein Stück begleiten. Ich will Dich unterstützen und Dir bei der Suche nach Orientierung behilflich sein. Dieses Buch soll durch dunkle und helle Stunden an Deiner Seite sein, auf Deinem ganz eigenen Weg. Es soll Dir Mut machen, Dich an Quellen der Kraft erinnern, zu denen Du Zugang hast, und Dich wissen lassen, dass Du nicht allein bist, dass so viele Menschen vor Dir den Weg der Trauer gegangen sind und auch jetzt, während Du dies liest, bricht gerade irgendwo ein Herz, weil ein geliebter Mensch im Sterben liegt.
Auf meinem eigenen Weg durchs Trauerland habe ich manchmal spüren dürfen, wie ich mit einer anderen Frau auf einer besonderen Ebene verbunden war – im Wissen um die großen Tiefen und den schweren Weg. Für jede von uns ist das Trauerland anders, jede muss dort ihren ganz eigenen Weg finden und doch gibt es einiges, was ich Dir aus meinem eigenen Erleben und aus vielen Gesprächen mit trauernden Menschen vermitteln kann, was vielleicht hilfreich für Dich ist.
Deshalb nenne ich Dich Trauerschwester, die Du den Weg der Trauer gehst, der sicher so ganz anders ist als meiner. Ich spreche Dich so persönlich an, weil ich erfahren habe, dass ich mich in meiner eigenen Trauer oft nur Freundinnen öffnen und zumuten konnte, die auch jemanden, den sie geliebt haben, an den Tod verloren hatten. Bei ihnen wusste ich mich aufgehoben, nur von ihnen konnte ich Rat annehmen.
Wenn es uns gut geht, wissen wir meist selbst, was wir brauchen und wie wir unserem Körper und unserer Seele etwas Gutes tun können. Doch in der Verzweiflung geht das Wissen oft verloren, der Boden will nicht mehr tragen, die innere Stimme schweigt. Da kann es helfen, wenn jemand von außen sagt: erinnere Dich daran, was Du weißt. Dieses Trauerbegleitbuch soll Dich darin unterstützen, Dir Deine eigenen Kraftquellen wieder zu erschließen. Es soll Dir das Wissen der Weisen Frauen in Erinnerung rufen, das Du in Dir trägst.
Dadurch wird Dein Verlust nicht leichter. Nichts kann Deinen Verlust kleiner oder leichter machen, nichts kann diesen einzigartigen Menschen ersetzen, um den Du trauerst. Das ist so. Es ist Dein Weg. Der Preis, den Du für die Liebe bezahlst, mit der Du beschenkt warst und bist. Manche denken, die Trauer wäre ein langer Tunnel, den wir durchwandern müssen, bis wir spätestens nach einem Jahr am Ende des Tunnels angelangt sind und „drüber weg sind. Meiner Erfahrung nach ist das ein Irrtum. Phasen der tiefen Trauer und Dankbarkeit für das Gewesene wechseln sich ab und manchmal sind auch alle Gefühle gleichzeitig da. „Drüber weg
sind wir eigentlich nie und das ist auch ganz in Ordnung so. Deine Liebe war und ist Teil Deines Lebens, und wenn Du die Kraft findest weiterzugehen im Leben, dann nur, indem Du Kraft schöpfst aus der Liebe, die Du gegeben und empfangen hast. Und bedenke: Du bist die einzige Expertin für Deinen Weg, denn es ist Dein Leben und Dein Trauerweg.
Wer sind die Weisen Frauen?
Weise Frauen gab es immer: In der Antike wissen wir von Theano von Kroton und Hypathia, den ersten uns namentlich bekannten Philosophinnen; aus dem Mittelalter ist uns Hildegard von Bingen ein geläufiger Name, doch darüber hinaus gab es unzählige Heilerinnen, Kräuterkundige, Hebammen, Weissagende, Zauberinnen. Früher waren Heilkunst und Magie eng miteinander verknüpft, Zaubersprüche, Amulette und Rituale sollten die Wirksamkeit der Heilkräuter verstärken.
Die Abhängigkeit vom Wetter war viel stärker als heute, eine schlechte Ernte bedeutete für die Menschen Hunger und Tod. Noch lebte auch das alte Wissen aus vorchristlicher Zeit, dass alles belebt ist und man der Natur, wenn man etwas nimmt, auch etwas zurückgeben muss. Wenn sich das Fällen eines Holunders nicht vermeiden ließ, musste man den heiligen Baum der Frau Holle mit folgenden Worten um Verzeihung bitten: Frau Ellhorn, gib mir von deinem Holz, so will ich dir auch von meinem geben, wenn es wächst im Walde.
Die Weisen Frauen von heute versuchen, wieder an diese alten Wissens- und Kraftquellen unserer Vorfahrinnen anzuknüpfen. Sie suchen das alte Wissen in Mythen und Märchen, in alten Kräuterbüchern, im Träumen und Experimentieren. Sie verbinden sich wieder mit Mutter Erde und ehren das Rad des Jahres und die Zyklen des Menschenlebens.
Weise Worte der Erde für Weise Frauen unterwegs
(aufgezeichnet von Avesta)
Das Göttliche lebt und wirkt in den Dingen, nicht außerhalb oder über ihnen. Es glitzert in der Quelle, es wohnt in der alten Eiche, es funkelt im Sternenhimmel, es ist eine spürbare Präsenz in der Ahnenhöhle, es vibriert im Grashalm und jauchzt in der Lerche, es hallt im Donner, tanzt im Vulkan und im Feuer der heiligen Rituale. Es schwingt im Entzücken der Liebe und in den freudigsten Liedern und Tänzen, es wohnt in jeder Deiner Zellen; es ist auch in dem, was uns als Krankheit entgegentritt, im Annehmen des Dunklen, im Loslassen und Sterben.
Lerne, auch das DUNKLE anzunehmen, Kranksein, das Sterben und Vergehen als einen wichtigen Teil des großen kosmischen Kreislaufs zu begreifen, auch sie sind heilig. Im Bejahen der vielen kleinen und großen Tode innerhalb Deines Lebens gewinnst Du Raum für Neues, reifst Du und gewinnst an Tiefe. Ehre Kummer und Schmerz, denn sie öffnen Dich. Mache im Laufe Deines Lebens Dein Herz so weit, dass Du beides bejahen kannst, das Leben und den Tod, dann wirst Du die tiefste aller Spaltungen überwunden haben.
(den vollständigen Text findest Du unter https://arkuna.de/wurzel-texte)
Gehen Weise Frauen ihren Trauerweg anders?
Ich glaube schon. Für die Weise Frau bedingen Leben und Tod einander, so wie Sommer und Winter, Saat und Ernte einander bedingen. Frauenspiritualität denkt zyklisch, nicht linear. Für uns gibt es kein intensives, wahrhaftiges Leben ohne das Anerkennen des Endlichen. Die Weise Frau weiß, dass sie nichts festhalten kann, dass das einzig Gewisse die Wandlungen sind. Und sie versucht zu lernen, sich den Wandlungen, dem Leben (und Sterben) hinzugeben. Der Schmerz des Verlusts trifft sie genauso tief wie jeden Menschen, aber sie kann sich ihrer Verbindung mit allem, was ist, erinnern. Und aus dieser Verbindung mit Steinen, Pflanzen, Tieren und Menschen, und aus der Verbindung mit den göttlichen Kräften wächst ihr Kraft zu. Sie ist nicht allein – und auch Du bist nicht allein!
Trauerschwester – lass uns zusammen ein Stück des Weges gehen.
Wie Du mit diesem Buch arbeiten kannst:
Das Buch soll ein Ratgeber, ein Begleitbuch und auch ein Nachschlagewerk sein. Du kannst es von vorn bis hinten durchlesen oder auch nur darin blättern und Dich von den Texten berühren lassen. Du kannst etwas ausprobieren oder Dir Anregung holen, etwas zu vertiefen.
Dieses Buch gibt keine medizinischen Hinweise!
Deshalb ist zum Beispiel bei den homöopathischen Tipps in späteren Kapiteln nie eine Potenz genannt, bitte wende Dich hier an eine Ärztin oder Heilpraktikerin Deines Vertrauens.
WENN FRAU TOD EIN LEBEN BERÜHRT
meine Geschichte
Die Geschichten unseres Lebens enthalten unsere Freude und unsere Trauer, unsere Erfahrungen und Erkenntnisse. Aufschreiben und Erzählen dieser Geschichten von Leben und Tod tut gut. Manches tritt klarer ins Licht, wir knüpfen Verbindungen und erkennen Sinnzusammenhänge, wir finden vielleicht ein poetisches Bild, das unser Herz berührt. Ich möchte Dir gerne meine eigene Geschichte erzählen – vielleicht erkennst Du Dich in manchen Gedanken und Gefühlen wieder, Trauerschwester.
Vier Monate, nachdem sie mich geboren hatte, wurde meine Mutter von Frau Tod gerufen. Sie wollte ihr kleines Mädchen und ihren Mann nicht verlassen, doch Frau Tod wies sie unerbittlich darauf hin, dass jetzt ihre Zeit gekommen war. Zurück blieb mein Vater, ein verzweifelter Mann, der verstummte in seinem großen Schmerz. Zurück blieb ich, ein kleines Mädchen, das sich in seinem Innersten vornahm, Frau Tod zu folgen und eines Tages ihre Wege zu verstehen.
Als ich heranwuchs, vergaß ich die selbst gewählte Aufgabe nach und nach. Bis ich eines Tages erfuhr, dass meine über alles geliebte Oma Krebs hatte. Da begann sich etwas in meinem Herzen zu rühren; und da ich inzwischen einen Frauenkreis kennengelernt hatte, der mich ermutigte, auf mein Herz zu hören und mich meinen Aufgaben zu stellen, begann ich, Frau Tod und ihren Wegen nachzuspüren. Ich fing an genauer hinzuschauen, was mit den Menschen passiert, die sterben und machte ein Praktikum in einem Bestattungsinstitut. Hier sah ich zum ersten Mal einen toten Menschen – eine Frau, die mit 42 Jahren an Leberkrebs gestorben war. Es war ein Moment der tiefsten Erschütterung meines Seins. Bald darauf fand ich Arbeit in einem Bestattungsinstitut. Ich sprach mit Angehörigen, organisierte Beerdigungen, kümmerte mich um die bürokratischen Formalitäten. Und ich wusch die Verstorbenen und kleidete sie an.
Dabei habe ich viele Tote gesehen. Viele starben alt, manche jung, manche waren leicht gestorben, manche schwer, manche von eigener Hand und manche gewaltsam. Aber eines hatten alle gemeinsam – sie strahlten Frieden aus. Sobald sie gewaschen und hergerichtet waren, die deutlich sichtbaren Spuren von Krankenhaus, Obduktion, Suizid oder Unfall so weit wie möglich gemildert waren, hatte ich immer das Gefühl, dass die Verstorbenen ihren Frieden haben. Sie brauchen mir nicht leid zu tun, war meine klare Erkenntnis, nur die Lebenden, die Trauernden benötigen mein Mitgefühl.
Wenn ich allein war, habe ich beim Waschen und Ankleiden der verstorbenen Menschen gerne das folgende Lied von Carolyn gesungen:
Buzzard call you back to the wild land
Heron fly you home
Journey to the soul of your own land
Where the mothers wait for your return
Heron fly you home
(Text und Musik Carolyn Hillyer, CD „Old Silverhead")
Meine Oma überlebte ihre Krebsdiagnose um viele Jahre. Damit schenkte sie mir Zeit, mich auf ihren Tod vorzubereiten. In Gesprächen mit Angehörigen habe ich gelernt, dass die Art und Weise, wie jemand stirbt, häufig zum Charakter des Menschen passt. Ob ich plötzlich und unerwartet an einem Herzinfarkt sterbe oder nach langem Siechtum mich
