Das Jochen-Schweizer-Prinzip: Wie du der Mensch wirst, der alle deine Probleme löst
Von Jochen Schweizer
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Über dieses E-Book
Jochen Schweizer
Jochen Schweizer ist Ex -Stuntman, Innovator, Bestsellerautor und Mentor. Bereits 1985 gründete er das erste Unternehmen seiner späteren gleichnamigen Unternehmensgruppe. Heute betreibt er die Veranstaltungslocation »Jochen Schweizer Arena« in Taufkirchen bei München. Von 2014 bis 2016 und 2024 war und ist er als Investor in der bekannten Fernsehsendung »Die Höhle der Löwen« zu sehen. Er ist überzeugt: »Ein jeder kann höher hinaus«.
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Buchvorschau
Das Jochen-Schweizer-Prinzip - Jochen Schweizer
TEIL 1
DIE INSPEKTION DER KUTSCHE
Schwarz-Weiß-Skizze einer Lupe, die auf eine Pferdekutsche mit einer Person fokussiert ist, die die Pferde lenkt.Dieses Buch wirbt mit einem Versprechen. Mit dem Versprechen, dass Du zu dem Menschen werden kannst, der alle Deine Probleme löst. Dass Du Dir dieses Buch nun zur Hand genommen hast, bedeutet also wahrscheinlich, dass Du dieser Mensch noch nicht bist. Dass Du noch das ein oder andere Problem mit Dir herumträgst, für welches Du noch keine Lösung gefunden hast. Vielleicht ist das ein kleines Problem, mit dem Du Dich schon viele Jahre beschäftigst. Vielleicht ist das auch ein ziemlich großes Problem, welches Dir jede Lebensfreude nimmt. Vielleicht geht es dabei um Geld, um Deine Beziehung, um Deinen Job, um Deine Zukunft, um Freundschaften – ganz egal! Es geht am Ende um Dich. Und es geht darum, dass Du nach der Lektüre dieses Buches in der Lage sein solltest, diese Probleme in den Griff zu bekommen. Es geht – um das Bild noch einmal aufzugreifen – darum, die Kutsche wieder instand zu setzen, sie zurück auf den richtigen Weg zu bringen, dem Kutscher die Zügel wieder in die Hand zu geben und den schlafenden Passagier aufzuwecken. Doch bevor wir die Kutsche reparieren können, müssen wir erst einmal in Erfahrung bringen, was denn eigentlich mit ihr nicht stimmt. Darum werden wir sie in diesem ersten Kapitel einer gründlichen Inspektion unterziehen.
Um das Bild wieder zu übertragen: Bevor Du zu dem Menschen werden kannst, der all deine Probleme löst, müssen wir uns zunächst einmal darüber klar werden, welcher Mensch Du denn heute eigentlich bist.
Wenn ich mir selbst die Frage stelle, wer ich denn eigentlich bin, oder besser noch, warum ich eigentlich bin, wie ich bin, dann muss ich sehr weit zurück in meine Vergangenheit blicken. In meine Kindheit und Jugend. Eine Zeit, die mich tief geprägt hat. Ich wuchs ohne meinen Vater auf. Warum? So genau weiß ich das gar nicht. Die genaue Vorgeschichte hatte meine Mutter mir nie so wirklich erzählt. Die Geschichte mit meinem Vater blieb bis zuletzt ihr großes Geheimnis. Mein Vater ging, noch bevor ich geboren war. So wuchs ich in den 1960er-Jahren mit meinen Geschwistern bei meiner alleinerziehenden Mutter auf. Für sie war das ganz bestimmt keine einfache Zeit. Damit sie uns irgendwie über Wasser halten konnte, arbeitete sie sechs Tage die Woche. Wir sahen sie eigentlich nur früh am Morgen, spät am Abend oder an den Sonntagen. Wir Kinder – meine Schwester, mein Bruder und ich – waren Schlüsselkinder. Der Begriff Schlüsselkind rührte daher, dass wir Kinder viele Stunden jeden Tag alleine zuhause waren, während unsere Mutter arbeitete. Um nach der Schule in die Wohnung zu gelangen, trugen wir den Haustürschlüssel an einer sogenannten Schlüsselkette mit einer Schnur am Hals.
Ich könnte mich jetzt darüber beschweren, dass ich eine unbehütete Kindheit hatte, aber das tue ich nicht. Denn dieser Schlüssel, den ich um den Hals trug, ermöglichte mir jede Menge Freiheit. Ich konnte machen, was ich wollte. Na ja. Beinahe. Ich merkte schnell, dass es da etwas gab, was meine Freiheit dann doch ein Stück weit einschränkte. Und das war Geld. Genauer gesagt: die Abwesenheit von Geld. Während meine Klassenkameraden nach der Schule zusammen ins Kino gingen oder in den Ferien Kajakreisen unternahmen, blieb ich bei solchen Freizeitaktivitäten eigentlich immer außen vor. Taschengeld bekam ich von meiner Mutter nie. Verständlich. Das Geld, das sie verdiente, reichte gerade so, um uns irgendwie über die Runden zu bringen. Aber auch hier möchte ich mich im Nachhinein nicht beklagen. Im Gegenteil. Ich spürte, dass meine Freiheit durch einen Mangel an Geld eingeschränkt war, also begann ich nun, selber mein Geld zu verdienen. Und damit habe ich nie wieder aufgehört. Ich hatte verstanden, persönliche Freiheit setzt finanzielle Unabhängigkeit voraus. In der Weihnachtszeit kletterte ich auf die Bäume in den umliegenden Wäldern, schnitt Misteln ab und verkaufte sie auf dem Weihnachtsmarkt. Nach der Weihnachtszeit klapperte ich die Baustellen ab, sammelte die leeren Flaschen auf und steckte beim Getränkehändler den Pfand dafür ein. Das Geschäft lief gut. Vielleicht ein bisschen zu gut. Denn schnell fanden sich Nachahmer. Andere Kinder und Jugendliche beobachteten mich – und kopierten meine Geschäftsidee. Die Konkurrenz schlief nicht. Und sie ließ den Umsatz einbrechen. Also suchte ich mir wieder etwas Neues. Mit 15 Jahren putzte ich die Mietruderboote am Neckar. Es war ausgerechnet dieser Job, der vieles in meinem Leben verändern sollte. Eines Tages kamen ein paar Kajakfahrer vorbei. Und sie machten einen ungeheuren Eindruck auf mich. Ich weiß nicht genau, was es war, vielleicht ihre aufrechte Haltung, vielleicht das Selbstbewusstsein, das sie ausstrahlten, wenn sie mit Leichtigkeit ihre Boote ins Wasser legten. Das sprach mich an. Ich fand diese Männer so eindrucksvoll, dass ich sofort beschloss: Das will ich auch. Ich wollte unbedingt lernen, wie man Kajak fährt. Es war einfach ein innerer Drang. Ich sprach mit einem der Trainer und erzählte ihm von meinem Wunsch, erklärte ihm aber auch gleich, dass ich kein Geld hätte. Er machte mir ein Angebot. Ich könnte mir die Mitgliedschaft im Kajak-Club erarbeiten. Wenn ich Abends die Boote putzte und einräumte, würde er mir die Kosten erlassen. Das klang fair. Und so wurde ich Mitglied im Wassersportclub Heidelberg. Ich fühlte mich hier vom ersten Tag an wie zu Hause. Das Training war hart, aber ich wollte es nicht anders. Die geregelten Abläufe, die festen Termine gaben mir ein Gefühl von Sicherheit und Stabilität, zudem half mir der Sport dabei, das zu werden, was ich unbedingt sein wollte: stark.
Dabei half mir auch ein weiterer Nebenjob, den ich in dieser Zeit annahm. Ich begann damit, Bäume in Jungwäldern zu fällen. Das brachte ebenfalls gutes Geld. Und es war zusätzlich noch ein gutes Training. In den kommerziell betriebenen Forsten müssen die Wälder gelichtet und Stämme gefällt werden, wenn sie gewachsen sind oder zu eng stehen. Ich sägte die vom Förster markierten Jungbäume mit der Handsäge ab, entastete sie mit der Haken-Machete, schleppte sie an den Weg und schichtete sie auf. Ein Knochenjob, aber ich merkte, dass mir die harte Arbeit guttat. Ein besonderer Anreiz: Ich wurde nach gefälltem Baum bezahlt – eine ordentliche Motivation für mich, hart zu arbeiten. Als ich 16 Jahre alt war, hatte ich einen ziemlich geregelten Tagesablauf. Ich begann meinen Tag mit einer Stunde Kajaktraining, dann ging ich in die Schule, saß meine Stunden ab, ackerte im Wald und fuhr danach meistens noch einmal zum Training.
Dass ich so viel unterwegs war, hatte wohl auch seine Gründe zu Hause. Nicht nur, dass meine Mutter sowieso so gut wie nie vor Ort war, weil sie so viel arbeiten musste, auch war unsere Wohnung ziemlich beengend und einschränkend. Wir wohnten zur Untermiete bei einer alten Dame. Ihr Haus im Rosenbergweg war alt und groß, und es bot nur wenig Komfort. Eine Dusche hatten wir nicht, es gab bloß ein Waschbecken auf dem Gang. In der Küche stand ein gemeinsamer Kühlschrank, in dem wir bloß ein kleines Fach belegen durften.
Ich duschte nach dem Training im Verein oder schwamm einfach in einem der umliegenden Seen. Mittagessen organisierte ich mir in der Mensa der Universität Heidelberg – auch wenn ich gar kein Student war. Mit 17 Jahren zog ich schließlich von zu Hause aus und finanzierte mich von nun an selbst.
Jetzt wohnte ich in einem kleinen Zimmerchen in einem steinalten Haus im Heidelberger Westend. Das war genau die Form der Unabhängigkeit, die mir gefiel. Ein Jahr später perfektionierte ich sie, indem ich mir auch noch ein Motorrad kaufte – eine 350er Yamaha. Als ich mit ihr durch Heidelberg bretterte, fühlte ich mich wie ein König.
Dass mein Reich nicht das größte war – geschenkt. Mein Zimmer war zwar winzig klein, gerade einmal 2 mal 4 Meter groß, dafür hatte ich aber mein eigenes Waschbecken. Meine Nachbarn waren ein wilder Haufen aus Rebellen. Ich fühle mich ihnen zugehörig. Neben mir wohnte ein arbeitsloser Mathematiker, ein begnadeter Schachspieler der mir in vielen Partien so einiges beibrachte. Ebenfalls ein direkter Nachbar von mir war ein Student mit einem schwarzen Rauschebart und langen Haaren, der wie ein Terrorist aussah, Russisch lernte und Gitarre spielte. Dann gab es da noch die Feministenkommune, die mit Zeige- und Mittelfinger das Scherensymbol machten, wenn im verwilderten Vorgarten die Diskussionen mit den männlichen Hausbewohnern von diesen nicht ernst genug geführt wurden. Ach ja, der Garten. Hier hatte ich einen kleinen Verschlag gebaut, eine Garage für mein Motorrad. Eine Zeit lang schlief bei schlechtem Wetter ein Obdachloser darin. Sein Name war Kurt. Offiziell war ich in dieser Zeit noch Schüler. Offiziell. Doch das enge Korsett aus Regeln und Verpflichtungen, die die Schule mit sich bringt, wollten so gar nicht zu meinem unbändigen Freiheitsdrang passen. Es gab nicht wenige Tage, da fuhr ich mit meinem Motorrad einfach spontan an der Schule vorbei. Viel mehr stand mir der Sinn nach einer Ausfahrt.
Ich lenkte meine Maschine dann auf die Landstraße, fuhr wild und entschlossen und ließ mir einfach nur den Wind um die Nase pfeifen. Jetzt mit den anderen Schülern im stickigen Klassenzimmer sitzen und Matheformeln lernen? Das war mir unmöglich.
Es gab nur zwei Dinge, die mir wirklich etwas bedeuteten: Zum einen war das der Drang nach Sport und Training, zum anderen die Sehnsucht, große Abenteuer zu erleben. Diese beiden Seiten bestimmten meine Jugend. In der Schule, in der Clique war ich derjenige gewesen, der andere für seine Ideen gewinnen und mitreißen konnte. Dann gab es wieder Tage, an denen ich mich zurückzog; ein Einzelgänger auf der Suche nach der Sinnhaftigkeit des eigenen Tuns und nach dem ganz großen Ding. Vielleicht war in dieser Zeit bereits alles angelegt, was mich in späteren Jahren ausmachen sollte: meine Abenteuerlust, meine Unternehmenstätigkeit und mein unbändiger Drang nach Freiheit.
Wo Du herkommst!
Kommen wir zu Dir. Bevor Du Dich zu dem Menschen machen kannst, der all Deine Probleme löst, müssen wir uns zunächst einmal darüber klar werden, welcher Mensch Du denn heute eigentlich bist. Du wirst eine ganz andere Geschichte haben als ich. Du bist ein absolut einzigartiger Mensch. Aber die Bausteine, die Dich zu diesem Menschen gemacht haben, die sind nicht einfach aus dem luftleeren Raum entstanden. Sie wurden Dir mitgegeben, von Deinen Vorfahren. Jeder Mensch ist Teil einer genealogischen Kette. Über Jahrzehnte, Jahrhunderte und Jahrtausende haben sich unsere Eltern, Großeltern, Urgroßeltern und deren Vorfahren fortgepflanzt – und dabei einen Teil Ihrer Gene an die jeweils nächste Generation übertragen. Die Gene sind – sehr vereinfacht gesagt – die Bauteile, aus denen wir zusammengesetzt sind.
Unsere Genetik bestimmt zum einen über unsere körperlichen Attribute: über unsere Haut-, Haar- und Augenfarbe oder über unsere Größe. Unsere Genetik bestimmt aber auch über gewisse charakterliche Attribute: Sind wir eher ängstliche oder abenteuerlustige Menschen? Suchen wir nach Sicherheit oder sind wir risikofreudig? Sind wir introvertierte oder extrovertierte Menschen? Wer wir sind, wie wir aussehen und wie wir uns in gewissen Situationen verhalten, ist zu einem gewissen Maße also bereits in unseren Bauteilen prädisponiert.
Wenn ich sage, dass wir alle Teil einer genealogischen Kette sind, dann könnte man das auch noch etwas drastischer formulieren, dann könnte man auch sagen: Wir alle sind das Ergebnis eines großen genetischen Zufallsgenerators. Denn es sind ja nicht immer die besten Eigenschaften, die wir von unseren Vorfahren vererbt bekommen haben.
Es gibt noch einen weiteren Faktor, der einen Einfluss darauf hat, wer Du heute bist. Und dieser Faktor ist das, was ich die Geworfenheit nenne. Die Geworfenheit ist ein Begriff, der von dem deutschen Philosophen Martin Heidegger, der sein erstes Hauptwerk Sein und Zeit im Jahr 1927 veröffentlichte, geprägt wurde. Heidegger beschreibt, dass wir ungefragt in unsere Welt, in unsere Existenz geworfen werden, ohne dass wir einen speziellen Einfluss auf die Umstände hätten, in die wir hineingeboren werden. Doch diese Umstände, davon bin ich überzeugt, haben einen maßgeblichen Einfluss darauf, warum Du der Mensch geworden bist, der Du heute bist.
Denn natürlich macht es einen Unterschied, ob Du das Wunschkind zweier sich liebender Menschen bist oder das Ergebnis einer Vergewaltigung. Es macht einen Unterschied, ob Du als Einzelkind in einen wohlhabenden, akademischen Haushalt hineingeboren wirst oder als das siebte Kind einer mittellosen Familie, die gerade genug Geld hat, um monatlich über die Runden zu kommen. Um das ganz deutlich zu sagen: Hier soll keine Wertung gemacht werden, ich möchte nur darauf hinweisen, dass diese äußeren Umstände Dir eine gewisse Prägung mitgeben. Sie prägen die Art und Weise, wie Du heute denkst und handelst. Wenn Du in Deiner Kindheit immer darum kämpfen musstest, einen Teil vom Kuchen zu bekommen, dann kann das möglicherweise dazu führen, dass Du heute sehr durchsetzungsstark bist. Auch die widrigsten Umstände können das Beste aus einem Menschen herausholen.
Das Leben, in welches Du geworfen wurdest, ist aber nicht nur im Hinblick auf dein familiäres, sondern auch in Hinsicht auf dein soziales Umfeld von Bedeutung. In welcher Zeit wurdest Du geboren? In welchem Land und in welchem politischen System? Es macht einen Unterschied, ob Du Deine ersten Lebensjahre in einer Demokratie verbracht hast oder in einem autoritären System. Es hat einen Einfluss auf Dich als Menschen, ob Du Deine ersten Lebensjahre in einem Kriegsgebiet verbringen musstest, in der ständigen Angst, den nächsten Morgen nicht zu erleben, oder in einem Land, in dem Frieden herrscht. Und es macht einen Unterschied, ob Du in einem wohlhabenden Staat oder in einem Dritte-Welt-Land geboren wurdest. Das alles prägt Dich. Das alles hat Dich ein Stück weit zu dem Menschen gemacht, der Du heute bist.
So war das auch bei mir. Ich bin ein Kind der 1950er-Jahre. Ich bin vaterlos aufgewachsen und lebte bei meiner Mutter, die nur mit großer Mühe über die Runden kam. Ich möchte nicht sagen, dass wir gar nichts hatten. Aber wir hatten verdammt wenig. Diese Kindheit hat mich in vielerlei Hinsicht geprägt. Ich könnte mich in die Opferrolle stellen und sagen, dass ich es doch so verdammt schwer hatte. Aber so blicke ich nicht auf die Welt. Ich sehe das Positive. Ich sehe, dass ich schon früh gelernt habe, selbstständig zu sein, dass ich früh gelernt habe Verantwortung zu übernehmen. Denn ich hatte keine Alternative. Das sind Fähigkeiten, die ich in meinem späteren Leben für mich nutzen konnte.
Mir ist hier eine Sache besonders wichtig. Ich möchte, dass Du Dir bewusst wirst, wer Du bist. Dass Du Dir bewusst wirst, wo Du herkommst. Oder anders gesagt: Werde Dir darüber klar, aus welchem Holz Du Dein Leben schnitzt.
Denn nur wenn Du das weißt, dann wirst Du in der Lage sein, weiter an Dir arbeiten zu können. Um auf das Bild des Kutschgespanns zurückzukommen: Wir werden die Kutsche nicht wieder auf den Weg bringen können, sie nicht wieder reparieren können, wenn wir nicht verstehen, wie sie gebaut wurde. Das ist essenziell. Das ist die Grundlage von allem.
Denn nur wenn Du verstehst, wer Du eigentlich bist, wirst Du in der Lage sein, Dich auch zu verändern. Nur dann kannst Du Ansatzpunkte finden, Dein Leben besser zu machen.
Ab einem Alter von 14 oder 15 Jahren beginnen wir, die Verantwortung für unser Leben selbst zu übernehmen. Wir treffen Entscheidungen und stellen damit aktiv die Weichen für unseren künftigen Lebensweg. Wir entscheiden, mit welchen Leuten wir uns umgeben, welche Einflüsse wir auf uns wirken lassen. Dennoch müssen wir akzeptieren, dass unsere Ich-Werdung zu diesem Zeitpunkt schon deutlich angelegt ist. Und dass wir keinen aktiven Einfluss darauf nehmen konnten. Denn spätestens im Alter von 15 Jahren sind wir angelegt.
HANDLE JETZT!
Mache Dir Gedanken darüber, wie sehr Dich Deine Geworfenheit tatsächlich geprägt hat. Schreibe für Dich auf, welche guten sowie schlechten Eigenschaften Dir von Deinen Vorfahren mitgegeben wurden. Schreibe auf, wie das soziale Umfeld in Deinen ersten 15 Lebensjahren ausgesehen hat. Und beantworte Dir selbst die Frage, welche Prägungen aus dieser Zeit Dich heute noch immer beeinflussen.
Akzeptiere, wer Du bist
Der erste Schritt, um dein Leben zu verändern, ist, Dich selbst zu erkennen. Der zweite Schritt ist, zu akzeptieren, wer Du bist. Diese Veranlagung ist Teil des Holzes, aus dem Du Dein Leben schnitzt. Du musst diese Veranlagungen bestmöglich kennen, um zu verstehen, wie Du das Holz formen kannst. Dafür ist eine wirkliche, ehrliche Auseinandersetzung mit Dir selbst notwendig. Du kannst vieles an Dir verändern, Du kannst Gewohnheiten abstreifen, Du kannst Dir Eigenschaften an- oder abtrainieren, aber es gibt Dinge an Dir, die sind unveränderbar. Die sind der Kern deines Wesens – dein So-Sein. Und darauf hast Du keinen Einfluss.
Du kommst nicht als unbeschriebenes Blatt auf diese Welt. Du bist Teil einer langen, genealogischen Kette vieler Vorfahren. Allein in den letzten zehn Generationen hast Du 1024 direkte Vorfahren. Und diese Vorfahren haben Ihr Erbe in Deinem genetischen Stamm hinterlassen. Das ist Deine Prädisposition. Denn was Dir Deine Vorfahren mitgegeben haben, ist ein Teil von Dir.
Ein weiterer Teil von
