Isabella oder der Schatz im Klavier: Roman
Von Konrad Carisi
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Isabella oder der Schatz im Klavier: Roman
von Konrad Carisi
Der Umfang dieses Buchs entspricht 95 Taschenbuchseiten.
Der Student Max lernt die Frau seines Lebens kennen, die Austauschstudentin Isabella, doch kann er ihr Herz gewinnen? Eine moderne Liebesgeschichte darüber, was wirklich wichtig im Leben ist.
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Isabella oder der Schatz im Klavier - Konrad Carisi
Isabella oder der Schatz im Klavier: Roman
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Mein Name ist Maximilian. Die meisten kennen mich nur als Max.
Als das alles im Sommer 2016 beginnt, wohne ich in einer Wohngemeinschaft zusammen mit Katharina Hevel, die alle nur Kathi nennen. Wir studieren beide in Münster, einer Universitätsstadt in NRW.
Unser Freund Sebastian ist gerade vor wenigen Wochen ausgezogen; mit ihm haben wir die WG gegründet. Wir kennen uns alle drei schon lange, seit der Grundschule. Sebastian hat sein Studium dann doch wider Erwarten vor uns beendet, und wir beide sind nun noch übrig. Er hingegen hat nun einen Job in Thüringen gefunden, was bedeutet, dass er für uns erst mal aus der Welt ist. Da kann man sich zwar mal per Messenger schreiben, aber ein Vorbeikommen muss geplant werden.
Da die Mieten in Münster im Jahr 2016 keinesfalls erschwinglich sind, ist für uns also klar: Es muss ein Ersatz für Sebastian her. Die WG ist genau das Richtige zum Studium, in dieser Phase des Lebens, wo man gerade von zu Hause weg ist und vor den großen Herausforderungen des Lebens steht, wo man aber tragischerweise keine Ahnung hat, wie man ihnen begegnen soll. Wie entlüftet man eine Heizung, um dieses fiepende Geräusch loszuwerden? Wie geht eigentlich eine Waschmaschine an und wer zur Hölle trägt den ganzen Scheiß eigentlich, der in meinem Wäschekorb ist? Solche Fragen eben.
Nicht dass meine beiden Mitbewohner das alles hätten besser beantworten können als ich. Aber in einer WG ist man wenigstens zusammen ahnungslos und das ist doch schon mal etwas.
Es ist ein warmer Sommertag, als sie sich auf unsere Anzeige im Blättchen meldet. Vor ein paar Tagen hatten sich ein paar Leute gemeldet, die entweder ich oder Kathi nicht sympathisch fanden, und wir hatten uns darauf geeinigt, dass wir beide sofort einen Draht zu unserem neuen Mitbewohner haben wollen. Nur jemand, den wir beide sofort mögen, kann es werden.
So sitzen also Kathi und ich am Küchentisch, jeder von uns eine Tasse schwarzen Assam-Tee vor sich, und warten.
Den Tee hat Kathi als Vollblut-Ostfriesin aus Aurich besorgt. Wegen ihr ist immer guter Schwarztee im Haus und ich habe inzwischen sogar gelernt, dass der Bruchzucker Kluntjes heißt. Sie musste in jungen Jahren leider mit ihren Eltern zusammen dort weg und damit zu uns ziehen, doch im Herzen ist sie immer an der Küste geblieben.
Dann klingelt es an der Tür. Kathis Blick sagt mir, dass ich öffnen soll. Ich füge mich in mein Schicksal, gehe zur Tür und öffne.
Ich sehe in die wundervollsten braunen Augen, die ich je gesehen habe. Sie sind wie schillernde Seen und ich bin mir sicher, dass an ihrem Grund ein Schatz verborgen sein muss, wenn sie nicht selbst Edelsteine sind.
„Buenos dias. Mein Name ist Isabella Guadalupe Lopez. Ich bin wegen des Zimmers hier", sagt die Frau, die vor der Tür steht. Sie hat einen leichten, aber eindeutig hörbaren spanischen Akzent. Zu den Augen gehört eine Frau mit leicht dunkelhäutigem Teint in einem Sommerkleid, das ungefähr die Farben eines Obsttellers abdeckt. Das Batikmuster lässt die Farben sanft ineinander übergehen, der Schnitt des Kleides ist eng und betont ihre Figur. Ihre Haare sind lockig und stehen leicht ab. Es ist eine regelrechte Löwenmähne.
Sie gibt mir die Hand. Ich ergreife die Hand mehr aus Reflex als bewusst und schüttele sie. Isabella hat einen kräftigen Händedruck und ein offenes Lächeln, das regelrecht entwaffnend wirkt. Einen Kurzschluss hat es zwischen meinen Ohren jedenfalls erreicht. Sie ist einen halben Kopf kleiner als ich und trägt zum Kleid unpassende robuste Halbstiefel. Dass sie kleiner als ich ist, fällt mir aber durch die Löwenmähne nicht sofort auf. Kurz versinke ich in ihrem Lächeln, dann fange ich mich endlich und mein Verstand scheint den Neustart durchgeführt zu haben.
„Hi, mein Name ist Max, sage ich viel zu spät und finde wieder den Faden, „komm bitte rein.
Ich atme einmal tief durch und versuche nicht zu genau auf die sich unter dem Kleid abzeichnende Hüfte zu achten, als sie an mir vorbeischreitet. Das ist nicht leicht.
Ich führe sie zu Kathi in die kleine Küche, was nicht schwer ist. Die Küchentür ist immer offen und es ist die erste Tür rechts nach dem Betreten der Wohnung.
„Auch einen Tee?", fragt diese, nachdem sie sich vorgestellt hat. Isabella nickt.
„Gerne."
Während sie einen neuen Tee mit dem noch heißen Wasser aufgießt, beginnt das Abklopfen unserer möglichen neuen Mitbewohnerin. Kathi fragt: „Was studierst du so?"
„Biologie und Chemie, erklärt sie. „Ich komme aus Kuba, wie man sicher hört. Ich studiere erstmal ein Semester hier im Ausland, vielleicht mehr. Es ist im Rahmen eines Austausches.
„Für eine gebürtige Kubanerin sprichst du aber extrem gut Deutsch. Ich glaube, mein Schulspanisch ist nur halb so gut", bemerke ich und sie lächelt.
„Meine Oma kam aus der DDR und mein Vater war mehrmals dort, vor dem Zusammenbruch."
„Ich wusste gar nicht, dass wir mit Kuba überhaupt einen Austausch machen", sagt Kathi. Isabella lächelt.
„Eigentlich auch nicht als großes Programm, aber es können Genehmigungen gemacht werden. Die Uni besitzt ja eine Selbstverwaltung. Was studiert ihr so?"
„Archäologie im Master, aber ur- und frühgeschichtliche, und Max studiert Kulturanthropologie", erklärt Kathi und ich nicke zur Bestätigung ihrer Worte.
„Archäologie ... was macht Ur- und Frühgeschichte aus?", fragt Isabella neugierig.
„Dass sie als Disziplin nach der Archäologie, die sich mit den Römern und Griechen beschäftigt, gegründet wurde. Das heißt, man macht den Rest, Neolithikum, also Steinzeit, ebenso wie Kelten und Mittelalter. Sie zuckt die Schultern. „Im Grunde alles außer antike Griechen und Römer.
Isabella lacht. „Anthropologie kenne ich, das ist so ähnlich wie Ethnologie, oder?"
Ich nicke. „Ja, so ähnlich", sage ich und höre, wie tausende Generationen von Fachvertretern, die vor mir lebten, in weiter Ferne aufschreien. Aber für eine Außenstehende, finde ich, passt es.
Wir unterhalten uns noch etwas weiter, bis wir ihr das Zimmer zeigen, das durch Sebastian frei geworden ist.
Unsere Wohnung ist nicht groß. Kommt man durch die Wohnungstür in den Flur, der eher ein breiter Raum ist, gehen nach rechts die Türen für Küche und Bad ab, während vor Kopf zwei Zimmertüren liegen und links eine dritte, in diesem Fall das freie Zimmer.
Nachdem Isabella sich alles angesehen hat, stellt sie noch einige Fragen. Anschließend verabschieden wir sie. Schon als Kathi die Tür geschlossen hat, frage ich: „Und, wie findest du sie?"
Kathi grinst mich an. „Dir gefällt sie?", erwidert sie meine Frage mit einer
