Im Hasenwunderland: Die Geschichte der Osterhasen
Von Josephine Siebe
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Über dieses E-Book
Sechs Kinder machen sich auf, das Osterhasenland zu entdecken. Als die Kinder auf einer Wiese einschlafen, erwachen sie plötzlich im Hasenwunderland und treffen auf Osterhasen, den Geheim-Obereierrat und den Hasenkönig. Von einer Märchenrätin erfahren Sie alles über den ersten Osterhasen, die Entstehung des Osterhasenlandes und vom tapferen Waldhasen "Weißpfötchen", der König wurde.
Die spannenden Abenteuer des Hasen "Weißpfötchen" in einer Welt voller Gefahren und Unwägbarkeiten sind fantasiereich und versprühen einen ganz eigenen Charme. Ein wunderschöner und bezaubernder Kinderklassiker der Kinderbuchautorin Josephine Siebe, die mit den Kasperle-Büchern große Erfolge feierte.
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Buchvorschau
Im Hasenwunderland - Josephine Siebe
JOSEPHINE SIEBE
Im Hasen Wunderland
JOSEPHINE SIEBE
Im Hasen Wunderland
Ein Fröhliches Kinderbuch
ist ein Imprint der
HEEL Verlag GmbH
Gut Pottscheidt
53639 Königswinter
Tel.: 02223 9230-0
Fax: 02223 9230-13
E-Mail: info@petersberg-verlag.de
www.petersberg-verlag.de
© 2022 HEEL Verlag GmbH
Petersberg Verlag ist ein Imprint der HEEL Verlag GmbH
Bearbeitete Neuaufl age: Orthografie und Interpunktion wurden der neuen deutschen Rechtschreibung angepasst. Grammatikalische Eigenheiten und Lautstand wurden dabei behutsam modernisiert, in einigen Fällen einzelne Worte oder Ausdrücke zum besseren Verständnis ersetzt.
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Satz: Axel Mertens, HEEL Verlag GmbH
Umschlagmotive: © Adobe Stock: KatyaKatya, Leonie, HeGraDe
Innenteil: © Adobe Stock: Ornamente LaInspiratriz, SG- design S. 1, 3, 4, Naturestock S. 11, 35, 58,pattilabelle S. 6, 156, 160, dederer S.29, HeGraDe S. 69, Alexander Limbach S. 73, 154-157 DBPics S.97, Uwe S. 115, Lisla S. 129, ii-graphics S.139, Елена Князева S. 152
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– Alle Rechte vorbehalten –
Printed in Czech Republic
ISBN: 978-3-7553-0047-2
eISBN: 978-3-96664-875-2
Inhalt
Auf ins Hasenwunderland!
Wie das Osterhasenland entstanden ist
Die unartigen Hasenkinder
Das Fest im Wald
Weißpfötchen kommt zu den Osterhasen
Madame Eule und Jungfer Elster auf Reisen
In die weite Welt hinaus
Fritz Hase, der Lehrbube
Heimkehr
Die drei Wünsche
Ende gut, alles gut
Wo liegt nun aber das Osterhasenland
Osterhasen-Quiz
Auf ins Hasenwunderland!
Wo liegt das Osterhasenland? Über diese Frage dachte an einem Morgen, an dem es schon ein bisschen nach Frühling roch und die Sonne blitzblank wie frisch gewaschen am Himmel stand, ein Hansel nach. Es war einer von den vielen tausend Hanseln, die zu allen Zeiten auf der Erde herumlaufen; er hatte auch so runde, lustige Augen und so krause Haare, wie sich das für einen rechten Hansel schickt. Wie nun Hansel so am Gartenzaun des väterlichen Hauses stand, kamen pfeifend und vergnügt wie ein Frosch an einem Frühlingsabend von rechts sein Freund Franzel, von links sein Freund Anselmus, genannt Selmusel, herbei. Als Hansel ihnen die Frage nach dem Osterhasenland stellte, halfen ihm die beiden Buben bereitwillig nachdenken. Sie stellten sich auch an den Zaun, steckten ebenfalls die Hände in die Hosentaschen und sperrten gerade wie Hansel den Mund weit auf.
Weit waren sie aber alle mit dem Nachdenken noch nicht gekommen, als sehr eilfertig, kichernd und quietschvergnügt die drei Mädel Sabine, Rosine und Christine um die Ecke bogen. Mit ihren feierlichen, langen Namen sprach die drei freilich kein Mensch im Dorf an, sie wurden von allen Binchen, Sinchen und Tinchen genannt. „Was steht ihr denn da und guckt ein Loch in den Himmel?", rief Sinchen lachend und puffte Hansel in die linke Seite.
„Wo der Osterhase wohnt, möcht‘ ich wissen", sagte Hansel bedächtig.
Erstaunt sahen die Mädel die Buben an. Ja, wenn die über eine so wichtige Sache nachdachten, da konnten sie schon den Mund aufsperren.
„Im Wald wird er wohnen", meinte endlich Binchen.
„Ja, aber wo?", brummte Franzel.
„Wollen halt nachschauen gehen!", schlug Selmusel vor. Potzwetter, das war ein Vorschlag! Wenige Minuten später trabten alle sechs vergnügt aus dem Dorf hinaus auf den Wald zu. Es war am Mittwoch vor Ostern, die Schule war bereits geschlossen, in allen Häusern wurde Kuchen gebacken und gescheuert, und niemand achtete dabei besonders auf die Kinder. Und wenn sie schon jemand in den Wald wandern sah, dann dachte dieser wohl: Aha, die wollen ganz bestimmt Osterblumen suchen gehen.
Es dauerte nicht lange, da waren die Kinder im Wald angekommen, und der erste Mensch, dem sie begegneten, war der Herr Förster.
„Was wollt ihr denn hier?", schnarrte der. Er sah ein bisschen bärbeißig aus, obgleich er es nicht böse meinte.
„Den Osterhasen wollen wir suchen", murmelte Hansel.
„Osterhase? Papperlapapp, gibt‘s nicht!", schnarrte der Herr Förster und ging weiter.
Na, so was! Dass es einen Osterhasen gibt, das wussten die Kinder besser als der Förster. Sie trabten darum auch wohlgemut weiter.
„Wir wollen den Waldhüter fragen", schlug Tinchen vor.
Die anderen waren einverstanden, und bald standen sie vor der Hütte des Waldhüters. Daheim war der schon, aber von dem Osterhasen wusste er auch nichts. „Geht mal zum Holzfäller, riet er, „vielleicht weiß der etwas. Geht nur da geradeaus, da hört ihr ihn schon mit seiner Axt schlagen.
Geschwind liefen alle sechs Kinder zum Holzfäller. Atemlos kamen sie auf der kleinen Lichtung an, wo dieser Stämme hackte.
„Wo wohnt der Osterhase?", schrien die Buben und Mädel wie aus einem Mund.
„Potz Harz und Tannenzapfen!, rief der Holzfäller, verblüfft über das Geschrei. „Seid ihr denn toll geworden? Ich habe noch nie einen Osterhasen gesehen, nicht einmal eine Schwanzspitze davon, noch mit einem gesprochen, auch keine Eier gekriegt. Wie soll ich da wissen, wo Meister Langohr wohnt? Geht mal zum Köhler, der weiß mehr über den Wald als ich. Da links an der großen Buche vorbei geht‘s.
Bums - schlug der Holzfäller einen dicken Ast von einer Eiche, und Sinchen hätte sich vor Schreck beinahe hingesetzt, so krachte es. Sie besann sich aber noch und rannte mit den anderen an der dicken Buche vorbei, dahin, wo eine blaugraue Rauchsäule zwischen den Bäumen zum Himmel aufstieg.
Michel Kohlschwarz, der Köhler, saß an seinem Meiler und rauchte seine Pfeife. Er blies so starke Rauchwolken in die Luft, dass man nicht recht unterscheiden konnte, wer das Rauchen besser verstand, der Köhler oder sein Meiler.
„Guten Tag, Michel Kohlschwarz!, riefen die Kinder. „Bitte, sage uns doch, wo der Osterhase wohnt!
„Hm, hm, hm", brummte der Köhler und paffte weiter. Er war nämlich nicht sehr redselig und brauchte immer eine Viertelstunde für jede Antwort.
„Kennst du den Osterhasen?"
„Wohnt er hier im Wald?"
„Wie sieht er denn aus, grün oder rot?", fragten Tinchen, Hansel und Franzel auf einmal.
Michel Kohlschwarz brummte wieder vor sich hin und schwieg wie vorher. Vier Fragen zu beantworten, war ihm viel zu anstrengend. Endlich, da die Kinder schon ungeduldig von einem Bein auf das andere hüpften, schob er seine Pfeife aus dem rechten Mundwinkel in den linken und knurrte: „Kräutertante!"
Heißa, das war eine Idee! Die Kinder purzelten fast übereinander vor Aufregung. Nein, dass ihnen das auch nicht selbst eingefallen war! Ja, die Kräutertante, die würde wissen, wo der Osterhase wohnt, die wusste doch alles, was im Wald geschah. Surre, sause ging das, und weg waren die Kinder, und Michel Kohlschwarz saß wieder allein. Nach einer halben Stunde brummte er noch: „Ich weiß doch nicht, wo der Osterhase wohnt!"
Aber das hörten die Kinder nicht mehr, denn die waren schon auf dem direkten Weg zum Osterhasen. Freilich, die alte Kräutertante, die in einem windschiefen Häuschen, das beinahe aussah wie ein kleiner Mooshügel, mitten im Wald wohnte, kannte den Osterhasen auch nicht. Dass es aber einen gab, das wusste sie von ihrer Großmutter, die auch eine Kräuterfrau gewesen war. Als nun Binchen, Tinchen, Sinchen, Hansel, Franzel und Selmusel in ihr Stübchen kamen, da war sie gar nicht verwundert, dass die sechs den Osterhasen suchen wollten.
„Ihr müsst die Eule fragen, sagte sie, „die sitzt zwar den lieben langen Tag in ihrem Baumloch und tut, als wüsste sie von nichts, und dabei weiß sie doch alles, was im Wald geschieht. Kinder, ich sage euch, sie könnte Professor sein, ausgesprochen klug ist sie. Geht nur zu ihr, gleich links in der alten Eiche wohnt sie.
„Ja, aber versteht sie uns denn?", fragte Selmusel bedächtig.
Die Kräutertante zog die Stirn in dicke Sorgenfalten: „Ja, freilich, meinte sie, „das ist so eine Sache! Ist nicht eins von euch ein Sonntagskind?
„Ich bin am Montag geboren, sagte Selmusel seufzend. „Ich am Dienstag
, rief Tinchen. „Ich am Mittwoch, ich am Donnerstag, ich am Freitag", riefen Sinchen, Binchen und Franzel.
„Na und du?, fragte die Kräutertante Hansel, und der rief kläglich: „Ich bin Samstagabend, ein Viertel vor zwölf Uhr geboren. Meine Mutter sagt immer, ich wäre beinahe ein Sonntagskind.
Die Kräutertante lachte und rief: „Jetzt geht nur zur Eule, vielleicht versteht ihr sie doch. Seid aber recht höflich, hört ihr!"
Das versprachen die Kinder auch, und vergnügt trollten sie von dannen, um die Eule zu fragen. Franzel, der von zu Hause seinen roten Gummiball mitgenommen hatte - denn er hatte auf der Dorfstraße Ball spielen wollen -, warf diesen neckend Sinchen an den Kopf. Sinchen, nicht schüchtern, warf den Ball Hansel an die Nase, der ihn flugs Binchen zuwarf, aber o weh, der Ball verfehlte sein Ziel und rutschte unversehens in das Loch der alten Eiche hinein, an der die Kinder gerade angelangt waren. In ihrer Eichenwohnung aber saß die Eule in tiefem Nachdenken. Schwapp! Da flog ihr der rote Ball an den Kopf, und im ersten Schreck dachte sie, der Förster habe in den Baum geschossen. Doch dann hörte sie draußen Kinderstimmen, und eilig streckte sie den Kopf zum Eichenfenster heraus. Potzwetter, konnte die Eule schelten! So etwas hatten die Kinder in ihrem ganzen Leben noch nicht gehört. Sie standen ganz verdattert da, und die Eule schrie ärger als zehn Kinder, wenn sie eine Rute erblicken. Und dabei warf Madame Eule den Kindern vor lauter Wut alte Eicheln und morsche Tannenzapfen, mit denen sie ihre Wohnung ausgelegt hatte, an den Kopf.
Denen wurde himmelangst, und sie rissen eiligst aus. In ihrer Angst liefen sie ein ganzes Stück in den Wald hinein. Sie hörten gar nicht, dass die gute Kräutertante, die das Schelten der Eule gehört hatte, ihnen nachrief, sie sollten wieder zu ihr kommen. Die Kräutertante aber war alt und konnte nicht so schnell laufen. Ein Pirol¹ aber hörte das Rufen der Kräutertante, und geschwind flog er den Kindern nach. Betrübt standen diese mitten im Wald; sie wussten nicht, ob sie rechts oder links, geradeaus oder zurück gehen sollten. Auf einmal sahen sie über sich auf einem Baum einen wundervollen, goldglänzenden Vogel sitzen, der ihnen freundlich zurief: „Kommt mit! Kommt mit! Dabei flog der Vogel von Baum zu Baum, und die Kinder liefen ihm nach. Das ging ein Weilchen so, bis der Vogel rief: „Bleibt hier! Bleibt hier! Bleibt hier!
Husch - war er auf und davon geflogen.
Die Kinder sahen sich um. Sie standen auf einer kleinen Waldwiese, auf der blaue Osterblümchen, Waldveilchen und goldgelbe Himmelsschlüssel blühten. Veilchenwiese
