Plötzlich sprachlos: Diagnose: Schlaganfall. Schritt für Schritt und Wort für Wort zurück ins aktive Leben
Von Uwe Keller
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Über dieses E-Book
Was er alles erlebt, gesehen und wieder gelernt hat und wie er es geschafft hat, andere Menschen zu motivieren und auch selbst immer an sich zu "arbeiten", hat ihn bewogen, dieses Buch zu schreiben.
Mit Ratschlägen des Autors und anderer Betroffener an Aphasiker für leichteren Umgang mit alltäglichen und schwierigen Situationen.
Uwe Keller
Uwe Keller erlitt am 18.02.1998 einen leichten Schlaganfall. Wie man so schön sagt: Aus heiterem Himmel hat ihn der Schlag getroffen. Die Sprachstörungen sowie die Sensibili- tätsstörung am linken Arm bildeten sich komplett zurück. Am 21.09.2001 erlitt Uwe Keller seinen zweiten Schlaganfall, wieder ohne jegliche Vorwarnung, doch dieses Mal hatte dies für ihn wesentlich schwerwiegendere Folgen.
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Buchvorschau
Plötzlich sprachlos - Uwe Keller
Inhalt
Vorwort von Frau Dr. Luise Lutz
Zum Autor
Der Blitz aus heiterem Himmel, mein zweiter Schlaganfall
Auf der Intensivstation
Auf der Normalstation
Göppingen, Frührehabilitation (04.10.2001)
Erlebnisse aus der Frührehabilitation
Der Aachener Aphasie Test
Erste Gehversuche
Anschlussrehabilitation in Gailingen: (27.11.2001)
Das Aufnahmegespräch
Meine ersten Schritte
Weihnachten 2001 bei meiner Schwester
Laufen lernen
Abschied von der Reha
Arbeitsjubiläum
Der erste Urlaub: Zum Campen nach Vetroz (2002)
Das Internet und seine Weiten
Mein Krampfanfall
Erster Urlaub mit dem Flieger
Die Karlsruher Selbsthilfegruppe und die Logopädenschule in Karlsruhe
Selbsthilfegruppe (SHG)Ludwigsburg
Gründung meiner eigenen Selbsthilfegruppe mithilfe meiner Logopädin
Treffen mit der Familienministerin am 16.11.2004
Eröffnungsrede der 8. Würzburger Aphasietage
Selbsthilfegruppe in Bad Friedrichshall
Die Jungen Aphasiker Würzburg
Fahrrad fahren mit Halbseitenlähmung, ist das möglich?
Fahrrad fahren - einige Jahre später
Dank
Ratschläge eines Betroffenen
Vorwort
Wer mit Aphasie zu tun hat, weiß, dass sie aus dem Hinterhalt über das gesamte Leben der Betroffenen herfällt und sie mit ihren Angehörigen hilflos zurücklässt. Auf Verzweiflung und Ratlosigkeit folgt oft Einsamkeit, weil weder die Aphasiker noch ihre Umgebung wissen, wie sie diesen Abgrund der Sprachlosigkeit überwinden können. Es dauert lange, bis sie die fast übermenschlichen Kräfte entwickeln können, die nötig sind, um dieser lähmenden Einsamkeit zu entkommen.
Es gibt einige bewegende Berichte von Aphasikern, die ihre jahrelangen Kämpfe auf dem Weg zurück ins Leben beschreiben. Uwe Kellers Text gehört dazu. Er hat darüber hinaus eine ganz besondere Qualität, die man sonst Bestsellern nachsagt: Man kann nicht zu lesen aufhören! Mit ungewöhnlicher Intensität nimmt er uns Leser mit in seine aphasische Welt. Er fängt uns ein: Ich durchlebe seine Ängste mit ihm; ich bin stolz mit ihm, wenn Ball
verständlich aus seinem Mund kommt, und ich kann - zwischen den vielen erschreckenden Erlebnissen - immer wieder mit ihm lachen.
Uwe Keller hat nach dem Schlaganfall intuitiv die Mittel gefunden, die ihn zur Sprache, zu den Menschen, zur Welt zurückbringen konnten. Eins der wichtigsten: Er hat von Anfang an versucht, ständig - fast ohne Worte - Kontakt zu seiner Umgebung aufzunehmen, und er hat nie resigniert, wenn seine mühsamen Kommunikationsversuche scheiterten. Menschen sind für mich der Schlüssel zur Sprache
, sagt er und spricht damit aus, was für alle Aphasiker gilt. Sprache entsteht im Gespräch, ein Gesprächspartner regt sie im anderen an.
Allerdings genügen Gespräche nicht, die tiefe Krise zu überwinden, die mit Aphasie verbunden ist. Jeder Aphasiker muss die Tatsache seiner Aphasie mit allen Konsequenzen nicht nur erkennen, sondern auch akzeptieren. Uwe Keller weiß, wie schwer das ist. Aber er hat es geschafft. Hinter der Schilderung seiner traurigen wie seiner komischen Erlebnisse ist seine Botschaft zu spüren: Das Leben ist trotz Behinderung lebenswert.
Ich freue mich, dass es dieses Buch gibt. Und ich freue mich, dass es Uwe Keller gibt. Beiden wünsche ich viel Erfolg.
Luise Lutz
Uwe Keller erlitt am 18.02.1998 einen leichten Schlaganfall. Wie man so schön sagt: Aus heiterem Himmel hat ihn der Schlag getroffen. Die Sprachstörungen sowie die Sensibilitätsstörung am linken Arm bildeten sich komplett zurück.
Am 21.09.2001 erlitt Uwe Keller seinen zweiten Schlaganfall, wieder ohne jegliche Vorwarnung, doch dieses Mal hatte dies für ihn doch wesentlich schwerwiegendere Folgen. Was er alles erlebt, gesehen und wieder gelernt hat und wie er es geschafft hat, andere Menschen zu motivieren und auch selbst immer an sich zu „arbeiten", hat ihn bewogen, dieses Buch zu schreiben.
„Wer weiß ..., wer weiß, wozu es gut ist?"
Ein alter Mann lebte zusammen mit seinem einzigen Sohn auf einer kleinen Farm. Sie besaßen nur ein Pferd, mit dem sie die Felder bestellen konnten, und kamen gerade so über die Runden.
Eines Tages lief das Pferd davon. Die Leute im Dorf kamen zu dem alten Mann und riefen Oh, was für ein schreckliches Unglück!
Der alte Mann erwiderte aber mit ruhiger Stimme: Wer weiß ..., wer weiß schon, wozu es gut ist?
Eine Woche später kam das Pferd zurück und führte eine ganze Herde wunderschöner Wildpferde mit auf die Koppel. Wieder kamen die Leute aus dem Dorf: Was für ein unglaubliches Glück!
Doch der alte Mann sagte wieder: Wer weiß ..., wer weiß schon, wozu es gut ist?
In der nächsten Woche machte sich der Sohn daran, eines der wilden Pferde einzureiten. Er wurde aber abgeworfen und brach sich ein Bein. Nun musste der alte Mann die Feldarbeit allein bewältigen. Und die Leute aus dem Dorf sagten zu ihm: Was für ein schlimmes Unglück!
Die Antwort des alten Mannes war wieder: Wer weiß ..., wer weiß schon, wozu es gut ist?
In den nächsten Tagen brach ein Krieg mit dem Nachbarland aus. Die Soldaten der Armee kamen in das Dorf, um alle kriegsfähigen Männer einzuziehen. Alle jungen Männer des Dorfes mussten an die Front und viele von ihnen starben. Der Sohn des alten Mannes aber konnte mit seinem gebrochenen Bein zu Hause bleiben.
Ich bin der festen Überzeugung, es gibt nur zwei Möglichkeiten der Krankheitsbewältigung. Die eine ist die: Man nimmt die Krankheit an und versucht, das Beste daraus zu machen. Oder man hadert mit seinem Schicksal, wird griesgrämig, zieht sich zurück, leidet und ist für die gesunden Menschen und sich selbst keine Freude. Klar fällt mir das schwer, das zu einem jungen Menschen zu sagen, der sich durch einen Schicksalsschlag um sein Leben betrogen fühlt. Aber auch er muss lernen: Ganz weit unten ist der Anfang ins Leben zurück!
Ich weiß, dass viele diese These für falsch halten, aber glauben Sie mir, ich habe mir sehr viele Gedanken gemacht - sie ist richtig. Ich kenne viele, die das vorleben. Sie sind offen, sie lachen gern, haben wieder Spaß am Leben und auch an den Menschen. Da sind auch Leute dabei, die auf den Rollstuhl angewiesen sind.
Auch Menschen mit einer schweren Aphasie, die nicht sprechen können, können Spaß am Leben haben. Auch ich bin dabei. Natürlich braucht es seine Zeit, bis man das erkannt hat. Oft meint man, es geht gar nichts mehr und es gibt keine Lösung. Hat man die aber dann erkannt, wundert man sich, wieso man nicht eher darauf gekommen ist.
Mir haben Menschen in der Selbsthilfegruppe sehr geholfen, als ich nicht mehr sprechen konnte. Da war ich willkommen und gleichzeitig war ich unter Menschen. In der Gruppe kann man die ersten Sprechversuche in der Öffentlichkeit machen und wird nicht ausgelacht. Gruppen sind so wichtig!
Natürlich weiß ich aus eigener Erfahrung, wie bitter es oft auch mir ergangen ist. Ich rede langsam und wenn ich mich in einer fremden Stadt nach einer Strasse erkundigen will und rede einen Passanten an: „Können Sie mir bitte sagen, wo die Hinterlanger Strasse ist?" - bis ich das gesagt habe, ist er schon fünf Meter weiter, ist an mir vorbeigelaufen, hat mich gar nicht beachtet und so getan, als würde er durch mich hindurch blicken. Aber da hat er plötzlich im letzten Moment gestoppt, kommt zurück und es ist alles plötzlich kein Problem mehr. Ich habe mir in der Zwischenzeit angewöhnt, wenn ich mich nicht so ärgern will, gehe ich einfach in ein Ladengeschäft und frage, die können nicht flüchten. Aber weh tut es manchmal schon. Doch ich muss sagen, die meisten fremden Menschen waren überaus hilfsbereit und sehr freundlich. Ich halte es immer so: Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es auch heraus, und ich muss der Ehrlichkeit halber sagen, in meinem früheren Leben hätte mir das durchaus auch passieren können, dass ich vor lauter Unsicherheit das Weite gesucht hätte.
Der Blitz aus heiterem Himmel, mein zweiter Schlaganfall
Es ist Freitag, der 21. Sept. 2001.
Morgens ging ich wie gewohnt aus dem Haus, um nach Heilbronn zu fahren, ich wollte ein paar Besorgungen machen. Ich war wie in Urlaubsstimmung. Am Mittwoch hatte ich eine kleine Operation am Fuß gehabt, sie war gut verlaufen und ich hatte keine Schmerzen.
Gegen 14.00 Uhr kam ich aus dem Brillengeschäft und lief Richtung Marktplatz. Plötzlich
