Osterhasen küsst man nicht: Geschichten über die Faszination der Banalität
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Über dieses E-Book
Kurzgeschichten, humorvolle Beobachtungen, Reflexionen aus dem Alltag einer "ganz normalen" Zweierbeziehung, angereichert mit viel Fantasie zu kurzweiligen, auch zum Denken anregenden Szenarien eines Lebens auf dem Land. Es geht um das Potenzial und die Entfaltung uns umgebender alltäglicher Banalitäten: Seifenspender, übergeschlagene Beine, die Entstehung des Universums in einer Kaffeetasse, die Tücken eines Familienlebens mit Kind, Alterssex im Polo, wirklichkeitskonstruierende Pärchen-Gespräche und alles Mögliche, was durch das Auge des Betrachters zu einer neue Realität gefunden hat.
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Buchvorschau
Osterhasen küsst man nicht - Heinz-Dieter Vonau
Wenn man mal das Leben so betrachtet…
Das Leben ist ein Spiel, dessen Regel Nr. 1 lautet:
Dies ist keine Spiel, dies ist Todernst.
Alan Watts
Morgenlicht
7:25 - Früh aufgestanden. Eine unwillkürliche körperliche Funktion drängt nach Vollzug. Die Prostata wünscht einen guten Morgen und erinnert un sanft ans Alter. Die Organe beginnen ein Eigenleben jenseits der bisher geltenden Konventionen. Ein Alarmsignal der Blase, die sich anfühlt, als würde sie sofort platzen, wenn sie nicht augenblicklich entleert wird.
7:27 - Im Bad eingetroffen.
7:32 - Ein Rinnsal minimalster Flüssigkeit quält sich in die Schüssel. Wozu der ganze Aufwand mit dem Dringlichkeitsappell? Beim anschließenden Händewaschen das morgendliche Reinigungsritual gleich mit erledigt. Nicht ein Bewohner des gemeinsamen, ehelichen Haushaltes ist zu sehen, zu hören, zu spüren. Ehe ich mich versehe, ist die Körperreinigung auch schon beendet. Reduziert auf seine ursprünglichen Funktionen (reduced to the max): Hände waschen, Gesicht nur mit Wasser, Zahnpflege intensiv! Ich reinige die Zähne nur morgens. Hat mir mal ein Zahnarzt gesagt. Das reicht. Die Karies bildenden Substanzen beginnen erst nach 24 Stunden ihre Arbeit. Man propagiere das häufige Putzen nur, damit sich die Gesellschaft wenigstens einmal am Tag die Zähne putzt.
7:45 - Da ich schon auf bin, beschließe ich, es auch zu bleiben. Ich gehe in die Küche und bereite den Tisch für alle. Kaffee und Ei nur für mich, damit die anderen Familienmitglieder, Frau und Sohn, später alles frisch genießen können. Dann: Musik - Respighi - und ein Entschluss: Heute keine drei Dinge gleichzeitig, sondern nur zwei: Musik und Essen (ohne Zeitung)...
Und es ist wunderbar: Alte Tänze und Arien für Laute und La Colomba
, die Taube.
Der Blick aus dem Fenster: Graues Ambiente für einen frisch heraufziehenden Tag. Eine leichte Traurigkeit versüßt die Situation des Alleinseins in der Küche. Nur ich und der beginnende Morgen ...
8:00 ... und so sitze ich da, mit mir und der Welt zufrieden, den Geschmack des gestern gemachten Gelees verfolgend, eine Tasse Cappuccino in der Hand, ein Lächeln auf den Lippen - als Bogey, der siebzehn Jahre alte Sohn, in der Tür erscheint. Den Schlaf noch in den Augen, nimmt er die Situation wahr, umarmt mich kurz, geht zum Herd, schiebt das noch warme Wasser vom Eierkochen auf die entsprechende Platte, dreht sich um und sagt im Hinausgehen: Wie schön, morgens in die Küche zu kommen und da sitzt jemand, trinkt Kaffee, hört Musik und lächelt.
Noch völlig verschlafen zieht er, ebenfalls lächelnd, seines Weges ins frei gewordene Bad.
8:15 - Der Deckel vom Eierkochtopf beginnt, leise zu rumpeln und in ein Summen überzugehen, das langsam die Musik übertönt. Ein anderes Leben beginnt sich mit dem eigenen zu entfalten, zu mischen, eine neue Situation erschaffend, einen neuen Augenblick generierend, neue Möglichkeiten eröffnend.
8:20 - Wie schön, denke ich, du brauchst nur zu sein ... und der Augenblick teilt sich dir mit und entfaltet Wirkung ... Ein Lächeln pflanzt sich fort, ohne Worte.
Ein Gefühl von Dankbarkeit durchzieht meinen Körper, meine Seele, meinen Geist ... Wie schön, hier und in dieser Situation einfach nur zu sein.
Der Seifenspender
Dort stand sie, die Spenderin. Bauchig dick, sich nach oben verjüngend, so an die 15 cm hoch. Eine mollige, ältere Dame mit guter Bodenhaftung, in Milchglas gegossen. Obendrauf ein funktional gestalteter Kopf in silbrigem Chromimitat. Eine Vortäuschung falscher Tatsachen. Bei dem Preis auch kein Wunder. Discounter leben von der Täuschung. Das Utensil stand mit seinem Reinigung versprechendem Inhalt schon seit Jahren in unserem Bad und tat widerspruchslos seinen Dienst, zu dem es sich durch den Kauf verpflichtet hatte. Im Laufe der Jahre blätterte das Chromimitat immer mehr ab und ließ die Grundsubstanz, ein weißes Plastik, durchschimmern. Die stand dem milchglasigen Körper wesentlich besser. Die Zeit heilt alle Wunden. Jede Mode entledigt sich irgendwann ihrer selbst. Erfreut über diesen Gang der Welt, wartete ich geduldig auf die Erreichung des chromfreien Urzustandes. Back to nature. In diese Betrachtungen versunken, ahnte ich in dem Moment nicht einmal, welche dramatischen Entwicklungen kurz davor standen, sich in meinem Leben verwirklichen zu dürfen.
Eines Morgens schob sich wie üblich meine linke Hand unter und meine rechte über den Vertrauen einflößenden Spender. Ohne groß auf irritierende Details zu achten, den Blick in mein Spiegelbild vertieft (gar nicht so schlecht für das Alter), senkte sich meine rechte Hand wie gewohnt auf den sich langsam in seinen Urzustand zurück entwickelnden SSK (Seifenspenderknopf). Dort, wo die Hand einst Halt gefunden hatte, war nichts mehr. Sie knallte unbarmherzig auf den WBR (Waschbeckenrand).
Die füllige ältere Dame war zu meinem Entsetzen - nicht mehr da. „Jeanette!" Mein hilfloses Rufen verhallte an den weißen Kacheln des Bades. Stoisch verweigerten sie jeden Kommentar, einzig darauf bedacht, den Halt zu wahren, um die Wand vor Nässe schützen zu können.
Die rettende Gattin erschien nach einer Weile. Mein hilfloser Blick folgte der klaren Geste ihres ausgestreckten Zeigefingers der rechten Hand und fiel auf einen länglichen, schlanken, keramisch weißen, röhrenartigen Gegenstand, mit echtem Chromaufsatz, der etwas entfernt vom ursprünglichen Platz des alten, eine neue Heimat gefunden hatte. Fast doppelt so hoch wie sein Vorgänger. Ich fiel in eine Schockstarre. Von einem Tag auf den anderer mit etwas Neuen konfrontiert, das war zu viel für meine empfindliche Seele, die dem Tag noch nicht einmal Hallo gesagt hatte.
Es dauerte eine weitere Weile, bis meine Synapsen sich wieder beruhigt, sich an den unerwarteten Zustand gewöhnt hatten und akzeptieren konnten, dass jetzt Arbeit vor ihnen lag. Sie begannen, sich neu zu orientieren. Gut, die Hände wollen gewaschen werden. Dazu braucht es Seife. Die ist in diesen Behältern. Das neue „Ding" wird wohl einen entsprechenden Inhalt haben und wahrscheinlich in seiner Funktion dem alten ähneln … Mutig hielt ich also wie gewohnt die eine Hand unter die aus dem funktionalen Design herausragende metallene Röhre und drückte mit der anderen reflexartig auf den Echtchromhals. Die Ejakulat ähnliche Flüssigkeit traf mich weit vor dem erwarteten Kontaktpunkt mit der Hand und klatschte tumb ins Becken. Schmerzlich erwachte ich endgültig in den beginnenden Morgen. In einem zweiten Versuch gelang es mir dann, die fettlösende Flüssigkeit aufzufangen, um sie dann, mit Wasser vermischt, ihre üblichen Dienste verrichten zu lassen.
Meine Trauer um die verlorene Gewohnheit wandelte sich kurze Zeit später in Entrüstung, als ich den alten Spender im Klo entdeckte. Auf einem kleinen EHWB (Eckhandwaschbecken) fristete er sein weiteres Dasein. Vom Bad ins Klo, das Ende einer einst Erfolg versprechenden Karriere!
Nun ja. Ich bin ein Mensch, der Veränderungen nicht lange nachtrauert. Schnell erkannte ich, dass die Verwandlung des Spenderkopfes der alten Dame jetzt mit mehr Ruhe betrachtet werden konnte. Tag um Tag erfreute ich mich bei jeder entsprechenden Sitzung über die Beobachtung der sich entwickelnden Metamorphose.
Allerdings hatte ich nicht mit der Gemütslage der Ehefrau gerechnet. Eines Tages stürmte sie, vollbepackt mit exklusive Label tragenden Taschen, ins gemeinsame Büro. Der nach einer erfolgreichen Shoppingtour entstandene Enthusiasmus hatte sie
