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Denk nicht an Morgen
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eBook169 Seiten2 Stunden

Denk nicht an Morgen

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Über dieses E-Book

Wie schlimm eine Kindheit sein kann, wenn ein kleiner Junge zu Gott betet, er möchte sterben, das ist in diesem Buch beschrieben. Genauso, wie all die vielen Sorgen und Nöte, die ein Kind empfindet, wenn es sich alleingelassen und ungeliebt fühlt. Dies ist die wahre Geschichte meines Lebens. Ich könnte an dieser Stelle viele Worte machen, aber stattdessen werde ich einfach einen kurzen Ausschnitt aus dem Buch präsentieren.
Was nun in dieser Klinik geschah, wurde für mich zu einem traumatischen Erlebnis, über das ich wohl niemals hinwegkommen werde. Sie sagten mir, wenn ich nicht essen würde, dann müssten sie mich künstlich ernähren. Damit konnte ich als kleines Kind natürlich nichts anfangen, was sollte das auch schon heißen. Also aß ich genauso viel wie sonst auch. Es war nicht viel, was ich aß, aber ganz bestimmt auch nicht so wenig das Ich verhungert wäre. Schließlich gingen in meinem Kopf viel wichtigere Dinge vor. Warum war ich hier? Warum sagte mir niemand, was ich hatte, und warum besuchte mich niemand außer meinem Vater?
Eines Tages passierte es dann vollkommen unvorbereitet. Sie packten mich mit fünf Leuten, legten mich auf einen Behandlungstisch und hielten mich mit eisernem Griff fest. Ich konnte ihre Gesichter nicht erkennen, denn sie trugen alle einen Mundschutz. Ihr Glück, denn hätte ich mir ihre Gesichter merken können, ich würde sie noch heute alle aufsuchen, und dafür sorgen das Sie dass, was sie mir an diesem Tage antaten, niemals wieder einem Menschen antun könnten.
Ich weiß, dass dies nicht richtig ist, und ich bin mir bewusst, dass es das Gegenteil von dem ist, was ich hier versuche herüberzubringen, aber wenn ich auch nur einem einzigen Menschen das damit ersparen könnte, was ich damals erleben musste, ich würde es tun!
Ich lag also auf diesem Tisch und wurde festgehalten, und bekam eine richtige Panikattacke. Aber so sehr ich auch versuchte mich loszureißen oder mich zu bewegen, ich konnte es nicht. Sie waren einfach viel zu stark für mich.
SpracheDeutsch
Herausgeberneobooks
Erscheinungsdatum10. Mai 2013
ISBN9783847630913
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    Buchvorschau

    Denk nicht an Morgen - Bernd Kersch

    Vorwort

    Überall auf der Welt werden ständig Kinder geboren. Manche haben Glück und wachsen gut behütet in einem liebevollen zu Hause auf, andere wiederum erfahren die volle Härte einer kalten Welt. Doch wie schwer und hart und auch grausam das Leben sein kann, es wird erst dann unerträglich, wenn es keine Liebe erfährt.

    Im Jahr 1969 wurde ein kleiner Junge in Deutschland geboren, doch dieses Kind hatte nicht das Glück in einer heilen Welt aufzuwachsen. Nicht zu erleben was es heißt zwei liebevolle Eltern zu haben. Dieses Kind ging durch die Hölle des Lebens und hatte nur einen einzigen Wunsch, es wollte auch eine Familie und ein kleines Stück vom Glück.

    Dies ist die wahre Geschichte dieses Jungen und sie handelt von einer kleinen Kinderseele, die so gequält durch das Leben ging, dass sie zu Gott gebetet hat sterben zu wollen. Denn ein Leben ohne Liebe ist kein Leben. Der Wunsch zu sterben, um bei Gott zu sein und endlich Liebe zu erfahren war sehr groß. Gott hat diesem Kind den Wunsch zu sterben an diesem Tag nicht erfüllt und dies aus gutem Grund.

    Überall auf dieser Welt gibt es Menschen, denen es genauso ergeht. Wir dürfen nicht wegsehen, sondern wir müssen handeln. Dieses Buch erzählt von den Ängsten und Nöten eines kleinen Jungen der nicht weiß, wohin er gehört, von einer kalten und lieblosen Kindheit und davon, wie viel ein Mensch aushalten kann. Ich schreibe hier ganz offen darüber, wie sich dieser Junge gefühlt hat, darüber wie er es geschafft hat überhaupt seine Kindheit zu überleben. Wie vielen von uns geht es genauso. Ich möchte all denen Mut machen, die denken, dass das Leben eine einzige Qual ist, möchte diesen Menschen zeigen, dass es einen Morgen gibt. Die Sonne wird wieder aufgehen und das Leben ist zu kostbar, um es selbst zu beenden, wenn auch der Wunsch danach manchmal übermächtig sein kann.

    Lest meine Geschichte und seht selbst wie ein Kind, das von den Psychologen aufgegeben wurde, es geschafft hat ein halbwegs normales Leben zu führen. Alles, was in diesem Buch geschrieben steht, habe ich so aufgeschrieben wie ich es gesehen und erlebt habe. Ich möchte nur meine wahre Geschichte erzählen. Die Geschichte eines kleinen Jungen, der immer wieder aufgestanden ist. Einem Jungen, dem man die Kindheit gestohlen hat, der keine Liebe bekommen hat, der ohne eine menschliche Bezugsperson auskommen musste. Sozial isoliert und innerlich getrennt von dieser Welt. Die Geschichte eines harten Lebens. Die Geschichte eines Menschen der nicht aufgeben will, der sich nicht seinem Schicksal ergeben will.

    Meine Geschichte.

    Es geht immer weiter.

    Vergesst das niemals.

    Irgendwo auf dieser Welt wiederholt sich diese Geschichte immer wieder. Lasst es nicht zu. Haltet die Augen offen und schweigt nicht.

    Eine Trennung mit Folgen

    An mein Leben bis zu meinem zweiten Lebensjahr habe ich nicht sehr viele Erinnerungen. Aber die wenigen, die ich noch habe, sind sehr klar. Ich bin mir bewusst, dass es ungewöhnlich ist, wenn sich ein Mensch an dieses Alter überhaupt erinnern kann, aber dennoch kann ich es.

    Ich weiß noch, dass meine Eltern mit mir damals über den Jahrmarkt gingen. Ich war etwa zwei Jahre alt, und so unbekümmert, wie es eben nur ein kleines Kind sein kann, das genau weiß, dass Mama und Papa aufpassen, dass ihm nichts passiert. Dieses Gefühl grenzenlosen Vertrauens in die Eltern, dass einen so unbeschwert den Tag genießen lässt. So ging es mir damals auch, und so habe ich es auch in meiner Erinnerung. Es gab dort, auf dem Rummelplatz, wie überall sonst auch üblich eine Geisterbahn und direkt davor stand ein übergroßes Monster, das sich in regelmäßigen Abständen nach vorne beugte. Ich saß in meinem Kinderwagen und schaute mir mit kindlicher Neugier die Gegend an. Aus mir heute noch unerfindlichen Gründen hatte ich eine riesige Panik vor diesem Monster, das so groß und bedrohlich vor genau dieser Geisterbahn stand, und sich immer wieder leicht nach vorne beugte. Wahrscheinlich hatte ich nur Angst davor, jenes riesige Ungetüm könnte mich mit seinen großen Händen packen und mich von meinen Eltern wegreißen. Damals konnte ich noch nicht ahnen, dass das eigentliche Monster nicht vor dieser Geisterbahn stand, sondern in meinem nächsten Umfeld war. Ich brüllte mir also jedes Mal die Seele aus dem Hals, wenn wir in die Nähe dieses, für mich als kleines Kind sehr gefährlich wirkenden Monsters kamen, ohne auch nur zu erahnen, dass diese schlimme Vorstellung schon sehr bald für mich grausame Realität werden sollte.

    So waren meine Eltern gezwungen an dieser Stelle, kurz bevor wir die Geisterbahn erreichten, immer den Kinderwagen umzudrehen, und die Runde in die andere Richtung weiterzugehen. Soweit bis wir von der anderen Seite an dieses Monster herankamen. Dort wiederholte sich dann das Spiel von Neuem. Meine Eltern konnte also niemals eine komplette Runde mit mir gehen.

    Kurz nach meiner Geburt wurde ich punktiert. Dabei wird mit einer langen Nadel Flüssigkeit aus dem Rückenmark gezogen. Eine, zumindest damals, sehr schmerzhafte Prozedur. An diese Behandlung habe ich glücklicherweise keinerlei Erinnerung mehr, mein Vater hat mir später davon erzählt, davon, dass ich mich in meinem Bettchen nicht mal mehr aufrichten konnte. Warum ich punktiert wurde, habe weder ich noch mein Vater, jemals erfahren. Auch wenn es mir sehr rätselhaft erscheint, warum mein Vater damals nicht alle Hebel in Bewegung gesetzt hat, um zu erfahren, warum ein Kind ohne die Zustimmung der Eltern, einer solchen Behandlung unterzogen wird, einer Behandlung, die aus medizinischen Gründen nicht nötig war! Und auch heute habe ich dafür noch keinerlei Erklärung, denn Unterlagen darüber gibt es nicht mehr. So wird es für mich immer ein Rätsel bleiben. Vielleicht waren meine Eltern zu diesem Zeitpunkt auch ganz einfach mit noch wichtigeren Dingen beschäftigt, sodass sich niemand um diese Angelegenheit kümmern konnte. Schließlich habe ich ja noch eine Schwester, die zwei Jahre älter ist. Sie lebte seit ihrem dritten Lebensjahr bei meinen Großeltern väterlicherseits. Ich kann nur vermuten, dass zum Zeitpunkt meiner Geburt, die Ehe meiner Eltern schon vollkommen zerrüttet war. Streit und Zank waren damals wohl schon an der Tagesordnung, auch wenn ich diese Dinge nicht aus eigener Erfahrung sagen kann, denn an diese Zeit habe ich tatsächlich keinerlei Erinnerung mehr und kann hier demnach nur alles so aufschreiben, wie es mir erzählt wurde.

    Meine Großeltern zogen meine Schwester also seit ihrem dritten Lebensjahr auf, ganz so als ob es ihre eigene Tochter wäre. Da meine Schwester von Geburt an schielte, wollte meine Mutter sich nicht mit ihr in der Öffentlichkeit sehen lassen. Mein Vater war dies nicht recht, und darüber hatten sie sich im Laufe der Zeit immer weiter in einen Streit verwickeln lassen. Sie lebte also bei meinen Großeltern, denn bei meiner Erzeugerin, den Namen Mutter hat sie wirklich nicht verdient, aber ich werde ihn hier der Einfachheit halber weiter verwenden, war sie nicht mehr sicher. Kurz mein Vater hatte keine ruhige Minute mehr, wenn meine Schwester mit ihrer Mutter alleine war.

    So kam es dann wohl auch, dass meine Eltern des Öfteren wegfuhren, und meine Schwester hinter dem Fenster meiner Großeltern stand und weinend fragte, warum sie nicht mit durfte. Sie wohnten im Nachbarhaus und standen dann immer mit ihr am Fenster. Es hat sicherlich auch meinen Großeltern das Herz gebrochen. Sie mussten hilflos zusehen, wie wir zu dritt wegfuhren, und sie konnten meiner Schwester nicht erklären, warum sie nicht mit durfte. Ich habe es bis heute leider nicht verstanden, warum mein Vater dies alles zugelassen hat. Vielleicht wollte er ja nur die Ehe oder die Familie retten und hat sich deshalb blind und taub gestellt. Ich weiß es einfach nicht. Möglicherweise hatte er ja niemals aufgehört, diese Frau zu lieben. Diese Frau, die ihn nur benutzte, ihm nur Schaden zugefügt hatte. Da mein Vater ein Familienmensch ist, hat er wohl auch alles getan, um die Familie zu retten. Wer kann schon sagen, wo die Grenze ist, um eine Familie zu retten, wie weit ein Mensch bereit ist, für seine Familie zu gehen.

    Mein Vater jedenfalls hatte dies alles damals zugelassen. Er hätte wohl alles getan, um die Familie zu retten, aber letztendlich hat es nichts genützt, er wurde geschieden und die Familie war dennoch zerstört. Es hatte nicht geholfen, das Gegenteil war der Fall.

    Meine Familie war wohl die verklemmteste, die man sich nur denken konnte. Sehr viele Themen wurden nur ausgeschwiegen. Ich musste mich durch die Zeitschrift „BRAVO" aufklären. Schon als kleiner Junge ging ich abends vor dem zu Bett gehen zu meinem Vater und gab ihm die Hand und sagte Gute Nacht. Gerne hätte ich ihn in den Arm genommen. Wie sehr hätte mich dies in späteren Jahren bei meinen eigenen Kindern getroffen. Ich lege auch heute noch sehr großen Wert darauf, dass meine Kinder mit allen Themen ganz normal umgehen, sodass sie jederzeit zu mir kommen können mit all ihren Sorgen und Nöten, egal wie schlimm es auch sein mag. Mein Vater hat damals wohl auch nur so gehandelt, wie er es selbst von seinen Eltern gelernt bekommen hatte. Er kannte es ganz einfach nicht anders. Ich für meinen Teil konnte es damals schon nicht verstehen, warum mein Vater uns nur die Hand gab. Wie gerne hätte ich ihn umarmt, aber dazu fehlte mir der Mut.

    Meine Großeltern haben mir in späteren Jahren oft erzählt, wie meine Schwester weinend hinter dem Fenster stand und sie immer wieder fragte, warum ihre Eltern sie nicht mitnehmen würden, und warum ich, ihr kleines Brüderchen, mitfahren durfte. Vielleicht wollten sie nur, dass ich die Wahrheit erfahre, aber ich habe dennoch den Verdacht, dass sie es mir immer mit dem Hauch eines Vorwurfs erzählten. Ich kann es auch nicht verstehen, warum sie nur mich mitnahmen. Mir wäre es niemals in den Sinn gekommen eins meiner Kinder nicht mitzunehmen, weil ich mich dafür schäme. Auch wenn es offensichtlich nur an meiner Mutter lag, da sie sich für meine Schwester schämte, so schwieg mein Vater dennoch dazu. Wenn man sein Kind liebt, dann kann man sich doch nicht dafür schämen. Ein Kind, das doch in seinem bisher sehr kurzen Leben, noch niemals jemanden etwas Böses getan hatte, noch gar nicht den Unterschied zwischen Gut und Böse kannte. Ich war wohl das Schätzchen meiner Mutter, und sie machte offensichtlich auch keinen großen Hehl daraus.

    Meine Großeltern wollten das vielleicht nur ausgleichen, und haben darum meine Schwester in späteren Jahren mir stets bevorzugt. Aber sie hatten dabei eines vergessen, ich konnte doch als Zweijähriger nichts dafür, war doch noch nicht für meine Taten verantwortlich.

    Ich habe ihnen verziehen, auch wenn ich es niemals verstehen werde, warum sie einen kleinen Jungen dafür bluten ließen, was seine Mutter getan hatte. Dennoch werde ich es immer offen erzählen, denn es ist die harte Wahrheit. Sie sahen es mit ihren Augen, auch wenn ich nicht glaube, dass ich mit zwei Jahren schon für schuldig gehalten werden konnte. Einem Alter, in dem ein Kind definitiv für seine Handlungen noch nicht verantwortlich gemacht werden kann, und schließlich hatte ich selbst doch niemanden etwas getan oder etwas Schlechtes gesagt, geschweige denn gewünscht. Sie behandelten meine Schwester wie ihre eigene Tochter, und ich bekam es auch später mehr als einmal sehr deutlich zu spüren, dass es einen großen Unterschied zwischen uns beiden gab. Sie war eben die geliebte Tochter und ich war nur geduldet.

    Heute glaube ich daran, dass ich geboren wurde, um die Ehe zu retten. Ich sollte sicherlich als Kind den Zusammenhalt zwischen den Eltern wiederherstellen. Allerdings glaube ich auch fest daran das dies einzig

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