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Wenn die Seele "S.O.S." funkt: Psychische & Psychosomatische Störungen und Erkrankungen
Wenn die Seele "S.O.S." funkt: Psychische & Psychosomatische Störungen und Erkrankungen
Wenn die Seele "S.O.S." funkt: Psychische & Psychosomatische Störungen und Erkrankungen
eBook768 Seiten6 Stunden

Wenn die Seele "S.O.S." funkt: Psychische & Psychosomatische Störungen und Erkrankungen

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Über dieses E-Book

Psychische & Psychosomatische Störungen und Erkrankungen

Alle Welt scheint an & unter Stress(beschwerden) zu leiden; von Kindern bis Senioren! Stress ist also "in aller Munde".
In der breiten Bevölkerung bekannt auch Erkrankungen an Depressionen und dann auch noch Suchterkrankungen – insbes. von Alkohol, Drogen, Schmerz- & Schlafmitteln und auch von Nikotin –.
Dann ist in großen Teilen der Bevölkerung hinsichtlich der Kenntnisse von psychischen (psychiatrischen) und psycho-somatischen Störungen und Erkrankungen bereits das "Ende der Fahnenstange" erreicht.
Leider ist das aber bei weitem nicht das Ende mit den psychischen Störungen!
Der Bogen an Störungen und definitiven bzw. manifesten Erkrankungen ist weit gespannt; so reicht er auszugs- und beispielsweise von weiteren Drogen-Abhängigkeiten (nicht selten kombinierte Abhängigkeiten / u.a. flüchtige Lösungsmittel) über Psycho-sexuelle Störungen (u.a. Masochismus), Neurosen (z.B. Angstneurose), manisch-depressive Psychosen, Schizophrene Störungen, Paranoide Störungen bis hin zum Suizidalen Verhalten,

Aufgrund vieler dieser Störungen/Erkrankungen ziehen sich die Betroffenen immer mehr zurück, isolieren sich selbst und verlieren in einem oftmals hohen Maß ihr Selbstwertgefühl.
Aber aufgrund dieser Störungen/Krankheiten werden die Betroffenen von der Mitwelt immer mehr gemieden und somit noch weiter in die Isolation getrieben und das Selbstwertgefühl der Kranken wird noch weiter gemindert.

Dabei ist die "verständnisvolle" Einbindung des Kranken in seine Mit- und Umwelt von Wichtigkeit; das setzt aber voraus, dass zumindest Grundkenntnisse über psychische bzw. psychosomatische Krankheiten in der Bevölkerung bestehen. Wichtig ist, dass zwischen Krankem und seinem Umfeld ein regelrechtes "Aktions-Bündnis" geschlossen wird.

Neben der Information des Kranken über die Ätiologie und die Möglichkeiten der Diagnostik – hier begrenzt auf wenige Erkrankungen/Störungen – werden auch Optionen der ganzheitlichen Medizin (wissenschaftliche Schulmedizin + seriöse biologisch-naturheilkundliche Medizin) niedergeschrieben.

Leitgedanke sollte sein:
"Wir sind alle füreinander da!"
(sollten es zumindest sein)
SpracheDeutsch
Herausgeberneobooks
Erscheinungsdatum11. Aug. 2019
ISBN9783748558200
Wenn die Seele "S.O.S." funkt: Psychische & Psychosomatische Störungen und Erkrankungen

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    Buchvorschau

    Wenn die Seele "S.O.S." funkt - Dr. med. Hanspeter Hemgesberg

    Einleitung

    Gedichte

    Im Nebel

    Seltsam, im Nebel zu wandern!

    Einsam ist jeder Busch und Stein,

    Kein Baum sieht den andern,

    Jeder ist allein.

    Voll Freunden war mir die Welt,

    Als noch mein Leben licht war;

    Nun, da der Nebel fällt,

    Ist keiner mehr sichtbar.

    Wahrlich, keiner ist weise,

    Der nicht das Dunkel kennt,

    Das unentrinnbar und leise

    Von allen ihn trennt.

    Seltsam, im Nebel zu wandern!

    Leben ist Einsamsein.

    Kein Mensch kennt den andern,

    Jeder ist allein.

    Hermann Karl Hesse – Pseudonym: „Emil Sinclair"

    (1877-1962 – deutsch-schweizerischer Schriftsteller, Dichter und Maler)

    Das finstere Tal

    Ich wandere durch das finstere Tal,

    sehe keine Blumen, keine Farben und kein Licht.

    Jeden Tag mit Schmerzen und Qual,

    meine Seele an dieser Dunkelheit zerbricht.

    Ich spüre nichts mehr; kein Gefühl,

    Tränen ganz trocken, ohne Freude ich bin.

    Innerlich zerrissen, erstarrt und kühl,

    so macht mein Leben keinen Sinn.

    So wandere ich Tag ein und Tag aus,

    keine Sonne die wärmt und scheint.

    Komme aus der Dunkelheit nicht mehr heraus,

    meine Seele tief innen stark weint.

    Bin ganz alleine und einsam hier,

    ohne Hoffnung das Licht je zu finden.

    Ich bitte Gott: „nimm mich doch zu dir",

    wann wird‘ ich endlich das Dunkel überwinden.

    So wandere ich weiter durch dies finstere Tal,

    ohne Blumen, ohne Farben und Licht.

    Jeder Tag mit Schmerz und Qual,

    meine Seele weiter an der Dunkelheit zerrbricht.

    Patrick Schindler

    (Quelle Allmystery)

    Hinweis

    Wichtige Fachbegriffe bzw. Fremdwörter in diesem Buch sind gekennzeichnet mit einem ().

    Im Glossar werden diese unter

    „Lexikon: Das sollten Sie wissen & kennen"

    in alphabetischer Reihenfolge erklärt/erläutert.

    Ihr

    Dr. Hanspeter Hemgesberg

    Von psychischen und psychosomatischen Störungen …

    [eine „Einleitung"]

    Unaufhaltsam auf dem „Vormarsch" sind Störungen bzw. manifeste Erkrankungen an der Seele: „Psychische und Psychosomatische Störungen + Erkrankungen".

    Psychische Erkrankungen sind auch genetisch bedingt - WELT

    Waren zu früheren Zeiten weit überwiegend davon betroffen Menschen, die unter permanenten beruflichen, gesellschaftlichen und auch privaten Belastungen standen, so erkranken heute zunehmend bereits jüngere Erwachsene und sogar Jugendliche an „Störungen der Seele".

    Sicherlich ist ein wesentlicher Grund in der ‚modernen Gesellschaft‘ mit dem hohen Leistungsdruck und einem Leben nebeneinander anstelle miteinander zu suchen, sicherlich aber auch in den ständigen Überflutungen mit Reizen.

    Für und bei den älteren Jahrgängen sind die wesentlichsten Gründe für diese Störungen/Erkrankungen zu suchen und zu finden in der Vereinsamung, dem Abgeschnittensein vom Leben in der Gemeinschaft, von Krankheiten mit Minderung von Mobilität und Lebensqualität und nicht zuletzt auch in finanziellen Problemen.

    Kann man viele zumal organische Krankheiten auf eine Ursache, einen Auslöser zurückführen - zumindest auf die wichtigsten Ursachen -, so ist das für und bei vielen Störungen/Erkrankungen der Psyche nicht so einfach, vielfach bedarf es hier einer intensiven und daher aufwändigen Ursachenforschung.

    Um zu Beginn Ihnen, der Leserin/dem Leser, einen Überblick über die vielfältigen Erkrankungen der Seele zu geben, liste ich nachfolgend die Krankheiten der Psyche – zumindest in den Ober-/ Überbegriffen – entsprechend der Aufführung im Diagnoseschlüssel „ICD-10-GM" [Internationale Statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter gesundheitlicher Probleme – Deutsche Modifikation] auf.

    Zu den „psychischen und Verhaltensstörungen" zählen:

    a. Organische, einschließlich symptomatischer psychischer Störungen

    [Demenz () bei Alzheimer-Krankheit – Vaskuläre Demenz {u,a. Multi-Infarkt-Demenz, subcorticale vaskuläre Demenz () – sonstige Demenz-Formen {u.a. bei Parkinson-Syndrom)}

    b. Delir

    [Delir () mit und ohne Demenz]

    c. Andere psychische Störungen aufgrund Schädigung, Funktionsstörung

    des Gehirns oder körperlicher Krankheit

    [organische Halluzinose (), organische katatone Störung (), organische affektive Störung (), organische Angststörung, leichte kognitive Störung u.a.]

    d. Persönlichkeits- und Verhaltensstörung aufgrund einer Krankheit,

    Schädigung oder Funktionsstörung des Gehirns

    [u.a. Postenzephalitisches Syndrom, organisches Psycho-Syndrom nach Schädel-Hirn-Trauma]

    e. Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope () Substanzen

    [durch: Alkohol, Cannabinoide, Sedative und Hypnotika, Kokain, Stimulanzien einschl. Koffein, Halluzinogene, flüchtige Lösungsmittel, Tabak, multipler Substanz-Gebrauch]

    f. Schizophrenie, schizotype und wahnhafte Störungen

    [diverse Schizophrenie-Formen (), diverse schizoide Störungen, diverse wahnhafte Störungen, diverse psychotische Störungen]

    g. Affektive Störungen

    [Manische Zustände mit und ohne Psychotische Syndrome, Bipolare affektive Störungen mit und ohne psychotische Syndrome, Psychosen, Depressive Episoden, auch rezidivierend, anhaltende affektive Störungen (u.a. Zyklothymia, Dysthymia)]

    h. Neurotische, Belastungs- und Somatoforme Störungen

    [Phobische Störungen, sonstige Angststörungen (u.a. Panikstörung, generalisierte Angststörung, gemischte Formen z.B. Angst + Depression), Zwangsstörung, Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen (u.a. akute Belastungsreaktion, Posttraumatische Belastungsstörung, Besessenheitszustände, multiple Persönlichkeitsstörung) – somatoforme Störungen (u.a. Somatisierungs-Störung, Hypochondrische Störung, somatoforme autonome Funktionsstörung wie Herz-Kreislauf-System, Verdauungssystem, anhaltende somatoforme Schmerz-Störung) – andere neurotische Störungen (u.a. Neurasthenie)]

    i. Verhaltensauffälligkeiten mit körperlichen Störungen und Faktoren

    [Ess-Störungen (z.B. Anorexia nervosa, Bulimia nervosa, Ess-Attacken), nicht-organische Schlafstörungen (u.a. Alpträume, Schlafwandeln), sexuelle Funktions-Störungen, nicht verursacht durch eine organische Störung oder Krankheit (u.a. Mangel/Verlust an sexuellem Verlangen, Orgasmus-Störung, Ejaculatio praecox, Vaginismus, gesteigertes sexuelles Verlangen), Psychische oder Verhaltens-Störungen im Wochenbett), Psychologische Faktoren oder Verhaltensfaktoren  bei anderen Krankheiten – Schädlicher Gebrauch von Nicht-Abhängigkeits-erzeugenden Substanzen (z.B. Antidepressiva, Laxantien, Analgetika/ Schmerzmittel, Antazida/Magenschutzmittel gegen Übersäuerung, Vitamine, Steroide und Hormone, Pflanzen- und Naturheilmittel)]

    j. Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen

    [spezifische Persönlichkeitsstörungen (z.B. paranoide oder schizoide oder emotional instabile oder zwanghafte oder ängstliche oder abhängige Persönlichkeitsstörung) – kombinierte Persönlichkeitsstörungen (u.a. nach Extrem-Belastung oder nach psychischen Krankheiten oder bei Schmerzkrankheit) – abnorme Gewohnheiten und Störungen der Impulskontrolle (z.B. krankhaftes Spielen, Pyromanie, Stehlen) – Störungen der Geschlechts-Identität (z.B. Trans-Sexualismus, Transvestismus) – Störungen der Sexual-Präferenz (z.B. Fetichismus, Exhibitionismus, Voyeurismus, Pädophilie, Sadomasochismus, multiple Störungen) – Psychische und Verhaltensstörungen in Verbindung mit der sexuellen Entwicklung und Orientierung]

    k. Intelligenzstörungen

    l. Entwicklungsstörungen

    [umschriebene Entwicklungsstörungen des Sprechens oder schulischer Fertigkeiten (Lesen, Schreiben, Rechnen) oder der motorischen Funktionen (Grob- und Feinmotorik, Mundmotorik) - kombinierte umschriebene Entwicklungsstörungen (z.B. Autismus, Asperger-Syndrom = Form von Autismus im Kindesalter)]

    m. Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und

    Jugend

    [Hyperkinetische Störungen, Störungen des Sozialverhaltens, kombinierte Störungen des Sozialverhaltens und der Emotionen, Tic-Störungen, andere Verhaltens- und emotionelle Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend (z.B. nichtorganisches Bettnässen, stereotype Bewegungsstörungen, Stottern/ Stammeln, Poltern)]

    n. Nicht näher bezeichnete psychische Störungen

    Sollten zumindest die psychischen und psychosomatischen Störungen entsprechend den Oberbegriffen besprochen werden, dann bräuchte es dazu eines „dicken" Wälzers.

    So beschränke ich mich in diesem Buch auf wenige ausgesuchte –zumal nicht selten vorkommende – Störungen bzw. Erkrankungen der Seele.

    Ich beschränke mich auf:

    - Angststörungen

    - Depression

    - Persönlichkeitsstörungen

    - Borderline-Persönlichkeit

    - Dissoziative Persönlichkeit

    - Narzistische Persönlichkeit

    - Ängstliche Persönlichkeit

    - Psycho-somatische Störung

    - Somatisierungs-Störung

    - Hypochondrische Störung

    - Bipolare (affektive) Störung

    - Stress und Stress-Krankheit

    - (Posttraumatische) Belastungsstörung

    Was dieses „Buch" nicht ist, sein kann und auch nicht sein will:

    Ein ‚medizinisches‘ und speziell ein ‚psychiatrisches bzw.

    psychsomatisches‘ Lehrbuch!

    Was es hingegen sein will:

    Eine Informationsquelle in allererster Linie für ‚Laien‘ und hier

    Besonders für ‚Betroffene‘.

    Will besagen:

    Wichtige Grundlagen in knapper Form zu den vorgestellten psychiatrischen und psychosomatischen Erkrankungen/Störungen sollen den Betroffenen und auch seine Angehörigen und auch Lebenspartner über „Art und Wesen" der Krankheit informieren, dazu werden Optionen der Diagnostik genannt und dann aber auch Möglichkeiten der Therapie, der schulmedizinischen wie der seriösen biologisch-naturheilkundlichen Medizin.

    Angst-Störungen

    Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort

    Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort.

    Sie sprechen alles so deutlich aus:

    Und dieses heißt Hund und jenes heißt Haus,

    und hier ist Beginn und das Ende ist dort.

    Mich bangt auch ihr Sinn, ihr Spiel mit dem Spott,

    sie wissen alles, was wird und war;

    kein Berg ist ihnen mehr wunderbar;

    ihr Garten und Gut grenzt grade an Gott.

    Ich will immer warnen und wehren: Bleibt fern.

    Die Dinge singen hör ich so gern.

    Ihr rührt sie an: sie sind starr und stumm.

    Ihr bringt mir alle die Dinge um.

    Rainer Maria Rilke

    (1875 Prag/Tschechien-1926 Montreux/Schweiz – weltberühmter Lyriker; er gilt als einer der bedeutendsten Dichter der literarischen Moderne)

    Zusammenfassung

    „Angst (fr)essen Seele auf" …

    (Angst essen Seele auf ist ein filmisches Melodram von Rainer Werner Fassbinder aus dem Jahr 1974)

    Ich darf fortfahren mit:

    … „aber nicht nur die Seele (Psyche), sondern sukzessive auch die beiden anderen Ebenen des menschlichen Organismus:

    „Geist und Körper"!

    Zu guter Letzt wird der Betroffene (nahezu) total von seiner

    Angst beherrscht!

    (Quelle: Apotheken Umschau)

    Fakt:

    Der gesamte Körper – in allen seinen Ebenen – steht permanent „unter Hochspannung und ist im „Alarmzustand!

    Daraus erklären sich/resultieren dann die gesamt-gesundheitlichen Folgen, Auswirkungen und evtl. nachfolgenden (Dauer-)Schäden.

    Angststörungen werden heute den „neurotischen Störungen" zugerechnet, wobei mit Angststörung der Oberbegriff bezeichnet wird – und es sich bei der Panikstörung es sich um eine Unterspezies handelt wie auch bei den Phobien, der generalisierten Angstneurose (auch bezeichnet als generalisierte Angststörung) – und der Angst- und depressiven Störung (gemischt) (nebenbei: eine Diagnostik sollte daher stets auch eine differenzial-diagnostische z.B. gegenüber sämtlichen Formen der Angststörung sein!).

    Fakt ist allemal und eindeutig:

    Bei der Angststörung handelt es sich unstrittig um eine definierbare und definitive Krankheit.

    Nicht aber handelt es sich um vegetative Störungen oder um Persönlichkeits-Auffälligkeiten.

    Dass es sich um eine anerkannte Krankheit handelt, wird auch mit der Listung im ICD für Deutschland (ICD = Internationaler Code für Krankheiten) mit „F41.9" Rechnung getragen (Anmerkung: Im ICD unter F40-F48 sind registriert: „neurotische, belastungs-bedingte und somatoforme Störungen, s. Kapitel 1).

    Im letzten Jahrzehnt hat bei uns in Deutschland die Zahl an Erkrankten mit einer „Angststörung" deutlich zugenommen.

    Das ist leider Fakt!

    Dabei stellen die diagnostizierten Fälle sicherlich lediglich nur die ‚Spitze des Eisberges‘ dar; die sogen. Dunkelziffer an nicht-diagnostizierten Kranken bzw. an nicht-korrekt-diagnostizierten (um das Wort „fehl-diagnostiziert" zu vermeiden) dürfte weit darüber liegen!

    Letzten Zahlenangaben zufolge bewegen sich die Erkrankungs-Zahlen um ca. 20-24% der Bevölkerung.

    Von Burnout redet alle Welt, die neurotischen Störungen laufen quasi am Rande so nebenbei (mit).

    Es ist in meinen Augen und nach meinen langjährigen diesbezüglichen Erfahrungen also dringend an der Zeit, dass sich die Schulmedizin(er) wie auch die seriöse(n) biolog-naturheilkundliche(n) Medizin(er) eingehender mit diesen „Psychischen und Verhaltens-Störungen" befassen.

    D.h.

    Die Beschwerden der Betroffenen vom ersten Tage an ernst zu nehmen und (wie leider immer noch und immer wieder vielfach so Alltags-Realität) nicht abzutun mit der Verordnung von Psychopharmaka/ Antidepressiva/Anxiolytika!

    (und dies in nicht wenigen Fällen ohne Verlaufskontrollen und über [zu] lange Zeit und nicht selten in zu hoher Dosierung und dabei eine Abhängigkeit des Kranken riskierend!)

    Meine langjährigen diesbezüglichen Erfahrungen finden sich immer wieder bestätigt (übrigens auch die von vielen meiner Kollegen):

    So früh wie möglich die Krankheit diagnostizieren, so früh wie möglich und so umfassend wie erforderlich die Krankheit therapieren und zwar mit einem individuell-adaptierten „ganzheitlichen multi-modalen Behandlungs-Konzept"!

    Vorbemerkung

    Jeder Mensch kennt das Gefühl der Angst.

    Unisono vom Kind bis zum Greis.

    Diese Emotion ist eine völlig natürliche Reaktion auf eine mögliche Gefahr.

    Angst ist sinnvoll, da sie uns unter Umständen vor Gefahren bewahrt, indem wir etwa eine Situation vermeiden oder die Flucht ergreifen.

    Die schützende Alarmfunktion der Angst war schon immer (überlebens-)wichtig.

    Hätten unsere Vorfahren beim Anblick eines wilden Tieres aus Angst nicht die Flucht ergriffen, hätte sie das vermutlich das Leben gekostet.

    Auch heutzutage hält uns Angst häufig davon ab, ein zu hohes Risiko einzugehen.

    So gesehen hat kurzeitig auftretende Angst etwas „Gutes" in sich; eine Warn- und Hilfsfunktion.

    Ganz anders aber sieht die Sache aus, wenn Angst scheinbar grund- und anlasslos in uns hochschießt, wenn Ängste sich im Ausmaß aufschaukeln, wenn Ängste immer wieder oder gar ständig vorhanden sind, sich Ängste regelrecht der betoffenen Person bemächtigen und wenn letztlich dadurch der/die Betroffene in seiner/ ihrer Lebensqualität mehr oder weniger beeinträchtigt und eingeengt wird und, wenn es sogar zu Folgeschäden kommt.

    Definition

    Als Angststörung bezeichnet man eine Gruppe psychischer Störungen – korrekter: neurotischer Störungen –, die ihre Gemeinsamkeit in einem übersteigerten Angst-Empfinden (= übersteigerte Angst-Reaktion) hat; obwohl es hierfür keinen objektiven/ objektivierbaren Grund gibt.

    Der Betroffene kann die Angst kaum oder nicht mehr kontrollieren und auch nicht adäquat gegensteuern. Betroffene Menschen erleben ausgeprägte Angst und körperliche Angstsymptome, die i.d.R. so stark sind, dass sie das alltägliche Leben beeinträchtigen.

    Angst - Bilder und Stockfotos - iStock

    Früher wurde diese Erkrankung auch mit Angstneurose bezeichnet.

    Generell kann man Angst als ein „subjektives Bedrohungs-Gefühl" beschreiben.

    Wobei nochmals festzuhalten ist, dass Angst an sich eine nützliche/ hilfreiche Funktion hat: Sie ist ein Alarmsignal, welches dabei hilft, einer Bedrohung zu entkommen. Ist die Bedrohung vorbei, sollte aber auch die Angst verschwinden. Bei der krankhaften Angst (Angststörung) nimmt man jedoch eine Bedrohung wahr, die objektiv nicht vorhanden ist.

    Bei einer Angststörung steht das Gefühl der Angst so stark im Vordergrund, dass das alltägliche Leben in vielen Bereichen (extrem) stark eingeschränkt ist.

    Ursachen und pathophysiologische Prozesse

    Angststörungen entstehen durch „Fehl-„ bzw. „Überreaktionen" des Körpers, der im vegetativen Nervensystem (vNS) (s. nachfolgend) auf Alarm schaltet, obwohl von außen gesehen kein Grund für eine solche Reaktion vorliegt.

    Zwischennotiz:

    Vegetatives Nervensystem (vNS) [Vegetativum] ()

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    (lat. Fachname: Systema nervosum autonomicum)

    = der ursprünglich nach funktionellen Aspekten abgetrennte Teil des peripheren und zentralen Nervensystems, der den vegetativen Funktionen dient; d.h. der Regelung der unbewussten und vom Willen weitgehend unabhängig „inneren Lebensvorgänge".

    Das vNS steuert viele lebenswichtige Körper-Funktionen. Dazu gehören zum Beispiel die Atmung, Verdauung und der Stoffwechsel. Ob der Blutdruck steigt, sich die Adern weiten oder der Speichel fließt, lässt sich mit dem Willen nicht beeinflussen. Übergeordnete Zentren im Gehirn und Hormone kontrollieren das vNS. Gemeinsam mit dem Hormonsystem sorgt es dafür, dass die Organe gut funktionieren. Über Nervenimpulse wird die Organfunktion schnell an wechselnde Anforderungen angepasst. Hormone müssen erst mit dem Blutkreislauf zum Zielorgan transportiert werden.

    Zurück zum Thema:

    A. Psychoanalytische Theorien

    Anhänger der psychoanalytischen Theorien gehen davon aus, dass innere Konflikte zu Angst führen können. Auch nimmt man an, dass die betroffene Person nicht die Fähigkeit entwickeln konnte, mit normaler Angst adäquat umzugehen.

    In Konfliktsituationen fühlt sich die Person daher überfordert, so dass alte kindliche Ängste in ihr aufsteigen können.

    Auch treten besonders bei drohendem Verlust (z.B. einer nahestehenden Bezugsperson oder sozialer Anerkennung) akute Ängste wie Trennungs-Angst auf.

    B. Das Neurotransmitter-/Rezeptor-Modell

    In der Pathophysiologie von Ängsten wird die Rolle verschiedenster Neurotransmitter-Systeme (chemische Botenstoff-Systeme) diskutiert.

    Es handelt sich dabei um …

    1. das GABA-System (Gamma-Amino-Buttersäure-System)

    2. das serotonerge System

    3. das noradrenerge System

    4. sogen. „exzitatorische" (= Rezeptor-anregende) Aminosäuren ()

    5. andere Neurotransmitter ().

    Bei der Entstehung von Angst-Störungen spielt u.a. auch die Wahrnehmung körperlicher Symptome eine wichtige Rolle.

    Verspürt eine Person Angst, stellen sich bei ihr körperliche Reaktionen wie zum Beispiel Herzrasen, Schweißausbrüche oder Zittern ein. Diese Symptome deutet der Betroffene subjektiv als Gefahr, was dazu führt, dass die Angst noch größer wird. Durch die damit verbundene Stressreaktion verstärken sich wiederum die körperlichen Symptome.

    Es hat sich auf diese Weise ein Teufelskreis der Angst gebildet, der bewirkt, dass die Angst immer weiter zunimmt.

    Die Lerntheorie kann auch erklären, warum es im Zusammenhang mit Panikstörungen zu Erwartungsängsten kommt. Tritt eine Panik-Attacke wiederholt auf, bekommt die Person Angst vor weiteren Attacken; es entsteht eine „Angst vor der Angst".

    Wie auch immer:

    Infolge der Angst kommt es u.a. zu einer erhöhten Aktivität des aufsteigenden Noradrenergen Systems (s. unten) und auch des Locus coeruleus (s. unten).

    Zwischennotiz:

    C. Noradrenerges System/Locus coerulus

    Es hat seinen Ursprung im Locus coerulus (oder caerulus) – d.i. eine neurophysiologische Struktur und sie ist Teil der Formatio reticularis im Rautenhirn, also im Hirnstamm, gelegen in der vorderen Rautengrube und sie erstreckt sich bis zur Einmündung des Gehirn-Aquaedukts in den 4. Ventrikel; wird unterteilt in 4 Teile –.

    Das noradrenerge System projiziert in das für Emotionen besonders wichtige „Limbische System"

    Der L.c. bzw. das noradrenerge System spielt eine wichtige Rolle bei der Steuerung der Orientierung sowie der Aufmerksamkeit und auch bei Stress, Angst und Panik!

    D. Ursachen/Auslösende (Lebens-)Ereignisse

    für Ängste respektive die Angststörung können u.a. sein:

    a. Trennungserlebnisse

    b. Biographische Schwellensituationen

    c. Traumatische Ereignisse (körperlich, seelisch, geistig - auch kombiniert)

    d. Psychosoziale Probleme

    e. Körperliche (organische) Erkrankungen

    Fazit:

    Angst-Störungen entstehen meist durch eine Kombination aus verschiedenen Faktoren.

    So kann in seltenen Fällen auch eine genetische Veranlagung (Vulnerabilität) vorliegen, leichter und rascher als andere Menschen mit Angst auf bestimmte Situationen oder Reize zu reagieren. Wenn dann noch weitere Faktoren – z.B. ausgeprägter/anhaltender Stress = Distress und/oder vermehrte Überforderung (physisch, psychisch, neuro-mental), Erschöpfungszustände u.a.m. – hinzukommen, kann dies eine Angststörung auslösen.

    Auch schwerwiegende negative Lebensereignisse – z.B. der Tod eines Angehörigen oder ein plötzlicher Jobverlust – sind in vielen Fällen der Auslöser für eine Angststörung.

    Einteilung der neurotischen Störungen

    Neurotische Störung, Belastungs- und somatische Störung

    ist der Ober- bzw. Sammelbegriff für mehrere unterschiedliche Krankheitsbilder (alle im ICD-10 G unter F40-F48), so:

    I. Phobische Störungen

    [Agoraphobie – soziale Phobie – speztifische (isolierte) Phobie – sonst. phobische Störungen – Phobien nicht näher bezeichnet]

    II. Angststörungen

    [Panikstörung (episodisch paroxysmale Angst) – Generalisierte Angststörung – Angst & depressive Störung gemischt – andere gemischte Angststörungen – sonst. spezifische Angststörungen – Angststörung nicht näher bezeichnet]

    III. Anpassungsstörung

    IV. Belastungsstörung

    (z.B. posttraumatisch)

    Hinweis:

    Allen Angststörungen gemeinsam ist, dass …

    1. immer eine als beunruhigend erlebte körperliche Erregung besteht

    und

    2. die Betroffenen sich bemühen, den in der Umwelt oder im Körper liegenden Auslöser der Angst zu vermeiden, d.h. sich durch gezielte Handlungen oder Gedanken der Angst zu entziehen.

    Erscheinungsformen der Angst

    Angststörung ist nicht gleich Angststörung!

    714,166 Angst Lizenzfreie Bilder und Fotos Kaufen - 123RF

    Zu unterscheiden gilt es bei einer Angststörung zwischen folgenden Vorkommens- bzw. Erscheinungs-Formen der Angst:

    1. Angst-Attacken (meist minutenlang) mit angstfreien Zeiträumen

    dazwischen Panikstörung

    2. Angst tritt nur bei Konfrontationen mit einem definierbaren

    Auslöser auf Phobie

    3. Anhaltende Angst oder Besorgnis (nicht situations- und/oder objekt-

    gebunden) über mehrere Wochen/Monate hinweg generalisierte Angststörung

    4.Vegetative Symptome (Herzklopfen, Rotwerden, Schweißausbrüche, Brustschmerz, Schwindel, Erstickungsgefühl, gesteigerte Atemfrequenz/ Hyperventilation, Harndrang) und/oder viszerale (vom Bauch her) Symptome (Übelkeit, Brechreiz, Erbrechen, unklare Bauchschmerzen) Begleit-Erscheinungen der Angst.

    Angst-Inhalte

    Auch hier gilt es zu differenzieren, wobei es zu vermerken gilt, dass die Übergänge fließend sein können und es vielmals im Krankheits-Verlauf zum Wechsel des Angst-Inhalts kommt (kommen kann):

    a. Angst vor einem Auslöser (z.B. bestimmte Situation)

    b. Frei flotierende Angst, die nicht an eine bestimmte Situation

    gebunden ist

    c. Furcht zu sterben oder wahnsinnig zu werden

    d. Angst vor Kontrollverlust über das eigene Tun & Handeln.

    Symptomatologie

    Sogen. Leitsymptome sind u.a.:

    1. Unerwartet auftretende Angst

    mit Beklemmungsgefühlen, Schwitzen, Zittern, sonst. vegetativen und/oder viszeralen Beschwerden

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    2. Unvermögen

    bestimmte oder situations-gebundene, angst-besetzte Alltags-Aktivitäten auszuführen

    [u.a. Einkaufen, Bankgeschäfte, Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel, selbst Autofahren]

    Weiterhin können im Verbund mit der Angststörung (zeitweise, unterschiedlich in der Intensität, wechselweise oder stets) auftreten Symptome wie u.a.:

    Herzklopfen/Herzrasen/Pseudo-Angina-Pectoris-Beschwerden,  Schwindel, Beben, Mundtrockenheit, Flush (Erröten)/Hitzewallungen), Atem-Beklemmung, selten auch Sprach-/Sprechschwierigkeiten, viszerale (abdominelle) Beschwerden wie Übelkeit/Brechreiz/ Erbrechen, Verstopfung und/oder Durchfall …

    … und dazu aber auch noch folgende Symptome:

    Bewusstseinsstörung (z.B. Gefühl, irre zu werden oder Gefühl, dass Dinge irreal sind oder „man selbst nicht richtig da ist oder Gefühl, dass man nicht mehr „Herr über die eigenen Gedanken ist), Benommenheit, Angst, zu sterben, allgemeines Vernichtungsgefühl.

    Zuletzt:

    Jeder 4. Angststörungs-Kranke beklagt Schmerzen!

    (wechselnde Lokalisierung, wechselnde Intensität, wechselnder Schmerzcharakter – chronisch/permanent oder intermittierend).

    Persönlichkeits-Typen

    Ängste prägen unseren Charakter, …

    so lautet eine Theorie der Psychoanalyse, die der Mitbegründer der heutigen Akademie für Psychoanalyse und Psychotherapie in München, Fritz Riemann (1902-1979 / Psychoanalytiker / 1946 Mitbegründer des Instituts für psychologische Forschung und Psychotherapie in München; seit 1974 „Akademie für Psychoanalyse und Psychotherapie"), entwickelte.

    Demnach gibt es vier Grundängste:

    1. Die Angst vor Selbstentfaltung der depressiven Persönlichkeit, 2. Die Angst vor der Hingabe der schizoiden Persönlichkeit,

    3. Die Angst vor der Veränderung der zwanghaften Persönlichkeit sowie

    4. Die Angst vor dem Notwendigen der hysterischen

    Persönlichkeit.

    Psychoanalytiker gehen davon aus, dass eine Grundangst überwiegt in Kombination mit den andern Formen.

    Die Angst spielt eine wichtige Rolle:

    Sie ist laut Fritz Riemann nicht ein möglichst zu vermeidendes Übel, sondern ein nicht wegzudenkender Faktor unserer Entwicklung.

    Die Herausforderung: die Angst anzunehmen und zu versuchen, sie zu bewältigen. Dabei kann es helfen, jeweils vom Gegentypus der Persönlichkeit zu lernen.

    Ohnehin kommen die Typen nicht in Reinform vor – je mehr man sich in allen vier Bereichen wiederfinde, desto lebendiger sei die Persönlichkeit.

    TIPP

    Ihr Persönlichkeits-Test

    Detaillierte, wissenschaftliche Analyse Ihrer Persönlichkeit unter www.personalitynet.de

    Persönlichkeits-Struktur

    Unter Persönlichkeits-Struktur ist zu verstehen, …

    … das zu jedem Entwicklungszeitpunkt einer Person einzigartige Gesamtsystem – aufgrund ihrer grundlegenden physischen und psychischen Merkmale, ihrer charakteristischen Anpassungsweisen in der Auseinandersetzung mit Person-internen und Person-externen Gegebenheiten sowie ihres Selbst- und Welterlebens (Persönlichkeit) –.

    Der Begriff Persönlichkeit(s-Struktur) umfasst die einzigartigen psychologischen Eigenschaften eines Individuums, in denen es sich von anderen unterscheidet.

    Temperament und Charakter sind ältere Bezeichnungen für Teil-Aspekte.

    Es werden zahlreiche Persönlichkeitseigenschaften unterschieden.

    Die Persönlichkeits-Struktur-Analyse (PSA) ermöglicht ein besseres Verständnis der Persönlichkeit z.B. des Patienten, das gezielte Training mit Soft-Skills (= soziale Kompetenz = Gesamtheit aller individuellen Fähigkeiten/Fertigkeiten, welche für die soziale Interaktion nützlich bzw. erforderlich sind) – so z.B. zur Auswahl von Mitarbeitern und zur Feststellung derer Potenzials –.

    Die PSA stellt ein praktisches Persönlichkeitsmodell dar in/mit 4 Dimensionen und 3 Persönlichkeitsachsen.

    Differential-Diagnostik

    Simultan zur Abklärung, um welchen Typus „neurotische Störung" es sich handelt, ist das Vorliegen von Krankheiten und/oder Nebenwirkungen von Medikamenten und/oder Suchtstoffen auszuschließen.

    Im Rahmen der Anamnese sollte eine Klärung des Konsums (welche, seit wann, wie viel) an Medikamenten und Suchtstoffen erfolgen.

    D.h. Koffein, Amphetamine (Speed, Crystal, Glass) und Ecstasy, Halluzinogene (Psychodelika wie LSD, Mescalin, DMT, LSA – Dissoziativa wie DXM, Ketamin, Salvinorin A, PCP, Lachgas – Delirantia wie  Scopolamin (Tollkirsche, Engelstrompete, Bilsenkraut), Muscimol (Fliegenpilz), DHM).

    Dann ist als Ursache der vegetativen und/oder viszeralen Beschwerden bzw. als Ein- oder Ausschluss bzgl. der Angst-Erkrankung abzuklären auf Vorliegen von:

    I. Organischen Ursachen/Krankheiten

    a. Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion)

    b. Hashimoto-Thyeoiditis (= Autoimmunkrankheit / Typ 1A + 2A)

    c. Ord-Thyreoiditis (= Autoimmunkrankheit / Typ 1B + 2B)

    d. Hyperparathyreoidismus (Überfunktion der Nebenschilddrüse)

    e. Hypoglycämie (Unterzuckerung bei bekanntem Diabetes mellitus)

    f. Paroxysmale supraventriculäre Tachykardie (= Herzstolpern/Herzrasen

    ohne fassbare Ursache)

    g. Phäochromozytom (= hormonell aktiver Tumor des Nebennierenmarks und/

    oder der sympathischen Paraganglien)

    h. Mitralklappen-Prolaps (Vorfall der Mitralklappe am Herzen)

    II. Neurologischen und psychiatrischen Ursachen/Krankheiten

    a. Epilepsie (Krampfleiden/zerebrales Anfallsleiden)

    b. M. Parkinson & sekundäres Parkinson-Syndrom

    c. Demenzielle Syndrome (z.B. M. Alzheimer)

    d. Schizophrenie

    e. Depression

    f. Ängstliche (vermeidende) Persönlichkeitsstörung

    III. Genetische Ursache/Krankheit

    a. Down-Syndrom (Trisomie 21)

    Diagnostik

    Um es vorweg zu sagen:

    Die Diagnostik ist weit überwiegend die Domäne der (natur-) wissenschaftlichen (Schul-)Medizin!

    Da führt kein Weg daran vorbei!

    Was die biologische Medizin (zumal die seriöse wie fundierte) angeht, so war und ist (und wird sie wohl auf nicht absehbare Zeit auch bleiben) diese einzig additiv-komplementär anzuwenden.

    Fakt ist aber auch, dass es bis heute in der Schulmedizin kein „Gold-Standard-Untersuchungsverfahren" gibt (und m.M.n. auch vorerst nicht geben wird).

    In der Übersicht nachstehend mein Vorschlag für das diagnostische Procedere bei „Angststörung" – wobei festzuhalten ist, dass step-by-step vorzugehend ist –.

    Vorgehen:

    I. Diagnostisches Procedere bei Angststörung (1)

    „Obligate Basis-Diagnostik"

    A. Anamnese

    sie ist das „A & O" der Diagnostik

    [muss/sollte unbedingt enthalten: Krankheitsverlauf, erste und derzeitige Beschwerden, Belastungen Privat/Schule/Studium/Arbeit/Doppelbelastung/ Gesellschaft wie Vereine/Verbände usw. (insbes. Stress, Mobbing usw.), gravierende Krankheiten in der Vorgeschichte, bisherige + derzeitige Therapien (Medikamente, sonst. Therapien, z.B. Psychotherapie), Konsum an Kaffee/ Schwarztee/Alkohol (welchen)/Nikotin, Schlaf-Wach-Rhythmus und allgemeiner Lebens-Rhythmus, sportliche Aktivitäten (welche, wie oft/Woche, wie lange, wie intensiv), einschneidendes Ereignis bei der Person selbst [Unfall, Jobverlust, sexuelle Belästigung, Tod eines nahen Verwandten, gravierende gesundheitliche Probleme eines nahen Verwandten (Psychose/Neu-rose/Krebs usw.)], eigenes Sexualleben + Fragen nach Bedingungen/ Umstände für das Auftreten der Angst –

    Hinweis.

    Sind Kinder und Jugendliche ‚betroffen‘, so halte ich es für unumgänglich, dass und wenn zumindest ein Elternteil oder ein Betreuer bei der Anamnese-Erhebunf anwesend ist und er/sie Auskünfte über den Krankheitsverlauf geben kann]]

    B. Organischer Status

    umfassende körperliche Gesamtuntersuchung (quasi vom Schädeldach bis zu den Fußsohlen)

    Dazu sollten bereits hier (soweit erforderlich) die sogen. „Neuro-vegetativen Funktionsteste" (Steh-Test nach Thulesius / Schellong-Kreislauf-Test / Herz-Frequenz-Varianz-Analyse / Sympathicus-Haut-Reaktion / Nynhidrin-Test) durchgeführt werden

    C. Orientierender Neurologischer Status

    die Betonung liegt auf „orientierend".

    Der Status sollte beinhalten: Hirnnerven, Motorik, Muskeleigenreflexe (MER) und Pyramidenbahnen, Sensibilität, Koordination.

    D. Orientierende Psychiatrische Exploration

    die Betonung liegt auch hier vorerst auf „orientierend".

    Der Status sollte beinhalten: Bewusstseinslage, Stimmung, Antrieb, Affekt, Kontakt, Verhalten, Trugwahrnehmungen, Beeinflussungsgefühle, Merkfähigkeit/Konzentration/Aufmerksamkeit.

    TIPP

    Im Rahmen der psychiatrisch/psychisch Exploration können/sollten mit vorgenommen werden:

    (Selbst-)Teste:

    „Depression" – z.B.  nach Ivan Goldberg –, „Stress-Test und auch „Mental-Test (im Internet) oder ähnliche.

    E. Labor-Diagnostik

    - großes Differential-Blutbild

    - BSG/BKS, CRP (Entzündungswerte)

    - TSH basal (orientierender Schilddrüsenwert) – dazu ggfls. FT3 und FT4

    - Elektrolyte: Kalium, Magnesium, Zink, Selen

    - Blutzucker (nüchtern + ggfls. postprandial bzw. oGTT = oraler Glucose-

    Toleranz-Test)

    F. Apparative      Diagnostik

    - Schilddrüsen-Sonografie

    - EKG (in Ruhe und unter Belastung – optimal. Stress-Echokardiographiie)

    II. Diagnostisches Procedere bei Angststörung (2)

    „Fakultative Zusatz-Diagnostik"

    [Aus-/Einschluss von sonstigen/weiteren Krankheiten]

    Hinweis:

    Stets individuell, befund-angepasst, selektiv!

    A. Apparative Diagnostik

    Bei bekannten kardialen/vaskulären Symptomen zusätzlich

    - Langzeit-EKG

    - Transthorakale Echokardiografie (TTE)

    auch

    - Stress-Echokardiographie"

    - Langzeit-Blutdruckmessung

    Zur Differential-Abklärung „Nervöse Störung/Depression"

    - ANSA (Autonomes Nervensystem-Analyse)

    - Ninhydrin-Test

    - Farb-Test nach Prof. Dr. Max Lüscher (computergestützt)

    B. Bildgebende Verfahren

    - Schilddrüsen-Sonogramm und bedarfsweise

    - Schilddrüsen-Szintigramm

    - Abdomen-Sonografie (zum Ausschluss Nebennierenprozess)

    - Röntgen Thorax (zum Ausschluss Lungenprozess)

    - EEG (zum Ausschluss Epilepsie und Hinweis auf Medikamenten-Missbrauch)

    C. Labor- Diagnostik

    1. Blutuntersuchung:

    - Hormon-Status mit: Östrogen (mit aktivem = freiem Ö), Östradiol,

    Testosteron (mit freiem = aktivem T.), Progesteron, Prolaktin, Lutenisierendes Hormon (LH), Follikel-Stimulierendes Hormon (FSH), Somatotropes Hormon (STH = Wachstumshormon = HGH),  Dehydroepiandrosteron (DHEA/DHEAS), Progesteron, Cortisol, Adrenocorticotropes Hormon (ACTH)

    - Vitamin H (Biotin), Vit. A, B-Vitamine (zur Abklärung Haarausfall)

    2. Urin-Untersuchung (im 24-Stunden-Sammelurin) mit:

    - Urinzucker

    - Katecholamine im Urin (Vanillinmandelsäure, Adrenalin, Noradrenalin,

    Dopamin)

    3. Tuberkulose-Test (hier ist der ‚Tuberkulin-Test‘ ausreichend)

    D. Psychiatrisch/Psychologische Untersuchung

    1. unbedingt erforderlich zur Differential-Diagnostik „Neurotische

    Störungen" (Angststörung) versus „Depression usw.

    2. Psychodiagnostische Verfahren [u.a. Beck-Angst-Inventar (BAI), Hamilton-

    Angst-Skala (HAMA), Panik- und Agoraphobie-Skala (PAS) u.a.]

    3. Abklärung Persönlichkeits-Typus und Persönlichkeits-Struktur

    4. danach – in Absprache mit dem Patienten – Festlegung des weiteren

    Therapeutischen Procedere

    TIPP

    Medikamenten-Austestung

    Um dem schon genügend gesundheitlich und bes. psychisch strapazierten Kranken weitere Belastungen durch „Arzneimittel-Unverträglichkeiten" zu ersparen, empfehle ich, die Verträglichkeit der vorgesehenen – und zwar als Einzelmittel wie auch in der Kombination mit den weiteren Wirkstoffen – Arzneimittel auszutesten und zwar vor der Ersteinnahme.

    Dies gilt einheitlich für chemisch-definierte wie für biologische = „natürliche" Arzneiwirkstoffe!

    TIPP

    „Selbstbeurteilungstest Angst"

    Fragen:

    [Zutreffendes ankreuzen]

    01. Ich fühle mich nervöser und ängstlicher als früher:

    a) nie oder sehr selten

    b) manchmal

    c) oft

    d) meistens oder immer

    02. Ich fürchte mich ohne Grund:

    a) nie oder sehr selten

    b) manchmal

    c) oft

    d) meistens oder immer

    03. Ich rege mich leicht auf oder bekomme das Gefühl, in Panik zu geraten:

    a) nie oder sehr selten

    b) manchmal

    c) oft

    d) meistens oder immer

    04. Ich habe das Gefühl zusammenzubrechen:

    a) nie oder sehr selten

    b) manchmal

    c) oft

    d) meistens oder immer

    05. Ich glaube, dass alles in Ordnung ist und nichts Schlimmes geschehen wird:

    a) nie oder sehr selten

    b) manchmal

    c) oft

    d) meistens oder immer

    06. Meine Arme und Beine schlottern und zittern:

    a) nie oder sehr selten

    b) manchmal

    c) oft

    d) meistens oder immer

    07. Ich leide an Kopf-, Nacken- und/oder Rückenschmerzen:

    a) nie oder sehr selten

    b) manchmal

    c) oft

    d) meistens oder immer

    08. Ich fühle mich schwach und werde schnell müde:

    a) nie oder sehr selten

    b) manchmal

    c) oft

    d) meistens oder immer

    09. Ich fühle mich ganz ruhig und kann gut still sitzen:

    a) nie oder sehr selten

    b) manchmal

    c) oft

    d) meistens oder immer

    10. Ich kann spüren, wie mein Herz ganz schnell pocht:

    a) nie oder sehr selten

    b) manchmal

    c) oft

    d) meistens oder immer

    11. Ich leide an Schwindelanfällen:

    a) nie oder sehr selten

    b) manchmal

    c) oft

    d) meistens oder immer

    12. Ich habe Ohnmachtsanfälle oder das Gefühl, ohnmächtig zu werden:

    a) nie oder sehr selten

    b) manchmal

    c) oft

    d) meistens oder immer

    13. Ich kann frei ein- und ausatmen:

    a) nie oder sehr selten

    b) manchmal

    c) oft

    d) meistens oder immer

    14. Ich bekomme so ein Gefühl von Taubheit & Kribbeln in meinen Fingern

    und/oder Zehen:

    a) nie oder sehr selten

    b) manchmal

    c) oft

    d) meistens oder immer

    15. Ich leide unter Magenschmerzen und/oder Verdauungsstörungen:

    a) nie oder sehr selten

    b) manchmal

    c) oft

    d) meistens oder immer

    16. Ich muss häufiger als sonst Wasser lassen:

    a) nie oder sehr selten

    b) manchmal

    c) oft

    d) meistens oder immer

    17. Meine Hände sind gewöhnlich trocken und warm:

    a) nie oder sehr selten

    b) manchmal

    c) oft

    d) meistens oder immer

    18. Ich fühle, wie mein Gesicht heiß wird und ich erröte:

    a) nie oder sehr selten

    b) manchmal

    c) oft

    d) meistens oder immer

    19. Ich schlafe leicht ein und finde erholsamen Schlaf:

    a) nie oder sehr selten

    b) manchmal

    c) oft

    d) meistens oder immer

    20. Ich habe Albträume:

    a) nie oder sehr selten

    b) manchmal

    c) oft

    d) meistens oder immer

    [Den Test können Sie entweder Ihrem Behandler mitbringen oder zur Erst-Information im Internet durchführen über: https://www.therapie.de/psyche/info/ test/angst/generalisierte-angststörung/]

    [Quelle: Die Selbstbeurteilungs-Angst-Skala ist der Veröffentlichung von Zung, W.W.K. „A rating instrument for anciety disorders" aus Psychosomatics, 1971, Vol. 12: 371 – 379 entnommen. Das Testverfahren in hier dargebotener Form wird verwendet mit der Genehmigung von Psychosomatics (Copyright 1971). American Psychiatriatric Association]

    E. Selbst-Testung zur Anwendung Psychotherapie

    Mit Hilfe des folgenden Tests können Sie herausfinden, ob es für Sie hilfreich wäre, eine Psychotherapie bei einem Psychotherapeuten zu machen.

    Hinweis:

    Die folgenden Fragen beziehen sich auf die letzten 4 bis 8 Wochen.

    Beachten Sie bitte:

    Der folgende Test ersetzt keine Diagnose durch einen Psychotherapeuten! Er liefert lediglich erste Hinweise, ob Sie möglicherweise unter einem Problem leiden, bei dem Sie überfordert sind. Wenn Sie sich unsicher sind oder wenn Sie Selbstmordgedanken haben, dann nehmen Sie Kontakt mit einem Psychotherapeuten auf.

    Zum Test:

    Lesen Sie die folgenden Feststellungen durch. – Überlegen Sie bei jeder Feststellung, ob diese auf Sie 0 = nicht zutrifft, 1 = etwas zutrifft, oder 2 = ja, sehr zutrifft

    Tragen Sie die Werte in die Felder [  ] vor den Fragen ein.

    Selbst-Testung zur Anwendung Psychotherapie

    Fragen:

    [  ] Ich habe schon versucht, mein Problem alleine in den Griff zu bekommen,

    leider ohne Erfolg

    [  ] Ich habe Probleme, mich auf meine Arbeit zu konzentrieren

    [  ] Ich habe keinen Appetit mehr

    [  ] Mein Problem belastet mich sehr

    [  ] Mein Problem belastet meine Partnerschaft

    [  ] Ich kann mich kaum noch an etwas erfreuen

    [  ] Mein Problem ist in den letzten Wochen schlimmer geworden

    [  ] Ich habe körperliche Beschwerden (Erschöpfungs-,Angst-, Unruhezustände,

    Magen-Beschwerden, Herz-Kreislauf-Beschwerden, Schwindel usw.)

    [  ] Meine Leistungsfähigkeit hat nachgelassen

    [  ] Ich habe Selbstmordgedanken

    [  ] Ich nehme Alkohol, Tabletten, Drogen, um mich besser zu fühlen

    [  

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