Bluthochdruck. Kompakt-Ratgeber: Wirksame Vorbeugung und Selbsthilfe bei erhöhten Werten. Mit Extra-Kapitel "Niedriger Blutdruck
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Über dieses E-Book
Erste Warnzeichen bei Bluthochdruck können Schwindelgefühle, Kopfschmerzen, Herzklopfen, Nervosität, Atemnot bei Belastung oder Sehstörungen sein. Zwar gibt es einige Risikofaktoren, die die Entstehung begünstigen, doch kann es jeden treffen.
Der Kompakt-Ratgeber befasst sich mit den Anzeichen des Bluthochdrucks und widmet sich ausführlich den schulmedizinischen und naturheilkundlichen Behandlungsformen; außerdem finden Sie zahlreiche Empfehlungen für wirkungsvolle Maßnahmen, mit denen Sie selbst einen wichtigen Beitrag zur Senkung Ihrer Blutdruckwerte leisten können.
Erfahren Sie mehr über
- die wichtigsten Risikofaktoren und die häufigsten Folgeerkrankungen
- konventionelle und alternative Diagnostik und Therapie
- regelmäßige Blutdruckmessung und eigene Vorbeugemaßnahmen durch Ernährung, Bewegung und Entspannung
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Buchvorschau
Bluthochdruck. Kompakt-Ratgeber - Dr. med. Eberhard J. Wormer
Was versteht man unter einem »hohen Blutdruck«?
Der Blutdruck hängt vom Blutvolumen, vom Gefäßwiderstand und von der Kraft ab, mit der das Herz das Blut in das Gefäßsystem pumpt. Der ideale Blutdruckwert von Erwachsenen liegt nach den Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bei 120/80 mmHg (= Millimeter-Quecksilbersäule). Hierzulande richten sich die Ärzte bei der Diagnostik nach den Vorgaben von internationalen Expertengremien: Demnach liegt ein Bluthochdruck (Hypertonus, Hypertonie oder arterielle Hypertonie) dann vor, wenn bei mehrmaligen Messungen an verschiedenen Zeitpunkten Werte über 140/90 mmHg gemessen werden.
Systolisch und diastolisch
Ein Beispiel: Auf einem Blutdruckmessgerät werden die Werte 140 und 90 mmHg angezeigt. Der erste Wert gibt den sogenannten systolischen Blutdruck an – im Volksmund auch »oberer Wert« genannt. Das ist der höchste Druck, der bei der Kontraktion des Herzens, also während des Pumpvorgangs in die Hauptschlagader (Aorta), erreicht wird. Der zweite Wert (der »untere Wert«) gibt den sogenannten diastolischen Blutdruck an – das ist der geringste Druck, der in den Schlagadern herrscht, während sich das Herz nach dem Pumpvorgang wieder mit
Blut füllt. Wichtig: Dieser Wert ist von Bedeutung, weil es der Druck ist, der mindestens IMMER im System ist! Der obere Wert bildet nur die Druckspitzen des Pumpvorgangs ab, während der untere Wert der Dauerdruck ist.
INFO
FÜR DIABETIKER BESONDERS WICHTIG
Diabetiker, vor allem die sogenannten Typ-2-Diabetiker, leiden besonders oft unter einem hohen Blutdruck, und meist kommen bei ihnen auch noch Übergewicht und andere Beschwerden dazu! Diabetes und Bluthochdruck erhöhen das Risiko für Folgeschäden an Herz und Gefäßen. Durch eine gute Einstellung Ihres Diabetes und Ihres Blutdrucks leisten Sie einen wirksamen Beitrag dazu, Ihre Gesundheit langfristig zu erhalten und Risikofaktoren günstig zu beeinflussen. Von einem noch höheren Gesundheitsrisiko ist dann auszugehen, wenn zusätzlich zur Diabetes-2-Erkrankung und zum Bluthochdruck noch Übergewicht und Fettstoffwechselstörungen hinzukommen. Dann spricht man von einem metabolischen Syndrom (siehe Seite 29). Häufige Ursachen dieser kombinierten Erkrankungen sind Bewegungsmangel und ungesunde Ernährung. Hier können eine Ernährungsumstellung sowie vermehrte körperliche Aktivität und Bewegungstraining wirksame Abhilfe schaffen. Darüber hinaus müssen der Diabetes, Bluthochdruck und die Fettstoffwechselstörungen konsequent behandelt werden.
Der Messwert »mmHg«
Die Maßeinheit mmHg ist eine etwas altmodische Bezeichnung aus den Anfängen der Medizin, aber bis heute gebräuchlich! Der Terminus ist in der Europäischen Union und in der Schweiz die Maßeinheit für den Druck von Blut und anderen Körperflüssigkeiten. Ausgeschrieben bedeutet sie »Millimeter-Quecksilbersäule«, also den Druck, der von einer Quecksilbersäule in 1 Millimeter Höhe erzeugt wird. Sie gleicht zudem der Größe von 1 Torr, das genau 1 mmHg entspricht und eine weitere in der Medizin, aber innerhalb der EU selten verwendete Maßeinheit des Blutdrucks ist.
Risikofaktor für das Gefäßsystem
Insbesondere in den Blutgefäßen kann ein dauerhaft erhöhter Bluthochdruck großen Schaden anrichten. Deshalb gilt die Hypertonie auch als wichtiger Risikofaktor für Herz-, Kreislauf- und Gefäßerkrankungen. Darüber hinaus hat Bluthochdruck einen direkten ungünstigen Einfluss auf den Herzmuskel, der als Reaktion auf den langfristig erhöhten Druck mit der Zeit verdicken und so allmählich seine Funktionsfähigkeit einbüßen kann. Die Folge ist dann am Ende meist eine Herzmuskelschwäche. Ebenso können durch einen permanent zu hohen Blutdruck und die damit verbundenen Gefäßveränderungen das Gehirn oder die Nieren (im ungünstigsten Fall Nierenversagen) geschädigt werden. Bluthochdruck gilt auch als Risikofaktor für Demenz!
Niedriger Blutdruck (Hypotonie)
Von niedrigem Blutdruck (arterielle Hypotonie) spricht man, wenn die Messwerte dauerhaft unter 110/60 mmHg bei Männern und 100/60 mmHg bei Frauen liegen. Im Gegensatz zum Bluthochdruck ist der niedrige Blutdruck in der Regel nicht bedrohlich – er gilt deshalb auch nicht als Krankheit. Somit besteht von ärztlicher Seite kein Handlungsbedarf, solange keine für den Betroffenen unangenehmen Symptome auftreten. Weltweit ist niedriger Blutdruck als »German Disease« bekannt, weil er hierzulande »ernst« genommen wird.
Niedriger Blutdruck ohne Grunderkrankung
Ein dauerhaft zu niedriger Blutdruck kommt häufig ohne Grunderkrankungen vor, und die Betroffenen werden von keinen bedrohlichen Symptomen belastet. Diese häufigste Form des niedrigen Blutdrucks wird »primäre Hypotonie« genannt. Sie tritt meist bei jungen, schlanken Frauen auf und kann auch angeboren bzw. vererbt sein. Früher verwendete man dafür den Begriff »Konstitution«. Im Vergleich zum Bluthochdruck könnte man überspitzt sagen: Der Bluthochdruckpatient fühlt sich oft wohl und vital, ist aber schwer krank, dagegen fühlt sich der Patient mit niedrigem Blutdruck schlecht, schlapp und schwindlig. Er wird aber die dem Hypertoniker drohenden Folgerkrankungen nicht erleben, sodass seine Lebenswartung, zumindest in Bezug auf den Blutdruck, deutlich höher sein dürfte. Je niedriger der Blutdruck, umso besser die Prognose!
Sekundäre Ursachen
Die sekundäre Hypotonie wird meist durch Medikamente und/oder Erkrankungen verursacht: zum Beispiel bei Schilddrüsenunterfunktion, Unterfunktion der Nebennierenrinde, Unterfunktion der Hirnanhangsdrüse, Flüssigkeitsmangel und einigen Herzerkrankungen wie Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen oder Herzbeutelentzündungen. Auch Salzmangel wird zu Recht immer wieder als mögliche Ursache diskutiert. Zudem muss man im Alltag auch an Nebenwirkungen von Medikamenten denken; so können Präparate gegen Herzrhythmusstörungen, Depression, Ängste, Schlaflosigkeit sowie gefäßerweiternde Mittel, Koronarmittel gegen Angina pectoris und wassertreibende Medikamente blutdrucksenkend wirken. Auch nicht optimal eingestellte Antihypertonika (Mittel gegen Bluthochdruck) können einen unerwünschten mehr oder minder heftigen Ausschlag in den Bereich des niedrigen Blutdrucks nach sich ziehen.
Orthostatische Hypotonie
Viele Menschen haben schon mal die Erfahrung gemacht, dass sie sich beim raschen Aufstehen von Sofa oder Bett schnell wieder hinsetzen müssen, um nicht umzukippen; viele ereilt dieses Phänomen auch beim Wasserlassen auf der Toilette. Meist ist damit ein Leeregefühl im Kopf, Schwindel, ein Schwächegefühl, ein »Schwarzwerden« vor Augen etc. verbunden. Der Grund ist ein Absacken des Blutes in die untere Körperhälfte, beim schnellen Wechsel von liegender bzw. sitzender in die stehende Position durch einen vorübergehenden Blutdruckabfall, bis das Herz das erkannt hat und gegensteuert. Wenn dieses Phänomen gehäuft auftritt, ist es nicht nur recht lästig, sondern kann – vor allem für ältere Menschen – ein Risikofaktor für Stürze und gefährliche Knochenbrüche
