Federchens Abenteuer: Geschichten vom Fräulein Friederike Federblau
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Buchvorschau
Federchens Abenteuer - Silvia L. Lüftenegger RosaRot
Inhalts- + Bildverzeichnis
Vorwort
Fräulein Bertha beim Würmermus kochen
Federchens Abenteuer
Federchen beim Fische schnabulieren
Federchen beim Fischfang
Federchen in Erlenhausen
Baumbart, die weise Eule
Rudy und Randy die Zwillingsbrüder
Frau Annemarie
Frau Maria, die Schneiderin
Carola, Frau von Clemens, dem Tischler
Federchen beim Zirkus
Fräulein Simone beim Schuheinkauf
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Impressum:
Personen und Handlungen sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen sind
zufällig und nicht beabsichtigt.
Besuchen Sie uns im Internet:
www.papierfresserchen.de
info@papierfresserchen.de
© 2018 – Papierfresserchens MTM-Verlag GbR
Mühlstr. 10, 88085 Langenargen
Telefon: 08382/9090344
Lektorat: Melanie Wittmann
Bilder: Silvia L. Lüftenegger/RosaRot
Alle Rechte vorbehalten.
Erstauflage 2017
Herstellung: Redaktions- und Literaturbüro MTM: www.literaturredaktion.de
ISBN: 978-3-86196-707-1 - Taschenbuch
ISBN: 978-3-96074-145-9 - E-Book
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Vorwort
Liebe Silvia!
Danke für deine außergewöhnliche, innige und so herzliche Freundschaft!
Ein Wegbegleiter der ersten Stunde meines künstlerischen Schaffens.
Ich durfte als einer der Ersten einen Einblick in dein neues Werk bekommen.
In eine Welt der Sinne, der anderen Wahrnehmung, der Freude am Moment aus
der Sicht der Titelfigur, dem Federchen.
Eine große Ehre für mich!
Federchen vermittelt mir das Gefühl, das Jetzt, den Moment im Sein zu leben und zu lieben.
Den Weg als Ziel zu sehen und diesem die volle Aufmerksamkeit und Leidenschaft
zu schenken. Eine Aufforderung zur positiven Lebenseinstellung!
Ich habe mit Federchen eine Gemeinsamkeit, die betrifft den Reiseproviant.
Da läuft mir ja das Wasser im Mund zusammen, wenn ich lese, welche exquisiten
Spezialitäten sie jedes Mal aus der Vorratskammer in ihren Rucksack packt.
Dieses außergewöhnliche Werk hat die Faszination, meine Wahrnehmung mit dem des Federchens,
also eines Vogels, zu verschmelzen, so wie er zu fühlen, sogar zu denken.
In eine andere für mich neue, noch nicht erlebte Welt einzutauchen.
Alleine deine Illustrationen sind jede für sich einmalige Kunstwerke.
Liebe Silvia!
Ich wünsche dir mit diesem tollen Werk viel Erfolg und viele Leser,
die in diesen Genuss kommen dürfen und sollen!
Eine Bereicherung auf allen Ebenen für Jung und Alt!
Alles, alles Gute auf deinem Weg!
Federleichte Grüße
Günther Novak
Liedermacher
*
Fräulein Bertha beim Würmermus kochen
*
Federchens Abenteuer
Unser kleines Fräulein Federblau, ungebunden und vogelfrei, wohnt auf einem, na, sagen wir, mittelgroßen Baum links der großen Tanne und halbrechts der großen Eiche, in der eine alte, sehr weise Eule wohnt. Auf diesem mittelgroßen Baum ‒ Tannen-Eichen-Weg ‒ nennt sie ein kleines, apfelförmiges Häuschen mit der Hausnummer sieben ihr Eigen. Entlang des großen Astes wohnen auch ihre Freunde in sechs Häusern unterschiedlicher Größe. Fräulein Federblau, Federchen genannt, lebt ganz oben am Ende des großen Astes, dort, wo man die beste Aussicht und die beste Luft hat. Manchmal bläst der Wind etwas stärker und das Häuschen von Federchen wird ganz schön durchgebeutelt.
Doch, und das sollte man wissen, Federchen ist ein kleines, abenteuerlustiges Ding. Ihr macht so ein bisschen Wind nichts aus. Sie wohnt gerne auf dem obersten Ast, denn von dort aus ist sie schnell in alle Himmelsrichtungen davongeflogen. So braucht sie nicht jeden Morgen Frau Annemarie aus Haus Nummer sechs begrüßen und einen längeren Schwatz mit ihr führen, bevor jene mit ihren drei Kindern Anna, Annegret und Alfred den Weg zur Schule und zum Kindergarten in Anflug nimmt. Meistens klagt sie über ihren Mann, Andreas, der ihr in der Nacht mit seinem zwitschernden Geschnarche den Schlaf raubt.
Oder das ältere Fräulein Bertha aus Haus Nummer zwei, das sich beklagt, dass es an sein frisch eingekochtes Würmermus für den Winter aus Versehen zu wenig Brennnesselsirup gemacht hat. Wahrscheinlich muss Herr Clemens aus Haus Nummer eins noch einen Anbau für die Vorratskammer einplanen. Denn Fräulein Bertha meint, dass man nie weiß, wie der Winter werden und ob genug Essen für alle da sein wird. Also kocht sie ein, und das tagtäglich.
„Rund um unseren Ast riecht es immerwährend nach lecker Gekochtem. Das zieht auch Neider an", meint Frau Carola, die Gattin von Herrn Clemens aus Haus Nummer eins.
Fräulein Simone aus Nummer drei, die wieder einmal einen neuen Freund hat, beklagt sich über die -üblen Wirtshausgerüche aus Nummer zwei, die ihr neu gestyltes Appartement envelopen, sodass selbst teure Duftkissen und Räucherwerke aus London den Geruch nicht neutralizen können. Auch dieses schrille Gezwitschere nerve, denn Opern mit dem bekannten Vogelsänger Botucci wären jetzt angesagt. Übrigens verwendet Fräulein Simone neuerdings englische Worte, um ihren Neuen, Simon, zu beeindrucken.
Direkt unter Frau Annemarie im Haus Nummer fünf wohnen Rudy und Randy, Zwillinge. Sie sind aus einem Ei geschlüpft und sehen sich zum Verwechseln ähnlich. Beide sind Modedesigner. Ihr Modegeschmack ist jedoch manchmal sehr unterschiedlich und führt des Öfteren zu Diskussionen, was Design und Stoffe betrifft. Sie meinen jedoch, da sind sie sich wiederum einig, das sei inspirierend. Sie würden lieber ihr Appartement mit Frau Maria aus Nummer vier tauschen, um näher bei Simone zu wohnen, denn sie fühlen sich auf dem Ast nicht wirklich verstanden und meinen, es fehle den anderen an Schick. Nur Simone könne sie verstehen, nur sie hätte Ahnung von der Haute Couture und den neuesten Trends. Immerhin hat sie eine entfernte Verwandte in London, deren Freund, die Brieftaube Jean, jeden Monat losfliegt, um Simone das neueste Modejournal zu bringen. Obwohl Frau Maria, die direkte Nachbarin der beiden, Schneiderei gelernt hat, und das von der Pike auf, ist besonders Rudy etwas pikiert und meint, Erlenhausen sei nicht unbedingt der Nabel der Welt und Haute Couture sähe anders aus.
Also darum ist Federchen heilfroh, ganz oben zu wohnen. So kann sie, wenn sie will, dem täglichen Gezeter und Gezwitschere aus dem Weg fliegen.
Nun, dieser mittelgroße Baum liegt in einem kleinen Wäldchen nahe einem Teich, an dem sich des Öfteren so allerhand Interessantes zuträgt. Nicht fern plätschert und gurgelt ein Bächlein gemächlich über Steinchen vor sich hin. Dies alles und noch viel mehr kann Federchen geruhsam von ihrem Häuschen aus sehen. Sie hat sich auf ihr Dach einen Sessel gestellt, damit ihre Beine durch das viele Stehen nicht müde werden können.
In etwas weiterer Entfernung, dort, wo der Hügel bereits den großen Wald berührt, liegt Erlenhausen. Was man jedoch nicht sehen kann ist, dass sich dort derzeit ein kleiner Wanderzirkus niedergelassen hat. Federchen weiß das, denn sie hat bereits Tage zuvor leise Musik aus Richtung Erlenhausen gehört, die der Wind sanft über die Wiesen wehte. Neugierig, wie sie nun mal ist, flog sie kurzerhand dort vorbei.
Heute will sie abermals hin, denn mittlerweile dürfte der Aufbau des Zeltes abgeschlossen sein und sicher ist etwas Interessantes zu sehen. Um nicht den beiden Mädchen von Frau Annemarie in den Weg zu fliegen, die mit ihrem lauten Gezwitschere die Nerven der Nachbarschaft auf eine harte Probe stellen, startet sie in Windeseile von ihrer Baumkrone aus. Um nicht allzu unhöflich zu erscheinen, trällert sie noch ein „Auf bald" und weg ist sie.
Der Weg über das Bächlein, die bunte Blumenwiese, den Teich, den Hügel und rund um den großen Wald, denn hindurch ist sie noch nie geflogen, ist doch etwas weiter, als sie gedacht hat. Wege erscheinen immer kürzer, wenn man den Bienchen, Schmetterlingen und den wunderbaren Düften ziellos folgt und nichts im Blick hat als nur die Schönheit der Natur und eventuell deliziöse Snacks, die sich einem am Wegesrand direkt vor die Flügel werfen.
Endlich Erlenhausen. Das kleine Dorf am äußeren Rand des großen Waldes besteht aus ungefähr dreißig Häusern, die mit kleinen roten Ziegeln gedeckt sind, einer Kirche mit einer goldenen Kuppel, einem mit Blumen geschmückten Stadtbrunnen inmitten eines kleinen Platzes, zwei kleinen Kaufgeschäften für das Nötigste, denn alles andere bauen die Bewohner in ihren Vorgärten und auf den Feldern selbst an, und einem Tanzsaal für die geselligen Sonntagnachmittage. Ein kleines Bächlein, das hinter dem Tanzsaal vorbeifließt, erzeugt mittels eines Wasserrades den Strom, den der kleine Ort benötigt. Ein sehr beschauliches und ruhiges Dorf. Nur sonntags, wenn die Blasmusik zum Tanz aufspielt, geht es etwas turbulenter zu. Dann beherrschen Lachen und laute Musik die Szenerie. Alle sind ausgelassen und die Kleinsten tanzen mit bunten Bändern rund um den Brunnen herum. Manchmal wenn der Wind von Osten her weht, kann Federchen die Tuba von ihrem Häuschen aus hören.
So kommt es den Bewohnern des Dorfes gerade recht, dass ein kleiner Wanderzirkus auf dem Weg in die große Stadt durch ihr Dorf zog und etwas frischen Wind aus der großen Welt mitbrachte.
Nun ist es bereits aufgebaut, das kleine bunte Zirkuszelt. Es steht direkt vor der Kirche mit der goldenen Kuppel und neben dem Brunnen des Dorfes. Schick schaut es aus mit seinem gelb und rot gestreiften Dach. Rundherum sind die bunten Wohnwagen der Artisten aufgestellt sowie geräumige Gehege für die Tiere. Da gibt es viel zu bestaunen und zu entdecken. Federchen fliegt auf die Kuppel der Kirche und lässt sich an der höchsten Stelle nieder, um das bunte Treiben zu beäugen.
Ein
