Abi-Tour an die Riviera: Eine Klasse zwischen Goethes italienischer Reise und Krauses balearischem Ballermann
Von Marcus Helwing
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Marcus Helwing
Marcus Helwing, geboren am 28.06.1984 in Wismar, Bezirk Rostock, Deutsche Demokratische Republik (heute Hansestadt Wismar, Mecklenburg-Vorpommern, Bundesrepublik Deutschland). Nach dem Abitur im Jahr 2004 am Helene-Weigel-Gymnasium Wismar studierte er Wirtschaftsinformatik an der Hochschule Wismar, Politikwissenschaft und Neuere Geschichte Europas an der Universität Rostock (Bakkalaureus Artium) sowie Politikwissenschaftliche Demokratiestudien an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald (Master of Arts). Zusätzlich zur eigenen Muttersprache verfügt er über Fremdsprachenkenntnisse in Englisch, Russisch und Schwedisch. Neben diversen Publikationen auf wissenschaftlichem und belletristischem Gebiet arbeitet er als Freier Autor.
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Buchvorschau
Abi-Tour an die Riviera - Marcus Helwing
Für meine Klasse
In Gedenken an Helene Weigel,
eine Schule und eine
unwiederbringliche Zeit
Inhalt
Die Diktatur der Mehrheit
Unter Zugzwang
Schock mit drei Sternen
Das genuesische Rätsel
Die Zeit des Münzfernsprechers
Chagalls provenzalisches Dorf
Vom „Deutschen Meer"
Unbunte Farben
Die Nacht, der Sand und das Geld
Tauchfahrt ins Fürstentum
Ein Botengang
Mailänder Missverständnisse
Die Heimkehr
Der Videobeweis
Die Diktatur der Mehrheit
Das letzte Schuljahr war gerade angebrochen, das Abitur warf seinen langen Schatten voraus. Zwölf lange Schuljahre lagen nun hinter meinen Klassenkameraden und mir, ein paar Monate standen uns noch bevor. Schwere Monate, intensive Monate, vollgestopft mit prüfungsrelevantem Wissen, prüfungsvorbereitenden Kursen, gähnend langweiligen Lernphasen und enorm stressigen Tests, Zwischen- und Abschlussprüfungen. Was danach kam, war mir völlig schleierhaft. Ich wusste damals schon, dass ein Teil der Leute in der Klasse – manche seit Jahren – genaue Vorstellungen davon hatte, was sie direkt im Anschluss an das Abitur tun würden. Einige sollten sich daran halten, andere schlugen gänzlich neue Wege ein.
Auch wenn sich gut sechs Monate vor Prüfungsbeginn mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit noch nicht alle Mitschüler über die zwangsläufig bevorstehende Trennung nach dem Abitur Gedanken gemacht haben werden, zog der baldige Abschied langsam am Horizont herauf. So, und wenn man sich schon voneinander verabschieden muss, kann man getrost ein letztes Mal miteinander einen draufmachen, womit der eigentliche Sinn solcher Fahrten ziemlich salopp formuliert wäre. Möglicherweise umwehte uns damals ein Hauch von Eskapismus. Noch einmal raus aus dem wöchentlichen Trott, noch einmal raus aus der Lernhölle, noch einmal raus aus unserer beschaulichen Heimatstadt. Vor allem aber weg von dem ganzen Stress, der mit dem Abitur kommen und nach diesem leider nie wieder verschwinden sollte.
Unsere Klassen- und Abschlussfahrt war im Nachhinein betrachtet sehr schön. Ich erinnere mich auch nunmehr fünfzehn Jahre später immer noch sehr gerne an sie. Deswegen will ich sie auch hier mitnichten verreißen, aber doch einige Skurrilitäten schildern, die mir nach wie vor im Gedächtnis herumspuken. Sie begann mit einer kleinen Niederlage für mich. Die Tutorinnen unserer beider Abschlussklassen, ein Mathe- und ein Englischleistungskurs, waren sehr bedächtig und überließen es uns, den Schülern, die Wahl der Destination zu treffen. Vermutlich mit dem pädagogischen Hintergedanken, durch eine demokratische Abstimmung einerseits die Akzeptanz der Entscheidung zu fördern und andererseits die Funktionsweise demokratischer Legitimationsprozesse zu veranschaulichen und sie fest in das Bewusstsein der Schüler zu implementieren. Die Wahl, vor der wir standen, war beileibe keine schlechte. Entweder konnten wir uns für eine Woche in der Goldenen Stadt – Prag – oder aber für sieben Tage an der Côte d’Azur bzw. am Ligurischen Meer mit der Basis Genua entscheiden. Ein wenig Schönfärberei war natürlich mit dabei, denn in Anbetracht der An- und Abreisetage blieben netto lediglich vier Tage übrig. Die kulturellen und historischen Gegebenheiten ließen mich sofort für Prag votieren. Alsbald wurde mir aber vor Augen geführt, dass die mich leitenden Argumente für die große Mehrheit meiner Klassenkameraden nicht den gleichen, keinen ähnlichen oder hauptsächlich gar keinen Stellenwert besaßen. Weiße Sandstrände, eine strahlende Sonne, das azurblaue Meer, tolles Wetter und mediterranes Klima zogen wohl mehr als lebendige Geschichte, atmende Architektur, kulturelle Vielfalt und eine merklich kürzere Wegstrecke.
Wichtig war für mich die Lektion, dass, wenn man mal bei einer Abstimmung die Minderheitsposition vertritt, die Welt auch nicht untergeht. Ich muss nämlich unumwunden und freimütig zugeben, dass es eine fantastische Woche werden sollte. Zwar kann ich mich, aus Gründen, auf die ich hier nicht im Detail eingehen möchte, nicht mehr an alle Momente so genau erinnern, aber wir sollten dort eine tolle Zeit verbringen.
Unter Zugzwang
Als sich am Sonntag peu à peu alle Mitglieder der bevorstehenden Expedition am Sammelpunkt
