Vom Kaiser-Panorama zum Filmpalast: Die Wernigeröder Kinogeschichte ab 1897
Von Ralf Mattern
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Über dieses E-Book
Ralf Mattern
Ralf Mattern wurde 1964 im Ostharz geboren, erhielt 1986 die Auftrittserlaubnis als Liedermacher und war zugleich Mitglied, Texter und Komponist der 1987 gegründeten und im Sommer 1989 verbotenen Band "Flexibel", die ab 1991 unter dem Namen "AufBruch" mehrere Plattenverträge erhielt. Neben einer Vielzahl von Sampler-Beiträgen wurden auch sechs Alben veröffentlicht. Von Ralf Mattern erschienen die Bücher "Verbotene Lieder! Verlorene Lieder? - Texte aus der DDR 1984-1989", "Sondermüll - the very worst of NDW", "Die schwarze Grafschaft ist rot! - die Chronik der Wernigeröder Sozialdemokratie", "Die wahre unglaubliche Geschichte vom entführten Mitropa-Koch - oder Inside Aktuelle Kamera", "Sämtliche Songtexte 1984-2004", "Leserbriefe 1989-2014: Eine politische Reise durch ein Vierteljahrhundert", "Orte der Wernigeröder Arbeiter- und Demokratiebewegung".
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"Die schwarze Grafschaft ist rot!" oder "... die im Stande sind, alle Dinge nüchtern, kühl und sachlich zu betrachten.": Die Chronik der Wernigeröder Sozialdemokratie 1848-2013 inklusive Benzingerode, Minsleben, Reddeber, Schierke und Silstedt Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenSämtliche Songtexte 1984-2004: Mit einem Vorwort von Gerhard Schöne Bewertung: 0 von 5 Sternen0 BewertungenOrte der Wernigeröder Arbeiter- und Demokratiebewegung: Ein historischer Rundgang durch die Stadt und die Ortsteile Bewertung: 0 von 5 Sternen0 Bewertungen
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Buchvorschau
Vom Kaiser-Panorama zum Filmpalast - Ralf Mattern
Danksagung:
Für die Unterstützung, Hilfe und Zuarbeit danke ich herzlich: Stadtarchiv Wernigerode (Hans-Peter Mahrenholz und Saskia Düsedau), Harzbücherei Wernigerode (Steffi Hoyer), GWW (Kirsten Fichtner und Stefan Korsch), Klaus Buchmann, Torsten Klinke, Reinhard (»Hardy«) Prüßmann, Thomas (»Flipper«) Richardt, Ivonne Sielaff, Dieter Zinke
und natürlich meiner Frau Melanie, die die Idee für dieses Projekt hatte.
Ralf Mattern
Inhaltsverzeichnis
Vorwort zur ersten Auflage von Ivonne Sielaff
TEIL 1: »Lebende Photographien« in Wernigerode
TEIL 2: Die »fliegenden« Kinematographen
TEIL 3: Der Beginn der Kino-Zeit
TEIL 4: Das zweite Kino – noch immer nicht in Wernigerode
TEIL 5: Endlich auch in Wernigerode: Das »Welttheater« in der »bunten Stadt«
TEIL 6: Das Kino der Arbeiterklasse
TEIL 7: Zwei Kinos, zwei Behörden, zwei Auslegungen
TEIL 8: Der skrupellose Böhling spinnt Intrigen
TEIL 9: »Walhalla-Tonbild-Theater« wird zu »Schloss-Lichtspiele«
EXKURS: Wernigerode – Kinostadt und nun auch Filmstadt
TEIL 10: Revolution – die neue Zeit beginnt
TEIL 11: Böhling macht weiter Theater – und schließt, öffnet und verkauft es
TEIL 12: Von Unger und Budt zu Westendorf und Heinicke
TEIL 13: Nach dem Krieg – Zwistigkeiten in der Kino-Landschaft
Nachtrag
Bildnachweis (zur Verfügung gestellte Bilder im Textteil)
Quellennachweis
Vorwort zur ersten Auflage von Ivonne Sielaff
Die wenigsten können von sich behaupten, am 28. Dezember 1895 in Paris gewesen zu sein. Genauer gesagt im »Salon Indien des Grand Cafés«. Was also haben wir verpasst? Die Brüder Louis Jean und Auguste Lumiere hatten das Lokal am Boulevard des Capucines angemietet, um ihre Erfindung, den Cinematographen, und einige selbstgedrehte Filme vor einem zahlenden Publikum zu präsentieren. Das Ticket kostete einen Franc. Diese Vorstellung vor 122 Jahren ist nicht nur als erste öffentliche Filmvorführung Frankreichs in die Geschichte eingegangen, sondern vor allem als Geburtsstunde des Kinos.
Es war nicht das erste Mal, dass die Brüder Lumiere ihren Cinematographen zeigten. So hatten sie ihre vielversprechende Apparatur bereits Monate vorher während eines mehrtägigen Kongresses der französischen Fotografenvereinigung vorgestellt. Auch waren die Lumieres nicht die ersten, die Filme vorführten. Tatsächlich arbeiteten in jenen Tagen Wissenschaftler in aller Welt parallel an einer Möglichkeit, die Bilder laufen zu lassen.
Ausgangspunkt war die Laterna Magica im 17. Jahrhundert, mit der man Bilder an eine Wand projizieren konnte, und die Erfindung der Fotografie um 1826. Stroboskop, Stereoskop und Panoptikum folgten und wurden im 19. Jahrhundert zu Jahrmarkt-Attraktionen.
Die ersten bewegten Bilder gelangen dem Briten Eadweard Muybridge mit seinen Serienfotografien eines galoppierenden Pferdes. In den USA stellte Thomas Alva Edison im Jahr 1891 seinen Aufzeichnungsapparat Kinetograph und sein Projektionsgerät Kinetoskop vor. Am 1. November 1895 präsentierten die Brüder Skladanowsky mit ihrem Bioskop neun Kurzfilme im Rahmen eines Varieté-Programms im Berliner »Wintergarten«.
Dennoch war es die Erfindung der Brüder Lumiere, die sich durchsetzen sollte. Louis Jean und Auguste Lumiere hatten einen Apparat entwickelt, der Aufnahme-, Kopier- und Abspielgerät in einem war – zu dem Zeitpunkt ein einmaliger Vorteil gegenüber der Konkurrenz. Dazu kam, dass die Fabrikantensöhne nicht nur über reichlich Geld, sondern auch über Kontakte in die Wirtschaftsbranche verfügten, die es ihnen ermöglichten, ihr Patent zu vermarkten.
Gerade einmal 33 Neugierige wohnten der ersten öffentlichen Vorstellung der Lumieres an jenem 28. Dezember 1895 bei. Gezeigt wurden zehn Filme, darunter »Der begossene Gärtner« (»L’Arroseur arrosé«) und die inzwischen legendäre »Ankunft eines Zuges im Bahnhof La Ciotat« (»L’arrivée d’un train en gare La Ciotat«). Keiner der Filme war länger als ein paar Minuten. Sie bildeten die Realität ab, dokumentierten alltägliche Ereignisse. Doch das Publikum war begeistert.
Die neue Attraktion sprach sich in Paris herum. Schon bald waren die Sitzplätze im »Salon Indien des Grand Cafés« heiß begehrt. Nicht nur in Frankreich wollten die Menschen die bewegten Fotografien der Lumieres sehen. Der Cinematographe eroberte die Welt. Doch bis die ersten Lichtspielhäuser gebaut wurden, bis sich der Film von der Kuriosität zum Unterhaltungsmedium entwickelte, war es noch ein langer Weg.
Vorerst tourten die Erfinder als Unternehmer durch die ganze Welt – mit dem Ziel, ihre Apparaturen und Filme zu verleihen. Die Vorführungen fanden zu jener Zeit in provisorisch umgebauten Ladenlokalen, Gaststätten, Biergärten und Veranstaltungssälen statt. Filme wurden in Jahrmarktszelten gezeigt, ergänzten das Programm von Varieté-Theatern. Kurz darauf schossen in den europäischen Städten und auch auf dem amerikanischen Kontinent die ersten eigenständigen Kinematographen-Theater aus dem Boden.
Filme galten zu jener Zeit als billige Massenunterhaltung. Und so waren die kurzen Streifen auch, die gezeigt wurden: billig. 358 Filme enthielt beispielsweise der Katalog der Lumiere-Brüder im Jahr 1897 – darunter kurze Dokumentarfilme, Alltagsszenen, Trickfilme, amüsante Possen.
Es brauchte einen weiteren Franzosen, um den Film zu revolutionieren: Georg Méliès. Er gilt als einer der Pioniere der frühen Filmgeschichte. Zum Ende des 19. Jahrhunderts besuchte er eine der ersten Vorstellungen der Brüder Lumiere. Deren Cinematographe und Filme begeisterten den Zauberkünstler und Theaterbesitzer. Er baute sich eine eigene Filmapparatur und begann, selbst Filme zu drehen. Anders als seine Zeitgenossen dokumentierte er nicht einfach nur die Realität. Er begann mit Schnitt, Doppelbelichtungen und Überblendungen zu experimentieren, entwickelte die Stop-Motion-Technik. Er schuf die allerersten Special-Effects und mit »Reise zum Mond« (1902) den ersten Science-Fiction-Film der Kinogeschichte. Tausende von Filmen gehen auf Méliès Konto. Leider brach ihm die Filmbranche das Genick. Seine
