Groß werden: Gedichte und Lieder
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Über dieses E-Book
Rafael Robert Pilsczek
Der Schriftsteller Rafael Robert Pilsczek, Jg. 1968, schaut in seinen Werken stets in das Leben einzelner Menschen und zieht daraus Schlüsse auf das Leben selbst. Ein bewusster deutscher Europäer, in jungen Jahren erfolgreicher Reporter und Journalist, der in fast allen renommierten Medien veröffentlicht hat, zieht der Autor ununterbrochen hinaus in die nahe und weite Welt, um ausgehend von seinen Erlebnissen mehr zu erzählen als von Einzelteilen des Lebens selbst. Studierter Philosoph sowie Literatur- und Politikwissenschaftler, war der Autor auf vielen Feldern erfolgreich. Als Schriftsteller versteht sich Rafael R. Pilsczek als entschiedener Anhänger der Aufklärung und der offenen Gesellschaften. Dass Denken hilft, ist die große Überzeugung, zu der er in seinen Büchern auf jeder Seite seine Leser einlädt. Er hat bislang acht Bücher veröffentlicht, darunter Wie ich 10 Tausend Menschen nahe kam (2014), Friedenskinder (2015) und das Theaterstück Kriegskinder (2016). In dem Doppelwerk Meine West End Story (2017) gibt er umsichtige Antworten auf die wohl wichtigste Frage dieser Epoche, ob der Westen, wie wir ihn kannten, an sein vorläufiges Ende gekommen ist. In seinem Gedicht- und Liederband Groß werden (2018) wiederum variiert er das Thema Älter-werden auf beeindruckend sensible Weise. Lesungen führen den Autor seit Jahren durch ganz Deutschland und bis nach Amerika. Rafael R. Pilsczek, geboren am linken Niederrhein, lebt seit Jahrzehnten in Hamburg.
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Buchvorschau
Groß werden - Rafael Robert Pilsczek
Widmung
Für meine Eltern,
Die es gut meinten
Mit uns Dreien
Zitate
„Du übertreibst mal wieder, mein Sohn."
— Emmi Pilsczek, geb. Kiefer
„Du bist nichts. Du kannst nichts. Du wirst nichts."
(Was andere zu hören bekamen und ich nicht)
„Seien Sie, bitte, auf sich nur eines: stolz."
— R. Stra., Bezugsperson
Inhalt
Vorwort
Gedichte und Lieder
Über den Autor
Bisher erschienene Werke
Vorwort des Autors
Fenster zum Berg
Als ich mich entschloss, den Gedichtband „Groß werden" dann recht rasch fertig zu stellen und zu veröffentlichen, war ich von einer seltsamen Stimmung eingefangen. Ich sah in den Wochen, in denen ich die Gedichte und Lieder verfasste, häufig aus einem Fenster. Während ich Buchstabe um Buchstabe fand, die für mich ein Größerwerden beschreiben und das in einem vielfältigen Sinne, schaute ich häufig aus dem Fenster eines Hauses. Das Fenster war weder ein besonders schönes noch ein besonders hässliches. Es hatte einen modernen Rahmen und trug Gardinen davor. Das Fenster war durchaus breit und öffnete sich gleichzeitig mit einem Schwung und ließ all die frische, gute Luft in das Zimmer herein. Während ich also Gedichte und Lieder schrieb, die allesamt wie in einem Atemzug in diesem Band einzunehmen sind, war das Fenster einer der Orte, an denen ich mich vor allem aufhielt. Es ist kaum eine Schönrednerei darin, dass ein Fenster ein guter Ort sein mag, von dem aus durchaus gute Schriftstellerei betrieben wird, ohne Wenn und Aber und ohne Frage. Ein Fenster ist eine Verheißung in das Freie hinaus, wie Gedichte sein sollten, eine Bewegung nach vorne und nach draußen und nicht allein nach innen und nach rückwärts gewandt. Ein Fenster hat ein Versprechen in sich, dass es eben kein Gefängnis ist, in dem man sich aufhält und in dem man eingeschlossen ist und lediglich einen Ritz an Himmel sehen darf, sondern vor allem der Ort ist, der mit allem, was davor ist, draußen zu sehen ist, verbunden ist … und zugleich mit dem angenehm und freundschaftlich verbindet, was davor in den Räumen so ist, ein warmes Bett, ein Stuhl, ein Tisch, ein Flur, andere Räume von Gemeinschaft, und all das gibt, was zu einem guten Leben im Haus dazugehört.
Zudem gab es in jenen Wochen einen Blick, den es für mich zu würdigen gilt. Der Blick aus dem Fenster meines Zimmers fiel Woche für Woche, Tag für Tag und Stunde um Stunde auf einen Berg. Der Berg war nicht besonders hoch und nahm gleichwohl zwei Drittel der Sicht aus dem Fenster ein, wer davor saß. Der Berg war von verschiedenen Baumsorten gesäumt, darunter von Tannenarten, von Nadelhölzern und von Laubbäumen, die zu jener Jahreszeit, als ich dort verweilte, keine Blätter trugen. Der Berg erstreckte sich im Blick durch das Fenster in einem Ganzen und in einem Großen und führte erst, wenn ich bei geöffnetem Fenster herauslehnend hinausschaute, den Berg und in der Folge den Hang hinunter in das Dorf, wo es Häuser und Lichter gab, auch ein Schloss dabei, und alles, was eine kleine Stadt ausmacht, während es am Berg selbst nur den Berg gab. Der Berg hatte eine Kuppe, hatte Linien, einen Horizont und Kurven und war für mich schwer zu zeichnen, weil er in vielen Schattierungen vor mir lag. Während ich ein Büchlein bei mir beim Tisch hatte, das 24 Graphit-Handzeichnungen des deutschen Dichters Johann Wolfgang von Goethe zeigte, wurde mir bewusst, je länger ich den Berg, meinen Berg, zu zeichnen versuchte, dass es für mich ein hilfloses Unterfangen wäre, diesen bildlich, naturalistisch oder gar fotografisch in Graphit zeichnerisch zu fangen, was und wie Goethe in seinen mir vorliegenden Landschaftszeichnungen durchaus gelungen war.
So lernte ich im Zimmer, am Fenster und am Berg, dass ich nicht der Kultur und den Vorbildern folgen dürfte, die alles anders, alles sehr gut und bestimmt hochwertig gemacht hatten. Ich lernte in den Wochen, in denen ich „Groß werden herstellte, dass ich es derart machen dürfte und müsste, wie es meinen Fähigkeiten, meinem Gefühl und meiner Kunst entsprach. So liegt der Band nun vor, und das als vermutliche Seitwärtsbewegung zu meinen anderen Arbeiten als Schriftsteller, nach vorne gewandt und zugleich in einer eigenen Linie abseits der gegangenen Pfade, sodass ich hoffe, dass mein Publikum alles erfahren wird, was ich zum benannten Thema zu dichten hatte, und zugleich erlebt, wie es ist, in einem Zimmer darin groß geworden zu sein, einen Berg und den Horizont darüber als das verstanden zu haben, was beides im Grunde ist: die stille Bewegung der Festigkeit eines großen Steines und eines Weges darüber hinaus. Willkommen, also, in der Welt meines siebten Büchleins im steten „Groß werden
. Ich werde den Blick auf jenen Berg nicht vergessen, ich werde das Zimmer nicht vergessen, wo ich gewesen war, das ein Fenster zum Berg hatte, wie ich es mir nicht schöner hätte erdichten können auf dem Weg, ein Dichter zu bleiben … oder ein solcher mit dem vorliegenden Band à la finale zu werden.
Rafael Robert Pilsczek,
zum Jahreswechsel 2017/2018
Gedichte und Lieder
Dichten
Reim oder Reason?
Vers oder Vernunft?
Reim
Und
Reason?
Vers
Und
Vernunft?
Bein oder Arm?
Kopf oder Geist?
Ich komme nach Hause
Und der Schnee liegt dort
Und die Liebe ist dort
Und es ist mir egal
Was die denken
Ich dichte, wie ich es bin
Ich bin bei dir
Wir
Ein Gedicht
Ich gebe mir die Ehre
Der Auszug in die Fremde
In neue Hände
Der Abschluss
Und nie wieder in die Lehre
Ich gebe mir denen die Ehre
Abschiede (derer waren viele)
Der Abschiede, der waren viele
Ah, das war eine große Menge
Ah, ich habe sie nicht gezählt
Warum auch, dränge mich nicht
Zu erzählen, wer es war und wo
Der Abschiede, der waren viele
Solche bei trockenem Wein, bei Bohnen
Solche in High Heels am Pool, in der Wüste
Solche nah und solche fern
Solche zu Hause und solche hurtig
Solche vor dem Flug, solche ganz schnell
Solche über Jahre, solche nach einem Abend
Hinter der Mauer, vor der Grenze
Auch als ich das letzte Treffen schwänzte
Auch als du mich batest zu bleiben
Auch als ich dich bat, mich nicht ziehen zu lassen
Im Tempel, in der Bar, im Gras, auf
