Integrale Politik: Neue Politik für eine neue Zeit
Von Werner Kaiser
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Über dieses E-Book
Werner Kaiser
Théologien et psychothérapeute à la retraite, Werner Kaiser, né en 1938, habite à Thoune (Suisse). Depuis de nombreuses années, il s'engage pour une politique orientée vers la responsabilité personnelle et vers l'avenir. Il est membre fondateur du parti et mouvement suisse "Politique Intégrale".
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Buchvorschau
Integrale Politik - Werner Kaiser
Vorwort
Im Jahr 2006 fand sich eine Gruppe von zehn Frauen und zehn Männern zusammen, um sich mit dem Thema Integrale Politik auseinander zu setzen. Auf der Grundlage der Integralen Theorie, wie sie von Jean Gebser, Ken Wilber und andern entworfen wurde, sollte eine neue schweizerische Partei entstehen. Es war für mich ein grosses Erlebnis, zusammen mit engagierten Menschen auf der Basis einer zukunftsorientierten Theorie an einem neuen Politikverständnis zu arbeiten. Nach einer fruchtbaren und erlebnisreichen Zeit der Zusammenarbeit erweiterten wir den Kreis und gründeten, inzwischen auf nahezu 600 Mitglieder angewachsen, die schweizerische Partei Integrale Politik
(www.integrale-politik.ch). Sie versteht sich gleichzeitig als politische Bewegung; Mitglieder können sich auch ausserhalb der Parteistrukturen politisch betätigen.
Die vorliegende Schrift ist der Versuch, die Gedanken und Erfahrungen aus dieser gemeinsamen Arbeit zusammenzufassen und einem grösseren Kreis zugänglich zu machen. Die Schrift beginnt mit einer kurzen Zusammenfassung der Integralen Theorie, behandelt dann aus integraler Sicht Aspekte von Spiritualität, Ethik und Menschenbild und überträgt schliesslich das Ganze auf die konkreten Fragen des politischen Alltags. Damit möchte sie Menschen, die seit Jahren auf eine konstruktivere und menschenfreundlichere Politik warten, eine zukunftsoffene Perspektive anbieten.
Viele Menschen haben an dieser Schrift mitgearbeitet. Indirekt alle, die sich in den letzten Jahren mit mir zusammen mit diesen Fragen auseinander gesetzt haben. Direkt meine Frau Dora Kaiser und Thomas Bornhauser, die das Manuskript aufmerksam gelesen und das Lektorat durchgeführt haben. Ihnen allen sage ich meinen herzlichen Dank.
Thun, 5. September 2011
Anmerkung:
Um nicht komplizierte geschlechtsneutrale Wendungen verwenden zu müssen, gebrauche ich manchmal die weibliche, manchmal die männliche Form.
1. Kapitel:
Wohin geht die Reise?
1. Aufwärts? abwärts?
Es sieht ganz so aus, als entwickle sich unsere Welt abwärts. Ökologisch droht uns eine Katastrophe; die Energieproduktion stösst an ihre Grenzen; das Zerstörungspotential der Waffen wächst ins Irrsinnige; die Schere zwischen Arm und Reich öffnet sich immer mehr; die Egozentrik und Habgier der Menschen wird nicht nur toleriert, sondern geradezu verherrlicht.¹
Es gibt aber auch Anzeichen, die in eine andere Richtung weisen. Dies vor allem, wenn wir in grösseren Zeiträumen denken. So wurde das Prinzip der Rache durch Strafen und Bussen ersetzt. Mächtige Überväter wurden von demokratisch gewählten Regierungen abgelöst. Die Sklaverei wurde abgeschafft. Das Recht des Stärkeren gilt nur noch in der Wirtschaft². Die Unterdrückung der Frau ist, von Benachteiligungen im Erwerbsleben abgesehen, zumindest in unsern Ländern überwunden. Das Stammesdenken hat sich zum nationalen Patriotismus gewandelt, und auch dieser weicht langsam dem Bewusstsein, dass alle Menschen eine grosse Familie sind. Auch in den allein seligmachenden
Kirchen und Regierungen setzt sich allmählich die Ansicht durch, dass Dinge verschieden gesehen werden können. Viele Werte, wie Gerechtigkeit, Gleichwertigkeit, Nachhaltigkeit, Toleranz, werden zwar noch nicht immer gelebt, aber doch zumindest als Werte anerkannt.
2. Ein hilfreiches Modell
Jean Gebser³ (1905-1973) hat die Entwicklung des menschlichen Bewusstseins in ein Modell gefasst, das in diesem Zusammenhang als Orientierungshilfe dienen kann. Es ist hier nur eine sehr summarische Darstellung möglich. Aus der Themenfülle der integralen Theorie greife ich jene Aspekte heraus, die hilfreich sind für das Vorhaben, eine integrale Politik und die entsprechende Lebenseinstellung darzustellen⁴.
Jean Gebser beschreibt, wie sich das Bewusstsein des Menschen von Anfang an bis heute in Schritten entwickelt hat⁵:
Archaische Struktur⁶:
Das Bewusstsein des Menschen ist noch wenig entwickelt. Der einzelne Mensch kennt noch keine Trennung von Innen und Aussen. Ich, Wir und Welt bilden eine Einheit.
Magische Struktur:
Der Mensch beginnt, sich von der Welt abzulösen; er wird sich der Welt bewusst. Er nimmt Ereignisse punktuell wahr, ohne sie räumlich oder zeitlich zu verbinden: er kennt noch kein Raum- oder Zeitgefühl. Er empfindet sie als Feld fremder Kräfte. Diese faszinieren ihn, bedrohen ihn aber auch. Durch Beschwörung und Zauberei versucht er sie zu seinen Gunsten zu beeinflussen.
Mythische Struktur:
Der Mensch löst sich aus dem Eingebunden-Sein in die Natur und wird sich seiner selbst bewusst. Die Naturkräfte werden jetzt personalisiert wahrgenommen; es entsteht eine Welt von Göttern, die nach den Mustern der menschlichen Seele gestaltet sind. Sie werden in mythischen Erzählungen beschrieben; in ihnen drückt sich die zunehmende Bewusstwerdung der menschlichen Seele aus. Das Leben wird bewältigt durch Gehorsam dem Willen der Götter, später Gottes gegenüber.
Mentale Struktur:
Der Mensch erwirbt die Fähigkeit, zwischen Mythos und Wirklichkeit zu unterscheiden. In verschiedenen Kulturen entstehen (um 500 vor Christus) philosophische Systeme, die sich vom Mythos abgrenzen (griechische Philosophie, jüdischer Monotheismus, Buddhismus, Taoismus). Immer noch dominiert das
