Die Dreigliederung des sozialen Organismus: Beiträge zur Gesundung des gesellschaftlichen Lebens
Von Franz Weber
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So braucht es eine Art "Schlüssel", der neue soziale und gesell-schaftliche Räume öffnen kann. Dieser ist in der Sozialen Dreigliederung gegeben. Dabei ist zu beachten, dass damit nicht nur wieder ein Modell, zwar ein anderes, aber doch etwas von "oben" Verordnetes nicht gemeint sein kann.
Es geht hier vor allem um eine neue Denkweise, die sich am Lebendigen und an den sozialen Erfordernissen der Zeit erproben und bewähren kann. Dazu sind in dieser Schrift einige grundlegende Gedanken mitgeteilt.
Franz Weber
Franz Weber ist Kosmologe, Therapeut und freischaffender Künstler. Im Perceval-Institut für Kosmologie und christliche Hermetik wird Beratung und Forschung zu folgendenThemen angeboten: Gral und spiritueller Schulungsweg, Kunst und Religion, Partnerschaft und Gesundheit, Gesellschaftsfragen und Politik ...
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Buchvorschau
Die Dreigliederung des sozialen Organismus - Franz Weber
Widmung:
Den Menschen, die sich für eine gesunde,
geistreiche und hoffnungsvolle Zukunft
öffnen wollen
Inhaltsverzeichnis
Einleitung: Mensch und Welt
Das Prinzip der Dreiheit in der geschichtlichen Entwicklung
Was meint der Begriff: Die Dreigliederung des sozialen Organismus
Die geistigen Grundlagen der sozialen Dreigliederung
Dreigliederung und Lebenspraxis
Das Wirtschaftsleben
Das Rechtsleben
Das Kultur- und Geistesleben
Zum König werden
Das Geldwesen und die vierte Gewalt
Zusammenschau und Ausblick
Spirituelle Grundlagen für eine Erneuerung der Kultur
Ein Nachwort
Literaturverzeichnis
Einleitung: Mensch und Welt
Die heutige Politik läuft den mannigfachen Problemen nur mehr hinterher. Wirkliche Ziele und humane Zukunftsvisionen gibt es kaum. Die Menschheit muss reagieren, auf den Klimawandel, auf das Artensterben, auf die Vermüllung und die Ausbeutung der Ressourcen und und und ...
Jedoch kam bisher dabei nicht viel heraus, außer einer halbherzigen „Flickschusterei" und das wird nicht ausreichen.
Neue Werte und Denkweisen sind notwendig, da die alten Begriffe und Denkschablonen keine wirklich gesunden Erneuerungen ermöglichen können.
Wir brauchen neue Ideen und Sichtweisen, mit denen die Gestaltung der zukünftigen Welt gelingen kann. Eine Technisierung und Digitalisierung reicht da bei Weitem nicht aus, denn diese neuzeitlichen Errungenschaften bringen wiederum neue Probleme hervor, denn sie binden die menschliche Seele nur noch stärker an die Kräfte des „Untersinnlichen", vor allem an den Elektomagnetismus, der das Lebensvolle nicht stärken, sondern eher schwächen tut. Lebenskräfte schwinden, Todeskräfte nehmen zu, das kann überall beobachtet werden, in der Natur wie im Menschen. Das Immunsystem und damit die Autonomie und Integrität des Einzelnen wird mehr und mehr geschädigt.
Chemische Mittel in der Landwirtschaft und Medizin lindern Symptome, sie tragen aber nicht zu einer wirklichen Gesundung und Heilung bei. Diese kann vor allem durch ein gesundes und lebendiges Denken, Fühlen und Wollen gefördert werden. Und dazu braucht es Ideen, die wiederum selbst dem Lebendigen, dem Wahrhaftigen und dem Guten entstammen.
Die Entwicklung der Menschheit in den zurückliegenden Geschichtsepochen wurde nicht nur durch Kriege und Katastrophen gezeichnet, sondern auch durch vielfältige Geistesimpulse, die dem Einzelnen wie auch der Gesellschaft gesunde Wegweisungen erteilen können. Im Grunde genommen sind schon viele solcher zukunftsweisenden Impulse da, doch sie werden vom „Mainstream aus Politik, Wirtschaft und Medien-Kultur kaum mehr wahrgenommen. Zu sehr ist man im „Tagesgeschäft
eingespannt, als dass man noch einen Aufblick wagt zu den hehren Idealen einer besseren Welt. Und doch wird es ohne einen solchen Zukunftsblick nicht mehr in einem gesunden Sinne weitergehen. Ohne geistige Ideale, nur im eitlen und bequemen Alltag seinen Wünschen und Begehrungen nachzugehen, wird die Welt nicht in einem gesunden Sinne weitertragen.
Der „Naturmensch", den wir alle erleben und kennen und der wir alle durch die leibliche Determination natürlicherweise auch noch sind, er genügt sich oftmals selbst in seiner Wohlfühlblase. Jedoch er ist nicht allein, denn der Mensch ist mehr als ein Naturwesen; der soziale Mensch, der wir eben auch noch sind, er braucht vor allem die Mitwelt, den Nächsten und zwar zum Nehmen und Geben, zum sich Austauschen und zum Leben in einer Gemeinschaft und schließlich der geistige Mensch, der wir im Innersten, im Kern, im Ursprünglichsten wahrhaftig sind, er braucht eine Entwicklung und diese vor allem in den irdischen Herausforderungen, damit er sich immer besser selbst finden, erkennen, bestimmen und verwirklichen kann. Dies gelingt am besten, wenn er gesellschaftliche Strukturen und Lebensweisen vorfinden kann, in denen er sich eigenständig und frei entfalten lernt.
Autoritäre Systeme unterdrücken diese Entfaltungsmöglichkeiten, seien sie politischer, religiöser oder wirtschaftlich-ökonomischer Natur. Das können wir in heutiger Zeit vermehrt beobachten. Doch der Mensch ist ein Wesen, das sich entwickeln will, letztlich hin zu größerer Freiheit und Selbstbestimmung, aber nicht in einem egoistischen Sinne, sondern so, dass er zum Wohle des Ganzen, als ein soziales Wesen, das erst in der Gemeinschaft und schließlich im „großen Ganzen" seinen Ort und seine individuelle Aufgabe finden kann. Schließlich ist es eine hohe Kunst, diese drei Aspekte des Menschseins, also den natürlichen, den sozialen und den geistigen Menschen so zusammen zu bringen, dass sie in einen Ausgleich und in eine ausgewogene Harmonie geraten.
Die geschichtliche Entwicklung zeigt, dass mit der Freiheitssuche und Selbstfindung des Einzelnen und damit einhergehend mit der Selbstbestimmung zu einem mündigen Menschen hin, dass damit eben auch soziale und gesellschaftliche Prozesse verbunden sind, die auch immer wieder neue Formen des gesellschaftlichen Lebens erfordern. Und so offenbart sich in unseren Tagen verstärkt, dass das heutige System des Kapitalismus, des Parteiensystems und der parlamentarischen Demokratie, worin der einzelne Bürger mehr oder weniger ein Zuschauer und Konsument ist, dem Drang nach Selbstbestimmung, individueller Freiheit und Mitgestaltung nicht mehr wirklich gerecht werden kann.
Die Soziale Dreigliederung, die vor circa 100 Jahren von Rudolf Steiner erkannt und entwickelt wurde, bietet gerade heute zahlreiche Impulse, Ziele und Ideen an, um den derzeitigen Untergangstendenzen neue und aufbauende Kräfte einverleiben zu können. Diese Soziale Dreigliederung soll daher in den nächsten Kapiteln ansatzweise dargestellt werden, so wie sie sich meinem eigenen Vermögen und meinen Erkenntnissen ergibt. Dabei geht es mir eher um eine innere Haltung, als um äußere technische und bürokratische Strukturen.
In einer mehr künstlerischen und erkenntnistheoretischen Weise sollen daher in den folgenden Abschnitten die Ideen und Inhalte der Sozialen Dreigliederung betrachtet und erläutert werden.
Das Prinzip der Dreiheit in der geschichtlichen Entwicklung
Das Prinzip der Dreiheit ist ein göttlich-geistiges Prinzip. Schon im alten Indien erkannte man die Gottheit in drei Attributen, Symbolen und Namen, nämlich in Brahman, Vishnu und Shiva beziehungsweise dem Erschaffenden, dem Erhaltenden und dem Auflösenden. Diese Dreiheit durchzieht alles Sein und Werden.
Im alten Ägypten ist diese Trilogie in Osiris, Isis und Horus beschrieben. Darin zeigt sich eine Ur-Polarität des Männlich-Weiblichen mit dem Sohn- oder Kindprinzip des Horus, der diese Polarität wieder verbinden und vereinen kann. Dieses Prinzip ist ja auch im christlichen Geistesleben als Vater, Sohn und Heiliger Geist, als sogenannte
