Kaltes Land unter heißer Sonne (Teil 2): Impressionen von Marokko
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Über dieses E-Book
Patricia Bastian-Geib
Ballast abwerfen. Zu neuen Ufern aufbrechen. Zeit haben. Reisen. Die Autorin und ihr Ehemann wagten es und tauschten ihren festen Wohnsitz gegen ein Nomadenleben. Sechs Jahre lang waren sie mit ihrem Reisemobil in Europa und Marokko unterwegs. Die Straße war ihr Zuhause. Heute leben sie in Idstein im Taunus, sind aber immer noch die meiste Zeit unterwegs. Man merkt es den stimmungsvollen Berichten an, dass Patricia Bastian-Geib das Reisen liebt und sich Neugier und Offenheit bewahrt hat. Schon immer wollte sie wissen, wie es "woanders" ist. Ihre Reiseeindrücke verarbeitet die Autorin in Erzählungen und in Multivisionsschauen, die sie gemeinsam mit ihrem Ehemann gestaltet und präsentiert. Mehr erfahren Sie unter www.zweiaufachse. de Dort gibt es auch weitere Leseproben.
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Buchvorschau
Kaltes Land unter heißer Sonne (Teil 2) - Patricia Bastian-Geib
Zur Autorin:
Ballast abwerfen. Zu neuen Ufern aufbrechen. Zeit haben. Reisen.
Die Autorin und ihr Ehemann wagten es und tauschten ihren festen Wohnsitz gegen ein Nomadenleben. Sechs Jahre lang waren sie mit ihrem Reisemobil in Europa und Nordafrika unterwegs. Die Straße war ihr Zuhause. Heute leben sie in Idstein im Taunus, sind aber immer noch die meiste Zeit unterwegs.
Man merkt es den stimmungsvollen Berichten an, dass Patricia Bastian-Geib das Reisen liebt und sich Neugier und Offenheit bewahrt hat. Schon immer wollte sie wissen, wie es woanders
ist. Ihre Reiseeindrücke verarbeitet die Autorin in Erzählungen und in Multivisionsschauen, die sie gemeinsam mit ihrem Ehemann gestaltet und präsentiert.
Mehr über ihren Ausstieg auf Zeit und ihre Reisen erfahren Sie unter www.zweiaufachse.de
Dort gibt es auch weitere Leseproben.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Maroc Oriental
Fördermaßnahmen
Stille Nacht! Kalte Nacht!
Wie die Finger einer Hand
Enge Grenzen
Facelifting
Le Calme
Grenzwertig
„Allem Ende wohnt ein Anfang inne!"
Vorwort
Reiseabstinenz – 16 Monate lang. Nach 6 Jahren des fast ununterbrochenen Unterwegsseins. Ein Gefühl der Sattheit hatte sich in uns breit gemacht. Das Staunen war uns abhanden gekommen. Also scheint jetzt die Aussicht auf Terrassenidylle und auf das Glück des Alltäglichen verlockend. Wie schön ist es doch, wieder da zu leben, wo wir uns sicher fühlen. Wo wir die Sprache verstehen. Wo es keine apokalyptisch stinkenden Müllhalden und keine barfüßigen Kinder bei -7° gibt. Wo kein Alkoholkranker halluzinierend im Vorgarten liegt. Familienleben, Austausch mit Freunden, das Gefühl dazu zu gehören. Kino, Theater. All die Dinge genießen, die beim Reisen zu kurz kommen. Die man glaubt, zu vermissen. Nach ein paar Monaten keimen bereits die ersten Zweifel: Haben wir manche Annehmlichkeit und Gewohnheit in der Erinnerung verklärt? Sind sie uns in Wahrheit gar nicht so wichtig? Und dann ist es plötzlich wieder da, das Fernweh. Zuerst nur als glückliche Erinnerung an frühere Reisen, dann als Ideensammlung für mögliche Ziele, schließlich als konkrete Planung. Irgendwann spüren wir, es ist Zeit, uns auf den Weg zu machen, denn das, was wir noch vor ein paar Wochen genossen haben, empfinden wir jetzt als Last und Routine.
Maroc Oriental
Das ursprüngliche, unverfälschte Marokko soll man im Osten des Landes, an der Grenze zu Algerien, finden. Das verspricht zumindest der Reiseführer. Einsam, karg und strapaziös, aber unvergesslich, heißt es weiter. Zwar sind die Straßen zwischenzeitlich wohl recht gut ausgebaut, aber auf touristische Infrastruktur wird man nur selten stoßen. Vor allem das Fehlen von Campingplätzen könnte eine Herausforderung bedeuten: Werden wir freie Stellplätze finden, auf denen wir uns auch sicher fühlen? In Grenznähe zu Algerien kommt es immer mal wieder zu Übergriffen auf Touristen, warnt das Auswärtige Amt auf seiner Website. Aber das betrifft wohl nur Reisende, die offroad in der Wüste unterwegs sind.
Den Hafen in Almeria finden wir sofort, auch der Ticketkauf ist in wenigen Minuten erledigt. Keine unübersichtliche Zufahrten oder lange Warteschlangen vor den Schaltern. Keine Massen an Marokkanern auf Besuchsfahrt in die Heimat und erst recht keine Invasion von Wohnmobilen wie in Algeciras. Nur einige PKW und Kleintransporter warten auf die Überfahrt. Dunkel gekleidete Männer stehen um ihre Autos herum und halten ein Schwätzchen. Nur einer trägt die traditionelle Djellaba. Wieder fällt mir auf, dass marokkanische Männer sehr freundlich, ja fast schon liebevoll miteinander umgehen: Häufiges Lächeln und Berühren, interessiertes Zuhören.
Die See ist ruhig, die Fahrt langweilig. Wir sitzen in der Nähe der Kinderspielecke. Ein Papa kommt mit Tochter und Sohn häufiger vorbei. Geduldig und zärtlich geht er mit den Kleinen um. Zuerst klettert das Mädchen geschickt über das gepolsterte Geländer, um dann seinem jüngeren Bruder zu helfen. Der ist ein ruhiges, sonniges Kerlchen mit Strahleaugen. Immer, wenn der kleine Bursche etwas nicht kann, eilt die Schwester herbei. Wie eine kleine Mama schleppt sie den Bruder herum, hilft ihm über die Sprossenleiter, ermuntert ihn zu rutschen, erklärt ihm dies und zeigt ihm das. All dies lese ich aus der Situation und den Gesten, denn die Familie spricht arabisch. Irgendwann gesellt sich ein weiteres Kind dazu. Nun dreht das Mädchen richtig auf. Der fremde Junge soll Torero spielen, die Göre selbst ist der Stier. Laut brummend stampft sie mit den Füssen. „Toro, Toro!", ruft der Bub und schwingt eine imaginäre Muleta. Interessanterweise sprechen die beiden Kinder untereinander spanisch.
Ankunft in Beni-Enzar, direkt neben dem Hafen der spanischen Enklave Melilla. Die Einreiseformalitäten sind in einer knappen Stunde erledigt. Vor dem Verlassen des Städtchens noch schnell den Internetstick in einem Telefonshop aufladen und eine prepaid SIM-Karte für Marokko besorgen - alles läuft wie am Schnürchen. Die weltweit vernetzte Kommunikation wird immer einfacher und perfekter. Noch vor sieben Jahren verbrachten wir manchmal den halben Tag mit der Suche nach einem Internet-Café, um es schließlich in einem zwielichtigen Hinterhof zu finden und festzustellen, dass keine Anschlüsse für den mitgebrachten Laptop vorhanden waren. Dafür kam man aber mit der freundlichen Angestellten ins Gespräch, konnte Kindern zuschauen, die sich von einem brutalen Ballerspiel hypnotisieren ließen oder eine Frau in mittleren Jahren beim Tippen von Bewerbungen beobachten. Heute erledigt man seine Korrespondenz bequem und isoliert im Reisemobil. Zügig lassen wir Nador, eine große, gesichtslose Stadt, hinter uns. Kurios ist ihre hohe Mercedesdichte. Sogar in Deutschland soll es keine Stadt geben, die Nador in dieser Hinsicht übertrifft. Wahre Oldtimer-Schätzchen kann man hier entdecken. Noch vor Sonnenuntergang erreichen wir schließlich das hübsch an einem schönen Strand gelegene Ferienörtchen Arkmene. Der Campingplatz ist geschlossen, so stellen wir uns auf den Parkplatz gegenüber der Polizeiwache. Eine halbe Stunde später klopft ein Polizeibeamter an unsere Tür. Die Station gegenüber sei die ganze Nacht besetzt, wir sollten rüber kommen, wenn wir etwas bräuchten. Ein guter Anfang!
Nach einer ruhigen Nacht fahren wir erst spät am nächsten Morgen weiter. Vorbei an Feldern und Gärten. Ein Arbeiter pflügt gerade einen Acker mit Hilfe eines Esels, ein anderer mit einem uralten Traktor. Um den Pflug zu beschweren, hat sich ein junger Bursche darauf niedergelassen und wird kräftig durchgerüttelt. Es scheint ihm aber Spaß zu machen, denn er lacht und winkt uns ausgelassen zu. Am Straßenrand sind Berge von Oliven zum Verkauf aufgehäuft. Auch Olivenöl wird angeboten, das wir aber nicht kaufen. Wir misstrauen der Qualität. Hinterher bezeichnen wir uns selbst als etwas kleinkariert. Was wäre schon passiert, hätten wir wenigstens einen Liter davon gekauft? Falls es tatsächlich mit billigem Öl gestreckt wäre, wie man hin und wieder hört, hätten wir es zum Braten verwenden können. Da haben wir uns wieder mal wie typische Touristen verhalten, die immer in der Angst leben, übers Ohr gehauen zu werden.
In sanften Schwüngen führt die gut ausgebaute Straße immer entlang der Küste hinein in die Kebdane Berge. Olivenbäume, vereinzelt Häuser, rotbraun oder weiß. Tiefe Gräben in der Landschaft und Furchen in den Feldern lassen die Wassermassen erahnen, die sich von Zeit zu Zeit ihren Weg bahnen. Die Islas Chafarinas liegt malerisch im hellblauen Meeresdunst. Das Inselchen ist immer noch in spanischem Besitz. Hier soll wegen der Seevogelkolonien und deren Nistplätze ein Naturpark eingerichtet werden. In Ras el ma am Cap de l´eau decken wir uns mit einer Flasche Butangas ein und sind nun für das kalte Hochplateau, der Meseta, gerüstet. Auf einem Markt kaufen wir Brot, Obst und Gemüse und trinken in einem kleinen Cafe unseren ersten Minztee dieser Saison. Leider ist keine Minze drin, stellen wir kichernd fest. Den ganzen Tag
