Entdecken Sie mehr als 1,5 Mio. Hörbücher und E-Books – Tage kostenlos

Ab $11.99/Monat nach dem Testzeitraum. Jederzeit kündbar.

Das Spiel der Ansichten: Das Spiel der Ansichten– Entdecke, wie Ansichten unser Leben prägen und wie du durch bewusstes Hinterfragen neue Perspektiven gewinnen kannst.
Das Spiel der Ansichten: Das Spiel der Ansichten– Entdecke, wie Ansichten unser Leben prägen und wie du durch bewusstes Hinterfragen neue Perspektiven gewinnen kannst.
Das Spiel der Ansichten: Das Spiel der Ansichten– Entdecke, wie Ansichten unser Leben prägen und wie du durch bewusstes Hinterfragen neue Perspektiven gewinnen kannst.
eBook426 Seiten3 Stunden

Das Spiel der Ansichten: Das Spiel der Ansichten– Entdecke, wie Ansichten unser Leben prägen und wie du durch bewusstes Hinterfragen neue Perspektiven gewinnen kannst.

Bewertung: 0 von 5 Sternen

()

Vorschau lesen

Über dieses E-Book

Das Buch Das Spiel der Ansichten befasst sich mit der Frage, wie unsere Wahrnehmung unsere Realität formt und welchen Einfluss unterschiedliche Perspektiven auf unser Leben haben. Es geht um den Dialog zwischen Menschen, um Missverständnisse, um das Zusammenspiel von persönlichen Überzeugungen und äußeren Einflüssen. Dabei stehen zwischenmenschliche Kommunikation, Selbstreflexion und der Mut zur Veränderung im Mittelpunkt. Es zeigt auf, wie tief verwurzelte Ansichten nicht nur unser Denken, sondern auch unsere Entscheidungen, Beziehungen und unser Selbstbild beeinflussen.

Es ist eine Geschichte über den inneren Wandel, die Kraft des Zuhörens und das Erkennen, dass es nicht die eine „richtige“ Sichtweise gibt, sondern dass wir durch die Akzeptanz verschiedener Perspektiven wachsen können
Das Buch begleitet eine Gruppe von Menschen mit unterschiedlichen Lebenswegen, Gedankenwelten und Erfahrungen. Im Zentrum steht ein erfahrener Coach, der mit seinen Fragen und Impulsen die Teilnehmer eines Workshops dazu bringt, ihre eigenen Überzeugungen zu hinterfragen. Unter ihnen ist Bettina, eine ambitionierte Kollegin mit ihrem eigenen inneren Kampf, und eine Vielzahl weiterer Charaktere, die alle auf ihre Weise von der Kraft der Ansichten beeinflusst werden.

Die Geschichte entfaltet sich in hitzigen Diskussionen, tiefgehenden Reflexionen und emotionalen Momenten, die den Leser dazu anregen, die eigenen Überzeugungen zu überdenken. Es wird gezeigt, wie Sprache, Kommunikation und innere Glaubenssätze unser Verhalten prägen – und wie wir durch bewusste Reflexion nicht nur unser Denken, sondern auch unser Leben verändern können.

Das Buch stellt dabei eine zentrale Frage: Sind wir bereit, unsere Perspektiven zu erweitern und uns auf neue Sichtweisen einzulassen?
SpracheDeutsch
Herausgebertredition
Erscheinungsdatum22. März 2025
ISBN9783384561947
Das Spiel der Ansichten: Das Spiel der Ansichten– Entdecke, wie Ansichten unser Leben prägen und wie du durch bewusstes Hinterfragen neue Perspektiven gewinnen kannst.
Autor

Salah Abdeldayem

Salah Abdeldayem ist Forscher im Feld der Psychologie, interkultureller Denker und scharfsinniger Analytiker unserer Gegenwart. Seine Arbeit kreist nicht um die Idee, Menschen zu verändern – sondern um das mutige Ziel, ihnen den Raum zu eröffnen, sich selbst zu erkennen, zu hinterfragen und bewusst weiterzuentwickeln. Mit einem Hintergrund, der sowohl akademisch fundiert als auch zutiefst menschlich ist, bewegt sich Abdeldayem an der Schnittstelle von Verhalten, Kultur und Identität. Er stellt unbequeme Fragen, nicht um zu provozieren, sondern um Denkprozesse auszulösen – jenseits von Trendmeinungen, Suggestion und Konformität. In seinem Buch Verkauft, verführt, programmiert lädt er den Leser zu einer außergewöhnlichen Reise ein: einer Reise in die verborgenen Mechanismen des Marketings, die längst nicht mehr nur Produkte verkaufen, sondern unser Selbstbild, unsere Entscheidungen und unsere Träume formen. Abdeldayem schreibt nicht als Moralist – sondern als jemand, der die tieferen Strukturen menschlicher Beeinflussbarkeit erforscht. Seine Texte sind keine Erklärstücke, sondern Denkwerkzeuge. Sie öffnen Türen zu mehr Bewusstsein – nicht mit dem Ziel, zu kontrollieren oder zu lenken, sondern um innere Klarheit zu ermöglichen. Er sieht den Menschen nicht als Objekt der Veränderung, sondern als Subjekt der Selbstverwirklichung. In einer Zeit der lauten Reize und schnellen Urteile ruft seine Stimme zu etwas Seltenem auf: zur stillen Kraft des Innehaltens, zum Erkennen des Eigenen inmitten der Inszenierung – und zur Rückkehr zu jener Würde, die aus Freiheit, Selbstverantwortung und Achtsamkeit erwächst.

Ähnliche Autoren

Ähnlich wie Das Spiel der Ansichten

Ähnliche E-Books

Psychologie für Sie

Mehr anzeigen

Verwandte Kategorien

Rezensionen für Das Spiel der Ansichten

Bewertung: 0 von 5 Sternen
0 Bewertungen

0 Bewertungen0 Rezensionen

Wie hat es Ihnen gefallen?

Zum Bewerten, tippen

Die Rezension muss mindestens 10 Wörter umfassen

    Buchvorschau

    Das Spiel der Ansichten - Salah Abdeldayem

    Danksagung

    An erster Stelle möchte ich meiner Familie danken für ihre unerschütterliche Liebe, Geduld und Unterstützung auf jedem Schritt meines Weges. Ihr seid meine größte Inspiration, mein sicherer Hafen und die Quelle meiner Stärke. Ohne euch wäre dieses Buch nicht möglich gewesen.

    Mein tiefster Dank gilt auch allen Menschen, die an sich selbst glauben, die den Mut haben, sich weiterzuentwickeln, ihre eigenen Wahrheiten zu hinterfragen und ihren Weg zu gehen – trotz aller Herausforderungen, Zweifel und Rück-schläge. Ihr seid der lebende Beweis dafür, dass der Glaube an sich selbst Berge versetzen kann.

    Dieses Buch ist für euch. Für all diejenigen, die in sich das Potenzial sehen, etwas Größeres zu erreichen, und die erkennen, dass Veränderung im Inneren beginnt. Eure Reise ist es, die die Welt bereichert und mit Hoffnung erfüllt.

    Danke, dass ihr eure Geschichten teilt, eure Erfahrungen weitergebt und mit eu-rer Authentizität andere inspiriert. Möge dieses Buch euch begleiten, ermutigen und daran erinnern, dass es immer einen Grund gibt, an sich selbst und an die Kraft der Menschlichkeit zu glauben.

    Mit tiefer Dankbarkeit,

    Salah Abdeldayem

    Inhaltsverzeichnis

    Danksagung ..................................................... 3

    Vorwort ........................................................... 8

    Der Raum der Ansichten ............................... 11

    Ein Raum voller Geschichte ......................... 15

    Zwischen Akten und Ansichten .................... 20

    Der Knall im Besprechungszimmer .............. 25

    Der Schatten des Visionärs ........................... 33

    Brüche in der Harmonie ................................ 42

    Verborgene Töne ........................................... 48

    S.der Coach, Anja und die leise Stimme ........ 58

    Der Beobachter und die Welt ........................ 65

    Der Schritt in die Freiheit ............................. 70

    Zwischen Wissen und Verantwortung ........... 83

    Das Tempo der Menschen ........................... 100

    Die Last des Wissens ................................. 114

    Kreativität im Konflikt................................ 122

    Wissen und Kreativität ................................ 127

    Die Brücke des Vertrauens .......................... 148

    Die Bedeutung des Vertrauens .................... 154

    Die Macht der Ansichten ............................ 164

    Zwischen Licht und Schatten ...................... 190

    Was bleibt, wenn Worte fehlen ................... 202

    Beobachtung und Anerkennung .................. 217

    Ein neuer Anfang ........................................ 237

    Das Spiel der Ansichten .............................. 243

    Über den Autor ........................................... 257

    Vorwort

    Jeder Mensch trägt eine Welt in sich – geformt durch Erlebnisse,

    Überzeugungen, kulturelle Prägungen und persönliche Wahr-

    heiten. Doch was passiert, wenn diese Welten aufeinanderpral-

    len? Wenn Meinungen und Perspektiven sich überschneiden, er-

    gänzen oder widersprechen? Dies ist die zentrale Frage dieses

    Buches.

    In einer Reihe von Begegnungen, Gesprächen und inneren Re-

    flexionen begleitet der Leser eine Gruppe von Menschen, die

    scheinbar unterschiedlicher nicht sein könnten: ein erfahrener

    Coach, der die Tiefe der menschlichen Wahrnehmung erforscht,

    Bettina, eine unermüdliche Kollegin mit eigenem innerem

    Kampf, und eine Vielzahl von Teilnehmern, die mit ihren eige-

    nen Ansichten, Zweifeln und Träumen das Leben der anderen

    bereichern.

    Das Buch beleuchtet die Macht der Worte, die Bedeutung von

    Kommunikation und die Fragilität menschlicher Wahrneh-

    mung. Es zeigt, wie wichtig es ist, die Perspektiven anderer zu

    betrachten und dabei die eigenen Überzeugungen zu hinterfra-

    gen. Zwischen hitzigen Diskussionen, philosophischen Einsich-

    ten und emotionalen Momenten entfaltet sich eine Geschichte,

    die uns dazu einlädt, die Welt mit neuen Augen zu sehen.

    Doch am Ende führt jede Reise, jeder Konflikt und jede Einsicht

    zu einer zentralen Erkenntnis: Wahre Veränderung beginnt

    nicht im Äußeren, sondern in uns selbst. Dieses Buch ist eine

    Einladung, die eigenen Ansichten nicht nur zu überdenken, son-

    dern aktiv als Werkzeug zu nutzen – für ein friedlicheres Mitei-

    nander, für persönliches Wachstum und für die Entwicklung

    einer Welt, in der wir uns gegenseitig nicht bekämpfen, sondern

    ergänzen.

    Tauchen Sie ein in die Reise durch das Spiel der Ansichten –

    eine Reise, die ebenso tiefgründig wie inspirierend ist und die

    Wahrheit hinter der Vielfalt der menschlichen Wahrnehmung

    enthüllt.

    Salah Abdeldayem

    Der Raum der Ansichten

    Es begann in einem Raum, der die Zeit überdauert hatte. Die

    Wände waren mit Mahagoniholz verkleidet, und die Luft schien

    den Duft alter Entscheidungen zu tragen. Ein Raum, in dem

    einst der Firmengründer, ein Mann mit einem legendären Blick

    für Geschäfte, große Pläne schmiedete. Nun gehörte dieser

    Raum ihr – der neuen Abteilungsleiterin, die von außen

    betrachtet erfolgreich war, aber innerlich oft das Gefühl hatte,

    nur einen weiteren Kampf zu führen, einen weiteren Anspruch

    gerecht zu werden.

    Das Büro war überwältigend. Der Schreibtisch, der fast wie ein

    Monument wirkte, stand im Zentrum, ein Symbol von

    Verantwortung und Autorität. Sie hatte ihn neu arrangieren

    lassen, weil sie spüren wollte, dass dieser Raum, trotz seiner

    Geschichte, jetzt ihr Raum war. Die großen Fenster ließen das

    Licht auf ihre Arbeitsfläche fallen, während der Schatten der

    Vergangenheit in den Ecken lauern blieb. Sie brachte ihre

    eigenen Pflanzen, ihre eigenen Bilder, versuchte, dem Raum

    Leben einzuhauchen, das zu ihr passte. Aber irgendwie spürte

    sie immer die unsichtbare Präsenz derer, die vor ihr hier saßen

    – und die unausgesprochenen Erwartungen, die an sie gestellt

    wurden.

    Es war nicht nur ein Büro. Es war ein Schauplatz für

    Machtkämpfe, Meinungsverschiedenheiten und stille Kriege,

    die sich hinter höflichen Worten verbargen. Sie war nicht naiv,

    das wusste sie. Die Dynamik zwischen den Kollegen, die

    Beziehung zur Geschäftsführung, das unsichtbare Netz aus

    Loyalitäten und Eitelkeiten – all das war ein Spiel, das sie

    täglich zu durchschauen versuchte. Doch je länger sie spielte,

    desto mehr fragte sie sich: Wer war sie in diesem Spiel? War sie

    die strategische Spielerin, die das Beste aus jeder Situation

    machte? Oder nur ein weiterer Bauer auf einem Schachbrett, das

    längst von anderen beherrscht wurde?

    Dann kam dieser Morgen, der alles veränderte. Es war ein

    gewöhnlicher Tag, bis der Anruf kam: eine kurzfristig

    einberufene Sitzung. Der Geschäftsführer wollte sie und die

    beiden anderen Abteilungsleiter sehen. Sie spürte eine leichte

    Anspannung, die sie nicht zu deuten wusste. Routine oder

    Krise? Sie versuchte, ihre Gedanken zu ordnen, während sie den

    Kollegen aus dem Erdgeschoss abholte und mit der Kollegin aus

    der zweiten Etage die Treppe hinaufging. Der Flur zum

    Besprechungszimmer schien an diesem Tag länger als sonst.

    Ihre Schritte hallten in einer Stille wider, die von

    unausgesprochenen Sorgen erfüllt war.

    Das Besprechungszimmer war hell, modern, beinahe steril. Der

    Geschäftsführer wartete bereits. Sein Lächeln war höflich, doch

    es trug einen Unterton von Anspannung. Er eröffnete die

    Sitzung mit ruhiger Stimme, aber jeder im Raum konnte fühlen,

    dass etwas brodelte – etwas, das bald die Oberfläche

    durchbrechen würde. Die Atmosphäre veränderte sich mit

    jedem Wort, das gesprochen wurde. Es begann sachlich, fast

    harmonisch. Doch wie schnell Harmonie zerbrechen kann,

    wenn unterschiedliche Ansichten aufeinanderprallen, wurde

    hier bald offensichtlich.

    Ein Kollege, der früher der Liebling der Geschäftsführung

    gewesen war, wagte es, Widerspruch zu äußern. Erst leise, dann

    mit wachsender Vehemenz. Worte wurden schärfer, die

    Spannungen greifbarer. Der Geschäftsführer, der sonst so

    visionär und charismatisch war, verlor die Fassung. Seine

    Stimme wurde laut, sein Gesicht verzerrte sich vor Wut. Es war,

    als wäre eine unsichtbare Grenze überschritten worden – eine,

    die niemand zuvor gewagt hatte zu berühren.

    Sie saß da, zwischen den Fronten, und fühlte sich gelähmt. Ihr

    Herz raste, während sie ihre Hände unter dem Tisch betrachtete,

    als könnten sie ihr Halt geben. Einmal wagte sie es,

    aufzublicken, und das Bild, das sie sah, brannte sich in ihre

    Erinnerung ein: Der Kollege, der weiterredete, als ob ihn nichts

    erschüttern könnte, und der Geschäftsführer, dessen Gesicht

    eine Mischung aus Zorn und Enttäuschung zeigte. Sie fühlte

    sich wie eine Beobachterin eines Dramas, das außer Kontrolle

    geraten war.

    Als die Sitzung schließlich vorbei war, verließ der

    Geschäftsführer den Raum, die Tür schlug laut hinter ihm zu.

    Zurück blieb eine erdrückende Stille. Sie stand auf, ging zum

    Fenster und atmete tief durch. Die anderen blieben sitzen,

    unsicher, was sie sagen oder tun sollten. Der Konflikt war

    vorbei, zumindest in diesem Moment, aber die Fragen, die er

    aufgeworfen hatte, blieben: Was war ihre Rolle in diesem Spiel?

    Hätte sie eingreifen können, etwas sagen sollen? Oder war es

    besser, einfach nur zu beobachten, still zu bleiben?

    Dieser Moment veränderte alles. Es war der Beginn einer Reise,

    die sie zwang, ihre eigenen Ansichten zu hinterfragen – über

    Führung, über Verantwortung, über sich selbst. Und es war der

    Moment, an dem sie erkannte, dass jede Perspektive, jede

    Überzeugung nur ein Teil eines viel größeren Bildes war.

    Ein Raum voller

    Geschichte

    Es war nicht einfach nur ein Büro. Es war ein Monument der

    Vergangenheit, ein Ort, der die Geschichten all jener in sich

    trug, die hier vor ihr saßen. Jeder Winkel, jedes Möbelstück,

    selbst die Stille im Raum schien erfüllt von einem Gewicht, das

    Bettina spüren konnte, sobald sie die Tür öffnete. Das

    Mahagoniholz glänzte im gedämpften Licht, poliert von den

    Jahren und der Hingabe, die diesem Raum entgegengebracht

    wurde. Es war das Büro des Firmengründers – des Mannes, der

    dieses Unternehmen vor Jahrzehnten aufgebaut hatte. Ein

    Mann, dessen Entscheidungen hier getroffen wurden, dessen

    Visionen sich von diesem Schreibtisch aus in die Welt hinaus

    entfaltet hatten.

    Als Bettina den Raum das erste Mal betrat, spürte sie einen Kloß

    in ihrem Hals. Es war eine Mischung aus Ehrfurcht und

    Unsicherheit, die sie überfiel. Der Schreibtisch, massiv und

    eindrucksvoll, dominierte die Mitte des Raumes, ein Symbol für

    Autorität und Kontrolle. Dahinter erhob sich eine Schrankwand,

    die fast bis zur Decke reichte, mit abschließbaren Fächern und

    Türen, die die Geheimnisse der Vergangenheit bewahrten. Alles

    in diesem Raum schien Geschichten zu erzählen – von Erfolgen,

    Niederlagen und Entscheidungen, die das Unternehmen geprägt

    hatten.

    Doch so beeindruckend das Büro auch war, Bettina fühlte sich

    wie eine Fremde in dieser Welt. Sie stand still in der Mitte des

    Raumes, ließ ihren Blick über die schweren Möbel, die großen

    Fenster und die leichten Staubschichten gleiten, die selbst das

    Licht nicht ganz zum Glänzen bringen konnte. Was machte sie

    hier? War sie überhaupt bereit, die Verantwortung zu

    übernehmen, die dieser Raum symbolisierte?

    Träume und Hoffnungen

    Bettina hatte sich diesen Moment in ihren Träumen ausgemalt –

    nicht genau so, aber in einer ähnlichen Art. Sie hatte sich

    vorgestellt, wie es wäre, eines Tages eine Führungsposition zu

    übernehmen, in einem Raum wie diesem zu sitzen und den

    Respekt der Menschen um sie herum zu genießen. Als junges

    Mädchen, das aus einer einfachen Arbeiterfamilie kam, hatte sie

    oft davon geträumt, mehr zu erreichen, als ihr Umfeld für

    möglich hielt. Sie wollte beweisen, dass sie es schaffen konnte,

    dass ihre Stimme zählen würde.

    Aber ihre Träume waren nie nur von Macht geprägt. Bettina

    wollte nicht einfach eine Führungskraft sein; sie wollte eine

    Veränderung bewirken. Sie hatte die Vision, ein Arbeitsumfeld

    zu schaffen, in dem Menschen sich gesehen und geschätzt

    fühlten, wo Kreativität und Zusammenarbeit wichtiger waren

    als Hierarchien und Statusspiele.

    In diesem Moment, als sie in dem Raum stand, erinnerte sie sich

    an die vielen Nächte, die sie mit Büchern und Projekten

    verbracht hatte, um besser zu werden, um sich vorzubereiten.

    Sie hatte von einer Zukunft geträumt, in der sie nicht nur für ihre

    Arbeit, sondern für ihre Menschlichkeit bewundert werden

    würde. Doch jetzt, wo sie hier war, fühlte sich dieser Traum

    plötzlich zerbrechlich an.

    Die Unsicherheit nagte an ihr. Was, wenn sie nicht gut genug

    war? Was, wenn sie scheiterte? Der Raum erinnerte sie an die

    vielen Männer vor ihr – Männer, die mit Selbstbewusstsein und

    Kraft führten, die laut und bestimmt waren, ohne zu zweifeln.

    Bettina hingegen zweifelte. Sie fragte sich, ob ihre einfühlsame

    Art, ihre sanfte Führung ausreichen würde, um in einer Welt zu

    bestehen, die oft Härte belohnte.

    Ein Teil von ihr sehnte sich danach, den Raum umzugestalten –

    nicht nur physisch, sondern symbolisch. Sie wollte zeigen, dass

    Veränderung möglich war, dass es Platz für Empathie und

    Kooperation gab, selbst in einem Umfeld, das so stark von

    Tradition und Macht geprägt war. Doch ein anderer Teil von ihr

    fühlte sich gelähmt. Was, wenn sie zu weich war? Was, wenn

    sie das Vertrauen ihrer Kollegen und Vorgesetzten enttäuschte?

    Ihre Gedanken kreisten um die Menschen, die sie in ihrem

    Leben unterstützt hatten – ihre Mutter, die immer sagte, dass

    man niemals aufgeben dürfe, und ihr ehemaliger Mentor, der ihr

    klarmachte, dass der Schlüssel zu guter Führung darin lag,

    zuzuhören und zu lernen. Doch gleichzeitig hörte sie auch die

    Stimmen derer, die ihr sagten, dass sie sich durchsetzen müsse,

    dass sie härter sein müsse, wenn sie überleben wollte.

    Bettina spürte, wie sich ihre Hände unbewusst auf den

    Schreibtisch legten, als ob sie damit die Last, die auf ihren

    Schultern lag, spürbar machen wollte. Ihr Herz raste, doch sie

    zwang sich, tief durchzuatmen. Sie wollte nicht nur in diesem

    Raum stehen und Entscheidungen treffen – sie wollte

    Bedeutung schaffen. Sie wollte, dass ihre Arbeit etwas

    veränderte, dass sie einen bleibenden Eindruck hinterließ.

    Gleichzeitig wünschte sie sich Ruhe, einen Moment, in dem die

    Welt stehen blieb und ihr die Zeit ließ, all das zu verarbeiten.

    Sie wollte stark sein, mutig und selbstsicher. Aber sie wusste

    auch, dass Stärke oft aus den kleinsten, unsichtbarsten Schritten

    wuchs – den Entscheidungen, die niemand sah, den stillen

    Kämpfen, die sie mit sich selbst führte.

    Als sie sich schließlich auf den großen Ledersessel setzte, spürte

    sie eine seltsame Mischung aus Stolz und Zweifel. Die

    Verantwortung war überwältigend, doch sie wusste, dass sie

    jetzt hier war. Es war ihr Raum. Ihr Moment. Und obwohl sie

    nicht wusste, was die Zukunft bringen würde, war eines klar:

    Bettina war bereit, ihre Ansichten, ihre Träume und ihre

    Konflikte mit in diesen Raum zu bringen – und ihn dadurch zu

    verändern.

    Zwischen Akten und

    Ansichten

    Der Alltag in der Abteilungsleitung war ein Tanz zwischen

    Ordnung und Chaos. Für Bettina fühlte es sich an, als stünde sie

    mitten in einem unsichtbaren Spielfeld, auf dem ständig neue

    Regeln geschrieben wurden – oft ohne Vorwarnung. Akten

    türmten sich auf ihrem Schreibtisch, jede einzelne ein kleines

    Puzzlestück eines viel größeren Bildes. Doch das wahre Spiel

    fand nicht in den Aktenordnern statt. Es spielte sich in den

    Köpfen, hinter verschlossenen Türen und in den

    unausgesprochenen Spannungen zwischen den Menschen ab.

    Bettina hatte schnell gelernt, dass Führung nicht nur eine Frage

    der Struktur war, sondern auch der Dynamik zwischen den

    Beteiligten. Ihre Kollegen – erfahren, ambitioniert, oft auch von

    der eigenen Position überzeugt – waren wie unterschiedliche

    Planeten in einem gemeinsamen Orbit. Jeder hatte seinen

    eigenen Rhythmus, seine eigene Gravitation, doch wenn sie

    kollidierten, konnte es heftig werden.

    Einer ihrer Vorgesetzten und Kollegen, Markus, war ein Mann,

    der den Raum dominierte, sobald er ihn betrat. Seine Stimme

    war laut, seine Präsenz einschüchternd, und er hatte eine

    Vorliebe dafür, Diskussionen zu gewinnen, indem er andere mit

    Fakten und Zahlen überrollte. Markus war lange Zeit die rechte

    Hand der Geschäftsführung gewesen, ein Mann mit einem

    tadellosen Ruf – zumindest auf den ersten Blick.

    Die Kollegin, Anja, war das genaue Gegenteil. Sie war ruhig,

    analytisch, eine Frau, die nie ein Wort zu viel sagte, aber mit

    einem einzigen Satz eine Diskussion in eine völlig neue

    Richtung lenken konnte. Anja und Markus standen sich häufig

    gegenüber, doch die Spannungen zwischen ihnen wurden nie

    laut. Es war ein stiller Machtkampf, der in Blicken, leisen

    Kommentaren und taktischen Schachzügen ausgetragen wurde.

    Bettina beobachtete diese Dynamik zunächst aus der Distanz.

    Sie wollte ihre Position nicht zu schnell preisgeben, wollte

    verstehen, wie das System funktionierte, bevor sie sich

    einmischte. Doch das änderte sich, als die erste größere

    Konfliktsituation aufkam.

    Es begann bei einer Abteilungsbesprechung. Die

    Geschäftsführung hatte beschlossen, zwei neue

    Mitarbeiterinnen für Führungspositionen einzustellen, und

    Bettina, Markus und Anja sollten gemeinsam einen Plan für die

    Einarbeitung erarbeiten. Was nach einer einfachen Aufgabe

    klang, entwickelte sich schnell zu einem Streit um Kontrolle und

    Ansichten.

    Wir brauchen klare Strukturen und Vorgaben, begann Markus

    mit seiner typischen, dominanten Haltung. Es kann nicht sein,

    dass jeder hier einfach seinen eigenen Stil einbringt. Die neuen

    Mitarbeiterinnen müssen genau wissen, was von ihnen erwartet

    wird.

    Klare Strukturen sind wichtig , stimmte Anja ruhig zu, aber zu

    viel Vorgabe nimmt ihnen die Möglichkeit, eigenständig zu

    denken. Wir sollten ihnen Raum geben, sich selbst zu

    positionieren.

    Bettina saß zwischen den beiden und fühlte, wie die Spannung

    im Raum stieg. Es war, als ob jeder Satz ein weiterer Zündfunke

    war, der das Pulverfass zum Explodieren bringen könnte.

    Raum geben?, schnaubte Markus und lehnte sich zurück. Das

    ist nicht unser Job. Wir sind hier, um sie zu führen, nicht um

    ihnen Freiheiten zu schenken.

    Anja antwortete nicht sofort, sondern sah ihn mit diesem

    durchdringenden Blick an, der mehr sagte als Worte. Führung

    bedeutet nicht Kontrolle, Markus , sagte sie schließlich. Es

    bedeutet, Menschen zu entwickeln, nicht sie zu ersticken.

    Bettina spürte, wie alle Blicke sich auf sie richteten. Es war einer

    dieser Momente, in denen sie spürte, dass sie Stellung beziehen

    musste. Doch während sie die Worte suchte, die sie sagen

    wollte, spürte sie einen inneren Konflikt.

    Ihr Herz pochte schneller. Sollte sie Markus unterstützen und

    für Struktur und Kontrolle plädieren, etwas, das auch ihre

    Unsicherheiten abdecken würde? Oder sollte sie Anja

    zustimmen, deren Ansatz mehr zu ihrer Vorstellung von

    Führung passte, aber riskierte, Markus gegen sich

    aufzubringen?

    Sie erinnerte sich an ihre eigenen Träume, an das Bild von

    Führung, das sie hatte: ein Gleichgewicht zwischen Klarheit und

    Freiheit, zwischen Strenge und Vertrauen. Doch in der Realität

    fühlte es sich viel komplizierter an.

    Ich denke, beide Ansätze haben ihren Platz , begann sie

    vorsichtig, spürte aber sofort, wie die Worte in der Luft hängen

    blieben. Markus verschränkte die Arme, Anja zog leicht die

    Augenbrauen hoch. Es war klar, dass niemand eine

    diplomatische Antwort wollte. Sie wollten Position.

    Ich denke, wir müssen einen Mittelweg finden

    Gefällt Ihnen die Vorschau?
    Seite 1 von 1