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Versteckte Monsterruinen: Das Nexus der Erde, #2
Versteckte Monsterruinen: Das Nexus der Erde, #2
Versteckte Monsterruinen: Das Nexus der Erde, #2
eBook382 Seiten4 StundenDas Nexus der Erde

Versteckte Monsterruinen: Das Nexus der Erde, #2

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Über dieses E-Book

Du kannst dich verstecken, so gut du willst, ich werde dich doch finden.

Vielleicht trage ich weder einen Umhang noch eine Maske, doch als Agentin der MSE – Monster-Spezialeinheit – bin ich ziemlich heldenhaft.

Meistens.

Da ich eine sogenannte Nullhexe bin – jemand, der Magie tötet –, passieren um mich herum relativ viele Unfälle. Das klingt toll, oder? Ist es aber nicht, besonders wenn es dazu führt, dass verfluchte Leute direkt vor mir explodieren – im wahrsten Sinne des Wortes. Krass. Und außerdem hasse ich es, neue Klamotten zu kaufen.

Und doch liebe ich meinen Job, selbst wenn er gefährlich ist. Andere Bereiche meines Lebens könnten allerdings ein bisschen Hilfe gebrauchen.

Meine Abstammung ist immer noch ein Rätsel.

Der Typ, den ich mochte, nun, sagen wir einfach, es wurde kompliziert. Mein Boss hat jemand Neues eingestellt, jemand Nerviges, und habe ich schon erwähnt, dass er heiß ist?

Oh, und unter unserer Stadt scheinen sich uralte Ruinen zu befinden. Ich würde mich wesentlich mehr darüber freuen, hätte die Historische Gesellschaft der Kryptiden uns nicht von der Untersuchung ausgeschlossen.

Aber egal. In Nexus treiben sich genügend Monster herum. Und es gibt Geheimnisse. Es wird Zeit, dass ich im Namen des Guten ein bisschen Unruhe stifte.

SpracheDeutsch
HerausgeberEve Langlais
Erscheinungsdatum8. Mai 2025
ISBN9781773845623
Versteckte Monsterruinen: Das Nexus der Erde, #2
Autor

Eve Langlais

New York Times and USA Today bestseller, Eve Langlais, is a Canadian romance author who is known for stories that combine quirky storylines, humor and passion.

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    Buchvorschau

    Versteckte Monsterruinen - Eve Langlais

    Versteckte Monsterruinen

    Inhalt

    Ebenfalls von Eve Langlais

    Prolog

    Kapitel Eins

    Kapitel Zwei

    Kapitel Drei

    Kapitel Vier

    Kapitel Fünf

    Kapitel Sechs

    Kapitel Sieben

    Kapitel Acht

    Kapitel Neun

    Kapitel Zehn

    Kapitel Elf

    Kapitel Zwölf

    Kapitel Dreizehn

    Kapitel Vierzehn

    Kapitel Fünfzehn

    Kapitel Sechzehn

    Kapitel Siebzehn

    Kapitel Achtzehn

    Kapitel Neunzehn

    Kapitel Zwanzig

    Kapitel Einundzwanzig

    Kapitel Zweiundzwanzig

    Kapitel Dreiundzwanzig

    Kapitel Vierundzwanzig

    Kapitel Fünfundzwanzig

    Kapitel Sechsundzwanzig

    Kapitel Siebenundzwanzig

    Kapitel Achtundzwanzig

    Kapitel Neunundzwanzig

    Epilog

    Ebenfalls von Eve Langlais

    Copyright © 2025 Eve Langlais

    Englischer Originaltitel: »Hidden Monster Ruins (Earth's Nexus Book 2)«

    Deutsche Übersetzung: Noëlle-Sophie Niederberger für Daniela Mansfield Translations 2025

    Alle Rechte vorbehalten. Dies ist ein Werk der Fiktion. Namen, Darsteller, Orte und Handlung entspringen entweder der Fantasie der Autorin oder werden fiktiv eingesetzt. Jegliche Ähnlichkeit mit tatsächlichen Vorkommnissen, Schauplätzen oder Personen, lebend oder verstorben, ist rein zufällig.

    Dieses Buch darf ohne die ausdrückliche schriftliche Genehmigung der Autorin weder in seiner Gesamtheit noch in Auszügen auf keinerlei Art mithilfe elektronischer oder mechanischer Mittel vervielfältigt oder weitergegeben werden.

    Titelbild entworfen von: Addictive Covers © 2025

    Herausgegeben von: Eve Langlais www.EveLanglais.com

    eBook ISBN: 978-1-77384-562-3

    Taschenbuch ISBN: 978-1-77384-563-0

    Besuchen Sie Eve im Netz!

    www.evelanglais.com

    Ebenfalls von Eve Langlais

    Moonstruck Mating:

    Meine Freundin ist ein Werwolf (Buch 1)

    Mein Freund markiert Bäume (Buch 2)

    Mein Freund beißt gern (Buch 3)

    Die Grae-Schwestern:

    Der Wächter und seine Attentäterin (Buch 1)

    Der Professor und seine Seherin (Buch 2)

    Der Gentleman und seine Hexe (Buch 3)

    Das Wolfswandler-Rudel:

    Widerstand gegen die Rudelgesetze (Buch 1)

    Verrat am Rudel (Buch 2)

    Das Geheimnis von Dragon Point:

    Die Geschichte des Drachen (Buch 1)

    Der Anspruch der Drachin (Buch 2)

    Die Entfesselung des Drachen (Buch 3)

    Die Ankündigung des Drachen (Buch 4)

    Die Wiedergeburt des Drachen (Buch 5)

    Ein Dämon auf der Suche (Buch 6)

    Der Zauber des Drachen (Buch 7)

    Der Dschinn des Drachen (Buch 8)

    Das Kätzchen des Drachen (Buch 9)

    Die Großstadt-Lykaner:

    Der Angriff auf den Alpha (Buch 1)

    Großer, böser Gruff (Buch 2)

    Honeys Werwolf (Buch 3)

    Ein Werwolf als Leibwächter (Buch 4)

    Die Prinzessin des Werwolfs (Buch 5)

    Growl & Prowl:

    Gestaltwandler wider Willen – Dominick (Buch 1)

    Gestaltwandler wider Willen – Stefan (Buch 2)

    Gestaltwandler wider Willen – Raymond (Buch 3)

    Das Geheimnis von Bitten Point:

    Die Rückkehr des Krokodils (Buch 1)

    Die Gefährtin des Panthers (Buch 2)

    Die Umarmung der Python (Buch 3)

    Die Herausforderung des Alligators (Buch 4)

    Das Feral Pack:

    Entfesselter Alpha (Buch 1)

    Ungezähmter Beta (Buch 2)

    Hemmungsloser Vollstrecker (Buch 3)

    Ungeliebter Einzelgänger (Buch 4)

    Lion’s Pride:

    Wenn ein Löwe Schnurrt (Buch 1)

    Wenn ein Löwe Brüllt (Buch 2)

    Wenn ein Löwe Begehrt (Buch 3)

    Der Tiger und seine Braut (Buch 4)

    Wenn eine Löwin Faucht (Buch 5)

    Wenn eine Löwin Springt (Buch 6)

    Wenn eine Löwin Knurrt (Buch 7)

    Wenn eine Löwin Jagt (Buch 8)

    Wenn ein Töwe Heiratet (Buch 9)

    Wenn ein Liger sich Bindet (Buch 10)

    Wenn ein Bär gezähmt wird (Buch 11)

    Wenn ein Löwe Sucht (Buch 12)

    Wenn ein Löwe Findet (Buch 13)

    Wenn ein Löwe Eitel ist (Buch 14)

    Kodiak Point:

    Die Frau des Kodiakbären (Buch 1)

    Die List der Füchsin (Buch 2)

    Die Wandlung des Eisbären (Buch 3)

    Die Verführung des Wolfes (Buch 4)

    Die Liebe des Grizzlys (Buch 5)

    Das Geschenk des Karibus (Buch 6)

    Die Suche nach der Luchsin (Buch 7)

    Der Flug des Eisernen Adlers (Buch 8)

    Die Bad Boy Inc.:

    Mein Nachbar, der Attentäter (Buch 1)

    Mein Beschützer, der Winzling (Buch 2)

    Meine Traumfrau, der Todesbringer (Buch 3)

    Prolog

    Ich bin nicht allein.

    Diese Gewissheit überkam mich, als ich im Bett lag – eine dünne Schaumstoffmatratze auf dem Boden im Schrank. Ich umklammerte meine Decke, die über meinem Kinn lag. Meine Knie waren angezogen, aber meine Zehen guckten trotzdem heraus. In diesem Raum war es nicht so kalt wie in unserem letzten Haus, als der Winterwind durch jede einzelne Ritze in diesem Schuppen abseits der schneebedeckten Maisfelder wehte. Es war ruhiger als auf dem Dachboden mit seinem schrecklichen Ächzen, auf dem wir einige Monate lang gelebt hatten. Das Geschäft unter uns bot rund um die Uhr Massagen an und benötigte eine bessere Schallisolierung, da wir die ganze Nacht über vereinzelte Schreie hören konnten.

    Unsere jetzige Wohnung mochte alt sein, aber sie war kein Rattenloch wie einige andere Orte, an denen wir gelebt hatten. Im zweiten Stock war das eine Schlafzimmer frisch gestrichen und hatte einen Schrank, der groß genug war, um mich zu beherbergen. Seht mich an, mit meinem eigenen Raum und einer Tür!

    Sarkasmus änderte nichts an meiner Realität. Schon im zarten Alter von neun Jahren verstand ich, dass diese Behandlung nicht normal war. Ich wusste nur nicht, was ich dagegen tun sollte.

    Gleichzeitig hatte ich ein Dach über dem Kopf, tatsächlich Lebensmittel im Vorratsschrank – eine Seltenheit – und einen winzigen eigenen Raum – eine Premiere! Der begehbare Kleiderschrank war eine große Überraschung in der Wohnung. Ein altes Haus, das in mehrere Einheiten umgebaut worden war, hatte einen eklektischen Raum ergeben.

    Alt bedeutete nicht, dass es dort spukte.

    Ich lag schnaubend da und versuchte, mich davon zu überzeugen. Ein fauliger Gestank stieg auf und veranlasste mich dazu, meinen Mund hinter meinem Hemd zu verstecken. Warum roch es plötzlich so schlecht?

    Vielleicht gab es direkt unter uns ein Badezimmer und jemand war auf die Toilette gegangen. Ich sollte die Tür zum Schrank öffnen, um den Gestank loszuwerden.

    Knarr.

    Ich hätte schwören können, dass jemand direkt neben meinem Kopf auf den Boden getreten war.

    Ich hielt den Atem an und lauschte. Ich wünschte, ich hätte Licht.

    Kratz.

    Wieder klang das Geräusch nahe, als sei es im Schrank bei mir. Höchstwahrscheinlich Mäuse. Wir hatten schon früher welche gehabt.

    Aber was, wenn es der Butzemann war? Ich hatte in der Bibliothek, meinem Lieblingsort auf der Welt, über ihn gelesen, weil ich dort ruhig in einer Ecke sitzen und über interessantere Orte lesen und meinem Leben entfliehen konnte.

    Krtsch.

    Ich starrte blind in die Dunkelheit vor meinem Gesicht.

    Ein stotterndes Keuchen ließ mich erstarren.

    Nur für eine Sekunde. Dann sprang ich auf und suchte nach dem Knauf an der Schranktür. Als er sich drehte, berührte etwas meinen Knöchel. Ich floh mit einem Schrei und lief zum Bett, da ich meine Mutter wollte.

    Wie dumm von mir. Sie war nicht begeistert, dass ich sie geweckt hatte.

    »Was willst du, böses Kind?«, rief sie aus, als sie sich aufsetzte und die Bettdecke auf ihren Schoß fiel. Sie sah so schön und warm aus. Ich konnte nur hoffen, dass ich eines Tages eine so große wie ihre und ein eigenes Zimmer mit Fenster haben würde.

    »Da ist ein Monster im Schrank«, rief ich aus und zeigte darauf.

    »Das einzige Monster, das ich sehe, hat es gewagt, mich zu wecken.« Sie schürzte missbilligend die Lippen. Ich bemühte mich so sehr, nicht böse zu sein, aber meiner Mutter zufolge war ich so geboren worden.

    Ich senkte den Kopf. »Der Butzemann ist im Schrank.«

    Sie schnaubte. »Schon lügst du wieder. Der Butzemann würde sich nicht für jemanden wie dich interessieren. Er frisst gern brave kleine Jungen und Mädchen, nicht die Ausgeburt des Teufels.«

    »Ich bin brav«, beharrte ich heftig.

    »Und doch ist jedes Wort aus deinem Mund eine Lüge. Es gibt keinen Butzemann im Schrank. Du willst nur Aufmerksamkeit. Geh wieder rein und komm nicht raus, bis du mich herumlaufen hörst, verstanden?« Keine Umarmung, keine sanfte Beruhigung wie bei den Müttern in den Büchern und Filmen.

    »Ja, Mutter.«

    »Werd bloß nicht frech, sonst hole ich den Löffel.«

    Mein Hintern spannte sich in Erinnerung an das letzte Mal an, als ich ihn zu spüren bekommen hatte.

    »Ich gehe.« Ich ließ die Schultern hängen, als ich zurück zum Schrank neben der Küche stapfte. Meine Füße schlurften über den Boden, mein Kopf war gesenkt, meine Fäuste geballt. Mein Magen blieb vor Angst verkrampft, aber was sollte ich sonst tun? Ich wollte den Löffel nicht.

    Aber wenn ich zurück in den Schrank ging, könnte ich sterben.

    Könnte. Mutter schien zu glauben, dass ich zu böse für den Butzemann war. Ich schätze, wir würden bald herausfinden, ob sie recht hatte.

    Ich schlüpfte in den dunklen Schrank und lauschte auf das Keuchen seines Atems. Ich wartete auf den Gestank seiner Anwesenheit. Der Schrank fühlte sich normal an. Vielleicht hatte ich mir das nur eingebildet.

    Ich kroch zurück auf meine Matratze, wickelte die Decke um meine Zehen und ließ meine Schultern frei. Ich schloss die Augen und versuchte, langsam und gleichmäßig ein- und auszuatmen.

    Das Keuchen kehrte zurück, ebenso wie der Geruch.

    In dieser Nacht schlief ich kaum.

    Oder in der nächsten.

    Es passierte nichts, und doch konnte ich zu Hause nicht schlafen, aber im Unterricht schon, was dazu führte, dass die Lehrerin mich zur Vertrauenslehrerin schickte. Mrs. Burnette fragte mich, warum ich nicht gut schlief. Ich wusste, dass ich mich nicht beschweren sollte, aber sie schien so nett zu sein. Ich erzählte ihr von dem Monster im Schrank, das mich wach hielt.

    »Warum schläfst du im Schrank?«, fragte sie.

    »Weil dort mein Bett ist.«

    Das führte zu weiteren Fragen, und schließlich sagte Mrs. Burnette mir, ich solle in ihrem Büro bleiben, während sie ein paar Anrufe tätigte.

    Meine Mutter tauchte auf, mit diesem Gesichtsausdruck, den ich so gut kannte. Sie sah von außen so nett aus, aber innerlich kochte sie. Sie würde warten, bis wir allein waren, um zu explodieren.

    Die Vertrauenslehrerin sagte mir, ich solle mich vom Internet fernhalten und versuchen zu lesen, anstatt vor dem Bildschirm zu sitzen. Meine Mutter versprach, mir nach neunzehn Uhr keinen Zucker mehr zu geben. Als könnten wir uns diesen süßen Luxus leisten.

    Sie sagte nichts, als wir hinausgingen. Nichts, als wir mehrere Blocks zu unserer Wohnung marschierten.

    Wir kamen zu Hause an. Sie schloss die Tür ab, drehte sich zu mir um und zischte: »Du stellst mich als schlechte Mutter dar. Es ist böse, das zu tun. Geh in dein Zimmer.«

    »Das ist ein Schrank«, erwiderte ich hitzig.

    Falsche Antwort.

    Viele Tränen später und mit einem wunden Po lag ich auf dem Bauch im Schrank und rotzte in mein Kissen, das ich mir aus meinen Kleidern selbst gemacht hatte. Ich wollte nicht hier drin sein, aber sie ließ mir keine Wahl. Zumindest war es draußen hell, sodass der Spalt unter der Tür mir etwas Licht spendete. Genug, um den geschlossenen Raum zu erkennen. Ich suchte die Wände nach einer Geheimtür ab. Den Boden nach einer Luke. Ein Blick nach oben zeigte nichts als eine einzelne Glühbirne, die durchgebrannt war.

    Nirgendwo konnte irgendjemand oder irgendetwas hineingelangen.

    Ich hatte keinen Platz unter dem Bett, der beim Butzemann und den Monstern sehr beliebt war.

    Vielleicht war es nur meine Einbildung. Unsere Lehrerin sagte, sie könne eine mächtige Sache sein.

    Mein Abendessen kam in Form einer geöffneten Dose Nudeln mit einem Löffel darin.

    »Es tut mir leid«, sagte ich, als Mutter sie mir hinschob.

    »Komm erst morgen früh raus und geh dann direkt zur Schule.«

    Die Tür wurde zugeschlagen und ließ mich wieder allein in der Dunkelheit zurück. Aber wenigstens hatte ich etwas, um meinen Magen zu füllen, und dann würde ich die Dose füllen, da ich so dringend auf die Toilette musste.

    Ich stellte die volle Dose in die hinterste Ecke und legte mich in mein Bett. Hätte ich ein Licht gehabt, hätte ich das Buch lesen können, das ich mir aus der Bibliothek ausgeliehen hatte. Es handelte von einem Mädchen, das plötzlich unglaubliche Kräfte entdeckte und sich auf eine Suche begab. Ich wünschte, ich könnte dieses Mädchen sein.

    Vielleicht könnte ich ein paar Münzen zusammenkratzen, genug für eine Taschenlampe im Ramschladen.

    Zuerst kam der Gestank. Wahrscheinlich kackte jemand jeden Abend zur gleichen Zeit. Ich machte es gern vor der Schule.

    Keuch.

    Das Geräusch klang, als würde jemand atmen, aber ich war allein. Ich hatte es gesehen. Ich hatte diesen Schrank erkundet. Es musste so etwas wie ein Ofen sein. Wir hatten einmal in einer Kellerwohnung gewohnt, wo es einen gab, der ständig klapperte und lärmte.

    Es mussten die Rohre sein.

    Ping.

    Das Geräusch erinnerte mich an eine umkippende Dose. Nicht die, in die ich gepinkelt hatte. Das konnte nicht sein. Schwere Dosen fielen nicht um.

    Mein Fuß wurde nass.

    Mit einem Knoten im Magen setzte ich mich auf. Etwas hatte die Dose umgestoßen. Ich war nicht allein.

    Es war mir egal, ob meine Mutter mich bestrafen würde. Sollte sie doch. Ich musste …

    »Ahh!« Die Finger, die mich am Hals packten, drückten so fest zu, dass mir die Stimme wegblieb.

    Ich kratzte an der schuppigen Hand und versuchte, mich zu befreien. Sie hielt mich fest und zischte: »Mein Schrank.«

    Da ich nicht antworten konnte, trat ich und verfehlte den Butzemann, aber irgendwie traf ich mit einem Fuß die Tür.

    Als das Monster mich höher hob und schüttelte, öffnete sich die Tür und meine Mutter stand im Türrahmen. »Machst du das mit Absicht, um mich zu wecken?« Eine Sekunde später weiteten sich ihre Augen, als der Butzemann mich in ihre Richtung schleuderte.

    Anstatt mich aufzufangen, stieß sie mich in der Luft, sodass ich auf dem Boden landete. Meine Mutter griff nach einer Kerze auf einer Kommode, wedelte damit und schrie: »Hinfort, Kreatur der Finsternis.«

    Ihre Tapferkeit beeindruckte mich. Vor allem weil sie mich beschützte. Das war neu.

    Ihre Kerze hielt dem Schlag des Butzemanns nicht stand. Er ging auf sie los. Meine Mutter wich zurück, die Hände vor der Brust gefaltet, während sie die Lippen im Gebet bewegte.

    Ich eilte ihr zu Hilfe, die Fäuste erhoben, um zuzuschlagen.

    Der Butzemann wandte sich nicht von meiner Mutter ab, als er nach ihr griff. Ihre Augen weiteten sich vor Angst. Mein Magen verkrampfte sich vor Schreck. Trotzdem stürzte ich mich auf diesen Arm, und sobald ich ihn berührte, umklammerte ich ihn fest.

    Er schüttelte mich, aber ich hielt mich fest. Ich konnte den Butzemann nicht loslassen, sonst wäre er einfach weitergezogen und hätte seine böse Magie verbreitet. Zu denken, dass er mir Angst gemacht hatte.

    Jetzt hatte ich keine Angst mehr.

    Er hingegen schon.

    Der Butzemann begann zu wimmern. »Was machst du da?«

    Ich wusste nicht, was er meinte. Aber die Anspannung in meinem Bauch ließ nach. Und je besser ich mich fühlte, desto unruhiger wurde er.

    Er begann zu rauchen. Buchstäblich. Teile von ihm lösten sich auf, bis nichts mehr übrig war. Nichts außer mir und meiner Mutter.

    »Ich habe es geschafft«, rief ich und warf ihr einen strahlenden Blick zu. »Ich habe ihn getötet. Ich habe den Butzemann getötet.« Jetzt würde ich sicherlich Akzeptanz und Liebe in den Augen meiner Mutter sehen.

    Stattdessen schnauzte sie: »Ab ins Bett«, und zeigte auf den Schrank.

    Bevor ich ging, wischte ich die Sauerei auf und nahm eine Glühbirne aus dem Trio im Badezimmer.

    Meine Mutter erwähnte nie, was ich getan hatte. Aber ich erinnerte mich daran und hatte nie wieder Angst vor dem Butzemann.

    Kapitel Eins

    »Komm zurück und lass dich umarmen!«, rief ich dem fliehenden Butzemann hinterher. Sein langer Schritt zwang mich zum Sprinten. Schweiß brachte manche Frauen zum Glänzen. Ich? Ich stank und sah aus, als hätte ich einen Herzinfarkt.

    Die Leute auf dem Bürgersteig schrien, als das Monster an ihnen vorbeiraste, ich ihm dicht auf den Fersen. Ich hatte es weit gebracht, nachdem ich mich früher vor dem Monster in meinem Schrank vor Angst zusammengekauert hatte. Jetzt jagte ich sie.

    »Hat er große, spitze Zähne?«, fragte Kyana – das neue Technik-Mädchen – in meinem Ohrhörer.

    »Du klingst wie Monty Python«, schnaubte ich.

    »Vielen Dank, Ruby«, witzelte sie.

    Das war ich, Ruby Garcia, Spezialagentin, der nicht genug bezahlt wurde, um Monster zu jagen. Aber wenigstens liebte ich meinen Job.

    »Der Butzemann biegt in die Gasse zwischen dem Laden ab, der den Cowabunga Burger anbietet, und dem Geschäft, das Kristalle verkauft«, schnaubte ich, während meine Füße härter auf den Bürgersteig prallten, als mir lieb war. Früher ließen Monster mich direkt auf sie zugehen, wobei sie mich anstachelten, da sie mich für schwach hielten. Aber dann sprach es sich herum, dass ich niemand war, mit dem man sich anlegen sollte. Ich hätte nie gedacht, dass man mich jemals für knallhart halten würde.

    Die Gasse war schmal genug, dass ich beide Seiten mit den Fingern hätte berühren können, ohne die Arme vollständig auszustrecken. Der Butzemann klammerte sich an die Schatten. Als könnte er sich vor mir verstecken. Die meisten seiner Tricks funktionierten nicht.

    Schattenverstecken, Stimmprojektion, intensive Angst. Alles Zauber. Alles nutzlos. Das Einzige, dem ich nicht ausweichen konnte? Dem Geruch. Butzemänner glaubten nicht an das Baden.

    Kreisch. Das Quietschen von Reifen ließ mich über die Schulter blicken, wo ich einen Jeep sah, der mit einem Vorderrad auf dem Gehweg stand. Gleich würde Nelly – meine beste Freundin und freche Kollegin bei der MSE, Monster-Spezialeinheit – herbeihumpeln, um mir als Verstärkung beizustehen. Sie hatte sich letzte Woche bei der Verfolgung eines geilen Satyrs den Knöchel verstaucht. Sie war auf einer Pfütze Sperma ausgerutscht, die er in unsere Richtung gespritzt hatte. Ich muss nicht erwähnen, dass sie deswegen schlechte Laune hatte, da sie ihre süßen Stiefeletten wegwerfen musste, nachdem die Sanitäter den Schuh an ihrem geschwollenen Fuß weggeschnitten hatten.

    Sie weigerte sich, sich freizunehmen oder im Jeep zu bleiben, obwohl ich keine Hilfe brauchte, um mit dem Butzemann fertigzuwerden. Eine Umarmung von mir und schwupps, war er wieder an dem albtraumhaften Ort, an dem er entstanden war. Butzemänner waren magische Wesen, die aus Angst erschaffen wurden. Sie hatten überhaupt nichts mit Gut oder Böse zu tun.

    Ich lief zum hinteren Ende der Gasse und achtete auf die Verschiebung der Schatten, um zu sehen, wohin der Butzemann sich zurückzog. Eine sich bewegende Dunkelheit verschwand um die Ecke in einer überkreuzten Gasse, die in einer Sackgasse und einer Lichtquelle endete.

    Der Butzemann schrumpfte im hellen Licht, als ich näher kam, und verlor an Größe, da er keine Angst fand, von der er zehren konnte. Dünne graue Arme verschränkten sich vor seinem Gesicht.

    »Wo ist dein Versteck?«, blaffte ich und kam sofort zur Sache. Wir hatten ein Monsterproblem in Nexus. Sie tauchten überall auf, und doch konnte niemand herausfinden, wo sie lebten, wenn sie keinen Ärger machten.

    Der Butzemann zeigte seine Zähne, sagte aber nichts. Zu schwach, um einen zusammenhängenden Gedanken zu fassen.

    Ich schritt auf das Monster zu, streifte meinen Handschuh ab und runzelte die Stirn, da der Butzemann nicht einmal zusammenzuckte. Er wusste, dass ich ihn wegschicken würde, und er schien nicht besorgt zu sein. Er versuchte nicht, zu fliehen. Oder sich zu wehren.

    Ich schürzte die Lippen, blieb aber nicht stehen. Nelly würde jeden Moment in Sichtweite humpeln. Zu zweit sollten wir mit ihm fertigwerden. Das mussten wir, weil wir keine weiteren Muskeln hatten. Baptiste war mit Clive unterwegs. Kyana sorgte dafür, dass wir in ihrem Maschinengeflecht organisiert blieben. Wir brauchten mehr Leute.

    Renarde, die Chefin, sagte immer wieder, sie würde uns weitere Teammitglieder besorgen. Wir warteten immer noch. Zu ihrer Verteidigung sei gesagt, dass wir eine seltsame Truppe waren.

    Da war ich, eine Nullhexe, mit der Fähigkeit, Magie aufzuheben. Nelly, die alles zu einer Waffe machen konnte und so gut wie nie verfehlte, wenn sie zielte. Clive, ein Zauberer mit so viel zusätzlicher Magie, dass er sie für dumme Sachen wie einen echten animierten Besen, Mopp und Eimer verschwendete. Er hatte auch einen Staubwedel, der sich hervorragend für Deckenventilatoren eignete. Solange ich nicht in der Nähe war und die ganze Magie aufsaugte. Als Gegenleistung für die magische kostenlose Reinigung verbrachte ich alle paar Tage ein paar Minuten mit Clive, während derer wir im Lotussitz saßen, uns an den Knien berührten und die Hände aufeinanderlegten. Ein Zen-Moment, um den Druck seiner Magie zu lindern.

    Da war Yvonne, unsere Seherin, die immer dann auftauchte, wenn man sie am wenigsten erwartete, und Kyana, die neueste Rekrutin. Sie hatte Joe ersetzt, unseren vorherigen Techniker, der buchstäblich von der Erde verschluckt worden war. Und schließlich Baptiste, auch bekannt als Muskelprotz. Auch bekannt als der Wolfsmensch, der als Muskelpaket fungierte. Er war auch der Typ, der derzeit eine Schlüsselrolle in meinen Masturbationsfantasien spielte.

    Das Leben war gut, und als zusätzlichen Bonus konnte ich die Welt von Monstern befreien.

    »Sag brav Tschüss.« Ich griff nach dem Butzemann, der knurrte, die Oberlippe von den markanten Zähnen zurückgezogen, die Augen eingefallen in einem blassen Gesicht.

    Als ich eine Hand auf den Butzemann legte, verschwand er fast augenblicklich, anders als bei meiner ersten Begegnung mit einem, bevor meine Kräfte sich wirklich manifestiert hatten. Es dauerte bis zur Pubertät, bis meine Fähigkeit explodierte.

    Bevor ich meinen Sieg über den Butzemann feiern konnte, fiel ein Netz von oben auf mich herab.

    Zu sagen, dass ich geschockt war, wäre eine Untertreibung. Vor allem weil ich mich sofort in den Seilen verhedderte. »Was zum Teufel!«, rief ich aus, während ich mich zu befreien versuchte und es damit nur noch schlimmer machte.

    Nelly schrie: »Duck dich!«

    Meine Knie knickten ein, als ich mich auf den Boden fallen ließ und so gut wie möglich zusammenkauerte. Das schnelle Knallen ließ mich wissen, dass sie geschossen hatte.

    Worauf? Butzemänner konnten nicht erschossen werden. Bevor ich einen Blick erhaschen konnte, schrie sie auf.

    »Nelly!« Ich drückte gegen das Seil und fand irgendwo einen Rand, unter dem ich hervorkroch, bevor ich sah, wie meine MSE-Partnerin und Freundin fliegende Affen-Kobolde abwehrte. Lästige Biester. Sie konnten schweben, hatten geschickte Finger und genügend Intelligenz, um in Gruppen mehr als nur ein Ärgernis zu sein. Umherziehende Banden von ihnen waren gefährlich, und wir hatten Mühe gehabt, schnell genug zu reagieren, um Maßnahmen zu ergreifen, wenn sie auftauchten. Bisher waren wir bei der Beseitigung von Bedrohungen nicht gut gewesen und kamen in der Regel zu spät.

    Nicht dieses Mal.

    Die Bande Kobolde kam aus mehr als einer Richtung auf uns zu. Nelly schrie, als sie den langen Dolch zog, den sie »für alle Fälle«, wie sie mir beim Aufbruch gesagt hatte, an ihrem Rücken trug. Sie schwang ihn mit Anmut und Präzision, schnitt Flügel und Pfoten mit Krallen ab.

    Zumindest war sie vorbereitet. Ich hatte einen Schlagstock, der Stromstöße verpassen konnte, aber im Grunde war es immer noch ein Knüppel, da Yvonne davor gewarnt hatte, mir eine Waffe zu geben, mit der ich Blut vergießen konnte.

    Unsere Seherin erklärte nicht, was sie meinte, und ich protestierte nicht, als ich in Sachen Ausrüstung auf Baby-Status herabgestuft wurde. Ich mochte keine Waffen, obwohl ich zugeben muss, dass es mir eine gewisse Befriedigung verschaffte, Dinge zu schlagen. Bumm. Knall.

    Ich schwang meinen Schlagstock eher wild als überlegt, wie ich beschämt feststellte. Aber wenigstens traf ich ein

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