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Die Reise mit dem Zauberballon: Ein Abenteuer für Kinder
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Die Reise mit dem Zauberballon: Ein Abenteuer für Kinder
eBook212 Seiten2 Stunden

Die Reise mit dem Zauberballon: Ein Abenteuer für Kinder

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Über dieses E-Book

Als die Kinder Mona und Pirlo und das sprechende, immer etwas vorlaute Eichhörnchen Huschelpusch einen herrenlosen Zauberballon finden, ahnen sie nicht, dass das größte Abenteuer ihres Lebens auf sie wartet. Denn als sie neugierig das wundersame Gefährt betreten, erhebt es sich und fliegt mit ihnen davon ins Unbekannte. Es ist der Ballon des Zauberers Garlanto, doch wo ist der Zauberer? Sie folgen seiner Spur, doch überall, wo sie nach ihm suchen, ist er schon fort. Auf Dich wartet ein großes Abenteuer.
Zum Lesen und Vorlesen für Kinder ab 6.
Umschlaggestaltung und Illustrationen stammen von dem Hamburger Illustrator Niels Menke.
SpracheDeutsch
Herausgebertredition
Erscheinungsdatum14. Dez. 2015
ISBN9783734500299
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    Buchvorschau

    Die Reise mit dem Zauberballon - Mikel Lindblad

    1

    Auf einem Feldweg an einem Sommerabend

    Pirlo war ein kleiner Junge, ein bisschen älter als du, aber nicht viel. Er hatte eine Freundin, die hieß Emania-Jula-Simona.

    Weil das ein langer und schwieriger Name war, nannten sie alle nur Mona.

    Mona war ein wenig jünger als Pirlo, aber sie war geschickter. Pirlo dagegen konnte gut klettern und deshalb wundert es nicht, dass er mit einem Eichhörnchen befreundet war.

    Das Eichhörnchen hieß Huschelpusch und wohnte auf einer Buche, nicht weit entfernt von dem kleinen Dorf mit den rot gedeckten Häusern, in dem Pirlo und Mona lebten.

    Natürlich konnte das Eichhörnchen sprechen und bevor du jetzt sagst, dass es so etwas gar nicht gibt, dann sage ich dir, dass es in dem Land von Pirlo und Mona eine Menge Dinge gibt, von denen du geglaubt hast, dass es sie nicht gibt. Zauberballone zum Beispiel.

    Zauberballone gehören, das sagt schon ihr Name, Zauberern. Sie fliegen damit über das Land und schauen von oben auf die Wälder und Seen, Flüsse und Berge und auch auf die kleinen Dörfer mit den rot gedeckten Häusern.

    Mit Zauberern ist das so eine Sache. Manchmal helfen sie den Menschen und manchmal bringen sie alles ganz schön durcheinander. Man weiß nie so recht, woran man bei ihnen ist.

    Ihre Zauberballone sind groß und bunt geschmückt mit kleinen Laternen, die nachts leuchten, wenn sie unter dem Sternenhimmel fliegen.

    Die Gondeln, die an den Ballonen hängen, sind wunderschön und keine gleicht der anderen. Einige Zauberer sitzen in einem Korb, an dessen Rand sie eine Menge seltsamer Geräte befestigt haben. Zauberfernrohre, Windmesser, Wolkengucker, Vogelzähler und viele andere Dinge, die außer Zauberern keiner so recht verstehen kann.

    Andere Zauberer haben eine Ballongondel in Form eines kleinen Schiffes, aus dem sie über die Bordwand nach unten schauen, wenn die Menschen aufgeregt nach oben winken.

    Einige Zauberer lassen eine Strickleiter hinab, und wenn sie tief genug fliegen, dann streift das Ende der Leiter über die Büsche und Felder. So dass man, wenn man genau am richtigen Ort steht, die Leiter ergreifen kann, um an ihr nach oben zu steigen.

    Es gibt ein paar abenteuerliche Geschichten über die Mutigen, die es gewagt haben, auf diese Weise in einen Zauberballon zu klettern.

    Aber um diese Geschichten soll es hier nicht gehen. Es geht um Pirlo, Mona und das Eichhörnchen Huschelpusch und wie es kam, dass sie eine große Reise in einem Zauberballon unternahmen und was sie dabei erlebten.

    Wie fast alle Geschichten, die etwas mit Zauberern zu tun haben, so beginnt auch diese an einem Sonntag. Genauer gesagt, an einem Sonntagabend im Sommer.

    Einem jener Abende, an denen man nicht glauben kann, dass die Sonne jemals untergeht, während ihr Licht immer goldener wird und die Schatten immer länger. Die Füße der Kinder sind dunkelgrün vom Gras der Wiesen, ihre Haare riechen nach Staub und Korn und alle Spiele wollen niemals enden und niemals den Weg nach Hause finden.

    An einem solchen Sommerabend liefen Pirlo, Mona und Huschelpusch den Weg entlang, der von dem Dorf, in dem Mona und Pirlo lebten und das übrigens Guckweis hieß, hinauf zu den Feldern führte. Auf der einen Seite war der Weg gesäumt von einer hohen Brombeerhecke, zur anderen floss der Springbach auf seinem Weg zum Dorfteich. Und weil der Weg am Ende der Hecke eine scharfe Kurve machte, bevor er sich durch die reifen Weizenfelder streckte, hörten sie den Zauberballon erst, bevor sie ihn sehen konnten.

    »Hört mal«, wisperte Huschelpusch, der mit seinen Eichhörnchenohren besser hören konnte als die beiden Kinder.

    Pirlo und Mona blieben stehen und lauschten und tatsächlich, nun hörten sie ein leises Geräusch, wie das Klingen kleiner Glöckchen.

    »Was ist das bloß?«, fragte Pirlo.

    »Wenn man Glöckchen hört«, flüsterte Mona, »dann kommen die Blumenfeen, hat Oma Hinubau erzählt.«

    »Blumenfeen?« Pirlo grinste. »Das ist doch Quatsch.« Aber auch er konnte nicht sagen, was für ein Klingen sie hörten. Er fasste den Stock, den er im Wald gefunden hatte und der sein Wanderstab und Schwert war, ein wenig fester.

    »Es kommt von dort.« Huschelpusch zeigte mit seiner Pfote den Weg entlang. »Um die Kurve. Hinter der Brombeerhecke.«

    Sie liefen weiter und als sie am Ende der Hecke auf den Feldweg bogen, erblickten sie den Zauberballon. Die beiden Kinder und das Eichhörnchen hatten noch niemals einen Zauberballon gesehen und doch wussten sie sofort, was für ein wundersames Gefährt dort vor ihnen stand. Das heißt, es stand nicht, sondern es schwebte so dicht über dem Boden, dass es ihn fast berührte.

    Die Ballongondel war ein kleines, dickes Schiff aus Holz, so hoch, dass die Kinder nicht auf das Deck schauen konnten. Der große Ballon, an dem die Schiffsgondel hing, war aus breiten Stoffbahnen genäht, in Blau, Dunkelblau, Hellblau und Silber. Die Reling der Zaubergondel war aus poliertem Messing, das in der Abendsonne glänzte. Gold- und Silberfäden hingen von der Bordwand herab, manche mit Laternen aus buntem Glas, andere mit kleinen Glöckchen, die leise klingelten, wenn der Wind sie bewegte.

    Die Kinder sahen, dass die Eingangstür der Schiffsgondel offen stand. Eine Holztreppe reichte hinab auf den Feldweg und hinter der offenen Tür, im Inneren der Gondel, leuchteten Lampen. Sie sahen bunte Stoffe, glänzend polierte Hölzer und eine Menge seltsamer Gerätschaften.

    »Das glaubt uns keiner«, flüsterte Pirlo. »Was sollen wir jetzt machen?«

    »Vielleicht ist jemand da drinnen«, sagte Mona. »Und gleich kommt er raus.«

    Keiner von ihnen wusste, wie man sich gegenüber einem Zauberer verhalten sollte, denn keiner von ihnen hatte jemals einen getroffen. Natürlich gab es eine Menge Geschichten über Zauberer, aber sie kannten keine, die ihnen jetzt helfen konnte.

    »Hallo?«, rief Pirlo. Als nichts geschah, wurde er mutiger: »Ist jemand da?«

    Nichts regte sich in dem Zauberballon und niemand trat heraus.

    »Vielleicht ist der Zauberer spazieren gegangen?«, überlegte Mona.

    »Spazieren, einfach so? Hier auf dem Feldweg nach Guckweis?« Pirlo schüttelte den Kopf. »Hier gibt es doch nichts. Zauberer gehen nicht in der Gegend herum. Zauberer machen wichtige Dinge.«

    »Was weißt du schon über Zauberer?« Mona guckte beleidigt. »Du weißt gar nicht, was Zauberer machen.«

    Huschelpusch schnupperte am Boden und schwieg.

    »Sollen wir mal hineingehen?«, fragte Mona schließlich.

    »Hineingehen? Bist du verrückt? Was ist, wenn der Zauberer noch drin ist und schlechte Laune hat? Bestimmt ist es verboten, ohne Erlaubnis einen Zauberballon zu betreten.«

    »Du hast Angst«, stellte Mona fest.

    »Angst?« Pirlo wurde wütend. »Ich hab keine Angst«, sagte er, obwohl er nicht sicher war, ob das die Wahrheit war. »Aber ich bin älter als du und ich bin vorsichtig und … «

    »Du bist nur ein ganz kleines bisschen älter als ich«, unterbrach ihn Mona. »Und du hast Angst.«

    »Wir müssen längst zu Hause sein«, sagte Pirlo. »Was ist, wenn wir wegen dieses Zauberballons zu spät kommen und es Ärger gibt? Deine Mutter hat dich heute früh schon Emania-Jula-Simona gerufen, als du die Brotkörbe nicht reingetragen hast.«

    Das stimmte und Mona biss sich auf die Unterlippe bei dem Gedanken. Es war in allen Ländern und zu allen Zeiten schon immer ein schlechtes Zeichen, wenn Mütter ihre Töchter bei vollem Namen riefen.

    »Wir können ja nur mal kurz hineinschauen«, schlug sie vor.

    »In Ordnung, dazu müssen wir nur die Treppe hinaufgehen.« Pirlo nickte zustimmend. »Und das reicht, finde ich, denn damit sind wir so gut wie hineingegangen.«

    Huschelpusch, der die ganze Zeit bei seinen beiden Menschenfreunden gesessen hatte ohne etwas zu sagen, gab ein Geräusch von sich, das wie ein Eichhörnchenseufzen klang. Er lief zum Zauberballon, die kleine Holztreppe hinauf und verschwand in der Gondel. Eichhörnchen denken nicht soviel nach und reden noch viel weniger, bevor sie etwas machen. Sonst würden sie wohl auch nicht den ganzen Tag durch die Bäume huschen, sondern nur auf einem Ast sitzen bleiben.

    Pirlo und Mona blickten sich an und kamen sich ein wenig albern vor. Kurze Zeit später steckte Huschelpusch seinen Kopf zur Tür heraus.

    »Hier ist keiner«, rief er. »Wo bleibt ihr denn?«

    2

    Ein plötzlicher Aufbruch

    Das Seltsame an Zauberballonen ist: Von innen sind sie größer als von außen. Wenn du davorstehst, dann sieht die Gondel vielleicht klein aus und du denkst, dass nicht viel hineinpasst.

    Wenn du aber hineingehst, dann wirst du staunen. Viel größer ist es nun und gar nicht eng. In manchen Ballonen gibt es sogar mehrere Zimmer und ein Bett zum Schlafen und Schränke und einen Schreibtisch und vielleicht sogar eine kleine Zauberküche. Denn ein Zauberballon ist nicht nur ein Fluggerät, er ist die Wohnung des Zauberers. Und die Zauberer kennen allerlei Tricks, damit ihre Gondel von innen größer ist, als es von außen scheint.

    Darüber wunderten sich auch Pirlo, Mona und Huschelpusch, als sie nun in der Gondel standen. An den Wänden hingen Sternenkarten und Mondbilder und in den Regalen standen dicke Bücher in fremden Sprachen. Es gab verschlossene Tontöpfe, die mit verschlungenen Zeichen bemalt waren, und Glasflaschen, gefüllt mit bunten Flüssigkeiten.

    Auf dem Schreibtisch lagen silberne Schreibfedern, beschriebenes Papier und Zeichnungen von Tieren, wie die drei sie noch niemals gesehen hatten.

    Es gab Glaskugeln, Fernrohre aus glänzendem Messing, bunte Kartenspiele und kleine Kisten mit Bildern von schwarzen Vögeln und Pilzen auf dem Deckel. Manches, was sie sahen, war ein wenig unheimlich, manches war wunderschön, aber einige Dinge waren einfach nur albern.

    Das Innere der Gondel war erfüllt von einem süßen, würzigen Geruch, der ihren Nasen gefiel und ihnen Appetit machte auf unbekannte Süßigkeiten. So rochen und schauten die beiden Kinder, aber sie fassten nichts an und öffneten keinen Schrank und keine Schublade. Man konnte ja nicht wissen, ob nicht plötzlich ein Zauberer, und vielleicht ein schlecht gelaunter, zur Tür hereinschaute.

    Nur Huschelpusch, ganz wie es Art der Eichhörnchen ist, machte sich hierüber keine Sorgen.

    »Besonders ordentlich scheint der Zauberer ja nicht zu sein«, meinte er und hob einen kleinen Stab auf, der auf dem Fußboden lag. Er nahm ihn in seine Schnauze und lief damit zu Pirlo und Mona.

    »Was ist das?«, fragte Mona.

    »Ein Fauberfab«, sagte Huschelpusch, ohne den Stab aus dem Mund zu nehmen.

    »Ein Zauberstab?«, Pirlo lächelte. »Ein bisschen klein, was?«

    »Vielleicht für Eifhörnchen?«

    »Woher willst du denn wissen, dass das ein Zauberstab ist?« Pirlo hockte sich vor das Eichhörnchen.

    »Weil er fo auffieht. Er fimmert und meckt komif.«

    »Er schmeckt komisch?« Pirlo sah das Eichhörnchen ungläubig an.

    Huschelpusch legte den kleinen Stab in Pirlos Hand. Er war so lang und dick wie ein Bleistift. An einem Ende schimmerte er tatsächlich und als Pirlo den Stab bewegte, rieselte glitzernder Staub herab.

    »Ich glaube trotzdem nicht, dass Zauberer so kleine Zauberstäbe haben«, sagte Pirlo. »Das sähe doch komisch aus.«

    »Vielleicht ist der Zauberer ein Eichhörnchen?«, überlegte Huschelpusch.

    »Ihr solltet besser nicht mit irgendwelchen Sachen rumspielen«, meinte Mona streng. »Wer weiß, was ihr sonst anrichtet.«

    »Ift gut«, sagte Huschelpusch, der den kleinen Stab wieder

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