Das Spiel: Narzissmus verstehen und heilen
Von Michael Kleist
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Über dieses E-Book
Dieses Buch gibt auch klare Anleitungen und praktische Hilfestellungen und zeigt, wie man sich selbst oder anderen helfen kann, sich aus den Fängen des Narzissmus zu befreien. Dieses Buch will nicht nur informieren, sondern auch Mut machen. Es zeigt, dass Heilung möglich ist und bietet konkrete Schritte, um sie zu erreichen. Egal ob Betroffener oder Angehöriger, hier findet jeder hilfreiche Tipps und ermutigende Worte.
Michael Kleist
Michael Kleist wurde 1960 in Hamburg geboren und entwickelte früh ein Interesse an ganzheitlicher Gesundheit. Seit 1995 hat er die Erlaubnis, als Heilpraktiker tätig zu sein und hat sich in dieser Zeit intensiv mit verschiedenen therapeutischen Ansätzen beschäftigt. Im Jahr 2022 absolvierte er eine Zusatzausbildung zum EMDR-Therapeuten, einer effektiven Methode zur Behandlung von Traumata. Im Februar 2022 startete Michael Kleist den YouTube-Kanal "Toxic - nein Danke!", der sich mit Themen rund um Narzissmus und toxische Beziehungen beschäftigt. Der Kanal fand schnell großen Anklang und hat bis August 2024 über 50.000 Abonnenten gewonnen. Parallel zu seinem Engagement auf YouTube eröffnete Michael Kleist im Mai 2022 eine eigene Praxis für Traumatherapie, in der er seine langjährige Erfahrung und seine spezialisierte Ausbildung einsetzt, um Menschen bei der Verarbeitung traumatischer Erlebnisse zu unterstützen.
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Buchvorschau
Das Spiel - Michael Kleist
Kapitel 1 Zeit aufzuwachen – dem Namenlosen einen Namen geben
Alles beginnt mit einem Verdacht. Der Verdacht, dass etwas nicht stimmt. Du schaust vielleicht auf die vergangenen Jahre, du schaust auf deine Beziehung und musst feststellen: Mir geht es nicht gut.
Du hast vielleicht schon Psychotherapie hinter dir, weil dir erzählt wurde, dass mit dir etwas nicht stimmt. Das hat nichts gebracht. Zusätzlich warst du vielleicht noch in Paartherapie, aber auch das hat nichts gebracht, außer dass du dich anschließend noch schlechter gefühlt hast. Denn du hattest den Verdacht, dass Therapeut und dein Partner zum Schluss eine Allianz geschlossen hatten, und sich gegen dich verbündet hatten.
Zu Freunden kannst du nicht gehen. Entweder sind sie weg, weil sie sich dein Gejammer nicht mehr anhören konnten, oder sie haben dir ganz offen ins Gesicht gesagt: „Ja, mein Gott, dann geh doch endlich, wenn es alles so schlimm ist, wie du sagst. Was hindert dich daran, zu gehen? Du bist doch nicht angekettet, alle Türen stehen dir offen. Also mach was."
Aber du kannst nichts machen, weil du weißt: Wenn du deinen Partner verlässt, geht es dir noch schlechter. Du verachtest mittlerweile vielleicht deinen Partner und irgendwann verachtest du dich vielleicht sogar selbst, weil du es nicht schaffst, dich zu lösen.
Du weißt: Du bist gefangen. Du weißt nicht mehr ein noch aus. In deiner Not googelst du dir die Finger wund. Du willst Antworten auf deine Fragen. Du fängst an, bei YouTube bestimmte Suchbegriffe einzugeben, wie: „Mein Mann ist unberechenbar, „Mein Mann betrügt mich
, „Mein Mann lügt mich an, „Meine Frau ist dauerbeleidigt
, „Ich kann es ihr nicht recht machen, „Meine Frau ist emotional unterkühlt
, „Sie ist für jeden da, aber nicht für mich." Und jetzt bekommst du Ergebnisse. Schnell wird klar, dass du es mit Narzissmus zu tun haben könntest.
Du kannst es nicht fassen, was du zu lesen oder zu sehen bekommst. Das ist deine Geschichte, die immer und immer wieder vor dir ausgebreitet wird. Du bist geschockt, du bist fassungslos, du könntest laut aufschreien vor Entsetzen oder laut loslachen vor Erleichterung: Endlich hat dein Elend einen Namen. Endlich verstehst du, worin du gefangen und verstrickt bist.
Ausnahmslos alle Klienten in meiner Praxis berichten mir von der unglaublichen Erleichterung, die sich neben all der Wut, all der Verzweiflung, all der Hoffnungslosigkeit breit gemacht hat. Dieses Gefühl zu wissen: Ich bin nicht der Fehler im System, ich bin nicht falsch, nein, eigentlich ist mit mir alles in Ordnung, dieses Gefühl ist unbeschreiblich.
Jetzt, wo man weiß, woran man ist, hat man endlich Möglichkeiten, sein Schicksal in die Hand zu nehmen.
Jetzt ist endlich nach jahrelanger Dunkelheit ein Silberstreif am Horizont zu sehen. Jetzt beginnt das Erwachen, jetzt beginnt dein Weg in deine neue Zukunft. Es ist Zeit, aufzuwachen.
Jetzt kann man sich vom Kopf her sagen: „Gott sei Dank, es ist vorbei." Dass die Emotionen noch hinterherhinken und die Verarbeitung Zeit braucht, gehört leider zum Heilungsprozess dazu. Ich komme später auf die Verarbeitung des Ganzen noch zu sprechen
Aber jetzt bist du in der Lage zu erkennen, mit wem oder was du zu tun hattest.
Jetzt könntest du zum Beispiel sagen: „Was bist du für ein erbärmlicher Mensch? Du betrügst und lügst, dass sich die Balken biegen, und erst dann, wenn du nicht mehr anders kannst und mit dem Rücken zur Wand stehst, gibst du dein Fremdgehen zu. Und selbst dann, wenn du es zugegeben hast, übernimmst du immer noch keine Verantwortung, sondern windest dich und gibst allen anderen und mir die Schuld für dein mieses Verhalten."
Jetzt kannst du sagen: „Raus aus meinem Leben, du ehrloser Mensch. Werde endlich mal erwachsen. Such dir einen anderen, der dein Spiel mitmacht, ich bin definitiv raus und werde mich nicht weiter mit dir abgeben."
Jetzt ist es an der Zeit, aufzuwachen.
Menschen, die Opfer von emotionalem Missbrauch sind oder waren, leben in einer Parallelwelt. Sie leben in einer Welt, in der sie es als normal hinnehmen, dass sie abgewertet werden. Sie leben in einer Welt, in der es normal ist, dass kein Commitment (kein Schulterschluss) gezeigt wird.
In dieser Welt ist es einsam, kalt und leer. Du hast zwar einen Partner an deiner Seite, bist aber einsamer als allein auf einer leeren Insel. In dieser Parallelwelt werden schlechte Witze auf deine Kosten gemacht. In dieser Welt wird trianguliert. In dieser Welt gibt es kein Wir, in dieser Welt gibt es keine wirkliche Nähe, Wärme und Geborgenheit, nein, in dieser Welt pfeift ein kalter Wind. In dieser Welt wird dir immer wieder erzählt, wie dumm, dick, hässlich, ungeschickt oder sonst was du doch bist, mit dem Ergebnis, dass du dich kleiner und kleiner fühlst und dir am Ende Selbstbewusstsein und Selbstachtung verloren gegangen sind. Das ist die Parallelwelt, in der die Betroffenen leben.
Und wenn wir uns vor Augen halten, wer diese Menschen sind, die uns in dieser Parallelwelt gefangen halten, dann ist es fast schon zum Lachen, wenn es nicht so traurig wäre:
Es sind Menschen, die keinerlei Selbstbewusstsein haben, die sich aufpumpen wie Kugelfische, aber nichts, aber auch gar nichts dahinter ist, außer Angst. Angst, entlarvt zu werden, Angst, den Ruf zu verlieren, den sie sich mühsam aufgebaut haben. Es sind Menschen, die lügen und betrügen. Es sind Menschen, bei denen gilt: alles nur Schein, aber wenig Sein. Und es sind Menschen, die es nötig haben, dich kleinzumachen, damit sie sich groß fühlen können. Es sind Menschen, die innerlich leer sind und gezwungen sind, sich bei anderen zu holen, was sie sich selbst nicht geben können.
Halte dir immer wieder vor Augen: Narzissten gibt es nur, weil es Menschen gibt, die ihr Spiel mitspielen und ihnen ständig die Zufuhr geben, auf die sie angewiesen sind: So wie der Mond die Sonne braucht, wenn er scheinen will, braucht ein Narzisst deine Zufuhr.
Ab jetzt steuern wir dagegen: Wie machen wir das? Indem wir uns schlaumachen und uns Gewissheit verschaffen. Zusätzlich fangen wir an, wieder auf unser Bauchgefühl zu hören. Das Bauchgefühl, das uns schon früher warnen wollte, das Bauchgefühl, welches wir aber immer weggedrückt haben.
Hören wir also auf, uns die Dinge schönzureden. Erkennen wir an, dass wir ein totes Pony reiten und es Zeit ist abzusteigen. Akzeptieren wir, dass genug genug ist und wir alle Hoffnung fahren lassen sollten.
Akzeptieren wir, dass wir stets immer nur einem Phantom hinterhergerannt sind und uns aufgerieben haben.
Die Tatsache, dass du dieses Buch in den Händen hältst, die Tatsache, dass du deine Beziehung jetzt auf den Prüfstand stellst, könnte der Beweis sein, dass du es mit einem toxischen Menschen an deiner Seite zu tun hast.
Wir steuern dagegen, indem wir uns unseren toxischen Partner als Kleinkind vorstellen, gefangen im Körper eines geschlechtsreifen Menschen, der, genau wie ein Kleinkind, ständig versucht, unsere Grenzen zu überschreiten.
Wenn ein Kind erwachsen wird, erkennt es normalerweise an, dass die Welt eben kein Ponyhof ist und das Leben kein Wunschkonzert ist.
Ein Narzisst dagegen erkennt genau dies nicht an. Dieser Mensch weigert sich, erwachsen zu werden und dreht und windet sich, wenn es darum geht, Verantwortung zu übernehmen.
Steuern wir also dagegen. Steuern wir dagegen, indem wir ihm die Bühne entziehen, die ein Narzisst so dringend braucht.
Bisher haben wir ihm den Raum und die Bühne gegeben, auf der es immer und immer wieder geschafft hat, uns zu manipulieren. Nun aber lassen wir uns nicht mehr manipulieren. Wir steigen aus dem Rechtfertigungsmodus aus und bleiben ab sofort in unserer Mitte.
Wir reagieren nicht mehr, sondern fangen an, zu agieren. Wir erfinden ab sofort das Wort „Nein" neu und haben keine Probleme, dieses simple Wort anzuwenden. Die Grey-Rock-Methode hilft hier ungemein. Später mehr zu dieser Methode.
Wir steuern dagegen, indem wir anerkennen, dass wir einen Narzissten weder retten noch verändern können. Wir steuern dagegen, indem wir anerkennen, dass wir in einer toxischen Beziehung sind. In einer toxischen Beziehung hast du keine Chance, ganz einfach deshalb, weil ein Narzisst auf Scheitern und Zerstörung programmiert ist.
Fangen wir nun an, uns schlau zu machen
Kapitel 2 Narzissmus: Alles über Narzissmus
Was ist Narzissmus?
Narzissmus ist ein Begriff, der aus der griechischen Mythologie stammt. Er bezieht sich auf die Geschichte von Narziss, einem schönen jungen Mann, der sich in sein eigenes Spiegelbild verliebt und letztlich daran zugrunde geht. Diese Legende ist die Grundlage späterer Theorien über Narzissmus, einer Einstellung, die die Faszination über sich selbst und ein übertriebenes Gefühl der eigenen Wichtigkeit beschreibt.
In der modernen Psychologie war es Sigmund Freud, der in seinem Aufsatz „Zur Einführung des Narzißmus" (1914) den Begriff Narzissmus zum ersten Mal verwendete. Freud unterschied zwischen primärem und sekundärem Narzissmus. Der primäre Narzissmus bezieht sich auf eine normale Entwicklungsstufe im frühen Kindesalter, während der sekundäre Narzissmus als pathologisch betrachtet wird und sich im späteren Leben entwickeln kann. Im Laufe der Jahre wurde das Konzept des Narzissmus weiterentwickelt und differenziert.
Im Laufe der Jahre wurde die Betrachtungsweise, was Narzissmus ist, mehr und mehr ausgeweitet. In einigen Ländern mehr, in anderen eher weniger.
Im ICD erschien die Persönlichkeitsstörung namens Narzissmus, später verschwand sie wieder. Ich erkläre später mehr dazu.
Hier in Deutschland erkannte man Ende des letzten Jahrhunderts mehr und mehr die Brisanz des Themas. Ursächlich dafür waren unter anderem folgende Faktoren:
Gesellschaftlicher Wandel:
Die gesellschaftlichen Veränderungen in den 1980er Jahren, insbesondere der Aufstieg des Individualismus und der Fokus auf Selbstverwirklichung, haben das Interesse am Thema Narzissmus verstärkt. In dieser Zeit wurden Persönlichkeitsmerkmale wie Selbstbewusstsein und Selbstinszenierung wichtiger, was auch eine kritische Auseinandersetzung mit narzisstischen Tendenzen zur Folge hatte.
Populärwissenschaftliche Literatur:
Bücher und Artikel über Narzissmus, sowohl von Fachleuten als auch von populärwissenschaftlichen Autoren, haben das Thema einem breiteren Publikum zugänglich gemacht.
Mediale Aufmerksamkeit:
In den vergangenen Jahrzehnten hat die mediale Berichterstattung über prominente Persönlichkeiten mit narzisstischen Zügen, insbesondere in der Politik und der Unterhaltungsindustrie, das öffentliche Interesse am Thema Narzissmus erhöht.
Auf YouTube schießen Kanäle, die über Narzissmus aufklären, wie Pilze aus dem Boden.
Die Narzissmuskeule und gesunder Narzissmus
Das Thema Narzissmus nahm mehr und mehr an Fahrt auf und manchmal wurde dann vorschnell die Narzissmuskeule geschwungen.
Ähnlich wie zu Zeiten der Hexenverfolgung wurde mit dem Finger auf einen Mann oder eine Frau gezeigt und gesagt: Das ist ein ganz übler Narzisst. Betroffene, denen so etwas widerfahren ist, können ein Lied davon singen, wie schnell so etwas geht und wie schwer es ist, sich so einer Schmierenkampagne zu widersetzen.
Aber abgesehen von solchen Begleiterscheinungen eine vielleicht provokante Überlegung:
Ist es nicht so, dass es auch gesunden Narzissmus gibt? Brauchen wir nicht, um etwas zu erreichen – ja, damit wir überhaupt etwas erreichen und bewahren können – so etwas wie Durchsetzungsvermögen, einen gesunden Egoismus, eine gehörige Portion Selbstvertrauen?
Und damit sind wir dann beim gesunden Narzissmus angekommen. Für denjenigen, der den Begriff gesunder Narzissmus partout nicht mag, dieser Mensch kann diesen Begriff einfach durch gesundes Selbstvertrauen ersetzen. Letztlich läuft es auf das Gleiche hinaus.
Die Rolle des gesunden Narzissmus
Gesunder Narzissmus ist unbestreitbar ein Bestandteil der menschlichen Persönlichkeit, der durch diese Attribute gekennzeichnet ist: Starkes Selbstwertgefühl und die Fähigkeit, für sich selbst einzustehen und positive Beziehungen zu anderen aufzubauen. Es ist für unser persönliches Wohlbefinden und für unseren persönlichen Erfolg unabdingbar, sich selbst zu schätzen und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu haben.
Hier ein paar einfache Gründe, warum gesunder Narzissmus okay ist:
Selbstschutz:
Selbstwertgefühl und Selbstliebe sind notwendig, um sich in einer oft herausfordernden und konkurrierenden den Glauben an sich selbst nicht zu verlieren. Indem wir an uns selbst glauben, schützen wir uns.
Herausforderungen meistern:
Das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten ermöglicht es, Herausforderungen zu meistern und unsere Träume zu verwirklichen.
Wie sich gesunder Narzissmus auswirkt – 3 Beispiele
Beispiel 1: Anna, eine Marketingmanagerin, glaubt an sich, sie glaubt an ihre kreativen Ideen und Fähigkeiten. Sie präsentiert ihre Konzepte selbstbewusst vor ihrem Team und den Führungskräften. Durch ihre Überzeugungskraft und ihr Vertrauen in ihre Fähigkeiten gewinnt sie die Unterstützung für ihre Projekte und trägt maßgeblich zum Erfolg ihrer Abteilung bei.
Beispiel 2: Max, ein sozial aktiver Mensch, schätzt sich selbst und zeigt gleichzeitig echtes Interesse und Empathie für seine Freunde. Er ist in der Lage, übergriffiges Verhalten zu erkennen, er ist in der Lage, seine Grenzen hochzuhalten, er ist damit in der Lage, pathologischen Narzissten Paroli zu bieten.
Beispiel 3: Laura, eine angehende Schriftstellerin, erlebt die Ablehnung ihres ersten Manuskripts durch mehrere Verlage. Anstatt sich entmutigen zu lassen, nutzt sie ihr Vertrauen in ihre Fähigkeiten, um das Feedback zu überdenken und ihre Arbeit zu verbessern. Ihre Selbstakzeptanz hilft ihr, sich nicht von Rückschlägen entmutigen zu lassen und weiterhin an ihrem Traum festzuhalten.
Wir halten fest: Gesunder Narzissmus ist in jedem von uns vorhanden und spielt eine entscheidende Rolle für unser Wohlbefinden und unseren Erfolg.
Gesundes Selbstvertrauen beinhaltet ein Selbstbild, welches geprägt ist von dem Grundgedanken: Ich bin okay, so wie ich bin, auch wenn ich Fehler und Mängel habe.
Gesundes Selbstvertrauen ist die Basis für Durchsetzungsvermögen und die Fähigkeit, gesunde Beziehungen zu pflegen. Durch die Anerkennung dieser Seite unserer Persönlichkeit bekommt der Begriff „gesunder Narzissmus" eine positive Bedeutung. Dank gesundem Selbstvertrauen können wir ein erfüllteres und erfolgreicheres Leben führen.
Die narzisstische Persönlichkeit
Wir wollen in diesem Kapitel den pathologischen, also den störenden, krankmachenden Narzissmus beleuchten. Wir werfen einen Blick auf die aktuelle Definition und werden feststellen, dass die bisherige Betrachtungsweise, Narzissmus zu definieren, viele Fragen aufwirft.
Verschaffen wir uns also zunächst einmal einen Überblick:
Narzissmus wird so gut wie immer mit der narzisstischen Persönlichkeitsstörung gleichgesetzt¹. Dabei werden die unvermeidbaren Komplikationen mit der Umwelt und anderen Menschen außer Acht gelassen.
Diese Betrachtungsweise ist problematisch, da sie die gesellschaftlichen Aspekte und zwischenmenschlichen Schäden, die durch narzisstisches Verhalten entstehen, nicht berücksichtigt.
Es wäre aufschlussreich, den durch Narzissmus verursachten Schaden sowohl in gesellschaftlicher Hinsicht, als auch im privaten Bereich einmal in Euro zu beziffern.
Werfen wir zunächst einmal einen Blick auf die narzisstische Persönlichkeit, bevor wir die Auswirkungen auf andere mit einbeziehen.
Die narzisstische Persönlichkeit
Wir alle wissen, dass Narzissten unglaublich viel Leid über das Leben anderer Menschen bringen können. Der Schaden, den diese Menschen anrichten, ist enorm. Aber Schaden können unter anderem auch gnadenlose Egoisten anrichten.
Was also macht einen Menschen aus, damit man ihn als Narzissten bezeichnen kann? Welche Eigenschaften hat dieser Mensch?
Betrachten wir das Ganze zunächst einmal wissenschaftlich, bevor es dann so richtig interessant wird.
Denn, um es mal gleich vorwegzunehmen: Der Maßstab, der von der Wissenschaft angelegt wird, lässt so einiges außer Acht. Was das ist, erkläre ich dann später.
Werfen wir zunächst einmal einen Blick darauf, wie die WHO, also die Weltgesundheitsorganisation, und wie die APA, eine amerikanische Organisation, Narzissmus definieren.
Die wissenschaftlichen Kriterien für die narzisstische Persönlichkeitsstörung
Die narzisstisch gestörte Persönlichkeit war früher im ICD enthalten, einem Nachschlagewerk namens: international Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems, oder zu Deutsch: Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme. Im ICD10 war diese Störung noch beschrieben, im Nachfolger, dem ICD11, fehlt diese Persönlichkeitsstörung. Der ICD wird übrigens von der WHO herausgegeben.
Dafür ist die Beschreibung der narzisstischen Persönlichkeitsstörung jedoch immer noch im DSM² enthalten. DSM ist die Abkürzung für das Nachschlagewerk namens: Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, zu Deutsch, diagnostisches und statistisches Handbuch psychischer Störungen. Der DSM wird von der APA, einer amerikanischen Vereinigung herausgegeben.
Im DSM gibt es insgesamt neun Kriterien für die Diagnose einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung. Damit eine Person als narzisstisch diagnostiziert wird, müssen mindestens fünf Kriterien erfüllt sein.
Die neun Kriterien des DSM
1. Großartiges Selbstgefühl
2. Fantasien von grenzenlosem Erfolg, Macht, Schönheit oder idealer Liebe
3. Wunsch nach übermäßiger Bewunderung
4. Überzeugung von der eigenen Einzigartigkeit
5. Übermäßige Ansprüche an andere
6. Ausbeutung anderer
7. Mangel an Empathie
8. Neid auf andere oder Überzeugung, dass andere neidisch auf sie sind
9. Arroganz oder überhebliches Verhalten
In der Fachwelt wird oft behauptet, dass dies die Eigenschaften sind, die einen grandiosen Narzissten beschreiben. Ein verdeckter Narzisst würde im DSM nicht erfasst.
Lassen wir uns nicht von der Maske der Hilfsbereitschaft, der Selbstlosigkeit und des armen, armen Opfers täuschen. Das ist die Maske des verdeckten Narzissten.
Ich komme später noch einmal zu den Unterschieden zwischen einem grandiosen und einem verdeckten Narzissten.
All die Kriterien, die im DSM beschrieben werden, treffen sowohl auf den grandiosen als auch auf den verdeckten Narzissten zu.
Nur dass man beim verdeckten Narzissten viel genauer hinschauen muss. Bei einem verdeckten Narzissten sind die Überzeugungen von Allmacht, Selbstherrlichkeit und ausbeuterischem Verhalten genauso vorhanden wie bei einem grandiosen Narzissten, nur eben, wie der Name schon sagt, verdeckt.
Um eine narzisstische Persönlichkeitsstörung zu diagnostizieren, müssen fünf Kriterien erfüllt sein. Der DSM überlässt uns dabei die Wahl, welche das sind. Aber: er übersieht dabei, dass zwei Kriterien immer erfüllt sind.
Zwei Kriterien sind immer erfüllt:
Im DSM werden Grandiosität und ein Mangel an Empathie als zentrale Merkmale hervorgehoben. Dies stimmt sowohl mit den Erfahrungen aus meiner Praxis als auch mit den Rückmeldungen überein, die ich von Zuschauern meiner YouTube-Videos erhalte.
Fünf wichtige Kriterien, die im wirklichen Leben jedoch immer vorkommen, unterschlägt der DSM und diese Kriterien sind:
1.Mangelnde Kritikfähigkeit
Ein Narzisst kann keine Kritik ertragen. Kritikfähigkeit bedeutet, anzuerkennen, dass man nicht perfekt ist und bereit zu sein, sich weiterzuentwickeln. Ein Narzisst jedoch verweigert sich diesem Prozess.
2.Mangelnde Selbstreflexion
Selbstreflexion ist die Fähigkeit, in einen inneren Dialog zu treten und sich selbst kritisch zu hinterfragen. Narzissten fehlt diese Fähigkeit, was dazu führt, dass sie ihr eigenes Verhalten und ihre Motive selten oder gar nicht überdenken.
3.Unfähigkeit, sich zu entschuldigen
Jeder, der mit einem Narzissten zu tun hatte, kennt es: Statt aufrichtiger Entschuldigungen gibt es nur Ausreden und fadenscheinige Begründungen. Eine echte, von Herzen kommende Entschuldigung ist von einem Narzissten nicht zu erwarten.
4.Eiseskälte, Unbarmherzigkeit
Eiseskälte im Zusammenhang mit Narzissmus beschreibt eine menschenverachtende Einstellung, die oft über die mangelnde Empathie hinausgeht. Opfer von Narzissten berichten immer wieder von dieser Eiseskälte, die auch mit Skrupellosigkeit und fehlender Reue einhergeht.
Nun haben wir die Kriterien zusammengetragen, die auf eine Person mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung zutreffen. Dabei gibt es jedoch immer auch Abstufungen.
5. Aggressivität
Narzissten sind aggressiv. Entweder ist es die offen vorgetragene Aggressivität, oder die versteckte, die passivaggressive Aggressivität.
Die Abstufungen der narzisstischen Persönlichkeit:
Die Erscheinungsformen der narzisstischen Persönlichkeit variieren und sind in verschiedenen Abstufungen oder Ausprägungen zu beobachten, die von mild bis schwerwiegend gehen.
Diese Abstufungen können sich in den folgenden Bereichen unterscheiden:
1.Narzisstische Persönlichkeitsmerkmale: Hier handelt es sich um eine milde Form des Narzissmus, bei der bestimmte narzisstische Merkmale vorhanden sind, jedoch nicht die Kriterien für eine narzisstische Persönlichkeitsstörung erfüllen.
Personen mit narzisstischen Persönlichkeitsmerkmalen zeigen gelegentlich ein übermäßiges Bedürfnis nach Bewunderung und nehmen sich wichtig, aber ihr Verhalten ist weniger störend und ihre Beziehungen sind weniger stark beeinträchtigt.
2.Narzisstische Persönlichkeitsstörung: Diese Störung ist durch ein anhaltendes Muster von grandiosem Verhalten, einem tiefen Bedürfnis nach Bewunderung und einem Mangel an Empathie gekennzeichnet. Hier greifen die die im früheren Kapitel beschriebenen Kriterien.
3.Schwerwiegende Persönlichkeitsstörung: Diese Form stellt die schwerwiegende Ausprägung dar, bei der die Symptome besonders intensiv sind und zu erheblichen Problemen im sozialen und beruflichen Leben führen können. Personen mit schwerwiegender Persönlichkeitsstörung können manipulative, ausbeuterische oder extrem egoistische Verhaltensweisen zeigen, die ernsthafte Konflikte und Probleme in ihren Beziehungen verursachen.
4.Maligne Persönlichkeitsstörung: Diese Form geht oft mit antisozialen und psychopathischen Zügen einher. Personen mit maligen Anteilen sind extrem manipulativ, skrupellos und zerstörerisch. Diese Form des Narzissmus ist oft besonders herausfordernd und schädlich für das Umfeld.
Der DSM als diagnostisches Nachschlagewerk, beschränkt sich auf die Diagnose der narzisstischen Persönlichkeitsstörung.
Aber auch eine realitätsnähere Definition mit den zusätzlich herausgearbeiteten Kriterien bietet noch keine Erklärung dafür, wie Narzissmus im gesellschaftlichen Kontext zu verstehen ist. Darauf gilt es jetzt den Blick zu werfen:
Narzissmus neu definiert
Narzissmus lediglich mit der narzisstischen Persönlichkeitsstörung in Verbindung zu bringen, ist problematisch, da die Komplikationen mit der Umwelt und anderen Menschen außer Acht gelassen werden.
Wenn wir einen Blick darauf werfen, wie Narzissten ihre Opfer schädigen, wenn wir den Berichten der Betroffenen zuhören und wenn wir die Beobachtungen von Außenstehenden auswerten, die die Veränderungen des Partners eines Narzissten wahrnehmen, dann erhalten wir weitere Kriterien, die das Gesamtbild dessen, was unter Narzissmus zu verstehen ist, erhellen.
Zusätzliche Kriterien
1.Macht, Kontrolle und emotionaler Missbrauch:
Personen mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung dominieren und manipulieren, um ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen. Dies geschieht durch subtile oder offene Manipulationsmethoden, die darauf abzielen, das Opfer zu kontrollieren und zu entwerten.
2.Schwerwiegende psychische und körperliche Schäden bei den Opfern:
Die Opfer von narzisstischem Missbrauch können erhebliche psychische und körperliche Schäden erleiden. Diese reichen von schweren Angstzuständen, Depressionen und posttraumatischen Belastungsstörungen bis hin zu psychosomatischen Beschwerden und langfristige und gravierenden Beeinträchtigungen des Selbstwertgefühls. Körperliche Gewalt gegen die Opfer kann ebenfalls stattfinden.
Nun haben wir ein umfassendes Bild. Wir betrachten das Thema nicht länger isoliert mit dem Fokus auf den Narzissten, sondern erkennen das Gesamtbild.
Demnach müssen wir Narzissmus so definieren:
1. Es gelten die Kriterien des DSM
2. Zusätzlich gelten diese Kriterien:
Mangelnde Kritikfähigkeit
Mangelnde Selbstreflexion
Mangelnde Fähigkeit, sich zu entschuldigen
Eiseskälte, Unbarmherzigkeit
Agressivität
3. Die Auswirkungen auf andere:
Es wird Macht Kontrolle ausgeübt
Es findet emotionaler Missbrauch statt
Es gibt schwerwiegende körperliche und psychische Schäden bei den Opfern.
Jetzt ist das Thema Narzissmus klar definiert: Wir haben zum einen die destruktive Natur der narzisstischen Persönlichkeitsstörung und zum anderen die Tatsache, dass diese Störung nicht nur die betroffene Person, sondern auch ihr Umfeld erheblich beeinträchtigen kann.
Zusammenfassend lässt sich sagen:
Narzissmus beschreibt eine Persönlichkeitsstörung, die über die Kriterien des DSM hinausgeht. Zusätzlich sind diese Kriterien zu sehen: mangelnde Kritikfähigkeit, fehlende Selbstreflexion, Unfähigkeit zur Entschuldigung, Aggressivität, sowie Unbarmherzigkeit im Umgang mit anderen.
Zum anderen hat Narzissmus tiefgreifende Auswirkungen auf das Umfeld: Narzissten üben Macht und Kontrolle aus. Sie betreiben emotionalen Missbrauch und verursachen bei ihren Opfern schwerwiegende körperliche und psychische Schäden
Wenn ich also im Folgenden von Narzissmus rede, dann meine ich nicht ausschließlich die Persönlichkeitsstörung, sondern das eben beschriebene Gesamtphänomen.
Die Narzissmusdebatte in den sozialen Medien
Die Narzissmusdebatte nimmt aktuell in den sozialen Medien sehr an Fahrt auf. Der Grund ist nur einer: Die Opfer melden sich zu Wort. Und es melden sich die Menschen zu Wort, die Narzissmus nicht einfach durchwinken.
Trotz alledem gibt es Menschen, die das Thema Narzissmus einfach durchwinken wollen.
Das sind die Menschen, die die Auffassung vertreten: „Warum denn gleich von einer Persönlichkeitsstörung reden?
Warum diese Menschen als krank, gestört oder benachteiligt hinstellen? Man könnte auch sagen, dieser Mensch ist einfach einer von vielen.
Narzissmus hat es schon immer gegeben, also spart euch das ewige Draufhauen, ist doch komplett unnötig. Man muss nur irgendwie miteinander klarkommen."
Nein, spätestens wenn wir auf die Schäden schauen, merken wir, dass die eben beschriebene Sichtweise einfach nur zynisch ist.
Es wird immer offensichtlicher, dass emotionaler Missbrauch kein Kavaliersdelikt ist, sondern mit körperlichem Missbrauch gleichzusetzen ist.
Jetzt stehen die Opfer auf, und darüber hinaus stehen die Menschen auf, die aufklären. Diese Personengruppe schildert der Welt da draußen ihre Sicht der Dinge. Diese Menschen wollen warnen und anderen helfen, aus missbräuchlichen Beziehungen auszusteigen oder nach dem Ende einer solchen Beziehung wieder zu heilen.
Und heilen ist hier genau das richtige Wort. Die Opfer von emotionalem Missbrauch sind meist nicht nur einfach seelisch verletzt. Die Opfer von emotionalem Missbrauch sind teilweise zerstört.
Selbstachtung, Würde, Selbstbewusstsein, alles im Nirvana verpufft. Diese Menschen wissen nicht mehr, wer sie eigentlich sind, weil ihnen in der Beziehung ständig erzählt wurde, was sie alles falsch machen.
Ihnen wurde beigebracht, dass sie die Unverschämtheiten, die ihnen von ihren Peinigern entgegengebracht wurden, wie zum Beispiel Erniedrigungen, Entwertungen, Beleidigungen und Betrügereien, gefälligst hinzunehmen hätten, weil ihre Sichtweise, also die Sichtweise der Opfer, wäre ja kompletter Unsinn.
Die Opfer von emotionalem Missbrauch haben in aller Regel als Folgeerscheinung zusätzlich mit einer Traumatisierung zu kämpfen, die ihr Leben nachhaltig sehr negativ beeinflusst.
Psychotherapiepraxen können den Ansturm der Hilfesuchenden nicht bewältigen. Traumatherapeuten sind ebenfalls überlastet. Warum? Weil der Schaden, der angerichtet wird, enorm ist.
So sieht Narzissmus aus und dieses Elend, dieser Missstand wird nun mehr und mehr in die Öffentlichkeit getragen.
Die Opfer sind geschädigt und traumatisiert, und die Folgen reichen noch viel weiter. Diese Menschen sind irgendwann nicht mehr leistungsfähig, können ihren Job nicht mehr korrekt ausüben und melden sich dann beispielsweise krank. Die finanziellen Schäden sind enorm.
Narzissmus ist gefährlich. Das ist die Wahrheit. Die Frage, ob nun genetisch vererbt oder durch Trauma hervorgerufen, ist da eher zweitrangig.
YouTube ist voll mit Menschen, die einen Kanal betreiben und aufklären und warnen. Und wir YouTuber sind nicht die Menschen, die jetzt das Ganze aufbauschen und damit erst zum Thema machen. Wir YouTuber sind diejenigen, die aufzeigen, was da draußen los ist.
Und die Tatsache, dass wir YouTuber geklickt werden, die Tatsache, dass unsere Videos geklickt werden, zeigt allen die Wahrheit, zeigt allen die Wirklichkeit. Emotionaler Missbrauch ist an der Tagesordnung und wird mehr und mehr gesehen.
Wenn es das Phänomen doch nicht in dem Maße geben würde,
