Angst- & Panikattacken veränderten mein Leben!: Ich möchte Betroffenen helfen und über diese Krankheit aufklären.
Von Karin Engelhardt
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Über dieses E-Book
Ich lerne selbst immer noch, ständig besser mit der Krankheit umzugehen. Ich möchte Ihnen mit Zuversicht aufzeigen, dass Sie es selbst schaffen können, wieder ein schöneres und angenehmeres Leben zu führen.
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Rezensionen für Angst- & Panikattacken veränderten mein Leben!
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Buchvorschau
Angst- & Panikattacken veränderten mein Leben! - Karin Engelhardt
1. Vorwort
Es ist der 20. Dezember, Abends – 20 Uhr. Ich bin psychisch krank, leide unter Angststörungen, Panikattacken und Depressionen. Ich fange nun endlich an, ein Buch zu schreiben. Dies wollte ich über diese Krankheit eigentlich schon vor mehr als 15 Jahren machen, bin aber froh darüber, dass ich damit bis heute gewartet habe. Zum einen, weil es am Anfang der Krankheit gewesen wäre und ich eben dann viel Negatives oder auch Positives darüber nicht niedergeschrieben hätte. Zum anderen könnte ich Betroffene, deren Angehörigen und sonstigen Menschen keine Ratschläge geben, wie sie sich zu ihren Gunsten anders und richtig verhalten können, als ich es durch Unwissenheit und persönlichen Erfahrungen erlebt habe. Schließlich ist es meine Absicht, anderen Menschen diesbezüglich zu helfen. Ich werde hier einiges über mein Leben schreiben, über Vorkommnisse, die mir so aufgrund meiner psychischen Krankheit zugesetzt haben. Ich werde über meine Klinikaufenthalte berichten, sei es Positives oder Negatives. Ich berichte über psychiatrische, psychologische und hausärztliche Behandlungen in Zusammenhang mit meiner seelischen Störung. Ich schreibe auch einige Zeilen über einen Arzt, der ein psychologisches Gutachten über mich erstellte und dies anscheinend durch Befangenheit falsch darstellte. Auch meine Menschenkenntnisse, mein Verhalten und meine Ansichten haben sich geändert. Ich werde erzählen, wie ich früher handelte und dachte - und wie ich es heute tue. Ich werde Beispiele von Politik, Medien, Menschenmeinungen bringen, die wir zwar nicht verändern können, aber die unsere Psyche negativ beeinflussen. Dieses Buch schreibe ich bewusst einfach, leserlich und verständlich, denn ich gehe auch hier von mir aus. Es nutzt nämlich nichts, wenn man mit Spezial- & Fachausdrücken nichts anfangen kann. Wenn sich einiges vielleicht auch wiederholt, so ist es manchmal Absicht oder auch ganz einfach ungewollt und bedingt auf die Konzentration eines Artikels.
Seelisch krank. Stehen Sie zu der Krankheit. Lassen Sie sich bitte professionell helfen. Hätte ich nicht fast ein Jahrzehnt gewartet in eine Klinik zu gehen, wie das mein Hausarzt schon lange vorher wollte, dann wäre ich heute vermutlich nicht psychisch chronisch krank. Das „was werden die Leute denken" – ist ein falsches Denken, denn es hemmt einfach nur den Schritt zur Heilung. Machen Sie nicht meine Fehler!
2. Aus dem Nichts – die erste Panikattacke
Ich hatte mehrere Wochen in einem Nachbarort auf einer Baustelle gearbeitet. Es wurden von Montag bis Samstag mindestens 10 bis 11 Stunden täglich geschuftet und es war Sommer, also manchmal sehr warm. Danach ging es in die Ortschaft, wo auch der Firmensitz war. Wir bauten dort eine Bankfiliale. Die Arbeitszeiten waren dann auch normal, also die 40 Stundenwoche. Auf der Baustelle konnte aus Platzmangel kein Bauwagen abgestellt werden, deshalb fuhren wir mit dem Firmenauto immer in eine nahe gelegene Gaststätte, wo sich meist auch andere Handwerker zum Frühstück aufhielten. Ich bekam mein Getränk hingestellt, konnte aber nicht mehr trinken. Mir wurde schlecht und schwindelig. Ich stand auf und ging an die frische Luft, denn ich hatte Atemprobleme und dachte, mir springt gleich das Herz heraus. Bekam ich einen Herzinfarkt oder Schlaganfall? Ich meinte auch gleich in Ohnmacht zu fallen. Musste ich jetzt sterben? Ich war doch noch so jung, war doch auch sportlich fit, das dürfte doch eigentlich gar nicht sein. Warum gerade ich? Sohn Andreas (damals drei Jahre alt) und Tochter Kerstin (gerade mal sechs Monate) – die brauchen mich doch. Ich weiß nicht, wie lange ich schon so stand, auf demselben Platz, keinen Schritt gemacht. Endlich kam ein Arbeitskollege, fragte was los ist – und fuhr mich zu meinem Hausarzt, der ganz in der Nähe praktizierte. In der Praxis wurde ich gleich drangenommen. Bluthochdruck, hoher Puls, EKG war jedoch in Ordnung. Der Arzt sprach mit mir, nachdem er mir eine Spritze gegeben hatte, die beruhigend wirken sollte. Er redete von Psyche und Panik. Es ging mir wieder besser, musste mich aber nach Hause fahren lassen. Ich bekam für die Woche noch einen Termin und wurde auch bis zum Wochenende krankgeschrieben. Ich wusste nach dieser Panikattacke im August 1989 noch nicht, dass sich von da an mein Leben ändern würde. Gerade diese Panikattacke kann ich einigermaßen gut beschreiben, da es eben die erste war, die mir sehr zusetzte und auch die erste, die so bei mir von meinem Hausarzt als solche erkannt wurde. Es wird Ihnen sicherlich auch beim Lesen auffallen, dass ich noch einige Male von Panikattacken erzähle und dass diese sich bei mir mit den Jahren auch verändert haben, also andere Symptome zeigten. Bei anderen Betroffenen kann eine Attacke wieder anders sein, oder keine gleicht der, einer anderen Person. Aber klar ist, dass so eine Panikattacke, für jeden der sie hat, schlimm und unerträglich sein kann. Deshalb rate ich Ihnen, warten sie nicht zu lange bis Sie fachliche Hilfe in Anspruch nehmen, denn desto eher Sie sich helfen lassen, umso schneller könnten Sie ein normales Leben führen.
Angst- und Panikattacken - ich dachte, warum ausgerechnet bei mir? Als ich wusste, dass damit auch andere leiden, war ich eine meiner Sorgen los. Eine richtige Panikattacke ist in diesem Moment, in dem Sie da ist, so unwahrscheinlich schlimm, dass man denkt, man überlebt so etwas jetzt nicht. Aber ich lernte immer besser damit umzugehen. Gib auch Du nicht auf!
3. Das erste Mal in der Klinik – und der erste Grund der Panikstörung wird erkannt
(Klinikaufenthalt vom März bis Juni 1998)
Vor diesem Aufenthalt hatte ich eine monatelange sehr schlimme Zeit hinter mir. Morgens auf der Baustelle hoffte ich, dass so bald wie möglich Feierabend wird und Nachts war es bis zum Morgen sehr schlimm. Wenn die Familie im Bett war – ich selbst konnte mich nicht so einfach hinlegen, da immer wieder Panik aufkam – fing ich an in der Wohnung herum zu laufen. Ich konnte mich nicht setzen und auch nicht fernsehen. Ich öffnete Zimmertüren um längere Wege zu haben und schaute ständig im Vorbeigehen an die Uhr – die Zeit verging nicht. Ich hatte Angst vor der Angst, eine schwere Attacke zu bekommen. Medikamente wirkten nicht, aber endlich konnte ich dann in eine psychosomatische Klinik. Wegen einer längeren Panikattacke als sonst brauchte ich noch einmal den Arzt, bevor ich ins Krankenhaus gefahren bin. Ich weiß nicht, welche Medikamente mir dieser gab, aber der Weg dorthin war dann doch leichter als ich befürchtet hatte. Die ersten Tage meines Klinikaufenthaltes hielt ich mich meist vor dem Arztzimmer auf, weil ich mich dort sicherer fühlte. Auch in einem Gemeinschaftsraum war es die Nähe der Tür, die ich suchte, um durch diese notfalls flüchten zu können. Es dauerte etwa
