Psychologische Grundlagen zwischenmenschlicher Kooperation: Bedeutung von Vertrauen für langfristig erfolgreiche Zusammenarbeit
Von Sven Pastoors und Helmut Ebert
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Buchvorschau
Psychologische Grundlagen zwischenmenschlicher Kooperation - Sven Pastoors
© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019
Sven Pastoors und Helmut EbertPsychologische Grundlagen zwischenmenschlicher Kooperationessentialshttps://doi.org/10.1007/978-3-658-27291-3_1
1. Bedeutung von Kooperation
Sven Pastoors¹ und Helmut Ebert²
(1)
Düsseldorf, Deutschland
(2)
Bestwig, Deutschland
Sven Pastoors (Korrespondenzautor)
Email: pastoors@ideenpaten.de
Helmut Ebert
Email: hebert@unibonn.de
Viele Menschen denken, dass sie nur dann im Leben Erfolg haben und Karriere machen können, wenn sie ihre eigenen Ziele über alles andere stellen. Dies hängt unter anderem mit einer falsch verstandenen Auslegung des Darwin’schen Prinzips „Survival of the fittest zusammen. Die Steigerungsform „fittest
meint in Bezug auf die Artenvielfalt nicht die Stärksten, sondern die Art, die sich am schnellsten an die Veränderungen in ihrer Umwelt anpassen kann: „Als anschauliches Beispiel für die Überlegenheit kooperativen Handelns und Empathie kann eine Horde von ‚homo oeconomicus‘ angesehen werden, bei der sich die stärksten und schnellsten Mitglieder der steinzeitlichen Horde bei einem Angriff eines Säbelzahntigers erfolgreich auf die Bäume retteten, während die Schwangeren, Mütter und Kinder gefressen wurden. Der ‚homo cooperativus‘ war in dieser gleichen Situation bereit, gemeinsam den Säbelzahntiger zu töten, wenn sich ausreichend viele Gleichgesinnte daran beteiligten. Offensichtlich war die Horde der ‚homo cooperativi‘ überlebensfähiger als die der ‚homo oeconomici‘" (Rogall 2012, S. 214). Kooperation erhöht jedoch nicht nur die Überlebensfähigkeit der beteiligten Akteure, sondern hilft diesen auch, die eigenen Ziele dauerhaft mit möglichst geringem Ressourceneinsatz zu erreichen.
Hintergrundwissen: Homo oeconomicus versus homo cooperativus
Der Begriff des homo oeconomicus beschreibt rational handelnde Menschen, deren gesamtes Handeln auf die Steigerung des eigenen Nutzens ausgerichtet ist. Als homo cooperativus werden dagegen nachhaltig handelnde Menschen bezeichnet, die aufgrund langfristiger Überlegungen zu Kooperation bereit sind, um die eigenen Ziele dauerhaft zu erreichen. Während der homo oeconomicus bei der Bewertung einer Situation ausschließlich die eigenen Interessen zugrunde legt, berücksichtigt der homo cooperativus bei seinen Entscheidungen auch deren Auswirkungen auf die Beziehungen zu seinen Kooperationspartnern (vgl. Rogall 2012, S. 205 ff.).
In diesem Buch werden die Definitionen der US-amerikanischen Politikwissenschaftlerin Helen Milner und des Psychologen Morton Deutsch des Begriffs Kooperation zugrunde gelegt. Milner definiert Kooperation als „zielgerichtetes Verhalten, das eine wechselseitige Anpassung der […] Interessen nach sich zieht, sodass am Ende alle Seiten davon profitieren" (Milner 1992, S. 468). Der Psychologe Morton Deutsch betrachtet Kooperation dagegen als soziale Beziehung, die in einer bestimmten sozialen Situation durch die Wechselbeziehungen zwischen den Zielen der Akteure entsteht. Dabei unterscheidet er zwischen kooperativen und wettbewerbsorientierten Situationen. In kooperativen Situationen besteht ein positives Verhältnis zwischen den Zielen der Akteure. In wettbewerbsorientierten Situationen stehen diese sich entgegengesetzt gegenüber (vgl. Deutsch 1949, S. 130 f.). Damit ist nicht ausgeschlossen, dass Akteure in einem Bereich kooperieren und gleichzeitig in einem anderen miteinander konkurrieren.
Unterschiedliche Betrachtungsweisen von Kooperation
Die Grundlagen und Rahmenbedingungen der Kooperation werden vor allem innerhalb der allgemeinen Psychologie und der Sozialpsychologie untersucht, zum Beispiel im Bereich der ökonomischen oder der Verhaltenspsychologie. Dabei ergeben sich unterschiedliche Sichtweisen von Kooperation:
Kooperation als Verhalten und Interaktion zwischen Individuen:
Kooperation kann als individuelles Verhalten verstanden werden. Bei dieser Betrachtungsweise einer Kooperation stehen folgende Fragen im Mittelpunkt: Warum kooperieren Menschen miteinander? Was nützt ihnen persönlich die Kooperation? Und wie können sie die Kooperation zum Erfolg führen? Voraussetzungen für das Gelingen von Kooperation sind in diesem Fall die persönliche Bereitschaft zur Zusammenarbeit und Kompetenzen wie Teamfähigkeit oder Empathie. Die dieser Perspektive zugrunde liegenden Konzepte gehen davon aus, dass vor allem das individuelle Verhalten der Beteiligten darüber entscheidet, ob Kooperation zustande kommt oder nicht.
Kooperation als Prozess innerhalb von Gruppen oder Teams:
Eine weitere Perspektive ist Kooperation als Prozess innerhalb von Gruppen oder Teams. Diese Perspektive nimmt zum Beispiel der Pädagoge Heinz Rosenbusch ein. Er definiert Kooperation als die freiwillige Bündelung individueller Erfahrungen und Wissens, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen (vgl. Rosenbusch 2005): Wie kann die Kommunikation zwischen
