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Buchvorschau
Die Herzlosen - Gerhard J. Wolff
Enttäuschung
1
Anna stand am Fenster ihres Büros im 17. Stock des Towers und sah hinaus auf die große Stadt mit den vielen Wolkenkratzern, Türmen, Gebäuden. In den Straßen wimmelte es von Menschen, die dicht gedrängt in einem scheinbar nicht endend wollenden Strömen durch sie hindurchgezwängt wurden. Es grauste ihr davor, am Abend nach der Arbeit wieder einer von denen zu sein, wieder wie diese hindurchgequetscht und hindurchgeschoben zu werden. Es grauste ihr vor der U-Bahn, in die sie zuerst mit den anderen zusammen hineingesaugt, dann fast zerdrückt und schließlich wieder ausgespuckt wurde. Es grauste ihr vor der Enge, vor dem Gestank und vor der Vielzahl der Menschen.
„Wie die Mäuse im Herbst nach einem Mäusejahr"; überlegte sie.
Sie war auf dem Land aufgewachsen, in den wald-, feld- und wiesenreichen Bergen Montanas, sie erinnerte sich an die Mäusejahre, Jahre, in denen es sehr heiß und trocken gewesen war und die Mäuse nicht durch von Kälte und Nässe hervorgerufenen Krankheiten gestorben waren. Im Folgejahr wimmelte es dann vor Mäuselöchern und man konnte die Mäuse von einem Loch zum anderen huschen sehen, wenn man durch die Natur streifte. Sie schüttelte sich vor Ekel, Ekel vor den Mäusen und Ekel vor den schwitzenden, dicht gedrängten Menschenmassen.
„Im Folgejahr sterben die Mäuse dann an Stress, weil es von ihnen zu viele in den Löchern gibt. Sie müssen so dicht gedrängt leben, dass sie sich dann so auf die Nerven gehen, dass sie krepieren", murmelte sie.
Dann wandte sich ab und setzte sich wieder an ihren Schreibtisch.
„Ob es den Menschen eines Tages genau so geht?", fragte sie sich wieder nachdenklich.
Sie nahm eine Akte über ein Gebäude, das sie verkaufen sollte. Sie arbeitete jetzt als Maklerin, eigentlich war sie ausgebildete Kindergärtnerin, aber sie war ihrem Mann aus beruflichen Gründen nach New York gefolgt. Er hatte das Management einer kleinen, aber aufstrebenden Firma angeboten bekommen, die Chance seines Lebens, und da blieb ihr keine Wahl. So folgte sie ihm und, weil ihr in ihrem Beruf keine ihr zusagende Stelle als Kindergärtnerin angeboten, versuchte sie sich in verschiedenen anderen Berufen, im Moment war sie als Maklerin in einem Immobilienbüro angestellt. Also nahm sie sich eine Akte über ein zu verkaufendes Gebäude vor, da sie für dieses Objekt eine Werbung erstellen sollte.
Da wurde sie aus ihren Gedanken gerissen, da es an ihrer Bürotüre klopfte und gleich darauf Mr. Fisher, der Leiter der Agentur, zu ihr herein kam.
Er kam mit ernstem Gesicht auf sie zu und setzte sich unaufgefordert vor den Stuhl vor ihrem Schreibtisch. Sie ahnte nichts Gutes.
„Sie wissen, warum ich komme?", brummte er sie genervt an.
Sie sah ihn schweigend an und nickte.
„Wir hatten das Gespräch jetzt schon mehrfach, fuhr er seufzend fort, „das letzte Mal vor vier Wochen, eben nach dem Ende der letzten Abrechnungsperiode.
Sie nickte wieder, sagte nichts.
„Anna! Er seufzte schwer. „Es ist nicht nur so, dass sie mit Abstand von allen Kollegen den geringsten Umsatz machen, …
Er sah sie durchdringend an. „… es ist vielmehr so, dass sie meiner Agentur weniger einbringen, als ich ihnen zahle. Er schüttelte den Kopf. „Anna, Sie kosten mir richtig Geld. Das kann ich nicht so lassen, das verstehen Sie doch?
Sie wusste, dass er Recht hatte. „Ja, das weiß ich", bestätigte sie.
Sie sahen sich eine Weile schweigend an.
„Sie sind ja eigentlich Kindergärtnerin, nicht wahr!"
Sie nickte.
„Vielleicht sollten Sie doch in ihrem Beruf arbeiten!"
„Sie haben Recht! Sie nickte. „Aber ich bekomme in diesem Beruf keine Stelle!
„Ja, das ist schlecht! Er nickte. „Ich meine halt nur, Sie haben einen sozialen Beruf und arbeiten in einem wirtschaftlichen, das ist vielleicht ein bisschen neben Ihren Fähigkeiten! Verstehen Sie mich?
Sie nickte und biss sich auf die Lippen.
„Vielleicht, also ich will Ihnen nicht zu nahe treten, aber vielleicht ist der Beruf doch nicht so ganz das Richtige für Sie!", versuchte er es vorsichtig.
„Sie haben Recht!", bestätigte sie sofort. Tränen traten in ihre Augen.
Er sah sie überrascht an. Nun tat sie ihm leid. „Ich meine … Er räusperte sich. „ … man kann alles lernen! Ich meine …!
„Sie haben schon Recht! Es ist vielleicht besser, ich suche mir etwas Anderes. Es ist nur so verdammt schwer, etwas zu finden."
Sie tat ihm leid, aber er dachte auch an den Schaden, den sie ihm zufügte. „Ich gebe Ihnen noch eine Chance!, begann er wieder. „Wenn Sie im nächsten Monat einen ordentlichen Gewinn erwirtschaften, dann können Sie bleiben, ansonsten müssen Sie gehen. Ich denke, das ist fair.
Sie sah ihn traurig an. „Das ist es!", bestätigte sie.
„Gut, dann wäre ja alles klar!" Er stand auf und ging wortlos hinaus.
Sie wischte ihre Tränen ab und versuchte, sich auf die Arbeit zu konzentrieren. Aber immer wieder schweiften ihre Gedanken zurück in die Berge Montanas.
2
„Aber, aber, aber wenn ihr mich nicht zu dieser Party gehen lasst, dann ist mein Ruf komplett ruiniert!", rief Leonie, Annas Tochter empört aus, stampfte auf den Boden und sah ihre Mutter mit blitzenden Augen an.
„Wir durften auch nicht zu jeder Party, als wir so alt waren, wie du!", versuchte sich Anna zu rechtfertigen.
„Das ist unfair!, entgegnete Leonie. „Was kann ich dafür, dass bei euch nichts gelaufen ist, was kann ich dafür, dass ihr am Leben vorbeigelebt habt und vorbeilebt. Ich jedenfalls will mein Leben in vollen Zügen genießen. Ich will etwas erleben!
Sie sah ihre Mutter herausfordernd an.
Diese schluckte kurz, verwirrt über Leonies Analyse. Sie bebte bei diesen Worten innerlich und versuchte, sich zu beruhigen.
Anna und ihre Tochter standen sich im Arbeitszimmer ihres Mannes gegenüber, während dieser an seinem Schreibtisch vor seinem PC saß und die beiden beobachtete.
„Ich denke, wir haben es dir jetzt lange genug erklärt. Anna versuchte ruhig zu bleiben, obwohl der Streit nun schon eine ganze Weile ging und sie sich mehrfach über ihre Tochter geärgert hatte. „Du darfst natürlich zu Partys gehen, genauso wie alle anderen. Aber nicht zu dieser! Und du weißt, warum!
Leonie blieb uneinsichtig. „Das ist doch alles nicht wahr, was über Stewart geredet wird, das sind doch alles Verleumdungen, das ist doch alles gelogen!", keifte sie ihre Mutter wütend an.
„Wenn nur ein Bruchteil davon wahr ist, ist es schlimm genug!" Anna sah zu ihrem Mann hinüber, der schon nicht mehr ihren Streit verfolgte, dessen Augen vielmehr schon wieder auf den Monitor seines PC gerichtet waren.
Anna begann nun auch, sich über ihn zu ärgern. „Das meinst du doch auch, Max?"
Der Vater schrak auf. „Ja, ja, ja, bin vollkommen deiner Meinung!"
Sie begriff, dass er dem Gespräch nicht mehr gefolgt war, also wiederholte sie nochmals ihre Argumente. „Stewart ist nicht etwa nur ein fauler und frecher Schüler, mein Gott, das wäre ja wirklich nichts Besonderes. Sie holte Luft. „Nein, er hat Mitschüler verprügelt und mit Drogen gedealt und die ganze Sache ist nur nicht aktenkundig, weil sein Vater der Schule eine schöne Summe für den Physikraum zukommen ließ. Dein lieber Stewart ist ein echter Gauner, so sieht das aus, ein richtig verkommenes Wesen, und deswegen gehst du nicht zu seiner Party! Kapiert!
„Das ist doch alles gelogen!, schrie Leonie ihre Mutter an. „Das ist eine einzige Verleumdung!
„Das ist stadtbekannt!, konstatierte Anna. „Ich dachte, ich spreche mit einigen Müttern über Stewart, sondiere sozusagen das Umfeld, bevor ich es dir erlaube, auf seine Party zu gehen.
„Du hast ihn ausspioniert! Leonie schüttelte den Kopf. „Das glaube ich jetzt nicht!
„Ausspioniert? Anna schüttelte nun ebenfalls den Kopf. „Ich habe mich über etwas erkundigt, was in der Stadt jeder weiß.
„Du bist eine hinterhältige Schlange!, brüllte nun Leonie und begann hemmungslos zu weinen. „Du spionierst meinen Freund aus!
„Deinen Freund? Anna erschrak. „Stewart ist dein Freund.
„Ja, dass ihr es nur wisst!"
Anna winkte ab. „Ich habe auch erfahren, dass er jede Woche eine Neue hat. Wenn er sie einige Male im Bett hatte, ist es für ihn langweilig und er lässt sie fallen, wie eine heiße Kartoffel, sagen die anderen Mütter."
Wie aus dem Nichts brach Leonie in Tränen aus und sie begann am ganzen Körper zu zittern vor Zorn und Enttäuschung. „Das, das ist doch alles, alles gelogen. Stewart liebt mich, nur mich. Er hat es mir gesagt!"
„Leonie! Anna versuchte ihre Tochter zu umarmen, aber die entzog sich schnell ihrer Berührung. „Werde doch vernünftig! Begreife doch, dass wir Recht haben.
Sie sah zu ihrem Mann hinüber. „Das meinst du doch auch, Max!"
Dieser schreckte wieder hoch und nickte schnell. „Natürlich, das meine ich auch!"
Anna nun den Kopf über ihn. Dann wandte sie sich wieder Leonie zu. „Du gehst nicht zu Stewarts Party und damit basta! Es ist entschieden! Sie holte Luft. „Du gehst nicht zu der Party eines miesen, verantwortungslosen, charakterlosen Kriminellen!
, bestimmte sie nun.
Nun wurde Leonie ganz ruhig. Sie sah ihre Mutter mit verbissenem Blick an. „Ist das euer letztes Wort?"
„So ist es!"
„Das werden wir ja sehen!, antwortete Leonie. „Aber wen ihr nicht mehr sehen werdet, das bin ich.
Damit fuhr sie herum, stürmte zu ihrem Zimmer, knallte die Türe hinter sich zu und schloss ab.
Anna sah ihr nach und stand dann traurig da. Dann wandte sie sich an ihren Mann. „Es wäre schön, wenn du dich auch ein bisschen an der Erziehung deiner Kinder beteiligen würdest!"
Der sah überrascht auf.
„Meistens bist du nicht da und wenn du da bist, bist du doch nicht da!"
„Entschuldige mal!, begann er. „Ich habe einen sehr verantwortungsvollen Job, der mich eigentlich rund um die Uhr fordert, das wusstest du, als ich ihn antrat. Wir sprachen darüber. Wir haben geklärt, wie wir das handeln wollen und ob wir das wollen. Du warst mit allem einverstanden.
Er sah sie empört an. „Sei froh, dass ich heute Abend überhaupt da bin. Wenn der Manager aus Seattle nicht krank geworden wäre …"
„Du bist auch nicht da, wenn du da bist!, blieb sie bei ihrer Meinung. „Und bei der Erziehung deiner Kinder bist du mir keine Hilfe!
Damit begab sie sich zurück in die Küche und begann damit, das Abendessen vorzubereiten.
Später aßen sie zu Dritt, weil Leonie nicht dazu zu bewegen war, aus ihrem Zimmer zu kommen.
3
„Was soll denn das jetzt?", fragte Max überrascht und sah von seiner Zeitschrift auf und Anna in die Augen.
Sie saßen in ihrem Ehebett und lasen noch, als Anna plötzlich ihr Buch beiseite legte und Max unter der Decke am ganzen Körper zu streicheln begann.
„Was hast du vor?", fragte er distanziert.
Sie hielt inne und sah ihn fragend an. „Ich dachte, du hättest vielleicht Lust auf ein bisschen Entspannung, wenn du mit dem Lesen fertig bist."
Er sah sie eine Weile schweigend an, überlegte, was er sagen könnte, wollte sie nicht verletzen. „Das Lesen ist nicht das Problem!", begann er.
„Problem?" Sie verdrehte mit gespielt ungläubiger Miene die Augen.
Er ging nicht auf ihre Ironie ein. „Es ist spät, ich bin müde, ich bin von der Arbeit des Tages, von einer vierzehnstündigen Arbeit fix und fertig und wir wissen, dass Stress keine Hilfe beim Sex ist."
„Aber du sollst dich ja entspannen, du sollst dich ja entstressen. Sex ist auch ein guter Entspanner!", warf sie ein.
Er ging wieder nicht auf ihre Meinung ein. „Ich muss morgen sehr früh raus, muss ausgeruht sein und habe einen furchtbar langen Tag vor mir!", fuhr er mit seinen Erklärungen fort.
Sie sah ihn nachdenklich an. „Das heißt, du möchtest nicht mit mir schlafen", stellte sie dann nüchtern fest.
„Jedenfalls nicht mehr heute Abend, bestätigte er. „Heute Abend möchte ich einfach nur noch schlafen, weil ich sehr müde bin und morgen fit sein muss.
Damit legte er sein Journal weg, löschte das Licht der Nachttischlampe, legte sich auf sein Kissen und schloss die Augen.
Sie betrachtete ihn eine Weile. „Wir haben schon lange nicht mehr miteinander geschlafen!", teilte sie ihm mit.
„Oh nein! Bring mich jetzt bitte nicht über den Schlaf hinweg!, flehte er. „Du weißt, wenn ich mich aufrege, kann ich die halbe Nacht nicht schlafen!
„Nur noch eine Frage: Hast du überhaupt noch sexuelles Interesse an mir?"
Er öffnete die Augen. „Natürlich, großes!, versicherte er. „Aber nicht mehr heute Abend, Liebes.
Er fügte das Kosewort hinzu, damit sie zufrieden sei. Und damit sie Ruhe gäbe.
Sie verstand es schon richtig, dachte wieder nach. „Gute Nacht!", sagte sie schließlich und löschte ebenfalls das
