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Der Schwarze Stier II: Von Rittern und Zauberern
Der Schwarze Stier II: Von Rittern und Zauberern
Der Schwarze Stier II: Von Rittern und Zauberern
eBook303 Seiten3 Stunden

Der Schwarze Stier II: Von Rittern und Zauberern

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Über dieses E-Book

Ein neues Abenteuer des inzwischen erwachsenen Quellzauberers Aaronimus. Diesmal hat es der Schwarze Stier, ein wahrhaft böser Hexer und Erzfeind des Aaronimus, auf die Stadt Steinfall abgesehen. Nur durch den Zusammenschluß neuer und alter Freunde haben die Stadtbewohner eine Chance gegen das Böse und seine Gefolgschaft. Immer wieder muss Sir Gabriel, der Fürst der Stadt schwerwiegende Entscheidungen treffen.

In diesem Roman wird die Geschichte des Bauernsohns Aaronimus fortgesetzt, der einst die Ruinen der Akademie des Guten fand. Es ist eine Geschichte über Güte und Freundschaft, über Rache und Wut. In einer Zeit in der es noch Ritter und Magie, Geister und Feenelfen gab.
SpracheDeutsch
Herausgeberepubli
Erscheinungsdatum2. Sept. 2014
ISBN9783737506984
Der Schwarze Stier II: Von Rittern und Zauberern
Autor

Holger Steiner

Schon als Kind hatte ich große Freude am Erzählen und Nachspielen fantastischer Geschichten. Nun da ich selbst Kinder habe und mit meinen Söhnen neue Abenteuer in bezaubernden Märchenwelten erlebe, entstand das Bedürfnis diese niederzuschreiben.

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    Buchvorschau

    Der Schwarze Stier II - Holger Steiner

    Impressum

    Der Schwarze Stier II – Von Rittern und Zauberern

    Holger Steiner

    Copyright: © 2014 Holger Steiner

    published by: epubli GmbH, Berlin

    www.epubli.de

    ISBN 978-3-7375-0698-4

    Inhalt

    Impressum

    Kurzinhalt

    Kap.1 Eröffnung

    Kap.2 Steinfall

    Kap.3 Rittersaal

    Kap.4 Schelm

    Kap.5 Ilse

    Kap.6 Kugratwald

    Kap.7 Daheim

    Kap.8 Rat

    Kap.9 Maestro

    Kap.10 Plan

    Kap.11 Angriff

    Kap.12 Nordländer

    Kap.13 Spiegelschiffe

    Kap.14 Donner

    Kap.15 Vergebung

    Kap.16 Sieg

    Kap.17 Akademie

    Kurzinhalt

    Das Buch

    In diesem Roman wird die Geschichte des Bauernsohns Aaronimus fortgesetzt, der einst die Ruinen der Akademie des Guten fand. Es ist eine Geschichte über Güte und Freundschaft, über Rache und Wut. In einer Zeit in der es noch Ritter und Magie, Geister und Feenelfen gab.

    Wieder muss der Junge, der sich inzwischen zu einem guten Magier entwickelt hat, sich seinem Erzfeind stellen, dem bösen Zauberer Sodemar, dem Schwarzen Stier. Der dunkle Magier hat sich mit den Nordländern verbündet und strebt nach der Macht in Steinfall, der Hauptstadt Westlands.

    Doch auch Aaronimus ist nicht alleine. Mit neuen Freunden und alten Gefährten stellt er sich der Bedrohung.

    Der Autor

    Holger Steiner ist Jahrgang 1969. Er lebt und arbeitet bei Stuttgart und hat irgendwann begonnen die fantastischen Abenteuer, die er mit seinen beiden Söhnen beim Spielen erlebt, niederzuschreiben.

    Kap.1 Eröffnung

    … Nachdem der Magister Magicus seine Ausführungen beendet hatte, erhob sich ein Mann dessen Kleidung auf edles Geblüt schließen ließ.

    Er trug schwere Riemenstiefel in die er seine schwarzen Lederbeinlinge gesteckt hatte. Sein Wams war aus dem gleichen Material. Über das Ganze hatte er einen weißen, seidig glänzenden Waffenrock gelegt. Ein schwarzer Ledergürtel hielt den Waffenrock in der Mitte zusammen. Ein weiterer, nietenbesetzter Gürtel, hielt die locker an der linken Seite des Mannes hängende Schwertscheide. Der Griff, der aus der Scheide ragte, war fein säuberlich mit Leder eingebunden und hatte als Knauf den Kopf eines Pferdes. Auf der Stirn des Pferdes leuchtete ein kleiner Edelstein.

    Der Mann wartete bis der Beifall für seinen Vorredner abebbte und stellte sich dann vor: „Mein Name ist Sir Gabriel von Steinfall, Maestro Realicus an der Akademie des Guten. Ihr werdet bei mir in Diplomatie, höfischem Umgang aber auch in Kampftaktiken unterwiesen werden! Maestro Aaronimus hat mich, wie auch die anderen Magister, gebeten euch auf das Böse vorzubereiten. Durch viele Abenteuer und leider zu viele Opfer haben wir es geschafft, dass Fabelwesen sich nicht mehr verstecken müssen. Wir haben es geschafft Sodemar und seine Gefolgschaft immer wieder zurück zu schlagen. Doch ist er immer noch eine Gefahr! Seine Zauberkräfte sind erstarkt! Er kann seine Transformation in den Schwarzen Stier besser kontrollieren. Außerdem gehen Gerüchte um, die ihm einen Schulterschluss mit den Wüstenreitern nachsagen. Wir brauchen deshalb im Ernstfall fähige Anführer für unsere Verteidigungslinien!

    Und darum sind wir gemeinsam hier!

    Wir werden dafür sorgen, dass der Schwarze Stier nie wieder die Oberhand gewinnt! Zusammen mit euch und den anderen Magistern wird uns das gelingen!"

    Einer der Schüler stieß immer wieder seine Nebensitzerin an und flüsterte: „Weißt du wer das ist? Das ist der perlmuttfarbene Ritter, der Fürst der westlichen Länder. Er und Aaronimus haben schon ganze Meuten des Schwarzen Stiers vernichtet."

    „Pst! So ein Quatsch! Du darfst nicht alles glauben was die Gaukler und Marktfrauen erzählen!" antwortete das Mädchen genervt.

    Sir Gabriel bat nun die gesamten Magister der Akademie zu sich und stellte sie einzeln vor. Jeder von ihnen auf seinem Gebiet der oder die Beste.

    Ambrosius Amboss, ein Schmied der seinen schweren Hammer auch schon in vielen Kämpfen kreisen ließ. Ilse Pompilse, eine Hexe deren Herkunft unter einem Schleier liegt. Deren hypnotische und wahrsagerische Kräfte allerdings weithin bekannt sind.

    Alholgera Ibn Sateris. Ein Kämpfer aus dem Morgenland. Bewandert in den verschiedensten Verteidigungskünsten.

    Und schließlich Andrea Seruma, die Meisterin der Tränke und Düfte.

    Alle wurden mit reichlich Applaus verwöhnt als Sir Gabriel sie zu sich bat.

    Als sie sich nun am oberen Ende des großen ovalen Beckens, welches einen Großteil des Raumes einnahm, versammelt hatten, gesellte sich auch Maestro Aaronimus, der Magister Magicus, dazu.

    Vor den Akademieneulingen standen die Besten der Magie und Ritterlichkeit. Der weißen Magie und Ritterlichkeit!

    Die Begeisterung in den Augen der Jugendlichen war nicht zu übersehen. Immer wieder bejubelten sie ihre Vorbilder. Aaronimus musste rufen um sich Gehör zu verschaffen, als er alle Anwesenden aufforderte an einem gemeinsamen Mahl teilzunehmen. Gleichzeitig öffnete sich eine der zweiflügligen Türen die den Weg zum Speisesaal versperrt hatten und zweidutzend neue Schüler und eine Handvoll Lehrer machten sich auf zum ersten gemeinsamen Abendessen.

    „Das wäre geschafft! sagte Sir Gabriel zu Aaronimus als sie sich beim Essen zu ihren Plätzen begaben. „Aber du solltest dir endlich diesen grässlichen Bart abnehmen. Die Akademieneulinge glauben du wärst ein alter Mann, dabei bist du nur sechs Jahre älter als ich!

    „Ich bin Maestro Magicus. Sie erwarten dass ich so aussehe. Man glaubt einem weisen alten Zauberer einfach leichter, als einem jungen Hokus Pokus!" gab Aaronimus, augenzwinkernd, zurück.

    Es war eine Anspielung auf ihr Kennenlernen und das Verhalten von Gabriels Vaters gegenüber dem jungen Aaronimus. Damals. Gabriel schien es wie gestern als sein Freund nach Steinfall kam. In seiner Erinnerung wurden die einstigen Geschehnisse wieder lebendig.

    Kap.2 Steinfall

    Schon damals war Steinfall die Hauptstadt von Westland.

    Die ganze Stadt war von einer begehbaren, mehrere Mann hohen Mauer umgeben. In regelmäßigen Abständen waren Wachtürme in die Mauer integriert. Sie erlaubten einen Blick weit auf die See und in das Landesinnere hinein.

    An der zum Meer gelegenen Seite befand sich ein Hafen der auch großen Galeonen die Möglichkeit zum Be- und Entladen gab. Eine Seite des Hafens wurde durch hohe Klippen begrenzt. Hoch oben auf diesen Felsen lag die Festung des Fürsten. Alle Seiten zur Festung hinauf waren steil aufsteigend und nur eine sich an den Felsen durch den Klippenwald entlang windende Straße führte zum großen Haupttor der Burg.

    In der Stadt am Fuße der Festung standen die Häuser dicht an dicht beieinander. Manche Nebengassen waren so eingeengt von den Wohnstätten, dass nur an einigen Minuten zur Mittagszeit das Sonnenlicht den Boden berührte. Doch selbst hier machten die Gebäude, wie in den meisten Vierteln, einen sehr gepflegten Eindruck. An vielen Fenstern und Balkonen hingen Blumenkästen in denen Pflanzen in allen Farben gediehen. Die Bewohner achteten sehr darauf, dass die Gebäude ihrer traditionsreichen Stadt ordentlich erhalten blieben. In der Hauptstadt Westlands gab es kaum Baufälliges.

    Einzig im Hafenviertel und in der Nähe des Flüchtlingslagers war nicht alles so aufgeräumt.

    Diese Orte waren ein Sammelsurium der verschiedensten Geschöpfe dieser Welt. Dort kamen und gingen die Leute und niemand fühlte sich wirklich verantwortlich.

    Immer häufiger waren es Fabelwesen die kamen.

    Sie suchten ein neues Zuhause in Westland.

    Aus Erzählungen wusste der junge Gabriel, dass in Mittenland ein Hexer mit einem großen Hass auf sie lebte. Ein junger Magier hatte ihm die Stirn geboten und ihn sogar längere Zeit aus dem Land verbannen können. Doch konnte der so genannte Schwarze Stier durch irgendwelche Mysterien seine Macht wieder aufbauen und sammelte seitdem dunkelmystische Wesen um sich.

    Zum Glück weit weg von Steinfall, dachte sich Gabriel damals, dem noch nicht bewusst war wie stark die einzelnen Länder des Kontinentes miteinander verzahnt waren.

    Er war ein junger Fürst. Sein Vater, Sir Richel, hatte ihm den Thronstab schon zu Lebzeiten übergeben, um sich selbst langsam aus den Amtsgeschäften zurückziehen zu können. Sicherheitshalber hatte er sich aber gleichzeitig zum offiziellen Berater seines Sohnes gemacht, um weiterhin Einfluss auf das Geschehen bei Hofe zu haben.

    Doch gab es nicht viel bei dem er Einfluss hätte nehmen können.

    Der junge Fürst war beliebt bei der Stadtbevölkerung. Von Kindesbeinen an war er an den Menschen interessiert, die in seiner Stadt lebten. Stets darauf bedacht nicht zu wirken als würde er über den anderen stehen und immer mit einem offenen Ohr für die Nöte und Ängste seiner Bürger hatte er sich ein großes Vertrauen bei ihnen erworben. Dies half ihm auch sich bei der Aufnahme der Flüchtlinge gegen seinen Vater zu stellen und jedem das Recht einzuräumen in Steinfall Schutz zu suchen. Sir Richel hingegen war der Meinung, dass die übermäßige Zuwanderung und die unterschiedlichen Lebensformen über kurz oder lang zu Zwist führen würden. Tatsächlich wurde durch das Öffnen der Stadttore die Stadt zu einem Schmelztiegel der verschiedensten Rassen und Kulturen.

    Dennoch mussten die Stadtwachen nur selten eingreifen.

    Im Gegenteil, diese kulturelle Vielfalt machte Steinfall nur noch mehr zum Mittelpunkt Westlands. Die Stadtwachen mussten, wenn überhaupt, ab und an zwei Streitende trennen, die sich einige Becher zu viel im Wirtshaus gegönnt hatten oder als wirkliche Ausnahme, einen Dieb fassen, der die Ablenkung der Streitenden für sich nutzen wollte. Es waren keine Auffälligkeiten erkennbar, die auf die Anwesenheit der Flüchtlinge zurückzuführen waren.

    Bis jetzt.

    In den letzten Tagen kam es öfter vor, dass sich eine neue Zuwanderergruppe mit anderen Stadtbewohnern in den Haaren lag. Erfuhr Gabriel von solchen Streitigkeiten ritt er aus, um mit den beteiligten Gruppen zu sprechen. Bis er im Ort ankam hatten die Stadtwachen die rivalisierenden Gruppen schon beruhigt und bei Bedarf in ihre Heimstätten zurückgeführt.

    Außer diesmal!

    Bei einem abendlichen Spazierritt durch die Stadt entdeckte Gabriel, beim Blick in eine der etwas breiteren Gässchen hinter den Kneipen des Hafenviertels, ein halbes Dutzend der neuen Zuwanderer die sich um ein am Boden liegendes vierarmiges Fischwesen mit dünnen Beinchen und der Schwanzflosse eines Delfins aufgebaut hatten. Neben dem schon niedergestreckten stand ein weiteres Fischwesen mit Blessuren und hielt schützend die Hände vor den Körper und das Gesicht.

    Die Slarnom, so wurde die Zuwanderergruppe genannt, hatte die beiden Fischwesen so eingekreist, dass sie keine Fluchtmöglichkeit mehr hatten.

    Gerade holte der vermeintliche Anführer zu einem weiteren Schlag auf das noch stehende Wasserwesen aus, als der Fürst von seinem Pferd aus auf sich aufmerksam machte.

    Der Slarnom hielt tatsächlich im Schlag inne und drehte sich zu Gabriel um.

    Als er den Waffenrock Gabriels, als den eines Steinfaller Soldaten erkannte, nahm er die Hand schnell herunter und vergrößerte seinen Abstand zu dem eben noch geprügelten Garnek.

    „ Was ist hier vorgefallen?" fragte der junge Fürst während er abgestiegen war und auf die Gruppe zuging. Der noch stehende Garnek zeigte auf sein Gesicht und den am Boden liegenden Artgenossen, der gerade begann sich langsam aufzuraffen.

    „Ihre Hexe verdirbt die Waren! Wir verkaufen keine schlechten Waren! Sie wollen den Markt für sich! Sie tun uns weh weil wir die Wahrheit sagen!" Der Rückenpanzer des eigentlich grauen Wasserwesens begann sich rot zu färben. Ein Zeichen, dass die Angst des Garnek langsam in Wut umschlug.

    Nachdem er den jungen Fürsten noch einmal auf ihre Wunden aufmerksam gemacht hatte, bestand er darauf, dass Sir Gabriel die Gruppe der Slarnom sofort der Stadt verweist. Wild fuchtelte er mit seinen vier Armen.

    Um ihn herum, der Fürst war inzwischen mitten in die Gruppe gegangen und hatte sich demonstrativ zwischen die Garneks und den Anführer gestellt, fingen jetzt auch die Slarnom an wüste Beschimpfungen zu rufen und forderten den Ausschluss der Wasserwesen aus der Händlergemeinschaft.

    Sie hatten ihre Waffen gezogen und drohten mit kämpferischen Gebärden.

    Gabriel wusste, dass er rasch handeln musste, bevor die Situation wieder eskalierte.

    Zuerst wandte er sich den beiden Garneks zu. Dadurch konnte er sich selbst etwas Zeit verschaffen.

    Er musste diplomatisch sein.

    Die Garneks waren total verdreckt. Bei einem war an mehreren Stellen die Schwanzflosse eingerissen.

    Die Slarnom mussten sie schon einige Minuten, auf sehr unsanfte Art, auf die schlechte Ware hingewiesen haben.

    Er half dem schwerer Verletzten vollends auf die Beine.

    Schnell wurde der von seinem Artgenossen übernommen.

    „Verhaltet euch ruhig. Ich bin auf eurer Seite. Aber ihr müsst tun was ich sage!" forderte Gabriel. Er kannte das Volk schon seit er denken konnte. Sie waren eines der ersten Fabelvölker die mit seinem Vater Handelsbeziehungen aufgebaut hatten. Er wusste, dass die Garneks niemals bewusst Verdorbenes anbieten würden. Die Meeresbewohner waren ein stolzes Volk. Zu stolz um sich Betrug nachsagen zu lassen.

    „Ihr müsst das Slarnomvolk bestrafen!" rief der immer noch sehr wütende Garnek.

    „Ich werde mit den Verantwortlichen reden. Sie werden die Konsequenzen dafür tragen müssen." gab der Fürst zurück.

    „Nur reden wird nicht genügen!" blubberte Gundesch, der verletztere Garnek enttäuscht. Dann drehte er sich mit seinem Gefährten um und humpelte an den grölenden Slarnom vorbei. Erleichtert sah Gabriel, dass die Farbe der Rückenpanzer der Meeresbewohner langsam wieder in einen Grauton überging.

    Die Parteien waren getrennt, die Garneks erstmal in Sicherheit.

    Er würde sich nun um das Slarnomvolk kümmern.

    Eine Rasse deren Erscheinungsbild sehr gewöhnungsbedürftig war. Ihre Kleidung war gebraucht, abgenutzt und ungepflegt, wie sie selbst. Ihre Waffen waren rostig. Der Schmutz klebte an ihnen wie Kletten am Fell seines Pferdes. Als er nähertrat konnte er riechen, dass der Schmutz schon älter sein musste. „Was war Anlass für euren Disput?" fragte er den, der die lautesten Verwünschungen ausrief.

    „Die Fischköpfe verkaufen verschimmelte Schwämme und wenn sich jemand beschwert behaupten sie, dass sie gar nicht von ihnen stammen." grunzte der breitschultrige, wuschelköpfige Streithahn.

    Gabriel war überrascht. Er hätte gedacht, dass der Slarnom den Begriff Schwamm gar nicht kannte.

    „ Sie behaupten sogar, dass wir den Ramsch selbst mitbringen und die Leute übers Ohr hauen. Seitdem will keiner mehr unsere Ware. Da hat es sich doch nur angeboten, dass wir zwei von ihnen auf ihrem Heimweg hier getroffen haben um uns auszusprechen." grinste der Slarnomanführer frech.

    „Darf ich einen dieser Schwämme sehen?" fragte Gabriel höflich.

    „Den Wasserköpfen glaubt ihr ungesehen und von uns wollt ihr Beweise?" baute sich der Sprecher der Slarnom grimmig vor ihm auf.

    „Wer seid ihr überhaupt, dass ihr glaubt euch ein Urteil erlauben zu können?"

    „Nun; meine Aufgabe ist es Recht zu sprechen und da ihr der Ankläger seid, möchte ich von euch die Beweise!" forderte der Fürst, ohne sich wirklich zu erkennen zu geben.

    Der Slarnomanführer ließ sich von einem seiner Leute einen Schwamm geben.

    Gabriel erkannte sofort, dass der Schwamm unmöglich von diesem Meer stammen konnte. Der Mann hatte also gelogen. Niemals würde ein Garnek ein solches Teil überhaupt in die Hand nehmen, geschweige denn verkaufen.

    „Packt eure Sachen und verschwindet von hier! befahl er dem Slarnom. Er hatte keine Lust mehr diplomatisch zu sein. „Solltet ihr noch einmal in dieser Stadt auftauchen und willkürlich Bewohner beschimpfen oder beschuldigen, ob Fabelwesen oder Mensch, werdet ihr unsere Gefängnisse kennen lernen!

    Für den Slarnomanführer war diese Drohung Anlass genug die Hand an die Waffe zu legen.

    „Und was wollt ihr machen wenn wir nicht gehen wollen? Hier, in dieser Gasse? Ein Soldat gegen sechs Slarnom." Der Anführer zog sein Schwert. Seine Mitstreiter taten es ihm gleich.

    So ein Mist, dachte Sir Gabriel als auch er zur Waffe griff. Warum ist nie eine Wache da wenn man sie braucht?

    Er sah sich um. Die paar Betrunkenen, die langsam aus den Kneipen torkelten und in die Gasse schauten, nahmen gar nicht war, dass sich hier eine brisante Situation entwickelte. Und die zwielichtigen Typen die es doch warnahmen, kamen nur in die dunkle Gasse um zu sehen wie sich ein Soldat, eine aus ihrer Sicht verdiente Abreibung abholte. Gabriel schluckte.

    Ein halbes Dutzend Slarnomkrieger waren auch für ihn ein Gegner. Er war bestens ausgebildet im Schwertkampf, doch das hier würde schwer werden. Vor allem, weil er es sich zum Ziel gemacht hatte, niemals zu töten.

    Mit einer plumpen Attacke begann der anführende Slarnom seinen Angriff.

    Das war noch leicht, schoss es Gabriel durch den Kopf. Das war ein Trick, war sein nächster Gedanke, als er im Augenwinkel das Niedersausen eines weiteren Schwertes bemerkte.

    Die Slarnom hatten sich im Kreis um ihn versammelt und griffen immer zu zweit, von gegenüberliegenden Seiten an. So standen sie sich nicht im Weg. Und er musste sich gleichzeitig in mehrere Richtungen verteidigen. Schon nach kurzer Zeit rann ihm der Schweiß von der Stirn. Die Angriffe waren geschickt platziert. Immer wieder konnte er sich nur durch einen gewagten Sprung retten. Meistens landete er direkt vor einer weiteren Slarnomklinge.

    Er hatte zusätzlich seinen kleinen Dolch zur Hand genommen. Wieder konnte er gerade noch einem Hieb ausweichen. Er blockte mit dem Dolch und führte einen Streich in die Richtung aus, aus welcher der Schlag kam. Wieder daneben! Auch die Slarnom waren schnell. Ein wenig Hilfe aus der Bevölkerung wäre hier nicht schlecht. Doch die hier inzwischen versammelten Personen waren entweder zu betrunken, um die Situation zu begreifen oder der Meinung, dass Soldaten die sich alleine im Hafenviertel aufhalten eine Abreibung verdient hätten.

    Wieder ein Angriff! Gabriel duckte sich unter dem Schlag hindurch und holte den Gegner mit einem Fußwischer von den Beinen. Er sprang auf den Gestürzten zu, doch bevor er seinen Schwertknauf einsetzen konnte, sauste eine weitere Klinge auf seinen Hals zu. Mit aller Kraft musste er den Griff seines Schwertes festhalten, als die Wucht des Angriffs sein Eisen traf. Mit einer Rückwärtsrolle in den Stand brachte er sich aus dem Gefahrenkreis eines weiteren gegnerischen Hiebes.

    Endlich sprang ein kleiner, dicklicher Mann mit einem riesigen Schmiedehammer schreiend in den Kampfkreis. Die ersten beiden Slarnomkrieger spürten den Schmerz, bevor sie wussten was geschah. Trotz seiner Masse war der Mann mit dem Lederschurz flink. Er rammte den Hammerstiel in die Mägen seiner Gegner und ließ den Kopf des wuchtigen Werkzeugs auf die Zehen der Feinde donnern. Auch eine Kniescheibe zerbarst.

    Ambro!

    Dem Himmel sei Dank!

    Sein Freund Ambro war ihm zur Hilfe geeilt.

    Das verschaffte dem jungen Fürst die Luft, die er brauchte. Jetzt konnte er seinen Schwertknauf auf die Nasenbeine der Slarnom krachen lassen und seine Klinge schmerzvoll einsetzen.

    Eisen funkten, Schneiden klirrten.

    Der Hammer des Schmieds zog verheerende Kreise. Gabriels flache Seite des Schwertes prellte Rippen, Arme und Beine der Angreifer.

    Innerhalb kurzer Zeit war der Kampf zu Gunsten Gabriels entschieden.

    Er wendete sich dem nun am Boden liegenden Anführer der Slarnom zu.

    Merklich außer Atem, aber nicht ohne einen gewissen Hohn, sagte er: „Entschuldigt bitte wenn ich euch mit meiner Uniform getäuscht haben sollte. Ich vergaß mich zu Beginn des Gesprächs vorzustellen. Mein Name ist Sir Gabriel von Steinfall. Ich bin das Stadtoberhaupt und Fürst von Westland. Dies ist mein guter Freund Ambrosius Amboss. Aufgrund der vorhin schon ausgesprochenen Anschuldigungen verweisen wir euch und eure Gefolgschaft der Stadt!"

    „Haltet ein, bitte haltet ein!" rief plötzlich eine Stimme in die Gasse. Eine junge Frau drückte sich zwischen den Zuschauern durch und kniete vor dem Slarnomanführer.

    An Sir Gabriel gewandt, flehte sie: „Bitte vergebt ihm. Er ist leicht aufbrausend und hat Unrecht getan aber verweist uns nicht der Stadt. Ihr kennt die Gefahren, die vor der Stadt lauern! Bitte lasst uns sicher hier verweilen. Ich

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