Lasst uns den Planeten retten!: Das nachhaltige Manifest
Von Kersten Reich
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Buchvorschau
Lasst uns den Planeten retten! - Kersten Reich
Vorwort
Ein Gespenst geht um in der Welt – eine Bewegung, die sich einer nahenden Katastrophe in den Weg zu stellen versucht, einer Katastrophe, die das Überleben aller Menschen und allen Lebens auf der Erde gefährdet. Heute ist das Gespenst nicht mehr ein erwachendes Proletariat und der Klassenkampf, sondern eine Bewegung für Nachhaltigkeit, die der allgemeinen Gefährdung unserer Lebensverhältnisse entgegentritt. Alle Mächte der Wirtschaft, die nur an Gewinnmaximierung interessiert sind und für die ein »Weiter so« nützlicher ist, als die Kosten und Notwendigkeiten eines radikalen ökologischen Umbaus zu tragen, alle Kräfte der Politik, die sich mit einer Wirtschaft ständigen Wachstums verbündet haben und einer Wählerschaft¹ des Konsums huldigen, alle Konsumenten, die Eigennutz und Befriedigung vor deren Auswirkungen auf Natur und Umwelt stellen, sie alle haben sich bewusst oder unbewusst verbündet, durch Leugnung, Auslassung und Uminterpretation dieses Gespenst zu verjagen.
Das Nachhaltige Manifest ist eine politische Erklärung über den Stand der Dinge; über das, was die Menschen tun müssten, um ihre Welt noch zu retten, aber bisher nicht zu tun bereit sind. Wenn wir aber nicht umgehend zu handeln beginnen und der Realität ins Auge sehen, wird unser Planet nicht mehr zu retten sein, wird der entgrenzte Mensch die Grenzen der Erde zu oft überschritten haben. Wo ist die Opposition, die sich nicht nur freitags vor Schulen trifft, die nicht nur auf Konferenzen den Klimawandel beklagt, die nicht nur ständig neue Debatten darüber führt, was man für mehr Nachhaltigkeit alles tun müsste, sondern die die schädigenden Verursacher klar benennt und zugleich die eigene Verantwortung nicht übergeht? Wo ist die Gegenwehr der Nachhaltigen, die begriffen haben, dass sich durch wissenschaftliche Forschung die Folgen des Klimawandels, des Artensterbens, die Auswirkungen des Ressourcenabbaus auf die Zukunft, die Verschlechterung unserer Luft und unseres Wassers und auch die Ungerechtigkeit der Kosten- und Lastenverteilung der Folgen fehlender Nachhaltigkeit klar darstellen lassen? Die wissen, dass gerade in den Wahrscheinlichkeiten, die die Wissenschaften berechnen und darstellen können, die Möglichkeit für eine neue Politik der »Wahrheit« liegt, die sie der Dummheit und der Kurzsichtigkeit, der Profitgier nach rücksichtslosen Gewinnen für unser aller zukünftiges Überleben entgegensetzen können? Wie kann dieses Wissen zu einer Kraft von Veränderungen werden?
Das Nachhaltige Manifest spiegelt meine umfassenden Recherchen als Lernforscher und Kulturtheoretiker, der sich seit mehr als 50 Jahren mit dem Verhalten von Menschen in möglichst ganzheitlicher Weise beschäftigt hat und die Frage zu beantworten sucht, warum Menschen, auch wenn ihnen eine Katastrophe klar vor Augen steht, noch zu wenig dazu in der Lage sind, umgehend gemeinsam einzuschreiten. Hat unser Lernen, von dem wir uns oft einbilden, dass es uns immer Erfolg gebracht hat, versagt?
Dieses Manifest kommt wahrscheinlich einerseits zu früh, weil die meisten Menschen zu wenig darauf vorbereitet sind, wirklich radikale Schritte für mehr Nachhaltigkeit zu gehen. Alle Maßnahmen bedeuten grundlegende Verhaltensänderungen, meistens Verzicht, und ein solcher kommt immer zu früh. Es ist zudem gegenwärtig schwer vorstellbar, dass sich Nationen mehrheitlich umfassend auf Nachhaltigkeit einigen, anstatt immer nur eine neue Agenda zu verkünden, die dann nur halbherzig verfolgt wird, weil solche Entscheidungen Wählerstimmen kosten könnten. Grundsätzlich ist es schwer denkbar, dass sich die gesamte Menschheit schnell einigt und verpflichtet – denn das hat sie noch nie geschafft. Dieses Manifest kommt in anderer Hinsicht zu spät, weil viele Grenzen der Erde bereits überschritten sind und noch keine Mehrheiten für eine radikale Wende streiten. Es ist bereits spät, aber noch nicht zu spät: Nachhaltige dieser Welt, vereinigt euch, lasst uns gemeinsam den Planeten retten!
Aufbau des Manifests
Ich werde in drei Schritten vorgehen: Zunächst sollen wichtige Fakten der Krise zusammenfassend genannt werden, um die Lage klar vor Augen zu bringen. In einem zweiten Teil möchte ich die Ursprünge heutiger Denk- und Handlungsmuster aufzeigen: Unser Verhalten kommt aus alten Zeiten, das früher oftmals zum Erfolg führte, aber heute nicht mehr zu den Umständen passt.² Ein Blick in die Menschengeschichte kann helfen, klarzumachen: Wir leben in einer neuen Zeit und müssen uns neu denken lernen! Im dritten und umfangreichsten Teil sollen Konsequenzen gezogen werden: Was müssen wir tun? Wie ist unser Planet noch zu retten?
I Ausgangslage: Was sind die Fakten der Krise?
In der Geschichte aller bisherigen Gesellschaften sollte Nachhaltigkeit in erster Linie ökonomischen, sozialen, politischen und kulturellen Zwecken dienen und von Generation zu Generation weitergeführt werden. Der Mensch war in diesem Sinne seiner ureigenen Nachhaltigkeit erfolgreich: Er beutete natürliche Ressourcen aus, produzierte Treibhausgase und prägte nach und nach seinen Lebensstil der gesamten Welt auf. Heute bringt seine Verweigerung, hinreichend die Verantwortung für die eigenen Hinterlassenschaften auf dem Planeten zu übernehmen, den Planeten und die Menschheit an die Grenze ihrer Existenz, beraubt die Menschen der Möglichkeit, den Kindern eine Welt zu hinterlassen, die Chancen auf ein Leben wie bisher eröffnet.
Folgende Krisenfakten werden in der Nachhaltigkeitsforschung immer wieder genannt:
Bevölkerungswachstum: Die Bevölkerungszahlen nehmen stetig zu – von 1,65 Milliarden 1900 auf 7,8 Milliarden heute.
Ungleichheit: Arme und Reiche sind überall gespalten, und diese Spaltung nimmt ständig zu. Das Wohlstandniveau in den reichen Ländern und die daraus folgenden Umweltbelastungen steigen kontinuierlich an, während der größte Teil der Menschheit in Armut ums Überleben kämpft.
Ressourcenknappheit: Der massive Ressourcenabbau nicht-regenerativer Rohstoffe wird in kurzer Zeit zu Beschränkungen in der Industrieproduktion führen, die nicht mehr allein durch Erfindungen und extreme Abbauformen kompensiert werden können. Die Rohstoffe werden knapp und teuer. Der massenhafte Anbau von Monokulturen und die Degradierung von Böden führen zu Überdüngung, Verschlechterung der Bodenqualität, insgesamt zu einer Überlastung der Erde, die so an die Grenzen des Wachstums kommt. Wissenschaftliche Prognosen sagen sehr klar, dass im 21. Jahrhundert deshalb sowohl die Bevölkerung zurückgehen als auch der Hunger und die Verelendung vieler Menschen zunehmen werden. Konflikte und Kriege werden wahrscheinlich anwachsen.
Treibhausgase: Die Zunahme an Treibhausgasen führt zu einem Klimawandel, dessen Folgen immer deutlicher werden: eine erhöhte Durchschnittstemperatur mit Temperatur- und Wetterextremen, Eisschmelze, steigendem Meeresspiegel. So wie das Klima mehr ist als das aktuelle Wetter, so ist die Nachhaltigkeitskrise auch mehr als die Klimakrise, auf die sich heute vor allem der Blick der reichen Länder richtet.
Die große Beschleunigung: Überschwemmungen, Stürme, Dürren, Erdbeben und der Einschlag kosmischer Körper haben die Menschheit schon immer bedroht, aber die neue und größte Bedrohung ist heute der Mensch selbst geworden. Dabei treten die nachfolgend genannten Faktoren in großer Beschleunigung auf, denn die Menschheit wirkt auf allen Ebenen – individuell, wirtschaftlich und politisch – an einer gemeinsamen Agenda: Die seit der Industrialisierung stetig zunehmende Produktion von Treibhausgasen durch fossile Energien, der Umbau des ökologischen Systems zum eigenen rücksichtslosen Nutzen, die Parzellierung der Welt in Privateigentum, das Setzen von Zäunen, Begrenzungen und harten Grenzen an allen Orten, eine grundlegende Gedankenlosigkeit bei der Vernichtung ökologischer Balancen und in der Verschmutzung und Vergiftung der Welt, all diese Faktoren wirken zusammen und haben negative ökologische Auswirkungen. Eine davon ist das Artensterben, das am Ende auch vor der Gattung Mensch nicht haltmachen wird. Der Rückbau natürlicher Systeme, die umfassenden schädigenden Eingriffe in die natürlichen Kreisläufe, die Verschmutzung und Verschwendung des Wassers und der Luft, die grenzenlose Vermüllung, dies alles zeigt, dass unsere Lebensweise die Grenzen der Erde erreicht hat. Zudem erzeugt diese neben schon bestehenden sozialen Ungerechtigkeiten weitere, denn je nach Ortslage variieren die Verschlechterungen der Lebensverhältnisse, die den armen Teil der Menschheit härter als den reichen trifft.
Anthropozän meint mehr als menschengemachten Klimawandel
Als Anthropozän wird die Epoche bezeichnet, in der die Menschheit zum wichtigsten Einflussfaktor auf die geologischen, biologischen und atmosphärischen Prozesse auf der Erde geworden ist. Der Klimawandel ist dabei stark in den Vordergrund der Debatten um Nachhaltigkeit getreten. Im Klimawandel wird deutlich, dass die regulierenden und regenerierenden Kräfte der Natur ins Ungleichgewicht geraten, Wälder sterben ab oder werden abgeholzt, obwohl doch gerade sie den Treibhauseffekt mildern könnten. Vor allem durch ein gewaltiges Aufforstungsprogramm wäre es heute noch möglich, eine Umkehr herbeizuführen. Das größte Hindernis ist jedoch, dass der weltweite Allgemeinbesitz an Wäldern längst in Privateigentum umgewandelt worden ist, deren Besitzerinnen sich nur schwer auf Nachhaltigkeit verpflichten lassen, weil es ja vor allem Gewinne abwerfen soll. Die Biomasse kann sich zwar erneuern, wie es in der Natur geschieht, aber die Gewinnabsichten des Menschen richten sich auf schnelle Gewinne durch hohe Ausbeutung. So schwinden die Reinheit des Wassers und die Bodenfruchtbarkeit durch Überdüngung. Zudem nehmen die Massentierhaltung, die Abholzung der Wälder, die Verdichtung von Flächen und Böden und andere Faktoren zu und beeinflussen die Entwicklung zunehmend negativ. Dagegen stehen Technologien der Regeneration und einer umweltschonenden Produktion, die den negativen Trend nur mildern, aber bisher nicht umkehren können. Die Klimaziele, die wir heute verfehlen, werden uns über Jahrhunderte
