Quo vadis, Soziale Arbeit?: Zwischen Fachlichkeit und Pragmatismus
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Über dieses E-Book
Angelina Bauer
Angelina Bauer studiert im Masterstudiengang Soziale Arbeit an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena.
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Buchvorschau
Quo vadis, Soziale Arbeit? - Angelina Bauer
Inhalt
Einleitung
Aktueller Forschungsstand
Studienrahmenbedingungen der EAH Jena und FH Erfurt
Situation von Studierenden an Fachhochschulen
Zur wirtschaftlichen Lage von Studierenden (in Thüringen)
Fachkräftemangel
Professionalisierungsdebatte
Forschungsdesign
Methodendesign und Stichprobenauswahl
Vorstellung des Fragebogens für Studierende
Vorstellung des Fragebogens für Praxispartner*innen
Konzeption und Auswertung im Mixed-Methods-Design
Zeitliche Durchführung der Studie
Auswertung und Ergebnisse der Studie
Analyse der Daten
Auswertung des Studierendenfragebogens
Belastungsfaktoren während des Praxissemesters
Mögliche Entlastungsfaktoren im Praxissemester
Anmerkungen der Studierenden zum Praxissemester
Auswertung des Fragebogens der Praxispartner*innen
Perspektiven der Praxis auf den Begriff der Fachkraft
Vor- und Nachteile der Beschäftigung von Praktikant*innen
Auftragsklärung und Erwartungen an Praktika
Diskussion der Ergebnisse
Strategien zur Fachkräftegewinnung
Situation Studierender im Praxissemester
Möglichkeiten zur Verbesserung der Bedingungen im Praxissemester
Dem Fachkräftemangel entgegenwirken
Resümee
Literaturverzeichnis
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS
B.A. = Bachelor of Arts
BAföG = Bundesausbildungsförderungsgesetz
BMBF = Bundesministerium für Bildung und Forschung
DBSH = Deutscher Berufsverband für Soziale Arbeit e.V. EAH = Ernst-Abbe-Hochschule
ECTS = European Credit Transfer System FH = Fachhochschule
FuE-Projekt = Forschungs- und Entwicklungsprojekt
HzE = Hilfen zur Erziehung
IFSW = Internationaler Zusammenschluss der Profession Sozialer Arbeit KfW = Kreditanstalt für Wiederaufbau
M.A. = Master of Arts
SGB = Sozialgesetzbuch
SWS = Semesterwochenstunden
WS/WiSe = Wintersemester
ABBILDUNGEN
Abbildung 1: „Belastungen durch studienexterne Anforderungen im Studium an Universitäten und Fachhochschulen" (Bundesministerium für Bildung und Forschung, 2017, S. 57)
Abbildung 2: erkenntnistheoretische Paradigmen in unterschiedlichen Forschungsansätzen (Kuckartz, 2014, S. 33)
Abbildung 3: Grafik der zentralen Forschungsphasen
Abbildung 4: Segmente-Modell Beeinträchtigung durch Praktika
Abbildung 5: Auswahlkriterien für Praktikant*innen in absoluten Zahlen
Abbildung 6: Wann würden Sie Praktikant*innen bezahlen?
Abbildung 7: Zirkel des Fachkräftedilemmas
Abbildung 8: Perspektiven auf Praktika in Sozialer Arbeit
Abbildung 9: Gehen Sie einer Nebentätigkeit nach? (Angaben in absoluten Zahlen)
Abbildung 10: Wie finanzieren Sie sich im Studium?
Abbildung 11: Falldialog im kasuistischen Diskurs
Abbildung 12: Handlungsebenen gegen den Fachkräftemangel
DANKSAGUNG
Keine Studie entsteht ohne die entsprechende Unterstützung. So soll zu Beginn der Ausführungen allen Personen gedankt werden, die diese Studie überhaupt möglich gemacht haben.
Zuvorderst gilt der Dank den Dekanaten der Fachhochschule Erfurt, Fakultät Angewandte Sozialwissenschaften und der Ernst - Abbe - Hochschule Jena, Fachbereich Sozialwesen. An beiden Hochschulen haben die Dekanate und maßgeblich die Praxisämter bei der Verbreitung der Studie mitgewirkt. Ohne diese wäre das Erreichen der Zielgruppen kaum möglich gewesen.
Ein weiterer Dank geht an all jene, die sich Zeit genommen haben die Fragen zu beantworten und die Fragebögen zurückzusenden. Besonders wertvoll waren die Anmerkungen in den Freitexten. Von den qualitativen Anmerkungen hat das Forschungsteam enorm profitiert.
Ein herzlicher Dank geht auch an Sophia Fabian, die als wissenschaftliche Assistenz das Forschungsteam auch oft im Hintergrund durch die Koordination oder die Übernahme administrativer Aufgaben unterstützt hat.
Einleitung
„Wer ernten will, mu[ss] erst den Samen streuen" - William Shakespeare
Als stützende Säule der gesellschaftlichen Infrastruktur sind soziale Dienstleistungen auf entsprechend ausgebildetes Fachpersonal angewiesen. Disziplinübergreifende Studien, wie die Arbeitsmarktprognose 2030 (2013) vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales, der Sozialwirtschaftsbericht Thüringen (2012), die Studie Blickpunkt Arbeitsmarkt – Akademikerinnen und Akademiker (2018) von der Bundesagentur für Arbeit oder die Erhebung Fachkräfteentwicklung in der Thüringer Gesundheits- und Sozialwirtschaft (2010) der PARITÄTISCHEN Tarifgemeinschaft Thüringen, vergegenwärtigen die Relevanz der Thematik.
Ausgangspunkt für diese Studie waren Rückmeldungen Studierender der Ernst-Abbe-Hochschule Jena. Diese führten insbesondere in praktikumsbegleitenden Veranstaltungen (Supervisionen) erhöhte Belastungsfaktoren während des Praktikumszeitraums an. Gleichermaßen wird in Gesprächen mit Praxiseinrichtungen deutlich, dass diese einerseits zwar einen Bedarf an Fachpersonal reklamieren, andererseits offene Stellen zunehmend schwieriger besetzen können. Beide Argumentationen legen einen Zusammenhang nahe, welcher für die Studie leitend war. So geht es um angewandte und mögliche Rekrutierungsansätze von Fachpersonal, um die Bedeutung von Fachpersonal in der Praxis und auch um die Verzahnung zwischen der akademischen (Aus-)Bildung in Sozialer Arbeit an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena und der Fachhochschule Erfurt. Der unmittelbare Zusammenhang zwischen Studium und Praxis wird erstmals in den Praktikumsphasen relevant. Somit stehen diese Bildungsabschnitte im Fokus der Studie. Der Zusammenhang zwischen akademischer Bildung und Praxis ist gleichermaßen für die Entwicklung eines professionellen Habitus künftiger Sozialarbeiter*innen relevant.
Die Ergebnisse der Studie legen hohe Beanspruchungstendenzen auf beiden Seiten offen. In der Praxis führen komplexe soziale Probleme zu hohen Anforderungen an die Fachlichkeit des Personals, welches sich immer schwerer finden lässt. Auf Seiten der Studierenden in Praktika Sozialer Arbeit eröffnet die steigende Nachfrage nach Fachkräften einerseits Wahlmöglichkeiten. Andererseits führen diese jedoch auch zu Überforderungserscheinungen in komplexen Hilfesettings. Immens wichtige Arbeitsfelder Sozialer Arbeit (beispielsweise in existenzsichernden Bereichen) sind schwer mit Fachpersonal besetzbar oder zeichnen sich durch eine hohe Fluktuation aus. Ähnliche Schwierigkeiten werden auch für Arbeitsbereiche deutlich, die in ländlichen Gebieten angesiedelt sind. Daher ist die Studie auch auf die Generierung möglicher Entwicklungsansätze gerichtet, die zwischen Wissenschaft und Praxis zu gelingenden Ansätzen der Kooperation für die Sicherung einer fachlich adäquaten Unterstützung von Menschen in sozialen Notlagen, der Absicherung einer qualitativ hochwertigen Arbeit innerhalb heterogener Trägerstrukturen und der Weiterentwicklung der Sozialarbeitswissenschaften in Theorie und Methoden beitragen können.
Die Wahl des Titels der Studie: Quo vadis, Soziale Arbeit? Zwischen Fachlichkeit und Pragmatismus
greift dies im Kern auf. Wohin gehst Du - Soziale Arbeit? Fällt die Profession eher einem Pragmatismus - die Dinge müssen eben getan werden - anheim? Anders formuliert: Wie lässt sich die Fachlichkeit Sozialer Arbeit im Kontext des gesellschaftlichen Wandels absichern?
Im Bericht aus der Forschung werden zunächst die Beweggründe für das Projekt sowie der aktuelle Forschungsstand beleuchtet. Konkret sind hierin die Situation der Studierenden während des Praxissemesters, der Fachkräftemangel und die Professionalisierung der Sozialen Arbeit Gegenstand der Betrachtung. Im Anschluss folgt eine detaillierte Darstellung des Forschungsdesigns, welche den Aufbau und das Design der Studie, die Stichprobenauswahl, sowie die Vorstellung der Fragebögen für Studierende und Praxispartner*innen einbezieht. Den Abschluss bilden die Auswertung der qualitativen und quantitativen Datenerhebungen und die Vorstellung der Ergebnisse inklusive weiterer Handlungsempfehlungen.
Im Forschungsbericht werden weitgehend genderneutrale Formulierungen verwendet. Sollte dies nicht realisierbar sein, wird auf die Schreibweise ~*innen zurückgegriffen. Wird vereinzelt dennoch auf das generische Maskulinum zurückgegriffen, dient dies lediglich der vereinfachten Lesbarkeit.
Aktueller Forschungsstand
Rückmeldungen in den Supervisionsveranstaltungen über zusätzliche Belastungsfaktoren während des Praxissemesters gaben Anlass, um die Situation von Studierenden im Rahmen einer Studie zu untersuchen. Anlass gaben weiterhin Gespräche in Sitzungen des Praxisbeirats am Fachbereich Sozialwesen der EAH Jena. Mit der explorativen Studie werden erstmals empirische Grundlagen für eine entwicklungsorientierte Diskussion geschaffen. Zu den artikulierten Belastungsfaktoren zählen beispielsweise das Angewiesen-Sein auf
