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Geschichten aus Rocca de' Fichi
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eBook35 Seiten25 Minuten

Geschichten aus Rocca de' Fichi

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Über dieses E-Book

"Geschichten aus Rocca de' Fichi" ist eine Novelle von Heinrich Mann, die erstmals 1897 erschienen ist. Luiz Heinrich Mann (1871-1950) war ein deutscher Schriftsteller aus der Familie Mann. Er war der ältere Bruder von Thomas Mann. Ab 1930 war Heinrich Mann Präsident der Sektion für Dichtkunst der Preußischen Akademie der Künste, aus der er 1933 nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten ausgeschlossen wurde. Mann, der bis dahin meist in München gelebt hatte, emigrierte zunächst nach Frankreich, dann in die USA. Im Exil verfasste er zahlreiche Arbeiten, darunter viele antifaschistische Texte
SpracheDeutsch
HerausgeberBooks on Demand
Erscheinungsdatum10. März 2021
ISBN9783753445700
Geschichten aus Rocca de' Fichi
Autor

Heinrich Mann

Luiz Heinrich Mann (27.03.1871–11.03.1950) war ein deutscher Schriftsteller aus der Familie Mann. Er war der ältere Bruder von Thomas Mann. Seine Erzählkunst war vom französischen Roman des 19. Jahrhunderts geprägt. Sein erzählerisches Werk steht neben einer ebenso reichen Betätigung als Essayist und Publizist. Als früher Gegner der Nationalsozialisten wurde er bereits 1933 mit Sanktionen belegt. Mann stand auf der ersten Ausbürgerungsliste des Deutschen Reichs von 1933, er befand sich dort in illusterer Gemeinschaft mit Lion Feuchtwanger, Alfred Kerr, Kurt Tucholsky und Philipp Scheidemann. Mann emigrierte nach Frankreich und später in die USA, wo er er zahlreiche Arbeiten, darunter viele antifaschistische Texte, verfasste.

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    Buchvorschau

    Geschichten aus Rocca de' Fichi - Heinrich Mann

    Geschichten aus Rocca de' Fichi

    Geschichten aus Rocca de' Fichi

    Impressum

    Der Nachmittag war heiß, nur aus Mangel an Beschäftigung hatte ich meinen Freund, den ausgezeichneten Advokaten Cavaliere Crisostomo Temaniente zu dem Spaziergang veranlaßt, um seinem Bruder guten Tag zu sagen, dem Pächter Sor Alfonso, der im Schweiße seines Angesichts seine Bauern beaufsichtigte, auf den ihm von Sr. Exzellenz dem Fürsten Tordisasso verpachteten Kukuruzfeldern, eine kleine Meile vor Rocca de' Fichi. Mehr als einen Esel, den wir abwechselnd ritten, hatte uns der gefällige Pächter in dieser Erntezeit nicht auf den Rückweg mitgeben können. Sooft an mir die Reihe war, das freundliche Tier zu besteigen, blickte ich über die Kronen der Ölbäume, die von unserer engen Bergstraße den Abhang hinabstanden, wohlgefällig in die Campagna hinein. Ihre gehaltenen, braunvioletten Töne dämpften das allzu grelle Sonnenlicht. Am Grunde kleiner Seitentäler, die ins offene Feld verliefen, lag hier und da ein grauer Steinhaufen, der ein Bauernhof war, von schwarzem Gesträuch überwuchert, schon halb im Schatten. Draußen im Felde versteckten sich die Gehöfte hinter dichten Einfriedigungen von Zypressen. Zwei stolzere Reihen derselben Bäume stiegen aus der Campagna in die herrschaftliche Villa hinein, die sich unterhalb des vor uns liegenden Städtchens die Höhe hinanzog. Diese Villa, von der ich hatte reden hören, ein theatralisches Meisterstück, mit ihren verblüffenden Parkansichten, ihren zierlich nachgeahmten Ruinen, ihren raffinierten Wasserkünsten und dem ungeheuren Barockpalast, wurde bewohnt von dem Besitzer der Kommune Rocca de' Fichi, dem Grundeigentümer und Herrn des ganzen Berges und des angrenzenden Campagnagebietes im Umkreise dreier Meilen, dem Fürsten Tordisasso.

    Ich bin nun zwar eigentlich der Meinung, daß diese großen Herren, soweit sie von dem aus dem modernen Rom herüberblasenden Winde des Ruins bisher verschont blieben, unproduktive Zehrer und der wahre Hemmschuh für die gesunde wirtschaftliche Entwicklung des Landes sind. Parzellierung von Grund und Boden, das ist das Wahre, wie auch der ehrenwerte Colaianni im »Messaggero« täglich versichert. Aber die agrar-sozialistischen Anschauungen seines Bruders Sor Alfonso, eines standhaften Lesers der genannten Zeitung, werden vom Cavaliere Crisostomo, der Sachwalter des Fürsten ist, erklärlicherweise

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