Die Alten von Gerschauen
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Buchvorschau
Die Alten von Gerschauen - Artur Brausewetter
Der Abend dämmerte auf. Der Zug, der eine Anhöhe zu überwinden hatte, fuhr langsamer. Über die Berglehne voll jungen Waldes krochen weitgedehnte Schatten, nichts hörte man als das Fauchen der Maschine, die alle Kraft anstrengte, das Hindernis zu nehmen.
Der Zug war anfangs stark besetzt gewesen, denn die Pfingstferien, die in diesem Jahre früh fielen, hatten begonnen. Je weiter der Abend vorschritt, um so mehr leerten sich die Abteile. Frische junge Mädchen mit blühenden Augen und Wangen sprangen vom Trittbrett, einer Mutter oder Geschwistern entgegen, die auf dem Bahnsteig ihrer harrten. Ein freudiges Begrüssen und Umarmen, ein lebhaftes Fragen und Erzählen, dann wurde der Wagen bestiegen, der auf dem kleinen Haltepunkt wartete, und hinaus ging es mit pochendem Herzen in die Freiheit, in die Heimat, in das Leben.
Mehrere Male schon hatte Camilla das Bild beobachtet, denn der Zug, der es wohl nie sehr eilig hatte, weilte heute auf jedem Haltepunkt eine kleine Ewigkeit. Ihre eignen Kindheitstage waren mit ihm wach geworden, wo sie auch an solch einem Abend in die Ferien fuhr, wenn auch nicht ins Elternhaus, so doch zu einem entfernten Verwandten, der sie aus der Pension der dumpfen Stadt auf sein schönes Gut, in sein lichtes Haus lud.
Jetzt machte sie nach langer, sehr langer Pause wieder eine Reise aufs Land. Eine Freundin, deren Mann im Felde stand, hatte sie auf ihr grosses Gut gebeten, aus dem sie im Herbst hatte fliehen müssen, und auf dem sie jetzt wieder friedlich und sicher wohnte.
Ihr war diese Einladung gerade recht gekommen. Ihr Gastspiel als Mariamne und Judith in dem Neuen Schauspielhause der Provinzialhauptstadt, das einen dieser Zeit angemessenen ernsten Spielplan pflegte, war beendet, und die schönen Frühlingstage sollten ihr eine kurze Erholungsfrist gewähren. Wie freute sie sich auf die Stille und auf die erquickende Luft des Landes, die sie wer weiss wie lange nicht geatmet hatte, und die sie nach mancher Arbeit und inneren Erregung wieder jung und stark machen sollten!
Sie sah aus dem Fenster. Alles um sie her so still und geborgen, verheissendes Keimen, fleissiges Arbeiten, jetzt noch zu so später Stunde, vor der Pflugschar die dampfenden Pferde — man sollte es nicht glauben, dass hier in der nächsten Nähe einmal der Feind gewütet. Aber bis an diesen Strich des gesegneten ostpreussischen Landes konnte er nicht gedrungen sein. Keine leise Spur der Verwüstung, nicht einmal der Unordnung, war zu sehen.
Langsam wie der Zug kroch die Zeit. Trübe und regenschwer hing der Himmel über der dunkelnden Erde. Das Abendrot verblasste, die ersten Tropfen fielen, wie harte Finger pochten sie an die Scheiben. Die Nacht herrschte, der Zug stampfte durch ihr dunkles Reich.
Camilla hatte sich in die Kissen zurückgelehnt. Draussen war nichts mehr zu sehen als einige Funken, die durch den dichten Rauch der Lokomotive sprühten, hier und da das Licht eines vorübergleitenden Wärterhäuschens oder die bunten Laternen der nahenden Station. Nur kurze Zeit noch, dann war auch ihr Ziel erreicht.
Sie war müde. Halbwach blinzelte ihr Auge in die Flamme da oben in dem runden Glase, die in ihrem Gefängnis unruhig hin und her flackerte. Allerlei Bilder zogen durch ihre Seele: die verschiedenen Rollen, in denen sie in der letzten Zeit aufgetreten war, dann waren es wieder Verwundete, vor denen sie so manches Mal ihre Kunst gezeigt, oder einige Schreckensszenen aus dem Kriege, von denen sie eben in der Zeitung gelesen. Nun schoben sich die verschiedenen Bilder eins in das andre, verwirrten sich in dem regelmässigen, einschläfernden Stampfen der ratternden Räder und lösten sich schliesslich in lauter wirre, bald komische, bald verzerrte Gestaltungen.
„Perditten!"
Sie fuhr auf, ganz laut und deutlich hatte sie es rufen hören — richtig, der Zug hielt; sie musste eingeschlafen sein, denn sie hatte nicht gemerkt, dass er langsamer gefahren war.
Es war allerhöchste Zeit. Sie raffte ihre Sachen zusammen, die glücklicherweise alle geordnet waren, und stand nun im feuchten, dunklen Abend auf einem einsamen Bahnsteig, indes der Zug sich langsam entfernte.
Kein Mensch war zu sehen, ausser einem Postschaffner, der einen kleinen Gepäckwagen, der kaum halb gefüllt war, davonschob, und dem Stationsbeamten mit der roten Mütze, einem älteren Manne, der sich aus dem unwirschen Wetter so schnell wie möglich in sein schützendes Verlies zu flüchten suchte. Sie hatte ihn eingeholt.
„Können Sie mir vielleicht sagen, ob ein Wagen aus Alt-Drosseln für mich da ist?"
„Alt-Drosseln? fragte der Beamte und sah sie erstaunt an. „Alt-Drosseln? Solch ein Gut kenne ich gar nicht.
„Kennen Sie gar nicht? Es soll doch nur eine Stunde von der Bahnstation entfernt liegen."
„Das ist unmöglich. Ich bin seit fünf Jahren hier und kenne jedes Gut in der ganzen Umgebung — ein Alt-Drosseln gibt es wohl. Aber es liegt bei Perditten."
„Nun ja, das meine ich; wir sind doch hier in Perditten."
Der Alte sah sie noch erstaunter an. „Wir sind in Mellbitten. Perditten kommt erst drei Stationen später."
„Kommt erst drei Stationen später —?"
Sie konnte die Worte kaum herausbringen, ein tödlicher Schrecken lähmte ihr die Zunge. Nun war ihr alles klar. Sie war gerade ein wenig eingeschlummert, als der Schaffner den Namen der Station rief, hatte das ähnlich klingende Mellbitten als Perditten verstanden und war in aller Eile aus dem Zuge gestürzt — drei Stationen zu früh. Herrlich!
Der Regen, der ein wenig nachgelassen, setzte jetzt mit erneuter Stärke ein, mit ihm wuchs der Sturm und heulte um das freiliegende Stationsgebäude, in dessen Halle sie mit dem Vorsteher getreten war. Am fernen Horizont zuckten hastende Lichter auf, die schnell emporsprangen und wieder verschwanden, dazu grollte ein dumpfer Donner, obwohl die Luft frisch, ja kalt war.
„Geht noch ein Zug
