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Schiff der Versuchung
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Über dieses E-Book

Der Marquis von Oakenshaw wird vom Außenminister gebeten, nach Siam zu reisen, um den dortigen König zu beruhigen, der über den Grenzstreit zwischen Britannien und Frankreich besorgt ist. Der Marquis, ein eleganter, reicher und gutaussehender Junggeselle, bittet einige Freunde, ihn auf seiner Yacht zu begleiten, darunter auch die neueste Schönheit der Gesellschaft — Lady Bradwell.
Im letzten Augenblick vor der Abreise von Lady Bradwell, die die Einladung mit Begeisterung angenommen hat, fällt durch einen Unfall deren Zofe aus. Ihre Kusine Tarina, zwar ebenfalls bildschön, aber bettelarm, erklärt sich bereit, sie unter einem Decknamen zu begleiten.
Tarina lernt zum ersten Mal die Intrigen und Verlockungen der großen Gesellschaft kennen, und erhebt ihre Augen sehnsuchtsvoll zu den Sternen.
SpracheDeutsch
HerausgeberBarbara Cartland Ebooks ltd
Erscheinungsdatum15. Jan. 2021
ISBN9781788674249
Schiff der Versuchung
Autor

Barbara Cartland

Barbara Cartland war die produktivste Schriftstellerin der Welt. Sie schrieb zu Lebzeiten 723 Bücher, von denen nicht weniger als 644 Liebesromane waren, die sich weltweit über eine Milliarde Mal verkauften und in 36 Sprachen übersetzt wurden. Neben Liebesromanen schrieb sie außerdem historische Biografien, Theaterstücke und Ratgeber. Ihr erstes Buch schrieb sie im Alter von 21 Jahren – es wurde auf Anhieb ein Bestseller. Ihr letztes Buch schrieb sie im Alter von 97 Jahren und es trug den vielleicht prophetischen Titel »Der Weg zum Himmel«. Zwischen den 1970er und 1990er Jahren wurde Barbara Cartland dank zahlreicher Fernsehauftritte und ihrer Beziehung mit der jungen Lady Diana zu einer Medienikone, doch ihr großes Vermächtnis werden ihre vielen inspirierenden Liebesromane bleiben. Barbara Cartlands offizielle Website: www.barbaracartland.com Bei dotbooks erscheinen von Barbara Cartland mehrere historische Liebesromane in der der HIGHLAND SKY-Reihe sowie in der REGENCY SCANDALS-Serie und Exotikromane in der Reihe TRÄUME UNTER FERNER SONNE.

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    Buchvorschau

    Schiff der Versuchung - Barbara Cartland

    1 ~ 1894

    Der Marquis von Oakenshaw gähnte, denn die Luft in St. James’ Palace war stickig, und das Levee zog sich länger als gewöhnlich hin.

    Der Prinz von Wales war in gelöster Stimmung und sprach daher nahezu mit jedem ein paar Worte, der ihm vorgestellt wurde. Immer wieder hallte sein Lachen durch das Empfangszimmer mit der niedrigen Decke.

    Der Marquis, der das alles schon oft erlebt hatte, war nicht sonderlich beeindruckt von dem Pomp und dem prachtvollen Aussehen der anwesenden Soldaten, Marinesoldaten, Diplomaten und Minister.

    Da sich der Tag für die Jahreszeit, es war Januar, ungewöhnlich sonnig zeigte, dachte er daran, wie viel lieber er jetzt auf dem Lande mit einem seiner feurigen Pferde durch den Park reiten oder auf seiner privaten Rennstrecke mit einigen seiner engsten Freunde ein Pferderennen veranstalten würde.

    Er war so tief in seine Gedanken versunken, daß er auffuhr, als das Levee beendet war und der Prinz von Wales auf die Tür zuging.

    Der Marquis eilte an seine Seite und stellte dabei beiläufig fest, der Prinz werde jedes Jahr beleibter; zweifellos würden die von ihm so genannten »Phantasiekleider« in Kürze ersetzt oder weiter gemacht werden müssen.

     Der Marquis war hingegen ganz anders.

    Da er gern flott ritt und auf seinen eigenen Tieren dem Pferdesport huldigte, so oft er konnte, achtete er auf sein Gewicht.

    Das bedeutete Zurückhaltung bei den üppigen Mahlzeiten, die in Marlborough House und von jeder Gastgeberin serviert wurden, die den Prinzen von Wales mit seinem Gefolge bewirten wollte.

    Während der Marquis erneut ein Gähnen unterdrückte, dachte er, daß ihn Mahlzeiten, die sich in die Länge zogen, genauso langweilten wie ausgedehnte Levees und andere Verpflichtungen bei Hofe.

    Es fiel ihm daher schwer, Begeisterung zu heucheln, als der Prinz sich an ihn wandte: »Ich hoffe, Vivien, daß Sie heute abend mit mir dinieren werden. Die Prinzessin ist auf Reisen, und ich freue mich nicht nur auf ein Dinner unter alten Freunden, sondern auch darauf, daß wir uns später bei glitzerndem Licht amüsieren werden.«

    Der Marquis wußte, was das bedeutete. Sie würden zu irgendeinem dieser Theaterfeste gehen, die der Prinz so sehr liebte, und der Abend würde zweifellos in einem der Freudenhäuser enden, wo man sie mit offenen Armen empfing.

    Fast verdrießlich mußte er sich eingestehen, daß er für solche Frivolitäten zu alt sei - und der Prinz ebenfalls.

    Doch Seine Königliche Hoheit genoß noch immer mit der Begeisterung eines jungen Leutnants den Glanz und Flitter der Bühne und den sogenannten Zauber der »Damen der Stadt«.

    »Das hört sich prächtig an, Sire«, antwortete der Marquis dennoch.

    Der Prinz lachte stillvergnügt vor sich hin, während sie die alte Eichentreppe des Palastes hinunter gingen, die seit mehr als vier Jahrhunderten von königlichen Hoheiten ausgetreten wurde.

    Eine Kutsche wartete im Hof, um den Prinzen zum ganz in der Nähe gelegenen Marlborough House zu bringen.

    Bei der Abfahrt verneigten sich der Marquis und die anderen Höflinge, Staatsmänner und Oberstallmeister, die ihn begleitet hatten, wie es einer Königlichen Hoheit zukommt; die Spannung wich erst von ihnen, als der Thronfolger außer Sicht war.

    »So, das hätten wir«, sagte einer der Kämmerer zum Marquis. »Jetzt kann ich Gott sei Dank diese unbequeme Uniform ausziehen.«

    »Dasselbe habe ich auch vor«, antwortete ihm der Marquis.

    Er wandte sich ab und ging auf seine eigene Kutsche zu, die ihn erwartete, als der Kämmerer noch sagte: »Ach, übrigens, Oakenshaw, das hätte ich beinahe vergessen. Der Außenminister läßt fragen, ob Sie ihn vor dem Lunch im Außenministerium aufsuchen können.«

    »In welcher Angelegenheit?« fragte der Marquis in wenig freundlichem Ton.

    »Ich habe keine Ahnung«, war die Antwort, »doch da ich Seine Lordschaft kenne, nehme ich an, er möchte etwas von Ihnen erledigt haben - am liebsten gestern.«

    Der Marquis lachte kurz auf, doch es klang nicht sehr heiter.

    Er war sich durchaus darüber im Klaren, daß Lord Rosebery mit seinen Fähigkeiten, seinem Rang und seinem Reichtum auch ohne den Elan und den regen Verstand, die ihn in vieler Hinsicht bemerkenswert machten, ein mächtiger Mann geworden wäre.

    Mr. Gladstone hatte ihn einmal als »Mann der Zukunft« bezeichnet.

    Als er auf den Posten des Außenministers befördert wurde, hatte seine Redegabe ihm viele Bewunderer und große Popularität im Lande eingetragen.

    Noch beliebter machte ihn zudem die Tatsache, daß er einen fabelhaften Rennstall besaß und seine Pferde ständig gewannen.

    Der wesentlich jüngere Marquis von Oakenshaw zählte zu seinen engen Freunden; das war nicht überraschend, denn sie hatten beide einen Sinn für Humor, der sie befähigte, nicht nur über ihre Zeitgenossen, sondern auch über sich selbst zu lachen.

    Während zwei herrliche Pferde seine Kutsche rasch und mühelos zum Außenministerium brachten, fragte sich der Marquis, warum wohl Lord Rosebery, mit dem er doch erst vor wenigen Tagen diniert hatte, ihn in solcher Eile schon wieder sehen wollte.

    Er wäre nur zu gern zuerst in sein Haus am Grosvenor Square gefahren, um sich umzukleiden. Wenn Lord Rosebery ihm jedoch ausrichten ließ, er brauche ihn dringend, konnte er ihn natürlich nicht warten lassen.

    Als die Kutsche vor dem Außenministerium vorfuhr, eilte einer der Privatsekretäre von Lord Rosebery die Stufen hinab, um den Marquis zu begrüßen.

    »Guten Morgen, Mylord. Der Außenminister wird sehr dankbar sein, daß Sie so schnell kommen konnten.«

    »Guten Morgen, Cunningham«, sagte der Marquis, der den jungen Mann schon vorher einmal kennengelernt hatte. »Warum eine solche Aufregung?«

    »Ich glaube, das möchte Seine Lordschaft Ihnen selbst mitteilen«, erwiderte Mr. Cunningham.

    Er führte den Marquis durch die hohen Gänge, öffnete beinahe errötend die Tür zum Büro seines Chefs und meldete: »Der Marquis von Oakenshaw, Mylord.«

    Mit einem freudigen Ausruf stand Lord Rosebery auf, als der Marquis eintrat.

    »Danke, daß Sie gleich gekommen sind, Vivien«, sagte er. »Ich muß sagen, Sie sehen prachtvoll aus. Wie war das Levee?«

    »Eher noch langweiliger als gewöhnlich«, antwortete der Marquis.

    Er nahm gemäß der Etikette in einem Sessel gegenüber dem Schreibtisch Platz; Lord Rosebery setzte sich ebenfalls und begann: »Danke, daß Sie gekommen sind. Stanhope hat Ihnen sicher gesagt, daß die Sache dringend ist.«

    »Was ist denn passiert?« fragte der Marquis. »Ist in Europa der Krieg ausgebrochen, oder sind die Russen in Indien eingedrungen?«

    »So schlimm steht es zwar nicht«, erwiderte Lord Rosebery lächelnd, »aber ich brauche Ihre Hilfe in Siam.«

    »Siam?« rief der Marquis verwundert. »Ich dachte, die Schwierigkeiten dort seien beigelegt.«

    »Sie sind es ja auch - oder sollten es bald sein«, gab Lord Rosebery zurück. »Aber ich brauche Sie für einen Besuch in Bangkok im Rahmen eines Gefälligkeitsbesuches in unserem Interesse.«

    Der Marquis warf den Kopf zurück und lachte.

    »Eines muß man Ihnen lassen, Archibald, Sie sind immer voller Überraschungen. Ich hätte eher erwartet, daß Sie mich nach Paris oder Kairo schicken wollen, aber doch nicht nach Siam.«

    Lord Rosebery setzte sich bequemer in seinem Sessel hinter dem Schreibtisch zurecht, und seine Augen zwinkerten, als er sagte: »Ich will Ihnen keine unnötigen Ungelegenheiten bereiten. Ich dachte mir, Ihre Yacht, die zweifellos mangels Seefahrt schon Muscheln ansetzt, wäre vielleicht ein bequemes Reisegefährt, und Sie könnten im Fluß ankern, wie es die Franzosen voriges Jahr mit ihren Kanonenbooten ja auch getan haben.«

    »Davon habe ich wohl gehört«, antwortete der Marquis, »und sie haben auch ein schönes Durcheinander damit angerichtet. Soviel ich weiß, beruhigte sich die Lage erst, nachdem wir unsererseits ein paar Kriegsschiffe in die Nähe geschickt hatten.«

    »Stimmt«, bestätigte Lord Rosebery. »Ich hätte mir denken können, daß Sie wie stets gut informiert sind.«

    Er schwieg für einen Augenblick und sah nachdenklich den gutaussehenden jungen Mann an, der ihm gegenübersaß. Ohne merklichen Übergang fragte er plötzlich: »Warum spielen Sie mit Ihrem Verstand und Ihrer Weltkenntnis keine größere Rolle in der Politik? Wir brauchen Leute wie Sie.«

    Der Marquis lächelte, so daß der gelangweilte Ausdruck von seinem Gesicht verschwand.

    »Die Ursache dafür liegt vermutlich darin, daß die hochtrabenden Reden im Oberhaus ebenso langweilig sind wie die Leute, von denen sie gehalten werden.«

    Lord Rosebery lachte über den Scherz.

    »Nun gut, ich will Sie nicht zu irgendeiner Tätigkeit im Parlament treiben, wenn Sie mir, wie früher schon, auch außerhalb des Parlaments zu helfen verstehen.«

    »Wollen Sie wirklich, daß ich gerade jetzt nach Siam reise?«

    »Wenn Ihnen eine solche Fahrt so ungelegen kommt«, erwiderte Lord Rosebery, »kann ich mir bestens vorstellen, weshalb dieses Unternehmen Ihnen widerstrebt. - Ist sie sehr verführerisch?«

    »Ja, durchaus.«

    Dabei dachte er daran, daß Lady Bradwell, die gerade in sein Leben getreten war, anders war als alle Frauen, die er vor ihr gekannt hatte - zumindest glaubte und hoffte er das.

    Die zahlreichen Liebesaffären des Marquis, allesamt feurig und leidenschaftlich, dauerten indes nie lange, weil ihn ihre Gleichartigkeit unweigerlich langweilte.

    Mit seinen 33 Jahren war er noch immer unverheiratet, und zwar aus dem einfachen Grund, daß er noch nie eine Frau getroffen hatte, die immer um sich zu haben er ernstlich hätte in Erwägung ziehen wollen.

    Bei den meisten seiner affaires de coeur war deshalb von Heirat keine Rede.

    Er hatte festgestellt, daß sogar die verlockenden, geistreichen und gefeierten Schönheiten, die mit schmeichelhafter Bereitwilligkeit in sein Leben traten, bereits nach kurzer Weile einander in ihren Ansichten und ihrer Konversation ihm so ähnlich schienen, daß sie ihn nur zu bald zum Gähnen brachten.

    »Großer Gott, Vivien«, hatte sein engster Freund Harry Prestwood erst vor einer Woche zu ihm gesagt, »was zum Teufel erwartest du eigentlich vom Leben? Wonach suchst du? Und, da wir gerade dabei sind, was hat dir eigentlich Daisy getan?«

    Er sprach von einer Dame, die man einhellig als größte Schönheit des Jahrhunderts bezeichnete und die, wie so viele Frauen vor ihr, an den Marquis zuerst ihr Herz und dann auch all ihr Denken verloren hatte.

    Die Gräfin besaß einen langmütigen Gatten, der das Leben auf dem Lande dem Aufenthalt in der Stadt London vorzog und nach zehnjähriger Ehe die privaten Vergnügungen seiner Frau geflissentlich übersah, solange sie in der Öffentlichkeit die Würde seines Namens nicht verletzte.

    Der Marquis hatte bereits einen Ruf der Liederlichkeit, der besser in die Regierungszeit Georgs IV. gepaßt hätte als in die der Königin Viktoria; daher begann der Klatsch schon, wenn eine Frau auch nur mit ihm gesehen wurde.

    Er hatte sich jedoch sehr bemüht, in Bezug auf Daisy umsichtig zu sein, und zwar aus dem einfachen Grunde, daß sie beide bekannte Persönlichkeiten waren und ihre Verbindung daher bei Bekanntwerden auf jeden Fall Sensation machen mußte.

    Doch Daisy verliebte sich immer offenbarer in ihn, und man begann schon, über sie beide zu tuscheln. Weil dem Marquis aber die Anspielungen seiner Freunde und die abfälligen Bemerkungen der Klatschkolumnisten mißfielen, machte er der Affäre kurz entschlossen ein Ende.

    Wenn er wollte, konnte er sehr rücksichtslos und verletzend sein: Hatte er einmal eine Entscheidung getroffen, so konnten ihn keine Tränen und keine Vorwürfe mehr davon abbringen.

    »Wie kannst du mir das antun?« hatte Daisy geweint, als er ihr sagte, er halte es für besser, daß sie einander nicht mehr so oft sähen.

    »Ich fürchte, es gibt keine andere Möglichkeit«, antwortete der Marquis.

    »Ich liebe dich aber«, sagte Daisy, »ich bete dich sogar an. Ich hätte es nie für möglich gehalten, daß ich jemals einen Mann so lieben könnte, wie ich dich liebe.«

    »Das ist zwar überaus schmeichelhaft«, antwortete der Marquis, »aber du kannst es dir nicht leisten, deinen Ruf zu schädigen, weder in der Öffentlichkeit noch in Marlborough House.«

    Daisy erstarrte für einen Augenblick, und ihre blauen Augen füllten sich mit Tränen; sie sah den Marquis so ungläubig an, als ob sie bezweifelte, daß er die Wahrheit sage.

    »Was hat Marlborough House damit zu tun?« fragte sie. »Der Kronprinz würde nie etwas gegen mich sagen, das weißt du sehr gut.«

    »Gestern abend beim Dinner fragte mich die Prinzessin recht spitz, wann dein Mann denn wohl nach London zurückkehre«, antwortete der Marquis.

    Daisy verstummte darauf.

    Sie wußte genau, daß es gesellschaftlich verheerend wäre, sich die Prinzessin zur Feindin zu machen; sie hielt es zwar für unwahrscheinlich, daß die schöne Alexandra ihre erklärte Feindin werden würde, doch sie war auch nie so freundlich zu ihr gewesen, wie Daisy sich das gewünscht hätte.

    Als wüßte er, daß er in einem wichtigen Punkt gesiegt habe, sagte der Marquis ruhig: »Ich möchte dir danken, Daisy, für das Glück, das du mir geschenkt hast; ich hoffe daher, wir werden immer Freunde bleiben.«

    Noch während er sprach, spürte er, daß sich seine Worte übertrieben anhörten, doch er konnte nicht anders.

    In Wahrheit ging es ihm nicht so sehr um Daisys Ruf wie vielmehr um die Tatsache, daß sie ihn nicht mehr so fesselte wie am Anfang.

    Er konnte nicht verstehen, warum sich bereits nach sehr kurzer Zeit jede Frau, für die er sich interessierte, in ihren Reden nur noch zu wiederholen schien, bis er jedes Wort, das über ihre Lippen kommen würde, schon vorher kannte.

    Er wünschte sich keine allzu gescheite Frau - Gott behüte -, denn nichts brachte ihn mehr auf als Blaustrümpfe.

    Daisy konnte zwar seinen Körper in Flammen setzen, doch gleichzeitig ärgerte seinen Verstand die Banalität dessen, was sie sagte, auch wenn diese Worte aus einem Mund mit zwei üppig geschwungenen Lippen kamen.

    »Hol’s der Teufel«, hatte er zu Harry gesagt, und zwar nicht nur einmal, sondern

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