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Das Gluck hat deine Augen
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Über dieses E-Book

Linda Selwyn muss Geld verdienen, um ihrer Mutter die Medikamente zu kaufen, die sie braucht. Da sie eine talentierte Stickerin ist, beantwortet sie die Anzeige einer Adligen, deren Tapisserien restauriert werden müssen. Im reich ausgestatteten Herrenhaus Kelvedon trifft sie bei ihrer Ankunft auf die verwitwete Hausherrin, die mit einem viel jüngeren Mann ein Verhältnis hat, der sich heimlich an Linda heran macht. Als ihr Sohn, der junge Graf, aus dem Ausland zurück kehrt, findet sich Linda plötzlich im Auge des Sturm wieder.
SpracheDeutsch
HerausgeberBarbara Cartland Ebooks ltd
Erscheinungsdatum14. Apr. 2021
ISBN9781782138211
Das Gluck hat deine Augen
Autor

Barbara Cartland

Barbara Cartland war die produktivste Schriftstellerin der Welt. Sie schrieb zu Lebzeiten 723 Bücher, von denen nicht weniger als 644 Liebesromane waren, die sich weltweit über eine Milliarde Mal verkauften und in 36 Sprachen übersetzt wurden. Neben Liebesromanen schrieb sie außerdem historische Biografien, Theaterstücke und Ratgeber. Ihr erstes Buch schrieb sie im Alter von 21 Jahren – es wurde auf Anhieb ein Bestseller. Ihr letztes Buch schrieb sie im Alter von 97 Jahren und es trug den vielleicht prophetischen Titel »Der Weg zum Himmel«. Zwischen den 1970er und 1990er Jahren wurde Barbara Cartland dank zahlreicher Fernsehauftritte und ihrer Beziehung mit der jungen Lady Diana zu einer Medienikone, doch ihr großes Vermächtnis werden ihre vielen inspirierenden Liebesromane bleiben. Barbara Cartlands offizielle Website: www.barbaracartland.com Bei dotbooks erscheinen von Barbara Cartland mehrere historische Liebesromane in der der HIGHLAND SKY-Reihe sowie in der REGENCY SCANDALS-Serie und Exotikromane in der Reihe TRÄUME UNTER FERNER SONNE.

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    Buchvorschau

    Das Gluck hat deine Augen - Barbara Cartland

    Das Glück hat deine Augen

    Barbara Cartland

    Barbara Cartland E-Books Ltd.

    Vorliegende Ausgabe ©2016

    Copyright Cartland Promotions 1985

    Gestaltung M-Y Books

    www.m-ybooks.co.uk

    Das Glück hat deine Augen

    „Der Brief ist da, Mama."

    „Welcher Brief, Linda?" fragte Lady Selwyn und versuchte sich im Bett aufzurichten. Als ihr das nicht gelang, eilte die Tochter zu ihr, schob sie sanft aber energisch höher und schüttelte ihr die Kissen zurecht.

    „Die Antwort auf mein Schreiben! Du erinnerst dich noch daran, daß wir gemeinsam die Zeitungsanzeige studiert haben."

    „Schickt man dir die Arbeit her?"

    „Nein, Mama, darüber wollte ich gerade mit dir sprechen."

    Lady Selwyn schlang die Hände ineinander, so, als wenn sie sich gegen den kommenden Schlag wappnen wollte. Ihre Tochter zog sich einen Stuhl heran und setzte sich neben das Bett.

    „Bitte, Mama, reg’ dich nicht auf, bevor du alles gehört hast. Du weißt so gut wie ich, daß ich Geld verdienen muß, wenn wir nicht verhungern wollen. Obwohl ihre Tochter lächelte, um ihren Worten den Stachel zu nehmen, lief Lady Selwyn ein kle}iner Schauer über den Rücken, so daß das Mädchen schnell fortfuhr. „Hier bietet sich mir eine einmalige Gelegenheit, unsere Mittel aufzubessern, und außerdem werde ich nicht lange fortbleiben.

    „Fortbleiben", wiederholte Lady Selwyn leise, als ob nur dieses eine Wort in ihrem Kopf Eingang gefunden hätte.

    Linda öffnete hastig den Brief, den sie in der Hand gehalten hatte, und begann laut zu lesen.

    „Kelvedon House, Derbyshire, 19. Mai 1898

    In Beantwortung Ihres Schreibens vom 15. dieses Monats teile ich Ihnen mit, daß die Witwe des Grafen von Kelvedon Sie so bald wie möglich hier erwartet, um die Stickereien in Augenschein zu nehmen, die der Instandsetzung bedürfen.

    Wenn das im Rahmen Ihrer Fähigkeiten liegt, woran nach dem von Ihnen übersandten Muster kaum ein Zweifel besteht, ist es Myladys Wunsch, daß Sie sofort mit der Arbeit beginnen.

    Unsere nächste Eisenbahnstation ist Derby.

    Teilen Sie uns bitte mit, mit welchem Zug Sie

    dort eintreffen, damit wir Sie abholen

    lassen können.

    Hochachtungsvoll, James Lanceworth, Sekretär."

    Als Linda mit ihrer melodischen Stimme den Brief beendet hatte, blickte sie ihre Mutter fragend an.

    „Wie du siehst, soll ich im Hause der Gräfin von Kelvedon arbeiten, was deinen Sinn für Respektabilität doch wohl befriedigen müßte."

    „Man wird dich wie einen gewöhnlichen Dienstboten behandeln", wandte Lady Selwyn ein.

    „Das glaube ich nicht, Mama, vermutlich werde ich in der Rangordnung mit einer Gouvernante gleichgestellt sein. Daher werde ich auch mit den eleganten und gefährlichen Herren gar nicht in Berührung kommen, die du im Geist hinter jeder Ecke auf der Lauer liegen siehst. Mit einem kleinen Lachen fügte sie hinzu. „Wenn ich mir deine Ängste und Sorgen um meine Person zu Herzen nehmen würde, müßte ich schrecklich eingebildet werden.

    Dabei hatte Linda allen Grund zur Einbildung, wenn es auch nur ihre Mutter war, die ihr Komplimente zollte. Sie war von außergewöhnlichem Liebreiz, sie hatte große Augen in einem kleinen, ovalen Gesicht und Haare von der Farbe reifen Korns. Ihre Gestalt war zierlich und anmutig, und ihre schlanken Finger ließen, wie auch der Ausdruck ihrer Augen, auf eine sensible Natur schließen. Tatsächlich begegnete sie den Menschen ihrer Umgebung mit viel Einfühlungsvermögen und Güte, wobei ihre Kontakte zur Außenwelt nur sehr geringfügig waren.

    Seit zwei Jahren widmete sich Linda der Pflege ihrer kranken Mutter und verließ nur noch selten den Garten ihres kleinen Hauses. Da sie in einem abgelegenen Winkel von Huntingdonshire wohnten, empfingen sie nur wenige Besucher aus der Nachbarschaft, besonders seit Lady Selwyn ans Bett gefesselt war. Obwohl die Frau des Vikars und ein paar alte Damen aus dem Dorf gelegentlich vorbeischauten, vergingen manchmal Wochen, ohne daß Lady Selwyn und Linda ein fremdes Gesicht zu sehen bekamen.

    Linda beklagte sich nicht über ihr Schicksal. Sie liebte ihre Mutter von ganzem Herzen und war tief bekümmert, daß diese immer zerbrechlicher wurde und nur noch ausgesuchte Speisen ihren Appetit anregten, die sie sich nicht leisten konnten.

    Vor zwei Wochen hatte sie energisch erklärt, etwas unternehmen zu wollen. Lady Selwyns entsetzte Einwände, daß ihre Tochter doch unmöglich Geld verdienen könne, wischte sie zur Seite.

    „Es gibt keine andere Alternative, Mama, sagte sie. „Wir können zwar das Haus zum Verkauf anbieten, aber ich bezweifle, daß jemand es haben will. Vor kurzem stand ein Artikel in der Zeitung, daß zur Zeit viele Häuser billig zu haben sind.

    Als Lady Selwyn nichts antwortete, fuhr Linda fort. „Außerdem wäre uns mit dem Verkauf des Hauses nicht geholfen. Es ist nicht das Haus, das unsere Mittel auffrißt, sondern das, was wir essen."

    „Was ich esse, verbesserte ihre Mutter kläglich. „Muß ich denn wirklich so viele Hühner, Eier und Sahne zu mir nehmen?

    „Der Doktor hat es angeordnet, außerdem kannst du von dem bißchen Gemüse aus unserem Garten nicht leben. Natürlich könnten wir den alten Hodges entlassen, setzte sie hinzu, „aber niemand sonst würde ihn anstellen. Nanny bekommt ihren Lohn sowieso nur in unregelmäßigen Abständen.

    „Ohne Nanny können wir gar nicht auskommen", warf ihre Mutter hastig ein.

    „Dann mußt du dich damit abfinden, daß ich mir eine Arbeit suche, obwohl das nicht leicht sein dürfte, da ich nichts gelernt habe", entgegnete Linda.

    Es war Nanny gewesen, die dieses Problem gelöst hatte, sie hatte auf Lindas außergewöhnliche Handarbeitskenntnisse hingewiesen.

    „Wenn ich seidene Unterwäsche oder Taschentücher besticke, kann ich sie vielleicht an ein Geschäft verkaufen", bemerkte die Tochter.

    Ihre Mutter bemerkte empört: „Willst du vielleicht von Laden zu Laden gehen, um deine Sachen anzubieten? Nicht einmal den Gedanken daran kann ich ertragen."

    „Mir schwebt etwas anderes vor, erklärte Nanny. „In den großen und vornehmen Häusern müßte es doch Damen und Herren geben, die ihre Wandteppiche und Gobelins repariert haben wollen. Erinnern Sie sich nur daran, wie vollendet Ihnen das bei dem Wandbild aus dem Nachlaß Ihrer Großmutter gelungen ist, Miss Linda.

    Linda betrachtete nachdenklich das aus Seide und Metallfäden gefertigte Kunstwerk, das aus dem siebzehnten Jahrhundert stammte, und das sie unter den Sachen gefunden hatte, die man nach dem Tode ihrer Großmutter auf dem Dachboden verstaut hatte.

    Lady Selwyn war vor ihrer Krankheit eine geschickte Stickerin gewesen und hatte die von ihrer Mutter, einer Halbfranzösin, erlernte Kunst an ihre Tochter weitergegeben. Inzwischen hatte Linda ihre Kunstfertigkeit so vervollständigt, daß sie ihre Mutter darin weit übertraf. Sie saß oft viele Stunden über einer Arbeit und entwarf Muster für Taschentücher oder Kissensitze, die einer Erneuerung bedurften.

    Wieder war es Nanny, die vorgeschlagen hatte, die Times zu studieren, und wirklich fand sich darin eine Anzeige, die vielversprechend klang.

    ,Dame von Adel sucht eine erfahrene und tüchtige Stickerin, die in der Lage ist, alte und sehr kostbare Bettvorhänge zu reparieren. Bewerbungen werden an das Sekretariat von Kelvedon House, Derbyshire, erbeten"

    „Das würde bedeuten, daß du nach Derbyshire fahren müßtest", rief Lady Selwyn, als Linda ihr die Anzeige vorlas.

    „Ich weiß, Mama, aber andererseits wird diese Arbeit sicher gut bezahlt. Die Vorhänge dürften aus dem sechzehnten oder siebzehnten Jahrhundert stammen, und Stickereien aus dieser Zeit beherrsche ich besonders gut."

    „Warum können die Leute die Vorhänge nicht herschicken?"

    „Weil sie erstens sehr wertvoll und zweitens sehr unhandlich sind, erwiderte die Tochter. „Warum sollten sie sich dieser Mühe unterziehen, wenn sie mit Sicherheit jemand finden, der zu ihnen kommt. Übrigens würde ich Kelvedon House gern sehen.

    „Hast du schon davon gehört?" fragte ihre Mutter.

    „Mir schwebt vage vor, daß ich ein Bild davon gesehen habe, vielleicht in einer Ausgabe der „Illustrated London News, die Papa aufgehoben hat. Ich werde nachsehen, ob ich etwas darüber finden kann.

    „Tu das, Liebling, sagte ihre Mutter, „obwohl ich keineswegs entschlossen bin, dich gehen zu lassen.

    Linda umschloß die kalten Finger ihrer Mutter mit beiden Händen.

     „Glaubst du wirklich, daß ich dich allein lassen würde, wenn es nicht unumgänglich wäre?"

    „Sind wir wirklich mit unseren Mitteln völlig am Ende?" fragte Lady Selwyn mit unsicherer Stimme.

    „So ziemlich, und es vergehen noch zwei weitere Jahre, bevor wir über deine Pension frei verfügen können."

    Die beiden Frauen versanken in nachdenkliches Schweigen. Sie konnten sich nur zu deutlich an den Schock erinnern, mit dem sie nach Geralds Tod die Höhe seiner Schulden zur Kenntnis genommen hatten.

    Gerald, Lindas um sechs Jahre älterer Bruder war vor drei Jahren bei einem Scharmützel mit Eingeborenen an der Nordwestgrenze Indiens ums Leben gekommen. Als Lady Selwyn die Nachricht von seinem Tod erhalten hatte, war etwas in ihrem Inneren gestorben. Von diesem Augenblick an hatte sie aufgehört, gegen ihre Krankheit anzukämpfen.

    Sie hatte ihren Sohn angebetet. Obwohl sie Linda herzlich zugetan war, war es Gerald, der ihre Augen zum Leuchten gebracht hatte. Sein Dasein war ihr nach dem Tod ihres Mannes Trost und Halt gewesen.

    Ihre Pension hätte genügt, um ihr ein bequemes Leben zu ermöglichen. Es hätte genügt, um Linda mit der Garderobe auszustatten, die für eine Saison in London unerläßlich war. Nach Geralds Tod stellte sich heraus, daß er nicht nur hoch verschuldet war – wie die meisten Offiziere in Indien hatte er über seine Verhältnisse gelebt – sondern auch noch die Bürgschaft für einen Kameraden übernommen hatte, der in Schwierigkeiten steckte. Wie das Schicksal manchmal so spielt, war dieser in der gleichen Woche wie Gerald bei einem besonderen Einsatz in Kalkutta an der Cholera gestorben.

    Der Schuldschein, für den Gerald gebürgt, aber nie erwartet hatte, ihn bezahlen zu müssen, wurde nun seiner Mutter präsentiert. Lady Selwyn konnte ihn, wie auch die anderen Schulden ihres Sohnes nur begleichen, in dem sie für fünf Jahre drei Viertel ihrer Pension belieh.

    Der Rest ließ ihr und Linda gerade genug, um in ihrem Haus leben und den Lohn des alten Hodges, der im Garten arbeitete, und Nannys, die im Haus aushalf, zu bezahlen. Es bedeutete aber auch, daß es für Linda weder neue Kleider, noch die von ihrer Mutter nach dem achtzehnten Geburtstag geplante Londoner Saison geben konnte. Als Lady Selwyns Gesundheit sich dann zusehends verschlechterte, was Arzneien und eine besondere Ernährung nötig machte, langte das Geld an allen Ecken und Enden nicht mehr.

    Das Wissen um ihre finanzielle Misere verlieh Linda die Stärke, zu sagen: „Ich werde nach Kelvedon fahren, Mama, aber du brauchst dir keine Sorgen zu machen. Ich werde schnell arbeiten und mit Goldstücken beladen zurückkommen, bevor du meine Abwesenheit recht bemerkt hast."

    Trotzdem bedurfte es ihrer ganzen Überzeugungskraft, ehe Lady Selwyn einsah, daß es keinen anderen Weg gab.

    Schließlich schrieb Linda an Mr. James Lanceworth, daß sie am Mittwoch, dem 30. Mai, um fünf Uhr in Derby ankäme.

    Als sie für die Reise ein Kleid aus blauem Batist und ein Cape in der gleichen Farbe, beides war selbst geschneidert, angezogen hatte, vermochte Lady Selwyn ihre Besorgnis nicht zu verhehlen.

    „Du solltest wirklich nicht allein reisen, Linda. Wenn ich mir vorstelle, was geschieht, wenn dich ein Mann mit unerwünschten Aufmerksamkeiten belästigt, habe ich keine ruhige Minute."

    „Ich werde in dem für Damen reservierten Abteil reisen, und die Herren in Kelvedon House dürften zu hochmütig sein, einer untergeordneten kleinen Stickerin auch nur einen Blick zu schenken", versuchte das Mädchen ihre Mutter zu beruhigen.

    „Ich habe genügend Geschichten von Gouvernanten gehört, die in den Häusern ihrer Arbeitgeber belästigt wurden, sagte Lady Selwyn leise. „Versprich mir, daß du jede Nacht dein Schlafzimmer sorgfältig abschließen wirst.

    „Aber selbstverständlich, Mama, und wenn es dich beruhigt, werde ich

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