Schreibgut ist Treibgut in Corona-Zeiten 2020
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Über dieses E-Book
Sein zu üben - Aufschreiben, was sie bewegt und in ihrem Leben bewegte. "Danke Danke Herrgott für die Kraft, die Du mir immer noch gibst!" Gemäß ihres Lebensmotto: "Herz öffnen, Verstand ein-schalten - auf Dich achten und ebenso die Mitmenschen schützen."
Elisabeth Lücking-Salim
Elisabeth Lücking-Salim, 1952 geboren in Ostwestfalen-Lippe, ist in ihrem Leben voll engagiert, zunächst als Pfarrjugendleiterin, später als Bildungspädagogin für Unicef und Ehrenpräsidentin des Weltkindertag Hannover e.V., den sie vor 40 Jahre ins Leben gerufen hat. Bis zu ihrer schweren Erkrankung an Multipler Sklerose war sie als Diplom-Pädagogin tätig. Die Autorin wohnt mit ihrem Mann Mahmud aus Eritrea und dem gemeinsamen Sohn David-Johannes in Hannover.
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Buchvorschau
Schreibgut ist Treibgut in Corona-Zeiten 2020 - Elisabeth Lücking-Salim
INHALTSVERZEICHNIS
Vorwort von David Salim
„Schreibgut ist wie Treibgut in Corona-Zeiten" Frühjahr 2020
Fastenzeit-Zeit der Reflexion
Mai 2020 – Pfingsten steht vor der Tür
Sehnsuchtsorte- Mahmuds langer Lebensweg 1950-2020
An meinen lieben Sohn – Christi Himmelfahrt – Mai 2020
Die Küchenschlacht
Meine liebe Angela (25. Mai, Mahmuds Geburtstag)
Impressionen zu Corona-Zeiten
Ein Lied auf die Loggia – Juni 2020
Eine Geburtstagsode an Gabi und Detlev
Danke an Beatrix und Reinhard – Mai 2020
Dankesgedicht an Elisabeth aus Äthiopien – Mai 2020
Jasmin – die Blumenbringerin – Mai 2020
Aufräumen in Haus und Terrasse Mai 2020
Die Puppenkiste im Zwist! Mai 2020
Veränderung im Schwung – David und Maraike – Juni 2020
Geburtstag – Monika – 29.Mai 2020
Querida Isabel – Pfingsten 2020
Der Anruf aus den USA – 27.Mai 2020
Für Elke – 26. Mai 2020
In der Zahlenbäckerei – für Madita
Hans - ganz einfach „Der kann‘s"- Mai 2020
Die blaue Hortensie – Mai 2020
Die Puppe verlor ihren Schuh – Mai 2020
Ode an Christa und Fridolin – 27. Mai 2020
Ode an die Freundin Beatrix
Ode an Mahmud zum 70. Geburtstag 25.Mai 2020
Vom „alt sein und „älter werden
Für Uschi – 60. Geburtstag im Mai 2020
Weltkindertags-Erinnerungen – Juni 2020
Ode an Angela
„Die Sinnsuche liegt im Glück"
Ode an Christa in Gütersloh
Ode an unsere Klosterfrauen in Hannover - Misburg
Ode an die Cella St. Benedikt in der Voßstraße
Adios liebe Doris – zum Tode von Doris – Mai 2020
Kaffeegenuss (27.06.2020) (www.roastmarket.de; email: service@roastmarket.de;)
Corona-Zeiten – Hausbesuch vom Arzt – 29.06.2020
Heiße Tage – Corona 2020 im Juni
Ode an den Künstler Jose – Telefonat am 06.07.2020 mit seiner Witwe
Corona – Wuhan - neue Infektionen – 21.6.2020
Für Angela
Zum Namensfest von Johannes – 24. Juni 2020
Lieber Hans, ja der kann’s! Juni 2020
Ode an Nieheim – meine Heimat – Juli 2020
Ode an Jasmin, die Blumenfrau – Juli 2020
Von mir
Sonntags mit Bingo in Coronazeiten – Brunnenbau in Zula und Afta
Frühlingsbilder mit Beatrix – 09.Juli 2020
Für Gabi – 70. Geburtstag am 17. Juli 2020
„Eine Tür schließt sich, eine andere öffnet sich"
Lieber Eusebio
Manfred aus dem Sauerland
Ereignisse von Samstagabend 18. Juli 2020
Es gibt auch „fröhliche Erlebnisse" in der Corona-Zeit – 21. Juli 2020
Samstag, 25. Juli 2020
Meine Freundin seit 2001/2002 - Eva aus Bayern
19. November 2020 - Meine liebe Maria
„Ein Ende der Texte!"
Vorwort von David Salim
Es ist Sonntag. Sowieso ein besonderer Tag im Leben meiner Mutter, einer tiefgläubigen Christin, die diesen nicht als Tag der Ruhe, sondern als Tag der Erinnerung und Besinnung sieht.
Die Erinnerung an alle jene Menschen, denen es schlechter geht als uns, und jenen, die uns lieb waren und von uns gegangen sind. Die Besinnung auf Ihre unzerbrechliche Überzeugung, dass Ihre Freude und das Wohl der Familie mit unserem Glauben an Gott verbunden ist.
Der heutige Sonntag, der 20.09.20, ist dennoch besonders passend, um mich an das Aufwachsen unter der Obhut von Elisabeth Lücking-Salim, meiner Mutter, zu erinnern. Mich darauf zu besinnen, was ich aus meinem Heranwachsen mitgenommen habe, wie mich meine Mutter geprägt und was jeder Mensch wissen sollte, bevor er die Zeilen in diesem Werk, von und über das Leben von Elisabeth Lücking-Salim, Mutter, Ehefrau, Christin, Pädagogin und Menschenfreundin lesen wird.
Der 20.09 ist der offizielle, internationale Weltkindertag und ein Datum, das für unsere Familie, seit ich denken kann, „schon immer eine besondere Bedeutung hat. Der Weltkindertagsverein Hannover, den meine Mutter gegründet hat, den ich nun seit einigen Jahren als Vorsitzender leite und den es in verschiedenen Organisationsformen gibt, feiert in diesem Jahr sein 40-jähriges Jubiläum.
Ein einfaches Konzept, das Kinder sofort verstehen und dass im Kern eine Idee transportiert, die eigentlich jeder Mensch unterstützen können sollte: „Wir wandern für den Andern!" (Kinder, bis einschließlich 14 Jahre, sammeln Spenden für Kinder, denen es nicht so gut geht und zum Dank organisiert der Verein, gemeinsamer mit einer jährlich-wechselnden Patenschule, ein großes Fest, mit vielen Mitmachaktionen und erlebnispädagogischen Angeboten.)
Durch die besonderen Umstände der Corona-Krise musste das Fest in diesem Jahr, zum Jubiläum, abgesagt werden. Gepaart mit der eingeschränkten Bewegungsfreiheit, als Risikopatientin mit Multipler Sklerose, ist der Jubiläumstag kein guter Tag für unsere Familie, besonders für meine Mutter. Doch einfach hatte Sie es nie!
Wenn ich an mein Aufwachsen zurückdenke, die Erinnerungen aus Kindestagen, dann ist meine Mutter omnipräsent. Sie war überall dabei, ob in Kindergarten, Grund- oder weiterführender Schule. Meine Mutter war in jedem Gremium, das Eltern zur institutionellen Mitgestaltung nutzen konnten.
Gab es Probleme in der Klasse, unter Schüler*innen oder mit den Lehrkräften. Sie nahm den Hörer in die Hand und sprach die Dinge an, die viele lieber ruhen gelassen hätten. Einnehmend, oftmals aneckend und fordernd, aber immer herzlich und mit guten Absichten. Für mich war dies meistens hilfreich, sicherlich auch in vielen Angelegenheiten, in denen ich es nicht mitbekommen habe. Im Kern ging es Ihr zumeist darum, den Kindern, der Klassengemeinschaft und den Lehrer*innen alles zu ermöglichen, um das Beste aus sich herauszuholen. Daraus ergaben sich aber, so mein Empfinden damals, auch viele unangenehme Momente und gefühlte Vertrauensbrüche, denn sobald Sie sich etwas in den Kopf gesetzt hatte, gab es keine andere Option in Ihren Augen, auch wenn diese vielleicht eine bessere Lösung für das jeweilige Problem gewesen wäre.
Mein Vater hatte sich in diesem Thema stets rausgehalten, erschien es ihm doch oft lapidar, mit welchen Dingen wir uns beschäftigten, hatte er in vergleichbarem Alter Munitionslager aufgefüllt und unaussprechbare Dinge tun müssen, im Kampf um die Freiheit Eritreas. Ob ich Klavier oder Gitarre anfangen sollte, schien in diesem Kontext als eine eher banale Frage, deren Beantwortung für ihn nur dahingehend eine Bedeutung hatte, dass er meine Mutter unterstützte, ob intern, gegen meinen „Kindskopf" oder extern, gegen Lehrer*innen, Trainer*innen oder andere Personen, die unseren Lebensweg kreuzten. Erst vor kurzem hatte ich mit meinem Vater darüber gesprochen, dass er mich zwar durchgängig kritisiert aber gleichzeitig nicht ein einziges Mal irgendeiner Autoritätsperson, die mir vorgeworfen hatte, meist zurecht, dieses oder jenes getan zu haben, zustimmte. Für ihn war diese Art der familiären Solidarität unzerbrechlich. Freunde kommen und gehen. Familie bleibt!
Diese Art meiner Mutter war für mich immer ein großes Problem, weil Sie immer davon ausging, dass andere Menschen mehr geben konnten, als Sie taten und ich mehr Unterstützung verdient hätte als andere, auch wenn ich mich selbst als privilegiert empfand, abgesehen von den schäbigen Autos, mit denen mich meine Eltern zur Schule brachten. Jetzt sehe ich es anders, denn die „Loser-Eltern", die ihre Kinder mit dem geleasten Mercedes zur Schule brachten, werden in der Regel nichts hinterlassen, außer die Kosten der eigenen Beerdigung.
Warum es meinen Eltern egal war, dass sie keine dicken Autos fuhren, ein „dickes Fell" hatten und sich von niemanden etwas gefallen ließen, wurde mir erst mit der Zeit klar. Als kleiner Junge versteht man nicht, was es für eine Christin vom Lande, aus einer großen Bauernfamilie bedeutet, in den 80er Jahren einen schwarzafrikanischen Kriegsflüchtling zu
