Über dieses E-Book
Dort machen sie die Bekanntschaft einer unheimlichen Schamanin, die ihnen eine nahezu unmögliche Aufgabe gibt.
Sil´ir kann nicht ahnen, dass diese Aufgabe seine weitere Zukunft entscheidend beeinflussen wird.
Stefan Dolezal
Stefan Dolezal, geboren in Hamburg ist seit vielen Jahren ein leidenschaftlicher Pen and Paper - Rollenspieler. Irgenwann kam die Idee, die Abenteuer in Buchform zu bringen. Darauf folgte die Entscheidung, diese allen zur Verfügung zu stellen, die Interesse an Fantasy-Geschichten haben.
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Buchvorschau
Elfenchronik - Stefan Dolezal
Inhaltsverzeichnis
Prolog
Delavar
Überleben
Aufbruch
Delavar
Gejagt
Delavar
Seeungeheuer
Delavar
Im Lager der Menschen
Rettung
Delavar
Heerlager
Gefechte
Pläne
Delavar
Oberork
Gefangene
Zu den Menschen
Banditen
Rageshear
Dathodar
Neue Ziele
Epilog
Handelnde Personen
Prolog
Finsternis …
Langsam taste ich mich durch die absolute Schwärze, die mich umgibt. Die Arme halte ich ausgestreckt nach vorne. Seit unendlicher Zeit schon wandere ich durch das Nichts. Wände oder andere Hindernisse habe ich noch nicht finden können. Ich habe auch nicht danach gesucht, was sollte hier schon sein?
Vielleicht sollte ich stehenbleiben, mal eine andere Richtung versuchen. Ich entscheide mich dagegen. Ich bin seit Ewigkeiten auf dieser Wanderschaft. Warum sollte ich nun etwas anders machen? Vielleicht bin ich dem Ausgang ja schon nahe, und wenn ich nun abbiege, entferne ich mich von ihm?
„Um einen Ausgang aus dieser Hölle zu finden", antwortet eine leise Stimme auf meine unausgesprochene Frage, die ich gerade zum ersten Mal höre.
Erschrocken und ein wenig erstaunt schaue ich mich um. Natürlich sehe ich nichts, denn es ist noch immer absolut dunkel. Auch das Nachtsehvermögen, das meinem Volk eigen ist, hilft hier nicht.
„Wer ist da?", frage ich in die Schwärze hinein. Seltsam, meine Stimme klingt genauso wie die von dem Fremden. Etwas kratzig und als ob sie lange nicht benutzt wurde.
Ich schüttele den Kopf, nehme meine Wanderung wieder auf und habe die Stimme schon fast wieder vergessen.
„Hast du gar keinen Hunger?" Wieder diese Stimme, die der meinen so gleicht.
Hunger? Wieso sollte ich Hunger haben? Ich benötige doch keine Nahrung. Hier gibt es außerdem gar keine und es würde mich nur von meiner Wanderung abhalten. Wenn ich meine Zeit mit essen vergeude, komme ich niemals an das Ende des Weges.
Die Stimme schweigt. Eigentlich schade, ich könnte einen Begleiter brauchen. Es ist doch ganz schön einsam hier. Nach einiger Zeit wage ich die Frage: „Bist du noch da?" Meine Stimme verhallt in der Unendlichkeit. Keine Antwort.
Schulterzuckend gehe ich weiter. Erschrocken fahre ich zusammen, als die Stimme das nächste Mal zu hören ist. „Du solltest eine Pause machen. Du musst müde sein und benötigst deine Kräfte noch!"
Wieder bleibe ich stehen. Müde? Bin ich jemals müde gewesen? Ich kann mich nicht entsinnen, aber die Idee, auszuruhen, hat etwas Verlockendes. Ich lege mich hin und schaue in die Schwärze über mir. Sie unterscheidet sich nicht im Geringsten von der, die sich auch in alle anderen Richtungen erstreckt. Ich schließe versuchsweise die Augen.
Wie schläft man? Ich weiß es nicht. Eine Weile liege ich so da und lasse die Zeit verstreichen.
Was macht es schon, ob ich hier ein paar Augenblicke liegenbleibe oder mich sofort wieder auf meine Wanderung begebe? Ich bin mir auch gar nicht sicher, ob meine Wanderung überhaupt ein Ende haben kann.
Es war schon immer so. Ich gehe voran, gleich, auf was ich mich zubewege. Das Gehen, das ist wichtig.
„Dein Ziel ist das Leben, das Licht." Wieder die Stimme.
Ich antworte ihr: „Zeige mir, wo ich das finde." Jetzt erkenne ich, dass die fremde Stimme meine eigene ist. Ich rede mit mir selbst.
Das wäre grundsätzlich ja gar nicht so schlimm, wenn nicht die eine Seite in mir anscheinend genau wüsste, wohin ich unterwegs bin, während die andere Seite nur dumpf durch die Finsternis stapft.
„Gut, sage ich entschieden zu mir, „dann suchen wir das Licht. Ich hoffe, du kennst den Weg, denn mir ist er unbekannt.
„Aber ja, du musst nur meiner Führung vertrauen."
Ein wenig seltsam komme ich mir vor. Ich stelle mir selbst Fragen und bin von den Antworten, die ich mir gebe, überrascht.
Irgendetwas in meinem Geist sagt mir, dass ich meine eigenen Antworten kennen müsste, sobald ich die Frage stelle.
Aber wenn mein zweites Ich weiß, wohin die Reise geht, dann will ich ihm folgen und mir zu einem anderen Zeitpunkt Gedanken darüber machen. Schlimmer, als Ewigkeiten durch die Finsternis zu laufen, kann es nicht sein. „Dann führe mich."
Ich teile mir mit, dass ich mich nun erst einmal ausruhen muss. Ich lege mich also hin und tatsächlich gelingt es mir, einzuschlafen.
Ich habe mich geirrt, es kann doch schlimmer kommen. Als ich erwache, dringt gleißende Helligkeit durch meine Augenlider. Nicht nur, dass der Boden, auf dem ich liege, glühend heiß ist und mir die Haut verbrennt. Mit geschlossenen Augen stehe ich rasch auf. An den Füßen spüre ich die Hitze nicht so gnadenlos, aber trotzdem noch deutlich. Langsam und vorsichtig öffne ich die Augen. Zuerst kann ich nichts erkennen. Meine Augen, die nur die Dunkelheit kannten, tränen protestierend und das Licht schießt stechende Schmerzen in meinen Kopf. Dann, ganz allmählich, klärt sich mein Blick. Die totale Finsternis ist einer hellen Steinwüste gewichen. Eine goldene Kugel schwebt über mir und scheint für diese Hitze verantwortlich zu sein.
„Das ist die Sonne!" Aha, mein anderes Ich scheint zu wissen, wo wir uns befinden.
Es ist ein beruhigender Gedanke, dass zumindest einer von uns weiß, was zu tun ist. Ich lasse den Blick über meine Umgebung schweifen.
Ich stehe inmitten einer glühend heißen Steinwüste und sehe in allen Richtungen nichts anderes als Stein. Nun gut. Ich bin in der Finsternis gewandert, dann gehe ich nun eben in dieser Helligkeit. Zumindest kann ich nun sehen, wohin ich gehe. Ich entscheide, dass dies eine Verbesserung der Situation ist. So nehme ich meine Wanderung wieder auf. Nach einer Weile regt sich ein unbekanntes Gefühl in mir. Ich kann es nicht einordnen, aber es ist nicht angenehm.
„Du hast Durst."
Also habe ich Durst, was auch immer das bedeutet. Das Gefühl behagt mir nicht, ich bin sicher, in der Dunkelheit hatte ich das nicht.
„Du musst Wasser finden, wenn du überleben willst."
Wasser? Kurz durchzuckt mich eine Erinnerung. Klares Wasser, das in einem munteren Bach unter zahlreichen Bäumen entlang fließt. Bäume? Ich bin auch schon einmal zwischen Bäumen gewandert.
Ich bin nicht sicher, was diese Bäume sind und wo sie stehen, aber anscheinend bin ich doch nicht in dieser Finsternis geboren und war auch schon einmal woanders. Diese Erinnerung verschwimmt genauso schnell, wie sie gekommen ist. Mit gleichbleibender Geschwindigkeit setze ich meine Wanderung fort. Immer einen Fuß vor den anderen.
„Wasser, du brauchst Wasser!"
Ich habe vielleicht gut reden. Wo soll ich denn hier Wasser herbekommen? Ich sage mir ganz deutlich, dass ich mich schon dahin führen muss, denn ich kenne mich in diesem Land nicht aus. Aber ich schweige.
Der Durst nimmt zu und wird mit der Zeit quälend. Mit meiner Zunge fahre ich über meine Lippen. Aufgesprungen und rissig fühlen sie sich an. Schließlich muss ich stehenbleiben. Ich drehe mich um mich selbst, kann aber kein Wasser sehen. Das wundert mich nicht wirklich, denn bei der Hitze würde es ja auch sofort verdunsten. Das Wasser versteckt sich sicherlich unter dem Sand.
Ich will gerade anfangen, danach zu graben, als ich mir sage, dass ich töricht bin. So tief, wie sich das Wasser befindet, kann ich nicht graben. Also lasse ich es sein. Ich will gerade weitergehen, als ich aus den Augenwinkeln einen Schatten sehe.
Zu meiner Rechten kann ich in der Ferne ein paar Schemen erkennen. Sie sehen so ähnlich aus wie die Bäume aus meiner Erinnerung.
Ohne es zu merken, nehme ich meine Wanderung wieder auf. Dieses Mal in Richtung der vermeintlichen Bäume. Erinnerungsfetzen treiben in meinem Hirn herum. Ich kann Bäume sehen. Aber auch Felsen, jedoch nicht so heiße wie hier. Dunkle Gänge und blühende Wiesen wechseln sich ab. Ich sehe mich selbst, mit einem Schwert in der Hand. Bin ich ein Krieger?
Die Sonne fordert nun ihren Tribut. Ich bin kaum noch in der Lage, weiterzugehen. Meine Lippen sind aufgeplatzt und auch meine Hände sind rau und vollkommen ausgetrocknet. Der Sand unter meinen Füßen glüht vor Hitze. Obwohl ich Schuhe anhabe – ich weiß nicht, wo die herkommen –, fühlen sich meine Füße an, als würden sie gekocht werden. Eine Pause kommt mir wie eine gute Idee vor.
„Nein, geh weiter, du hast es bald geschafft. Wenn du dich jetzt niedersetzt, stirbst du!"
Die Stimme spricht recht eindringlich zu mir und ich höre auf mich. Schließlich will ich nicht sterben, was auch immer das ist. Es hört sich nicht sehr erstrebenswert an. Also schleppe ich mich weiter.
Ich laufe schon seit Ewigkeiten in dieser glühenden Wüste. Schwach glaube ich, mich zu erinnern, dass ich zuvor woanders gewesen bin. Ich weiß nur nicht genau wo, aber ich glaube, dort war es nicht so heiß. Vielleicht kann ich, nachdem ich das Wasser erreicht habe, ja dorthin zurückkehren. Eine Unendlichkeit später – ich bin versucht, meine mahnende Stimme zu ignorieren und auszuprobieren, was dieses Sterben überhaupt ist –, stehe ich vor einem Baum.
Verwundert sehe ich ihn an. Dahinter stehen weitere Bäume und auch der Boden ist ein anderer. Hier wächst Gras. Ich gehe zwischen den Bäumen hindurch. Sofort lässt die Hitze ein wenig nach. Sie ist noch vorhanden, aber erträglicher.
Nach wenigen Schritten stehe ich vor einer kleinen Wasserfläche. Wieder durchzucken mich Erinnerungen. Frisches, kühles Wasser, das meine Kehle herunterrinnt. Ich sehe mich selbst, wie ich in einem dunklen See bade. Vorsichtig nähere ich mich dem Wasser. Auf seinem Grund liegen Steine und es sieht sauber und klar aus. Vorsichtig schöpfe ich mit meinen rissigen Händen das Nass und trinke einen Schluck. Es schmeckt köstlich und ich trinke in kleinen Schlucken mehr davon. Nachdem mein Durst gelöscht ist, entledige ich mich meiner Kleidung und steige vorsichtig hinein.
Das Wasser ist im Vergleich zur Luft eiskalt. Mir stockt der Atem und mir wird schwindlig. Als der Schwindel vorüber ist, tauche ich den Kopf unter.
Das eisige Nass hat eine interessante Auswirkung auf meinen Körper. Vorher schien er nur funktioniert zu haben. Nun spüre ich das Leben in meinen Gliedern. Laut jauchzend komme ich wieder an die Oberfläche. Ich bleibe noch eine Weile im Wasser, dann wird es Zeit, dass ich mich wieder anziehe. Meine Kleidung ist allerdings weg und durch andere ersetzt worden. Ich schaue mich um, aber ich bin weiterhin allein. Säuberlich zusammengelegt liegt ein ledernes Wams samt Hose und Stiefel im Sand. Quer darüber sehe ich ein Schwert.
Bin ich also doch ein Krieger!? Vorsichtig hebe ich es auf.
Als ich es aus der Scheide ziehe, überfällt mich die Erinnerung an mein vorheriges Leben wie eine Lawine.
Milaileé, Nubnus, Nubgar, Delavar, Elfen und Zwerge. Ich bin ein Elf, ich bin ein Krieger. Milaileé ist gestorben, ebenso wie Nubnus und noch jemand, dessen Name mir nicht einfällt.
Mir wird wieder schwindlig, ich kippe nach hinten und eine beruhigende Schwärze umfängt mich.
Finsternis …
Delavar
Die Sonne ist noch nicht aufgegangen, als Delavar die Zwergenfeste durch die Tür in der Klamm verlässt. Man hat ihn mit warmer Kleidung und ausreichend Proviant ausgestattet, dass er sich in den nächsten Tagen nicht um die Jagd kümmern muss. Er verfällt in einen schnellen Schritt, etwas mehr als schnelles Gehen, aber noch kein Laufen. Dieses Tempo kann er den ganzen Tag durchhalten, wenn es sein muss. Er möchte die Klamm so schnell wie möglich hinter sich lassen. Der Weg von der Zwergenfestung zurück in die Heimat ist lang und gefährlich genug.
Bewusst hat er auf Begleiter verzichtet. Dagan, der Kommandant der Zwergenfeste, hat angeboten, ihm ein paar Krieger zur Unterstützung mitzugeben, doch Delavar hat dies dankend abgelehnt. Auf dem Weg zur Zwergenfeste war das Land der Goblins nahezu verwaist und er rechnet nicht damit, dass sich dies groß geändert hat. Außerdem ist er alleine schneller und kann eventuelle Gefahren leichter umgehen als mit einem Haufen polternder Zwerge. Es gilt, so schnell wie möglich den Hohen Rat über die Situation in Kenntnis zu setzen. Und selbst Informationen zu beschaffen, die Licht in die Dunkelheit der Geschichte bringen können.
Wer sind diese Schattenelfen, die in dem Gebirge im Norden, noch nördlicher als das Land der Orks, leben? Wieso weiß niemand von ihnen? Der Hohe Rat muss reagieren, er kann es diesmal nicht aussitzen.
Delavars Gedanken schweifen zu seinen Gefährten Sil’ir und Milaileé ab, die sich zu dieser Stunde in den Norden begeben, um dort etwas über diesen unbekannten Elfenstamm zu erfahren. Vielleicht können sie ja mit den Elfen in Kontakt kommen und erfahren, was dort vor sich geht.
Ohne es wirklich zu merken, hat er die Klamm verlassen und steht vor dem bekannten Waldstück, in dem er und seine Kameraden den Winter in einem provisorischen Lager verbracht haben. Er beschließt, hier kurz zu rasten und ein wenig zu essen.
Bald ist er wieder unterwegs, dieses Mal ein wenig langsamer. Er hat sich das ehemalige Fort der Goblins als Ziel gewählt. Wenn er schon hier ist, kann er genauso gut nachsehen, ob die Kreaturen sich weiterhin in dieser Gegend aufhalten oder ob sie sich wie vermutet nach Norden zu den Orks verzogen haben. Als er dort ankommt, findet er nur die Überreste des von den Zwergen dem Erdboden gleichgemachten Forts.
Er läuft weiter bis zum Einbruch der Nacht. Am nächsten Morgen bricht er noch vor Sonnenaufgang auf und verfällt wieder in den steten Trab.
Die nächsten Tage ist er allein in der leeren Landschaft unterwegs. Die Goblins sind tatsächlich nicht wieder zurückgekehrt. Dieser Umstand macht Delavar die Reise leicht und er hat keine Schwierigkeiten, sich genügend Nahrung zu beschaffen, als seine Vorräte aufgebraucht sind. Nach Tagen des einsamen Laufens ändert sich die Landschaft allmählich. Er hat die Grenzregion erreicht und schlägt den Weg zur Westfeste ein.
Als die Festung sich am Horizont abzeichnet, kann Delavar schon erkennen, dass sich etwas geändert hat. Schon von Weitem kann er die Posten auf den Mauern sehen, die bestimmt zweimal so viele Mann stark sind wie zuvor. Langsam nähert er sich und wird von den vier Wachposten am Eingang freudig begrüßt.
„Sieh an, wenn das nicht Delavar ist, der nach Hause kommt. Sei willkommen!" Der Sprecher ist in Lederrüstung gekleidet, hat sein Schwert umgegürtet und hält in der rechten Hand einen Speer, den er nun beiseite legt, um Delavar herzlich zu umarmen. „Ich freue mich, dich wiederzusehen. Wo sind Milaileé und Sil’ir?
Ihnen ist doch hoffentlich nichts passiert?"
Delavar befreit sich aus der Umarmung. „Nein, bei den beiden ist alles in Ordnung. Ich bin auf dem Weg zum Hohen Rat, um Erkundigungen einzuholen.
Ich dachte, ich kann auf dem Weg hier Halt machen, mich stärken und mir die neuesten Informationen erzählen lassen."
„Da gibt es in der Tat einiges zu berichten. Folge mir, ich bringe dich zu Kildare. Sie müsste mit ihren täglichen Besprechungen fertig sein und wird sich freuen, dich zu sehen."
Der Elf führt Delavar in die Feste und sie gehen den altbekannten Weg zu dem Haupthaus hinauf. Schon auf den ersten Blick ist zu erkennen, dass sich auch hier einiges geändert hat. Die beim Kampf mit den Goblins zerstörten Gebäude sind wieder aufgebaut worden und scheinen auch vollständig bewohnt zu sein. Aus den sonst so ruhigen Ställen hört man die Geräusche zahlreicher Pferde, auch die Wohnhäuser für die Krieger scheinen bis auf den letzten Platz belegt zu sein. Außerdem sieht Delavar überall Elfen, die trainieren. Alle Trainingsplätze sind besetzt und auch dazwischen wird mit dem Schwert geübt.
„Na, hier ist ja was los. Das habe ich etwas beschaulicher in Erinnerung."
Delavar freut sich zwar über die Betriebsamkeit auf der Feste, jedoch dämpft der Grund dafür seine Begeisterung erheblich.
„Ja, wir sind bis auf den letzten Platz belegt. Aber wir werden nicht mehr lange hier sein. Ich denke, dass wir in den nächsten Wochen nach Norden ziehen werden.
Auch wenn wir noch keine gesicherten Erkenntnisse haben, so sind wir doch sicher, dass die Goblins sich nach Norden davon gemacht haben. Wir glauben, dass wir von dort eine viel größere Bedrohung zu erwarten haben. Der Elf zuckt mit den Schultern. „Uns einfachen Kriegern sagt ja niemand etwas und wir müssen uns das meiste aus den Bruchstücken, die man uns hinwirft, zusammenreimen.
Bei diesen Worten erreichen sie das Haupthaus und der Elf lässt Delavar im Vorzimmer alleine, da er wieder auf seinen Posten zurück muss.
Nach einer Weile öffnet ein schmaler, etwas zu klein geratener Elf Delavar die Tür und bittet ihn herein. Das Zimmer sieht immer noch genau so aus, wie er es in Erinnerung hat. Ein kleiner, fensterloser Raum mit einem großen Schreibtisch in der Mitte. Zahlreiche Öllaternen erhellen den Raum. Die Türen zu beiden Seiten des Tisches sind verschlossen. Die oberste Grenzwächterin, Kildare, sitzt hinter dem Schreibtisch und notiert etwas in ein dickes Buch.
Im Gegensatz zu dem Raum hat die Bewohnerin sich durchaus verändert, was Delavar einen kleinen Schreck einjagt. Sie sieht irgendwie älter aus. Das ist zwar an sich nichts Ungewöhnliches, auch für Elfen nicht, jedoch sieht sie deutlich älter als ihre vierhundert Jahre aus. Sorgenfalten durchziehen ihr Gesicht und ihre Haut zeigt, dass sie sich in der letzten Zeit zu viel in geschlossenen Räumen aufgehalten hat.
„Delavar, ich freue mich, dich gesund und munter zu sehen. Kildare steht auf und kommt um den Schreibtisch herum. „Ich bin gespannt, was du mir von eurer Reise berichten kannst, aber ich möchte dich um ein wenig Geduld bitten. Ich halte es hier in diesem Raum nicht mehr aus. Lass uns an die frische Luft gehen. Dort wird man uns etwas zu trinken und eine kleine Stärkung bringen. Dann werde ich dir zuhören. Komm.
Sie verlässt die Wachstube und schreitet mit schnellen Schritten in Richtung Ausgang. Delavar beeilt sich, ihr zu folgen. Er sagt nichts, sondern wartet geduldig, bis sie sich für einen Platz entschieden hat. Beide setzen sich unter eine alte Eiche, die das Feuer der Schlacht wie durch ein Wunder überlebt hat, und warten darauf, dass Kildares Sekretär etwas zu essen und zu trinken bringt.
Als
