Zeit der ersten Liebe: Zu einer neuen Ursprünglichkeit nach Kinderglauben und Glaubenskrise
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Über dieses E-Book
In 43 kurzen Artikeln geht Hans-Joachim Eckstein auf Kernthemen des christlichen Glaubens ein und beleuchtet sie von überraschenden Blickwinkeln und theologisch tiefgründig.
Hans-Joachim Eckstein
Prof. Dr. Hans-Joachim Eckstein (Jg. 1950) aus Tübingen ist Professor für Neues Testament. Vor 2001 lehrte er an der Universität Heidelberg, bis 2016 als Ordinarius an der Universität Tübingen. Vielen ist er durch seine eindrücklichen Vorträge und Predigten sowie durch seine zahlreichen Veröffentlichungen und Gemeindelieder bekannt. Seine Bücher, die zu einem befreienden und lebensbejahenden Glauben einladen, sprechen durch ihren persönlichen und sprachlich gewinnenden Stil an. Ob in Universitäts- oder Gemeindeveranstaltungen, ob in Sachbüchern oder in lyrischer und meditativer Literatur, Hans-Joachim Eckstein gelingt immer wieder der Brückenschlag zwi-schen Glauben und Denken, zwischen Universität und Kirche, zwischen Landeskirchen, Freikirchen und Gemeinschaften. Gerade mit seinen lyrischen und aphoristischen Texten spricht er zugleich auch viele Menschen an, die sich dem Glauben gegenüber bisher eher distanziert empfanden. Für seine pädagogischen und didaktischen Fähigkeiten erhielt er vom Land Baden-Württemberg den Landeslehrpreis. Für seine besondere Basis- und Gemeindenähe in Lehre, Publikationen und Beratung sowie für sein Brückenbauen zwischen wissenschaftlicher Theologie und Gemeindeglauben erhielt er den Sexauer Gemeindepreis für Theologie. Für "herausragende Verdienste in Kirche und Theologie" erhielt er mit der Brenz-Medaille in Silber die höchste Auszeichnung der Evang. Landeskirche in Württemberg. www.ecksteinproduction.com
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Buchvorschau
Zeit der ersten Liebe - Hans-Joachim Eckstein
Hans-Joachim Eckstein
Zeit der ersten Liebe
Zu einer neuen Ursprünglichkeit
nach Kinderglauben und Glaubenskrise
SCM VerlagSCM | zentrierenDer SCM Verlag ist ein Imprint der SCM Verlagsgruppe, die zur Stiftung Christliche Medien gehört, einer gemeinnützigen Stiftung, die sich für die Förderung und Verbreitung christlicher Bücher, Zeitschriften, Filme und Musik einsetzt.
Prof. Dr. Hans-Joachim Eckstein ist Theologe, Referent und Autor, Poet und Liedkomponist, www.ecksteinproduction.com
ISBN 978-3-7751-6070-4 (E-Book)
ISBN 978-3-7751-6019-3 (lieferbare Buchausgabe)
Datenkonvertierung E-Book: CPI books GmbH, Leck
8., neu bearbeitete und stark erweiterte Auflage 2020 von »Glaube, der erwachsen wird«, zuvor erschienen unter der ISBN 978-3-7751-3836-9
© Copyright 2020: Hans-Joachim Eckstein
Verlagsrecht dieser Ausgabe:
SCM Verlag in der SCM Verlagsgruppe GmbH
Max-Eyth-Str. 41 · 71088 Holzgerlingen
Internet: www.scm-verlag.de · E-Mail: info@scm-verlag.de
Die Bibelstellen wurden eigenständig übersetzt, wo möglich, in Anlehnung an die Lutherbibel, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart, zitiert.
Umschlaggestaltung: SCM Verlagsgruppe GmbH, Holzgerlingen
Satz: typoscript GmbH, Walddorfhäslach
INHALT
Vorwort
Erfreuliche Nachricht – traurige Hörer?
Isoliert vom Leben
Das Wort vom Kreuz
Wer wird versöhnt?
Sühne als geschenktes Leben
Nachdenkenswert
In Christus
Voraussetzungslos und bedingungslos
Umsonst – das heißt im Glauben
Im Wir leben
Glauben heißt wissen
Glaubensgewissheit
Sicher – oder »nur gewiss«?
Wie kann man sich denn auf den Richter freuen?
Wenn Gott für uns ist
Abba, lieber Vater!
Als Töchter und Söhne Gottes
Die Grenzen des Vergleichs
Die Liebe ist nicht ohne Wahrheit
Ehrfurcht oder Angst?
Furcht ist nicht in der Liebe
Die Liebe der Beschenkten
Sein wie Gott
Im Gewand der Frömmigkeit
Von Christus her verstehen
Sündigen auf Lateinisch
Zurückfinden
Das anschauliche Ebenbild des unsichtbaren Gottes
Gottes Ebenbild oder Abbild?
Selbstverleugnung oder Selbstverwirklichung?
Leben oder Sterben?
Selbstmitteilung Gottes
Mitteilungsgeschehen
Wir teilen uns durch Worte mit
Beten um seinetwillen
Gemeinschaft als Ganzheit
Ideal oder Wirklichkeit?
Als Teil des Ganzen
Wirklich wesentlich oder nur wichtig?
Siebenundsiebzigmal Unrecht oder Liebe
Von ganzem Herzen
Ich bin nicht der Christus!
Wie ein Tropfen auf den heißen Stein?
Die Stärke der Schwachheit
Meine Gnade reicht für dich aus
Der Autor
Veröffentlichungen von Hans-Joachim Eckstein
[ Zum Inhaltsverzeichnis ]
VORWORT
Die Gedanken des vorliegenden Buches knüpfen an Diskussionen und persönliche Gespräche an, die ich mit jungen Erwachsenen im Zusammenhang mit Vorträgen und Seminaren geführt habe. Darin wurde immer wieder deutlich, wie stark auch das Glaubensverständnis von den Umbrüchen des Erwachsenwerdens – der Loslösung von den Abhängigkeiten der Kindheit und der Entwicklung der Eigenständigkeit – betroffen ist.
Es geht hierbei um die grundsätzliche Frage: Gibt es eine Form des christlichen Glaubens, die sich unter den Voraussetzungen dieser neuen Lebensphase als angemessen und echt erweist? Oder ist jede Art zu glauben zwangsläufig ein unreifes Festhalten am »Kinderglauben«, ein Zurückfallen in die Unmündigkeit? Kann man vernünftig glauben und sich glaubend an der Vernunft orientieren? Also: Was kommt nach dem Kinderglauben?
Die schwerwiegendsten Zweifel befallen häufig gerade diejenigen, die in ihrer Jugend eine religiöse Erziehung und eine feste Einbindung in christliche Kreise erfahren haben. Denn viele von ihnen empfinden ihre christliche Prägung keineswegs als Befähigung und Hilfe für ihr Leben, sondern eher als zusätzliche Belastung. Nachträglich erscheint ihnen die Zeit ihres »engagierten Glaubens« als eine Phase der Ängste, der Zwänge und des ständig schlechten Gewissens.
Andere verbinden mit den Glaubenserfahrungen ihrer Jugend durchaus positive Erinnerungen. Es will ihnen als Erwachsenen aber nicht recht gelingen, an all die Hoffnung und Begeisterung, an das tiefe Vertrauen und ungetrübte Überzeugtsein anzuknüpfen. Der Gedanke an ihre »erste Liebe« macht sie eher verlegen und traurig als zuversichtlich und lebensfroh.
An sie alle, die mit der christlichen Tradition sehr wohl vertraut sind, aber nur schwer einen neuen, von Vorurteilen freien und ungetrübten Zugang zum Glauben finden, wende ich mich mit den folgenden Gedanken zu einer befreienden Lebensentfaltung »im Wir«. Es soll diejenigen anregend und ermutigend begleiten, die sich auf der Suche nach einer neuen Ursprünglichkeit – jenseits von Kinderglauben und Glaubenskrise – befinden.
In den einzelnen Artikeln werden zentrale Begriffe und grundlegende Aussagen des christlichen Glaubens aufgenommen und in Auseinandersetzung mit verbreiteten Missverständnissen entfaltet. Die Einbeziehung zwischenmenschlicher Erfahrungen und sozialpsychologischer Einsichten soll den persönlichen Zugang und die eigene kritische Auseinandersetzung erleichtern.
Bei der Auswahl der Themen wird keine systematische Geschlossenheit oder gar Vollständigkeit angestrebt. Vielmehr sollen das Wesen und die Grundstruktur des Evangeliums – als einer »erfreulichen« und »guten« Nachricht – gerade an den Punkten aufgedeckt werden, die sich in Gesprächen und Diskussionen immer wieder als besonders missverständlich und schwierig erweisen.
Zweifellos wird den Lesern durch die konzentrierte Darstellungsweise und die Fülle der Gedanken viel Aufmerksamkeit abverlangt – weshalb einige sich schon an einen »Kleinen Katechismus« erinnert fühlten. Jedoch bilden die überschriebenen Abschnitte jeweils gedankliche Einheiten, sodass sie durchaus auch einzeln gelesen oder – bei Einbeziehung der biblischen Belege – eingehend erarbeitet werden können. Die Aufteilung in relativ kurze Artikel soll es zudem ermöglichen, die Texte als Grundlage für Gesprächskreise und Diskussionsrunden und als Anregung für Vorträge und Fortbildungen zu verwenden.
Das Buch ist denen gewidmet, die trotz enttäuschender Erfahrungen oder abschreckender Beispiele bereit sind, die Suche nach einem befreienden und lebensbejahenden Glauben neu aufzunehmen. Mögen sie zuletzt zu ihrer »ersten Liebe« finden.
Hans-Joachim Eckstein
[ Zum Inhaltsverzeichnis ]
ERFREULICHE NACHRICHT – TRAURIGE HÖRER?
Das Evangelium von Jesus Christus ist – im wörtlichen Sinne – die »gute Nachricht« Gottes an uns Menschen, dass wir durch seinen Sohn in der Gemeinschaft mit ihm und miteinander leben können. Die traurige Wirklichkeit vieler ist allerdings, dass sie die Nachricht so erfreulich gar nicht finden können. Das liegt nicht etwa daran, dass sie sich noch nicht damit befasst und darauf eingelassen hätten. Vielmehr sind sie schon müde vom unentwegten, aber sie nicht bewegenden Hören.
Nun merken wir uns gegenseitig die Verlegenheit unserer Lage selten an, weil die Verschlossenheit vor Gott und voreinander zu den grundlegenden Problemen unseres Lebens zählt. In aller Regel suchen wir den Schein zu wahren, dass wir als Glaubende die Wirklichkeit des Glaubens auch erfahren.
Wenn aber unser Reden und unser Verhalten nicht mehr wahrhaftiger Ausdruck unseres Glaubens sind, sondern zum Ersatz für das Eigentliche werden, dann befinden wir uns bereits in einem heillosen Kreislauf. Die uneingestandene Enttäuschung über die eigene Situation wird trotz aller guten Vorsätze und festen Absichten nur noch größere Verzweiflung nach sich ziehen.
Die unterdrückte Abneigung gegen Gott und andere Menschen kann durch eine vorgespielte Liebe schließlich zum verzehrenden Hass werden. Der aussichtslose Kampf gegen sich selbst wird gerade die vermeintlich Siegenden zu Verlierern machen. Statt Freude und Lebensmut beherrschen am Ende verkrampfte Anstrengung und Niedergeschlagenheit das Feld.
Für den aber, dessen Glaube so stark von Verdrängung und Zwang bestimmt ist, werden sich selbst die Formulierungen des »Evangeliums« unter der Hand in »Gesetz« verwandeln. Die Rede von Zuneigung und Nähe weckt widersprüchlicher Weise eher Unwillen und Ablehnung. Dann hinterlässt die »erfreuliche Nachricht« paradoxerweise traurige Hörer.
Diesem trostlosen Zustand zwischen Unehrlichkeit und Verzweiflung mag mancher dadurch entkommen, dass er sich von der »Gesetzlichkeit« zu einer eher unverbindlichen und nachlässigen Haltung dem Glauben gegenüber »befreit« und das Problem der ungelösten Fragen einfach ruhen lässt. Doch handelt es sich zweifellos bei beiden Wegen, mit der beängstigenden Verlegenheit fertigzuwerden, um Formen eines – in jeder Hinsicht – unglaubwürdigen Glaubens.
Als »glaub-würdig« kann der Glaube erst erscheinen, wenn es gelingt, eine Verbindlichkeit zu finden, die nicht gesetzlich ist, und eine Freiheit zu entdecken, die nicht unverbindlich ist. Damit aber werden wir bei der Suche nach einem wahrhaftigen Glauben, der eine angemessene Antwort auf die »gute Nachricht« Gottes darstellt, zugleich auf die Frage der Liebe verwiesen. Denn der Raum, in dem es für uns Menschen möglich ist, wirkliche Freiheit und vorbehaltlose Verbindlichkeit harmonisch zu verbinden, ist der Bereich der Liebe.
Nach dieser Liebe, zu der uns der Glaube befähigt, und nach diesem Glauben, der in Gottes Liebe gründet, lohnt es sich unbedingt zu suchen. Es lohnt sich – bei allen leidvollen oder auch oberflächlichen Erfahrungen –, so lange zu suchen, bis wir selbst sehen und begreifen, was dieses Wort von Jesus Christus eigentlich zum Evangelium macht – zur guten und erfreulichen Nachricht Gottes an uns Menschen.
[ Zum Inhaltsverzeichnis ]
ISOLIERT VOM LEBEN
Wenn wir fragen, was einem lebenswerten Glauben und einem glaubwürdigen Leben denn im Wege stehen könnte, wäre die traditionelle Antwort wohl: die Sünde. Aber was ist mit dem Begriff »Sünde« in der biblischen Überlieferung eigentlich gemeint?
Im Allgemeinen pflegt man das als Sünde zu bezeichnen, was zwar verboten, aber ausgesprochen reizvoll und verlockend ist. Vielleicht denkt man auch an die Übertretung eines von Gott gegebenen Gebotes oder bestimmt Sünde als schlechtes und unmoralisches Handeln. In jedem Fall wird damit jedoch nur unzulänglich beschrieben, was aus biblischer Sicht als entscheidendes und ausschlaggebendes Problem des Menschen gilt.
Vorrangig und grundsätzlich ist unter Sünde die Trennung von Gott zu verstehen, die Abwendung des Geschöpfes von seinem Schöpfer, die Absage des Menschen an den ihn liebenden Gott. Damit besteht die Sünde wesentlich in der Isolation des menschlichen »Ich« vom göttlichen »Du«, in der Zurückgezogenheit, die als solche die personale Beziehung – also das »Wir« – zwischen Gott und Mensch ausschließt. Alle weiteren Aspekte der Sünde ergeben sich dann als Entfaltung und Konsequenz dieser Entfremdung und Absonderung des Menschen von Gott. Somit ist Sünde also ursprünglich nicht vorrangig ein moralischer Begriff, sondern ein Seins- und Beziehungsbegriff.
Da Gott als Schöpfer alles Lebenden der Ursprung allen Lebens ist, beraubt der Mensch sich durch die Loslösung von Gott – in letzter Konsequenz – auch seines eigenen Lebens. Das gilt zunächst in dem Sinne, dass jedes menschliche Leben mit dem Sterben endet, aber auch so, dass der Mensch aufgrund seiner Sünde schon im Leben »tot« ist – nämlich ohne eine lebendige Beziehung zu Gott als dem Leben. In diesem Zustand der Trennung von seinem wirklichen Leben verharrt er von sich aus bis zu seinem absoluten und endgültigen
