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Ein echter Traumtyp
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eBook177 Seiten1 Stunde

Ein echter Traumtyp

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Über dieses E-Book

Die schüchterne 15-jährige Aurora ist verwirrt, als sich der Neue aus der Parallelklasse ausgerechnet für sie interessiert. Wie soll sie mit dieser Aufmerksamkeit umgehen? Und was hat es mit der Vertrautheit auf sich, die sie vom ersten Moment an Ciaran gegenüber verspürt?

Während Ciaran zarte Bande zu ihr knüpft, droht sein Geheimnis sie sogleich wieder zu zerreißen.

Eine Geschichte über Träume, Vertrauen und eine außergewöhnliche Liebe für LeserInnen ab 12 Jahre.
SpracheDeutsch
HerausgeberBooks on Demand
Erscheinungsdatum10. Okt. 2019
ISBN9783749498697
Ein echter Traumtyp
Autor

Anja Buchmann

Anja Buchmann *1985. Mit großer Leidenschaft schreibt sie Fantasyromane und Kurzgeschichten. Der Wunsch nach schreiberischer Fortentwicklung lässt sie sich immer wieder an neuen Genres versuchen, auch wenn Fantasy den klaren Schwerpunkt der Arbeit darstellt. Einen Überblick über das gesamte Schaffen bieten anjabuchmann.de sowie facebook/AutorinAnjaBuchmann.

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    Buchvorschau

    Ein echter Traumtyp - Anja Buchmann

    Ein echter Traumtyp

    Ein echter Traumtyp

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    Epilog

    Die Autorin

    Impressum

    Ein echter Traumtyp

    Romantic Fantasy von Anja Buchmann

    1

    Montag

    »Kann ich mal bitte! He, lasst mich durch!« Als der Pulk der Schüler nicht reagierte, nahm Helene die Arme zur Hilfe und drängelte sich durch die Menge. Aurora beeilte sich, der schwarzgewandeten Gestalt der Freundin zu folgen. Dabei hätte sie zu gerne gewusst, was den Auflauf im Schulflur verursacht hatte. Als sie einige Mädchen aus ihrer Klasse in der Meute entdeckte, legte sie ihre Neugierde sofort in Ketten. So spannend war es sicher nicht. Sie zog den Kopf ein und eilte in Richtung Klassenzimmer. Aurora war stets darauf bedacht, als Erste den Raum zu betreten. Sie hasste es, wenn sie eintrat und dabei angestarrt wurde. Heute war ihr das besonders wichtig, denn nach den Ferien empfand sie das erneute Aufeinandertreffen mit alten Feinden und all jenen, denen sie bestenfalls egal war, als besonders belastend. Die Erholung der Sommerferien wäre sofort verpufft, sobald die erste dumme Bemerkung in ihre Richtung flöge. Als sie neben Helene in der Bank saß, fühlte sie sich gleich viel wohler. Sie gestattete sich, in den Erinnerungen an die wundervollen sechs Sommerwochen zu schwelgen. Vier davon hatte sie bei ihren Großeltern im Mecklenburgischen verbracht. Obgleich das Dorf, in dem die Eltern ihres Vaters lebten, noch weniger zu bieten hatte als die heimatliche Kleinstadt, genoss sie Besuche dort stets in vollen Zügen. Keine nervigen Brüder, keine Eltern, keine Schule, nur Bücher, Ruhe und Omas gute Küche. Herrlich. Wobei die Woche Mallorca mit ihren Eltern zu Ferienbeginn auch schön gewesen war, lediglich ein bisschen heiß für ihren Geschmack.

    »Hast du gesehen, was da los war?« Helene riss sie aus ihren Gedanken.

    »Nein. Ist auch egal.« Die versammelten Schülerinnen – Schüler waren, soweit ich es gesehen habe, keine darunter – waren zu ruhig gewesen, als dass sie sich um ein neues Lästeropfer geschart haben könnten. Bestimmt trägt eines der Mädels einen ultrakurzen Rock oder eine neue teure Handtasche. Aurora hatte nie verstanden, warum solchen Banalitäten irgendeine Bedeutung zukam. Wahrscheinlich war dies mit ein Grund für ihre Beliebtheit.

    Eindeutig zu viel Aufmerksamkeit. Warum nur hatte die Co‑Rektorin ausgerechnet diese schwatzhafte Göre Lydia – oder hieß die Blonde mit dem D-Körbchen Lisa? – mit der Schulführung betraut? Ciaran hätte sich lieber in Ruhe umgesehen, statt gleich mit der gesamten Clique seiner zukünftigen Klassenkameradin konfrontiert zu werden. Er zwang sich zu einem Lächeln und dazu, jedes der Mädchen zu betrachten. Keine von ihnen war es wert, dass er sich ihren Namen merkte. Ciaran verspürte eine gewisse Enttäuschung. Dabei war es dafür noch viel zu früh. Geduld gehörte nicht zu seinen hervorstechenden Eigenschaften. Und was die Sache betraf, die ihn hierher geführt hatte, so war sie für ihn von solch enormer Wichtigkeit, dass ihm die Nerven zum Abwarten gänzlich abgingen. Das Wort überlebenswichtig war ihm im Zusammenhang mit dieser Angelegenheit ebenso in den Sinn gekommen wie Besessenheit.

    Lydia zupfte am Ärmel seiner Lederjacke. »Wir müssen in die Klasse.« Schon zog sie ihn hinter sich her. Ciaran gelang es erst kurz vor dem Klassenzimmer, ihre lackierten Nägel aus dem knautschigen Material zu lösen. Wenn diese dumme Kuh mein Lieblingskleidungsstück ruiniert hat …

    Neben ihm plapperte Lydia munter auf ihn ein. Er hörte nicht zu, ignorierte den Hofstaat der offenbar unumschränkten Königin der zehnten Klassen, welcher ihnen noch immer folgte. »Nach den Ferien gibt es keinen festen Sitzplan. Du könntest dich also neben mich setzen.« Lydia klimperte mit den übermäßig getuschten Wimpern, die an Fliegenbeine erinnerten.

    Jetzt sah er sich zu einer Antwort genötigt. »Danke, ich sitze lieber alleine.«

    Ein verächtliches Schnauben folgte ihm auf seinem Weg in die letzte Reihe. Er ließ seinen Rucksack auf den Nachbarstuhl fallen.

    Eine hagere Frau um die vierzig betrat den Raum und mit dem Stundenklingeln ebbte der Lärm allmählich ab.

    »Wie ich höre, haben wir einen neuen Schüler.« Die Stimme der Lehrkraft war melodiös und wohlklingend. Ciaran wusste so etwas sehr zu schätzen. Er liebte Dinge, die schön und harmonisch waren. Und jene, die nur abstoßend und totales Chaos waren, nicht minder. Nichts war öder als nichtssagende Mittelmäßigkeit. Wobei es gerade die unaufgeregte Durchschnittlichkeit war, um die Ciaran bisweilen rang. Allerdings nur im Bezug auf sein gesellschaftliches Leben, nicht in seinem wirklichen.

    Die bebrillten Augen der Lehrkraft schweiften durch den Raum, blieben an ihm hängen. »Du musst Ciaran sein. Ich bin Frau Dorn, deine Klassenlehrerin. Möchtest du nicht nach vorne kommen und dich kurz vorstellen?«

    Mochte er nicht, aber das war nicht von Belang. Er erhob sich von seinem Stuhl und ging in Richtung Tafel, sich der ihm folgenden Blicke bewusst. Als er zu sprechen begann, zwang er sich, in die Klasse und nicht auf die Spitzen seiner schwarzen Sneaker zu schauen. Der grüngraue Plastikboden, der trotz des dezenten Geruchs von Scheuermittel, der von ihm aufstieg, nicht sauber wirkte, machte ihm das Aufschauen leichter. »Mein Name ist Ciaran. Ich bin im Sommer hierher gezogen.« Er war mitnichten schüchtern, doch solche Situationen hasste er wie die Pest. Er hatte das zu oft durchmachen müssen. Ständig war er »der Neue«. He, vielleicht sollte ich meinen Namen entsprechend ändern. Bei dem Gedanken musste er kurz lächeln.

    Alle schauten ihn an. Einen Augenblick war es still, bevor Frau Dorn der allgemeinen Erwartung, das möge noch nicht alles gewesen sein, Ausdruck verlieh. »Wo hast du davor gelebt? Vielleicht kannst du uns ein bisschen was über deine Familie erzählen. Hast du Geschwister?«

    »Nein.« Die Antwort bezog sich nicht auf seine Geschwister, sondern vielmehr auf seinen Unwillen, weiter über sein Leben zu berichten. »Vorher habe ich lange im Ausland gelebt«, rang er sich einen weiteren Satz ab. Er sah Interesse in den Augen seiner Mitschüler aufflackern. Mist, das war eindeutig die falsche Antwort. Sie zöge nur noch mehr Fragen nach sich.

    Er war Frau Dorn dankbar, als sie ihn erlöste. »Danke Ciaran, du kannst dich wieder setzen. Herzlich willkommen in der 10 b. Ich hoffe, du lebst dich hier schnell ein. Sollte es irgendwelche Probleme geben, kannst du jederzeit zu mir kommen.«

    »Danke, ich werde es mir merken«, erwiderte er auf das nette Angebot einer anscheinend wohlmeinenden Person, auf das er nicht zurückkäme. Bei den Sorgen, die ihn umtrieben, war eine Außenstehende definitiv die falsche Ansprechpartnerin. Aber das konnte sie nicht wissen. Für Frau Dorn war er nur ein normaler Fünfzehnjähriger. Ciaran würde alles daran setzen, dass diese Illusion Bestand hatte. Er erwiderte ihr aufmunterndes Lächeln, bevor er sich erleichtert auf seinen Platz fallen ließ. Zumindest für den Rest der Schulstunde hätte er seine Ruhe.

    2

    Vollkommene Dunkelheit umschloss sie. Einen ruhigen Atemzug später lichtete sich die Schwärze. Sie trat hinaus in einen Garten. Überbordendes Grün hieß sie willkommen. Äste mit zartgrünen Blattspitzen beugten sich zu ihr hinab, strichen durch das lange blonde Haar, welches wie ein seidener Wasserfall über ihren Rücken und ihre Schultern floss. Die Luft war angefüllt mit dem Gesang zahlloser Vögel und dem Wispern der Pflanzen im lauen Wind. Ein himmlischer Ort, wie geschaffen, um Kraft zu sammeln für neue Kämpfe. Sie löste den Waffengurt, welcher um ihre Hüften geschlungen war.

    Die Sonne wärmte das schwarze Leder ihres hautengen Kampfanzugs. Sie setzte sich in das weiche Gras, zog die klobigen Stiefel aus, öffnete die obersten Knöpfe ihres Oberteils, damit die Sonnenstrahlen nicht nur die nackten Arme, sondern ebenso das ansehnliche Dekolleté streicheln konnten. Dann streckte sie sich aus, schloss ihre von dramatisch langen Wimpern umrahmten Augen. Bunte Lichter tanzten hinter ihren Lidern, während ihr Atem ruhig und gleichmäßig ein- und ausströmte. Ihre Gedanken wanderten zurück zu den prunkvollen Kuppeln und Türmen von Königsburg, die im Schein der aufgehenden Sonne glänzten. Sie hatte ihnen nur kurz ihre Aufmerksamkeit geschenkt, war im Geiste schon bei ihrem bevorstehenden Besuch bei Hofe gewesen. Nichtsdestotrotz hatte sich das Bild eingebrannt, ließ sie Ehrfurcht empfinden vor den Erbauern dieser großartigen Gebäude. Ohnehin schien ihr alles in der Stadt der Könige von so erlesener Schönheit, dass sie sich deplatziert vorkam. Die Menschen, die durch die breiten, sauberen Pflasterstraßen flanierten, waren sämtlich schön und groß, die bunten Gewänder schwangen bei jeder eleganten Bewegung. Und erst die Prinzessin. Das elfengleiche Wesen hatte sie regelrecht geblendet und das nicht nur wegen der Edelsteine, die zu Hunderten auf das elfenbeinfarbene Kleid aufgenäht waren. Der Anblick hatte ihr nicht nur die Sprache, sondern fast den Atem verschlagen. Als sie wieder halbwegs klar denken konnte, war die Verleihungszeremonie vorbei und die Prinzessin schwebte aus dem Saal.

    Ihre Hand tastete nach dem Orden, der vom engen Leder an die zarte Haut ihres Busens gedrückt wurde. Die seidene Schnur war so fein, dass sie nicht zu spüren war. Es war nur ein Stück Metall, wahrscheinlich nicht einmal genug wert, um eines der einfachsten Kleider zu erstehen, die sie in der Königsstadt gesehen hatte. Dennoch bedeutete es ihr etwas. Endlich eine Anerkennung für die vielen Kämpfe, die sie ausgefochten, für die vielen Monster, die sie erschlagen hatte. Nun durfte sie sich Heldin des Reiches nennen, war zur Bürgerin von Königsburg ernannt worden. Sie als einer dieser schönen, perfekten Menschen …

    Ein Kitzeln im Gesicht weckte sie. Ein Schatten lag auf ihr. Mit geschlossenen Augen streckte sie den rechten Arm aus, tastete nach ihrem Waffengurt, packte den Schwertgriff, zog daran. Die Waffe rührte sich nicht, steckte fest. Der Schreckensmoment fand durch ein wohltönendes Lachen ein rasches Ende.

    Lächelnd öffnete sie die Augen. Schön wie immer stand ER da, die Sandale auf der Schneide ihres Schwertes.

    »Du sollst dich nicht anschleichen!«

    »Ich habe mich nicht angeschlichen. Du hast tief und fest geschlafen«, erwiderte er auf ihren Tadel.

    Er gab ihr Schwert frei und sie führte einen halbherzigen Schwung in Richtung seines nackten Beines aus. Sie hätte ihn nicht getroffen, selbst wenn er nicht flink und kraftvoll nach hinten gesprungen wäre. »Zu langsam«, feixte er.

    Sie nahm es ihm nicht übel. Ganz im Gegenteil. Diese Neckereien gehörten dazu, waren Teil der Dynamik ihrer Beziehung.

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