Die Farben des Schweigens: Eine Spurensuche
Von Martin Thull
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Die Farben des Schweigens - Martin Thull
Martin Thull
Die Farben des Schweigens
Eine Spurensuche
Vier-Türme-Verlag
Bibliographische Information der Deutschen Nationalbibliothek
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliographie. Detaillierte bibliographische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.
© Vier-Türme GmbH, Verlag, Münsterschwarzach 2014
Alle Rechte vorbehalten
Lektorat: Marlene Fritsch
Gestaltung: Dr. Matthias E. Gahr
Umschlagfoto: Kudrin Ruslan / Fotolia.com
ISBN 978-3-89680-597-3 (print)
ISBN 978-3-89680-985-8 (epub)
www.vier-tuerme-verlag.de
I N H A L T
Still werden
Einleitung
Eine Form der Kommunikation
Eine Kulturtechnik
Nur im Zusammenhang zu verstehen
Ordnung muss sein
Juristische Regeln
Zur Verschwiegenheit verpflichtet
Schweigen brechen
Schweigen pflegen
Statt reden
Schweigen als Meinungsäußerung
Schweigespirale
Schweigen als Ventil
Eine Schweigeminute stürmt die Charts
Wozu reden?!
Männer schweigen über Gefühle
Schweigen paarweise
Das freundschaftliche Schweigen
Insgesamt und überall
Schweigen im Kriminalromanen
Ein Tonband »beschweigen«
Schweigen in Filmen
Schweigen bleibt in Erinnerung
Vergangenheitsbewältigung
Schweigen im Fahrstuhl und im Wartezimmer
Schweigen in der Erziehung
»Schweigen ist Schutz«
Nicht allein
Vom zarten Pastell zum groben Schwarz
Inseln im Lärm
Geschwister
Das Echo des Schweigens
Auf die Stille hören
Ein Dreiklang
Schweigen - Die Mutter aller Tugenden
Handschrift der Seele
Kollektives Schweigen
Das Schweigen durchbrechen
Hundert Jahre in Frieden leben
Es sollte nicht einmal schwerfallen
Schweigegebot und Schweigegelübde
Buddhistische Schweigemeditation
Schweigen und Speisen
Noah schweigt, Jesus auch
»Vor der Gemeinde nicht reden«
Angemessene Schweigeräume
Äußeres und inneres Schweigen
Schweigen kann mehrdimensional sein
Wortfasten
Schlussbemerkung
Quellen
still leben
still leben oder lieber laut
von allem sprechen oder besser schweigen
geräuschvoll schwatzen stöhnen schimpfen
oder nur atmen
aufmerksam ein und aus und wieder ein und wieder aus
ich möchte an das schweigen glauben
laut oder leise schweigen als beredtes idiom
leicht zu verstehn mit sieben sinnen
als medizin nichts weiter nur der duft
von an der sonne getrockneter baumwollwäsche
durch tätige stille gesunden
beim sammeln der bucheckernhülsen
hunderte tausende hunderttausende
braun trocken stachlige blüten
für das lachende prasselnde fauchende feuer
im ofen
Marianne Troll
Einleitung
Aus dem Schweigen entsteht alles, was lebt und dauert.
Besitzt man diese schweigende Stille in sich,
kann man dem äußeren Lärm mit Gleichmut begegnen.
Yehudi Menuhin (1916–1999)
»Reden ist Silber, Schweigen ist Gold« – eine überlieferte Lebensweisheit seit Generationen. Und einmal abgesehen davon, ob sie dem Vergleich mit der Entwicklung der Edelmetallbörsen standhält – ist diese geronnene Erfahrung unserer Vorfahren tatsächlich belastbar? Muss es nicht umgekehrt heißen: »Reden ist Gold, Schweigen aber nur Silber«? Wenn es etwa gilt, Zeugnis abzulegen, für eine Überzeugung einzutreten oder ein Handeln zu rechtfertigen. Mit Schweigen ist dies unmöglich. Da muss geredet werden, laut oder leise, eben der Gelegenheit angemessen. Sachlich und unterkühlt oder mit Emotionen, je nachdem. Wie sollte das Schweigen weiterhelfen, wenn ich den Partner von einer Entscheidung überzeugen will? Wenn die Kollegen einem bestimmten Weg folgen sollen?
Und dann bedeutet diese Redewendung auch noch: Gold und Silber sollen Gegensätze ausdrücken. Wie Schwarz und Weiß. Wie Hell und Dunkel. Wie Heiß und Kalt. Wie Feuer und Wasser. Aber ist Schweigen wirklich so einfach zu beschreiben? Gibt es nicht Schattierungen? Vermischungen? Einem Anlass entsprechend, einer Person angemessen, einem Raum angepasst?
Begeben wir uns also auf eine Spurensuche. Machen wir uns auf den Weg zu einer Erkundungsreise.
Sammeln wir Indizien, Beispiele aus dem Alltag, der Wissenschaft, der Literatur, aus vielen Bereichen. Durchaus nicht systematisch, sondern zuweilen willkürlich und zufällig. Ergebnisse wochenlanger Zeitungs- und Ferienlektüre, von Radio- und Fernsehkonsum. Nicht als fertiges Konzept, sondern als Anregung, selbst weiter auf Spurensuche zu gehen nach den »Farben des Schweigens«.
Wir werden schnell feststellen, dass das Schweigen zu unserem Alltag gehört, fast so wie Essen und Trinken, wie Ein- und Ausatmen, aber eben auch zuweilen etwas Besonderes ist.
Eine Form der Kommunikation
Es ist inzwischen eine Binsenweisheit, dass auch Schweigen eine Form menschlicher Kommunikation ist. Der Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawik hat es mit Kollegen auf die eingängige Formel gebracht: »Man kann nicht nicht kommunizieren.« Deshalb ist Schweigen eine ganz besondere Form der Kommunikation, eine, die Akzente setzen kann. So wie die Pause in einem Musikstück eine Spannung erzeugt, so kann Schweigen Achtung und Missachtung ausdrücken, Respekt oder Abscheu bedeuten.
Im Onlinelexikon Wikipedia finden wir diese Definition: »Schweigen ist eine Form der nonverbalen Kommunikation, bei der nicht gesprochen wird und bei der auch keine Laute erzeugt werden.« Im Allgemeinen könnten trotz des Schweigens bestimmte Informationen mitgeteilt und Bedeutungen gezeigt werden. Eine besondere Verbreitung habe das Schweigen in den Religionen und Rechtssystemen sowie in der Spiritualität. Schweigen als ein bewusster kommunikativer Akt setze die Fähigkeit zum Sprechen voraus. Und weil Schweigen nicht so eindeutig in seiner Aussage definiert werden könne, sei es deshalb oft vieldeutig.
Eine Kulturtechnik
»Man braucht zwei Jahre, um sprechen zu können, und fünfzig, um schweigen zu
