Tool Box: Das beinahe ultimative Universal-Handbuch für Führungskräfte
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Über dieses E-Book
Es holt seine Relevanz aus der Erfahrung der realen Coaching-Praxis mit mehr als 3000 Führungskräften.
Es vermittelt ausnahmslos alltagserprobte Erkenntnisse eines zertifizierten Wirtschafts-Coachs, der selbst viele Jahre Führungskraft war.
Hannes Sonnberger
Hannes Sonnberger, Jahrgang 1958, hat in Wien Politikwissenschaft und Publizistik studiert. Nach 20 Jahren als Führungskraft in der Werbung arbeitet er seit 2005 als zertifizierter Wirtschafts-Coach und betreut Führungskräfte in Deutschland und Österreich. Bisherige Veröffentlichungen: Toolbox - das beinahe ultimative Universal-Handbuch für Führungskräfte, 2016 ROT. Aus dem politischen Herzen. 2019 BLOG BUSTER. Subjektiv und frei von Balance. 2022 www.drsonnberger.com
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Buchvorschau
Tool Box - Hannes Sonnberger
INHALT
Vorwort.
DAS ZIEL.
Hin-Zu statt Weg-Von. Erreichen statt Vermeiden.
Ein Ziel ist keine Zahl.
Minimal-Ziel. Maximal-Ziel. Alternativ-Ziel.
Führen ist die Vermittlung von Sinn.
Motivation.
Motivations-Möglichkeiten.
Disney für den Führungs-Alltag.
Das „Worst-Case-Szenario".
DER KOMPASS.
Führen. Jeder weiß, wie’s geht.
„Leadership is all about compasses, not roadmaps."
Spezialisten und Generalisten.
Management by Objectives.
Team-LEITER statt Team-SPRECHER.
Geschäftsführungs-Teams. Ein Widerspruch in sich?
DER KONFLIKT.
Konfliktbehandlung.
Konfliktmanagement: Der Versuch eines Rezepts.
Wenn ich Du wäre, wäre ich lieber ich.
Die „Ich-Botschaft".
Die Transaktions-Analyse.
Das „Eltern-Ich".
Das Erwachsenen-Ich.
Das Kind-Ich.
Wer fragt, der führt!
Der Schattensprung.
Der Berater seiner selbst.
DIE WEGE ZU DEN LÖSUNGEN.
Die 4-Fragen-Probe.
Die Kunst des Feedbacks.
Feedback: Beispiele.
Ein gelungenes Arbeitsleben.
Retainment. Am Ende wird alles gut.
Die Generation Y.
DER IDEALE FÜHRUNGS-STIL.
Was ist der ideale Führungs-Stil?
Teams führen.
Lokomotion und Kohäsion.
X-theoretisches und Y-theoretisches Verhalten.
Die Team-Uhr.
Der Betriebs-Klima-Barometer.
Die „60 Statements".
KOMMUNIKATION IM ÜBERFLUSS.
Das Wa Ca Ma-Prinzip.
Die Kunst einer ganz normalen Besprechung.
Meeting-Regeln im Kommunikations-Overflow.
ZEIT- UND STRESS-MANAGEMENT.
Produktiv oder beschäftigt?
Das Eisenhower-Prinzip.
Die To-Do-Liste.
Das Pareto-Prinzip.
Burnout ist keine Mode-Krankheit.
Stress-Management.
Die Antreiber.
Delegieren.
CHANGE.
Die Legende vom gekochten Frosch.
They keep moving the cheese.
Die 7 Phasen im Change-Management.
Die Angst und ihr Ende.
LEADER’S LITTLE HELPERS.
VORWORT.
Was dieses Buch sein will.
Kein Ratgeber.
Jede gut sortierte Buchhandlung führt eine große Auswahl von „Ratgeber-Literatur" für so gut wie alle Lebenslagen. Das ist gut und hilft vielen interessierten Lesern bei der Bearbeitung ihrer Probleme.
Meine Arbeit als Wirtschaftscoach hat mir die Erfahrung vermittelt, dass die Rolle eines Ratgebers recht zwiespältig sein kann. Ich habe gesehen und gespürt, wie oft Lösungen, die ich in meiner Phantasie für passend hielt, für meine Klienten nicht anwendbar waren.
Besonders häufig durfte ich fasziniert beobachten, wie Lösungsansätze, die aus den Ressourcen meiner Klienten erarbeitet wurden, für die Klienten perfekt passten und neue Handlungsfähigkeit ermöglichten. Deshalb will ich selbst kein Ratgeber sein und dieses Buch zu keinem machen. Dieses Buch ist ein Erfahrungsbericht aus zwei Jahrzehnten im Kommunikationsgeschäft und mehr als einem Jahrzehnt als Wirtschaftscoach. Wenn es ihm gelingt, die Leserin und den Leser zu eigenem, selbstbestimmtem Handeln anzuregen, hat es viel bewirkt.
Kein Ratgeber. Oder doch?
Die ersten Zeilen dieses Buches wurden tatsächlich als allererste Zeilen geschrieben.
Als ich am Ende das Gefühl hatte, es wäre alles gesagt, ging das Manuskript in eine Testschleife, in der einige mir sehr wichtige Menschen kritische Blicke darauf warfen.
Mein Freund Joachim Rosenberger hat mir dann diese Frage gestellt: „Wieso willst Du eigentlich keinen Ratgeber schreiben, wenn das Buch doch einer geworden ist?"
Wie schon so oft in den letzten 35 Jahren: Er hat recht. Und so ist dieses Buch beides geworden. Ein Impulsgeber für die Erforschung der eigenen Ressourcen und ein Ratgeber, wie man ganz konkrete Werkzeuge in den Führungsalltag einbringen kann.
Keine Fachliteratur.
Dieses Buch ist vom Leben abgeschrieben. Und deshalb hat es auch keine Fußnoten. Das Leben kennt keine Fußnoten: Es hat Überschriften, Fließtext, fette und dünne Buchstaben, lange und kurze Kapitel, viele Akteure und einen Hauptdarsteller – den Menschen selbst.
Deshalb gibt es keine Fußnoten. Ich brauche sie nicht, um meine eigene Belesenheit zu dokumentieren, die ohnehin für sich gesehen ein relativer Begriff ist. Manchmal werde ich mich auf „große Geister" berufen. Diese Autoren sind in meinen Augen so wesentlich, dass die Lektüre irgendeines ihrer Bücher in jedem Fall ein Gewinn ist. Auch dafür brauche ich keine Fußnoten.
Meine Aussagen sind Angebote zur individuellen Auseinandersetzung und werden immer wieder auf entschlossene Ablehnung treffen.
Weil sie mit den Lebenserfahrungen mancher Leser nicht korrespondieren, weil sie als Selbstverständlichkeiten eingestuft werden oder weil sie jemand schlicht für falsch hält. Das ist mehr als legitim. Für mich heißt das vor allem: Nachdem Sie dieses Buch freiwillig gekauft haben, will ich auch weiterhin keine Zwänge auf Sie ausüben.
Dieses Buch kann und will nicht „vollständig" sein.
Das Leben ist viel zu variantenreich, als dass es irgendjemand mit einer noch so raffinierten Formel durchdringen könnte. Wenn dieses Buch mehr Fragen eröffnet, als Antworten zu vermitteln, hat es einen guten Job erledigt.
Dieses Buch ist banal.
Es ist geschrieben in der vielfach erlebten Erfahrung, dass die wirklich guten und lebbaren Ideen in ihrer Substanz einfach sind. Diese Erkenntnis hat mich auch schon den einen oder anderen Klienten gekostet. Das hat mich natürlich geschmerzt. Aber noch viel mehr Schmerz hätte es mich gekostet, abzugehen von meiner unbedingten Triebfeder, so lange wie möglich nach der Einfachheit des Guten zu suchen.
Das Einfache ist gut. Das Gute ist einfach. Dabei möchte ich bleiben.
Dieses Buch hat nur eine einzige Idee.
Die Idee, dass Respekt auf der Beziehungsebene die Grundlage für Erfolg auf der sogenannten Sachebene ist. Viele nennen diesen Respekt „Wertschätzung. Ich mag diesen Begriff, obwohl er durch vielfachen Gebrauch abgenützt und inflationiert ist. Der „Wertschätzung
geht es heute oft ebenso, wie dem „Gutmenschen": Man denkt an Räucherstäbchen, selbstgestrickte Pullover und Gesundheitsschuhe. Na und?
Ich habe zwar selbst keine Verwendung für all diese Utensilien, aber wenn sie jemandem das Leben erleichtern, ist es gut so. Genauso verhält es sich meiner Meinung nach mit der Wertschätzung. Sie kann vielen von uns das Leben erleichtern. Und zwar besonders intensiv und nachhaltig. Genau dann, wenn wir die Einsicht zulassen, dass die Perspektiven des anderen Menschen möglicherweise auch für uns einen Wert haben könnten, den wir noch zu schätzen lernen. So lebt dieses Buch von einem Generalverdacht:
Der andere Mensch könnte Recht haben. Nicht mehr und nicht weniger.
Dieser Verdacht macht viele Ideen und ihre Verwirklichung möglich. Dieser Verdacht schafft neue, bisher unbekannte Lösungen. Dieser Verdacht führt zur Gewissheit, dass Produktivität auf der Basis von Respekt erheblich besser erzielt werden kann, als durch Zwang und Geringschätzung.
Gender.
Die Texte in diesem Buch sind über sehr weite Strecken nicht „gegendert. Ich bitte die geschätzten Leser und Leserinnen dafür um Verständnis. Das „Binnen-I
wohnt in meinem Herzen, erschwert aber die Lesbarkeit vieler Passagen doch recht deutlich. In diesem Sinne habe ich meist nur die männliche Form benützt, ohne damit auch nur im Entferntesten unhöflich sein zu wollen.
Danke.
Dieses Buch entstand über eine ziemlich lange Zeit-Strecke. Und es verdankt seine Existenz einer ziemlich langen Liste von ganz besonderen Menschen, die ich hier nicht alle nennen kann. Dankbar hervorheben möchte ich: Meine großartigen und unglaublich loyalen Kunden, an und mit denen ich so unendlich viel lernen und erleben durfte. Sie laden meine Batterie auf und lassen mich so nachhaltig spüren, den richtigen Beruf auszuüben.
Drei Frauen, die essenziellen und unverzichtbaren positiven Einfluss auf die Verdichtung meiner losen Gedankenfäden genommen haben:
Mag. Elisabeth Linder. Sie weiß, warum ich sie hervorhebe. Mag. Waltraud Langer, die sich nicht nur der Mühe unterzog, mein Manuskript testzulesen, sondern mich mit einer Fülle von Hinweisen zur Optimierung versorgte.
Der am deutlichsten sichtbare: Der Buch-Titel, den ich ihr verdanke.
Meine wunderbare Frau Gabriele. Nie werde ich diese einzigartige Woche in der Toskana vergessen, in der wir einander gegenübersitzend an unseren Büchern geschrieben haben.
Jeden Tag. Und jeder Tag war schön.
Und ich danke ihr von ganzem Herzen für die liebevollen Augen und Hände, mit denen sie dafür gesorgt hat, dass dieses Buch aussieht, wie es aussieht.
DAS ZIEL.
Wer das Ziel nicht kennt, der kann den Weg nicht finden.
Warum sind Ziele so wichtig?
Weil der Führungs-Alltag ohne die Existenz eines Zieles nicht bewältigbar ist. Führen heißt, eine Einzelperson oder eine Gruppe abhängig von einer bestimmten Situation auf ein vorgegebenes Ziel zu lenken. In meinen Seminaren bitte ich die TeilnehmerInnen, diese inhaltliche Vorgabe in ihre Einzelteile zu zerlegen. Und dabei kommen gute Erkenntnisse zutage:
Führung muss nicht immer mit Gruppen oder Teams zu tun haben. Eine Einzelperson genügt oft schon vollkommen. Die Einzelperson kann mitunter auch ich selbst als Führungskraft sein. Nur wenn ich mich selbst gut führen kann, werde ich auch mit anderen gut genug umgehen können. Nicht jede Situation ist gleich, nicht jede Person reagiert auf sie in der gleichen Form. Deshalb ist es sehr hilfreich, sich ein Repertoire von Werkzeugen und Verhaltensweisen zurechtzulegen, das – abgestimmt auf die jeweilige Situation – zum Einsatz kommt.
Man nennt diese geistig-emotionale Beweglichkeit „situatives Führen".
Und: Führen heißt lenken. Auf ein vorgegebenes Ziel. Auf ein Ziel, das von der Führungskraft angesagt wird. Die Führungskraft ist dabei nicht der Lautsprecher der Mehrheitsmeinung der Geführten, sondern die inspirierende Figur an der Spitze, die den Horizont nach Zielen absucht und entsprechend entscheidet. Die Führungskraft sollte in dieser Sichtweise so oft wie möglich auf der Kapitänsbrücke stehen und sich so nachhaltig wie möglich aus dem Maschinenraum fernhalten. Auch wenn das Klappern der Ventile und der Dampf im Kessel und das ölverschmierte Blauzeug den faszinierenden und auch wahren Eindruck robuster Aktivität vermitteln: Führen heißt anführen und nicht durchführen.
Das ultimative Führungs-Instrument ist die Entwicklung und Vorgabe von Zielen.
Hin-Zu statt Weg-Von. Erreichen statt Vermeiden.
In allen guten Ausbildungs-Instituten für professionelles Coaching wird größter Wert darauf gelegt, den Lernenden die elementare Bedeutung der Ziel-Klärung zu vermitteln. Tatsächlich ist lösungsorientiertes Coaching ohne ein klares, mit dem Coachee vereinbartes Ziel unmöglich. Wie soll denn sonst überprüft werden, ob die Betreuung des Klienten richtig liegt, wenn es nicht vorher klare Mess-Kriterien gibt, WOHIN sich die gemeinsame Arbeit bewegen soll?
Die vielen konkreten Erlebnisse mit meinen KlientInnen machen mich ganz sicher: Nur mit einem gemeinsam vereinbarten und verstandenen Ziel ist zielführende Arbeit möglich. Und: Das gilt selbstverständlich nicht nur für berufliche Themen und Fragestellungen, sondern ganz genau so für private.
Wir alle kennen das leidige Dilemma, wenn wir zerrissen sind zwischen den „Weg-Von-Zielen und den „Hin-Zu-Zielen
, also dem, was wir vermeiden und dem, was wir erreichen wollen. Auf der Basis der Betreuung von mehr als 3000 Führungskräften wage ich, zu behaupten: Mehr als 90 Prozent meiner KlientInnen hatten anfangs ein „Weg-Von-Ziel".
Sie wussten also ganz genau, was aufhören soll und wie sich der störende Mensch in der privaten oder beruflichen Umgebung doch bitte ändern sollte, damit es einem selbst endlich besser ginge.
Wenn der sture Chef endlich kapieren würde, dass mein Kollege eine Null ist, würde er doch längst mir die Prämie für das gelungene Projekt auszahlen. Wenn der bornierte Kunde nachvollziehen könnte, welch tolle Dienstleistungen er für sein knausriges Honorar bekommt, müsste man nicht jede Rechnung drei Mal nach-argumentieren. Wenn die Kinder endlich aufhören könnten, das Wohnzimmer zu verwüsten, hätte man am Abend ein Plätzchen, um die Füße hoch zu lagern. Wenn der ignorante Nachbar endlich kapieren könnte, dass lautstarkes Heimwerken am Sonntagmittag ein No Go ist, könnte man sein Mittagsschläfchen in Frieden halten.
Auch wenn dieser innere Mechanismus vielen von uns sehr gut bekannt ist: Auf diese Weise macht man sich fremdbestimmt und das Gelingen der eigenen Pläne vom Wohlverhalten der anderen abhängig. Und wenn wir uns einmal so richtig in diesem gedanklichen Treibsand eingekringelt haben, dann ist es nicht mehr weit zur perfekten Übernahme einer Opfer-Rolle: Die ganze Welt ist hässlich und das ganze Leben eine einzige Straf-Expedition.
Und dann klickt das nächste Zahnrad ins triste Uhrwerk: Die Flucht. Ich denke und spüre: Überall anderswo ist es besser, als da, wo ich grade bin. Auch das kennt man sowohl aus privaten, wie aus beruflichen Szenarien. Und dann werden Beziehungen beendet und Jobs gekündigt.
Mit einer fatalen Konsequenz: In die neue Beziehung und den neuen Job hat man den prallen Rucksack mitgebracht, in dem die alten, hinderlichen Muster wohnen. Und schon werden diese Muster ausgepackt. Sie sind in der Zwischenzeit gewachsen und ausgeschlafen und verrichten mit Blitzesschnelle ihr geübtes Handwerk. Wenn wir in einer solchen Schleife gefangen sind, holt uns die Spirale nach unten rasant in ihren Spin und wir fragen uns:
Wozu hab ich mir das angetan? Jetzt ist es ja noch schlimmer, als je zuvor!
Das Gegen-Konzept zu dieser für so viele unvermeidbar scheinenden und gefühlt schicksalshaften Entwicklung besteht im „Hin-Zu-Ziel", dem Erreichungs-Ziel.
So sehr das Vermeidungs-Ziel mit Fremdbestimmung und Leid verbunden ist, so sehr lebt das Erreichungs-Ziel von der faszinierenden Kraft der Selbstbestimmung und des aktiven Gestaltens. Hier muss ich mich allerdings fragen: Was kann ich selbst tun, damit sich meine Lage zu meinen Gunsten ändert/bessert? Welche Fähigkeiten und Ressourcen kann ich einbringen, um mein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen? Wo will ich hin und was ist dort anders und besser, als bisher? Wie komme ich dort hin? Was ist der positive Unterschied zwischen heute und morgen? Wie motiviere ich mich selbst? Was ist (mir) zumutbar? Wann komme ich an?
Und dann bin ich auch kein Opfer mehr, sondern TäterIn (und wem das zu martialisch ist: GestalterIn). Und dann bin ich auch nicht (mehr) auf der Flucht, sondern auf der Reise. In ganz vielen Fällen: Zu mir. Und
