Entdecken Sie mehr als 1,5 Mio. Hörbücher und E-Books – Tage kostenlos

Ab $11.99/Monat nach dem Testzeitraum. Jederzeit kündbar.

Wawar und der Feuervogel
Wawar und der Feuervogel
Wawar und der Feuervogel
eBook135 Seiten1 Stunde

Wawar und der Feuervogel

Bewertung: 0 von 5 Sternen

()

Vorschau lesen

Über dieses E-Book

Die Kiliane der Vogelinsel Taki ähneln alle einander. Nur einer ist ganz und gar aus der Art geschlagen: Wawar, der Jüngste von Papa Ka und Mama Liane. Großvater Kili Kilian findet, er verderbe die Tradition. Deshalb will er den Feuervogel Sumanta, einen mächtigen Zauberer, um Hilfe bitten. Dieser nimmt Wawar mit. Doch das Herz des Zauberers ist aus Stein. Für den kleinen Kilian beginnt eine ungeahnt dramatische Zeit, deren Unberechenbarkeit sogar seine Familie zu spüren bekommt.

Wird Wawar seine Lieben retten können?
Wird ihn seine Freundin Kiki noch mögen, wenn er zurück kehrt?
Kann er Atnamis, der Tochter des Zauberers, trauen?
Und aus welchem Grund lacht die Möwe Legata an den unpassendsten Stellen?

Ein märchenhaftes Vogelabenteuer.
SpracheDeutsch
HerausgeberBooks on Demand
Erscheinungsdatum8. März 2014
ISBN9783735773067
Wawar und der Feuervogel
Autor

Christa Zeuch

Christa Zeuch hat schon öfter gern mit Andreas zusammengearbeitet. Begeistert hat sie sich die Reime und Gedichte zu seinen originellen, Farben sprühenden Bildern ausgedacht. Bei manchen war es auch umgekehrt, und ihre Gedichte waren zuerst da. Christa Zeuch lebt ebenfalls in Schleswig-Holstein und ist seit 40 Jahren Kinder- und Jugendbuchautorin. Sie hat außer vielen Büchern mit Geschichten unzählige Gedichte und Lieder veröffentlicht. Auf einer der Buchseiten denkt sie sich gerade ganz entspannt neue Reime aus ...

Mehr von Christa Zeuch lesen

Ähnliche Autoren

Ähnlich wie Wawar und der Feuervogel

Ähnliche E-Books

Rezensionen für Wawar und der Feuervogel

Bewertung: 0 von 5 Sternen
0 Bewertungen

0 Bewertungen0 Rezensionen

Wie hat es Ihnen gefallen?

Zum Bewerten, tippen

Die Rezension muss mindestens 10 Wörter umfassen

    Buchvorschau

    Wawar und der Feuervogel - Christa Zeuch

    Wawar blinzelte aus seinem Nest in der Spitze des Murubaums.

    „Ganz nah sieht sie heute aus, die Tote Insel, sagte er zu sich selber. „Eigentlich könnte ich schnell mal rüber fliegen.

    Ja, SOFORT wollte er Okis Geheimnis erforschen. Ohne um Erlaubnis zu fragen. Klammheimlich. Das heißt… vielleicht erwarteten ihn dort überaus gefährliche Abenteuer. Vorsichtshalber würde er seine Freundin Kiki mitnehmen.

    Wawar breitete die schwarzen Schwingen aus. „Tschü-hüs, bin bei Kiki!"

    „Halt!, pfiff ihn Mama Liane zurück. „So schwirrst du nicht ab. Zuerst bringst du dein Nest in Ordnung. An der Seite hat es ein Loch, das reparierst du mit Grashalmen.

    „Kiki wartet aber schon", behauptete Wawar.

    „Krrr - hörst du schlecht? Das war Großvater Kili Kilian, der eine Etage tiefer von seinem Schaukelast krächzte. „Jetzt kannst du sowieso nicht weg.

    „Und warum nicht?"

    Kili Kilian stellte die einzige Feder aufrecht, die seinen kahlen Kopf noch zierte, was nichts Gutes ahnen ließ. „Kommt auf meinen Ast! Ich habe ein WÖRTCHEN mit euch zu reden."

    Was war denn jetzt im Busch? Wawar erinnerte sich nicht, etwas ausgefressen zu haben. Seine Abenteuerlust schlug um in schlechte Laune. Am liebsten hätte er dem Großvater auf die Glatze gespuckt.

    Doch er musste gehorchen. Jeder musste Großvater Kili Kilian gehorchen: Wawars Bruder Jan und sogar Mama Liane und Papa Ka. Denn obwohl der Großvater schrumpelalt und wunderlich war, hatten sie ihn als Familienoberhaupt zu respektieren.

    Gleich darauf hockte die ganze Familie auf Großvaters Ast. Gespannt sahen sie auf den greisen Vogel mit dem zerknitterten schwarz-weiß gestreiften Federkleid und den zerrupften Flügeln.

    Mama Liane blinzelte ihn argwöhnisch an. „Du ziehst ein Gesicht, als steckt dir eine Maus im Schlund."

    „Krrr, keine dummen Witze, die Sache ist ernst", knarzte Großvater Kili Kilian und plusterte sich auf, um wichtiger zu erscheinen.

    Eine Weile nickte er versonnen mit dem Kopf, und alle warteten auf das Wörtchen, das er mit ihnen reden wollte. Doch aus seinem Schnabel kam nichts. Stattdessen fielen ihm die Augen zu.

    Papa Ka stupste ihn mit der Schnabelspitze. „Leg endlich los, oder sollen wir hier festwachsen?"

    Mit einem Ruck reckte Kili Kilian den Hals. „Alle versammelt? Gut, ich will einen Familienrat abhalten. Er räusperte sich und blickte von einem zum anderen. „Eigentlich… eigentlich könnten wir glücklich sein. Oder sehe ich das falsch?

    „Doch, doch, wir sind glücklich, beteuerte Mama Liane. „Was weiter?

    „Ich denke, genau genommen hätten wir keinen Grund zu klagen", fuhr Kili Kilian fort.

    „Stimmt, gab ihm Papa Ka Recht. „Uns gehört ein prächtiger Baum mit Murubeeren. Und keiner von uns ist krank. Darüber gibt es nichts zu klagen.

    „Das will ich meinen", bestätigte der Großvater.

    Trotzdem zog er ein missgelauntes Gesicht. Er wiegte den Kopf… und wiegte ihn weiter, bis er erneut in Dösen versank.

    Mama Liane pfiff in sein Ohr, damit er nicht ganz einschlief. „Was ist los mit dir? Bist DU etwa unglücklich?"

    Kili Kilian wackelte mit der Kopffeder. „Unglücklich nicht. Glücklich aber auch nicht."

    „Gefällt es dir nicht mehr bei uns?, fragte Mama Liane spitz. „Vielleicht willst du lieber in den Altenbaum, wo dich ein Dutzend hübscher Jungschnäbel betüttelt?

    „Ach was, widersprach er gekränkt. „Es ist Wawars wegen. Komm her Kleiner, ich will mir deine Flügel ansehen.

    Wawar protestierte. „Hast du doch gestern erst. Sind immer noch keine weißen Streifen dran, und wenn du noch so oft nachguckst."

    Der Großvater musterte seinen Enkel vom Kopf bis zur Schwanzspitze. „Genau deshalb muss ich mit euch reden, krrr. Mit Wawar sehe ich schwarz! Er ist ein rabenschwarzer Kilian, da gibt es kein Vertun.

    Kein einziger heller Streifen an ihm. Seht euch Jan an: schwarz und weiß gestreift von oben bis unten. Roter Schnabel, wie es sich für einen artgerechten Kilian gehört."

    Wawar blickte an sich herab. Sein Gefieder war ganz und gar schwarz, jawohl. Aber was war daran verkehrt? Es ging ihm doch damit gut!

    „Krr, wenn es nur das wäre. Der Großvater ächzte düster. „Aaaber sein Schnabel! Laubfroschgrün, grüner geht's nicht. Oder bin ich farbenblind?

    Mama Lianes Augen verengten sich zu Schlitzen. „Du glaubst immer noch, dass mir eine fremde Vogelmutter ein Ei ins Nest geschmuggelt hat? Das ist mir piepegal! Meinen Wawar habe ich trotzdem lieb."

    Sie legte einen Flügel um den Jüngsten und drückte ihn an sich, bis er kaum noch Luft bekam.

    Wawar stöhnte verstört. Fremde Vogelmutter? Aber er hatte doch Mama Liane!

    Papa Ka flog in seine Hängematte und wippte. „Wawar ist, wie er ist, basta. Und wie er ist, so ist er goldrichtig."

    „Daaaa bin ich anderer Meinung. Großvater Kili Kilians mickriger Kopfputz begann erregt zu zittern. „Wir müssen etwas mit ihm unternehmen. Bringen wir ihn zum Feuervogel Sumanta. Gewiss weiß er ein Rezept für ihn.

    „Wiiieee?, kreischte Mama Liane. „Willst du Wawar gestreift hexen lassen? Kommt nicht infrage. Unser Wawar ist ein BESONDERER Vogel, so wie er hier sitzt.

    „Krrr, krächzte der Großvater verächtlich. „Ein besonders KOMISCHER Vogel wolltest du sagen. Habt ihr keine Augen im Kopf? Er ist ein schwarzer Grünschnabel, der uns die Tradition verdirbt!

    „Mach dir nichts draus, tröstete Jan seinen kleinen Bruder. „Für mich bist du ein waschechter Kilian, bloß eben ein bisschen anders.

    Wawar machte sich noch kleiner, als er aussah. Was hatte Großvater plötzlich? Schwarz mit grünem Schnabel - so hatte sich Wawar bisher sehr wohl gefühlt. Aber plötzlich musste er sich vorkommen wie eine Vogelscheuche.

    „Egal, was ihr denkt - wir werden Sumanta um Rat fragen, bestimmte der Großvater. „Fragen kostet nichts. Und sollte es doch was kosten, zahlen wir.

    „Etwa mit Murubeeren? Mama Liane schüttelte den Kopf. „Die brauchen wir selbst zum Leben. Sie warf einen Blick in die Zweige des Baums und sperrte erschrocken den Schnabel auf. „Himmel, das ist doch… nicht möglich! Fast kahl! Gerade noch war unser Baum voller Laub und Murubeeren."

    Die Ursache für die Veränderung konnte sich niemand erklären. Schließlich herrschte auf Taki ewiger Sommer, und normalerweise trugen die Bäume das ganze Jahr über Blätter und rote Beeren.

    Wawar nutzte die Schreckminute, um unbemerkt die Flatter zu machen. Sollte er wirklich zu Kiki fliegen? Wenn sie ihn nun auch für einen Grünschnabel hielt, der die Tradition verdarb? Zwar wusste Wawar nicht, was das bedeutete. Aber bestimmt war es schlimm, dass er die Tradition vermasselt hatte.

    Und zur Strafe sollte er nun zu Sumanta…

    Ihm sträubten sich die Nackenfedern. Einmal hatte Wawar ihn gesehen. Da war ihm fast das Herz stehen geblieben! Federn besaß Sumanta, leuchtend rot wie Abendsonne und silbern wie Sand im Mondlicht. Seine Augen blickten eisiger als die kältesten Sterne. Er war so riesig, dass es nicht ausreichen würde, wenn sich alle aus Wawars Familie übereinander hockten.

    Nie wieder wollte Wawar ihm begegnen. Am besten sollte er schnellstens nach Oki abflattern. Dort hätte er eine ganze Insel für sich allein. Außer, Kiki mochte ihn doch noch und käme mit…

    Zu Hause schien niemand den Jüngsten zu

    Gefällt Ihnen die Vorschau?
    Seite 1 von 1