Über dieses E-Book
»Tim, ich brauche noch einmal deine Hilfe. Wir kommen in der Sache mit den Harburger Pfeilmorden einfach nicht weiter.«
»Weißt du, dass der Steinzeitmensch Ötzi, der 1991 in einem Alpengletscher gefunden wurde, auch durch einen Pfeil getötet worden ist? Die Aufklärung des Verbrechens hat gut fünftausend Jahre gedauert. Der Täter war leider schon gestorben.«
»Lass die Scherze, Tim. Ich habe ein echtes Problem«, bat Hanna.
»Okay, was willst du wissen?«
Im Grunde vor allem eines: Wer perforiert zielgenau zentrale Organe der Harburger organisierten Kriminalität mit einem tödlichen Pfeilgeschoss? Hauptkommissarin Hanna Steinbach steht vor einem Rätsel, bei dessen Lösung ihr Rechtsanwalt Tim Börne wieder einmal zur Seite steht. Seine Kenntnisse über Hamburgs schussfreudige Szene zeigen vor allem eines: Wo ein Pfeil ist, ist auch ein Schütze – und das nächste Ziel nicht weit.
»Der chinesische Pfeil« ist der achtundzwanzigste Band der Kurzkrimi-Reihe hey! shorties – Tim Börne trifft immer ins Schwarze!
Thorsten Beck
Thorsten Beck hat als Jurist im wahren Leben nichts mit Straftätern zu tun. Beck, Jahrgang 1956, arbeitet als Vorsitzender Richter am Hamburger Landesarbeitsgericht. Ende der Neunziger Jahre begann er mit dem Schreiben von Kriminalromanen. Sein Debüt gab er mit dem Krimi "Harburg Blues", der zu einem der erfolgreichsten Bücher aus der Reihe der "Schwarzen Hefte" des Verlags des Hamburger Abendblatts wurde. Es folgten der Arbeitswelt-Krimi "Ausgestempelt" und "Der chinesische Pfeil". Im Mittelpunkt seiner Veröffentlichungen steht der Anwalt und alleinerziehende Vater Tim Börne, der seine Fälle vor dem Hintergrund der Hansestadt und ihrer sozialen Probleme löst. Der gebürtige Hamburger Thorsten Beck lebt mit seiner Frau in Hamburg und Köln ... © Foto: Privat www.thorstenbeck.de
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Rezensionen für Der chinesische Pfeil
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Buchvorschau
Der chinesische Pfeil - Thorsten Beck
Thorsten Beck
Der chinesische Pfeil
Copyright der eBook-Ausgabe © 2014 bei Hey Publishing GmbH, München
Originalausgabe © 1999 by Hamburger Abendblatt in der Reihe Schwarze Hefte erschienen, herausgegeben von Volker Albers
Alle Rechte vorbehalten. Das Werk darf – auch teilweise – nur mit Genehmigung des Verlags wiedergegeben werden.
Covergestaltung: ZERO Werbeagentur, München
Coverabbildung: FinePic®, München
Autorenfoto: © privat
ISBN: 978-3-942822-97-8
Der chinesische Pfeil ist der achtundzwanzigste Band der Krimireihe hey! shorties. Jede Folge ist in sich abgeschlossen. Eine Auflistung der bereits erschienenen Titel befindet sich am Ende dieses eBooks (bitte hier klicken).
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Der chinesische Pfeil
Amor hat einen, Edgar Wallaces Grüner Bogenschütze auch – und erst die Amazonen! Dass ein Pfeil in Zeiten hochmoderner Schusswaffentechnologie eine mehr als ungewöhnliche Tatwaffe ist, erkennt nicht nur die Hamburger Polizei. Auch Anwalt Tim Börne weiß: Wer auf diese Weise mordet, ist ein ganz eigenes Kaliber.
»Tim, ich brauche noch einmal deine Hilfe. Wir kommen in der Sache mit den Harburger Pfeilmorden einfach nicht weiter.«
»Weißt du, dass der Steinzeitmensch Ötzi, der 1991 in einem Alpengletscher gefunden wurde, auch durch einen Pfeil getötet worden ist? Die Aufklärung des Verbrechens hat gut fünftausend Jahre gedauert. Der Täter war leider schon gestorben.«
»Lass die Scherze, Tim. Ich habe ein echtes Problem«, bat Hanna.
»Okay, was willst du wissen?«
Im Grunde vor allem eines: Wer perforiert zielgenau zentrale Organe der Harburger organisierten Kriminalität mit einem tödlichen Pfeilgeschoss? Hauptkommissarin Hanna Steinbach steht vor einem Rätsel, bei dessen Lösung ihr Rechtsanwalt Tim Börne wieder einmal zur Seite steht. Seine Kenntnisse über Hamburgs schussfreudige Szene zeigen vor allem eines: Wo ein Pfeil ist, ist auch ein Schütze – und das nächste Ziel nicht weit.
»Der chinesische Pfeil« ist der achtundzwanzigste Band der Kurzkrimi-Reihe hey! shorties – Tim Börne trifft immer ins Schwarze!
Ante Plavsic ging langsam die Treppe hoch. Die Stufen waren ausgetreten und knarrten bei jedem Schritt. Aber das störte ihn nicht. Er strich über den hölzernen Handlauf des Geländers. Sanft, wie es eigentlich nicht seine Art war. Das Haus in der Lassallestraße gehörte jetzt ihm. Es war das dritte, das er im Phoenix-Viertel gekauft hatte. Vielleicht sein schönstes in dem ehemaligen Arbeiterquartier, das Ende des 19. Jahrhunderts gebaut worden war. Der Rautenfries an der Fassade ließ es nicht ganz so schmucklos erscheinen wie die beiden anderen.
Dass ihm einmal Häuser gehören würden, noch dazu in einem fremden Land, hätte er sich vor ein paar Jahren nicht träumen lassen. Er kam aus dem Kosovo, Sohn eines serbischen Vaters und einer albanischen Mutter. Eine Maurerlehre hatte er abgebrochen. Anfang der neunziger Jahre glaubte er, dass der Krieg seine Chance war. Damals bei den Tschetniks in Bosnien hatte er echte Kameradschaft erlebt. Da ging man für den anderen durch dick und dünn. Sicher, nicht alles war schön gewesen, aber wo gehobelt wird …
Von seiner Zeit als stellvertretender Kommandant des Lagers Omarska sprach er nur ungern. Aber es gab Befehle, und die waren auszuführen. Damals hatte er noch an eine Zukunft in der Heimat geglaubt. Dann mischte sich der Westen immer stärker ein. Allmählich war die Lage unübersichtlich geworden. Irgendwann hatte ihm sein ehemaliger Kommandeur die Nachricht zukommen lassen, dass es besser sei zu verschwinden.
Er war dann mit einem Trupp von Bauarbeitern nach Deutschland gegangen. Aber die Baukonjunktur lahmte. Plavsic merkte schnell, dass auf anderen Gebieten mehr Geld zu verdienen war. Angefangen hatte er mit Zigarettenschmuggel. Einer der alten Kameraden aus der Bosnienzeit holte ihn dann nach Hamburg. Er sollte sich um die Geschäfte in Harburg kümmern. Offiziell wurde er Geschäftsführer einer kleinen Baufirma. Nach einigen Anfangsschwierigkeiten liefen vor allem die Drogengeschäfte immer besser. Nachdem die Claims mit den Schwarzafrikanern abgesteckt waren, boomte es. Durch die neue Senatspolitik wichen die vom Hauptbahnhof vertriebenen Junkies und Kleindealer immer mehr nach Wilhelmsburg und Harburg aus. Plavsic konnte sich die Hände reiben.
Er war jetzt vor der Tür der Dachgeschosswohnung angelangt und klopfte zweimal. Zwar gab es eine Klingel, aber die Mädchen sollten schließlich keinen Zweifel haben, wer da Einlass verlangte. Das Kassieren übernahm er fast immer höchstpersönlich. Früher hatte er oft einen seiner Gorillas geschickt, aber es war schon zu Unregelmäßigkeiten gekommen. Die Mädchen merkten schnell, wenn einer ein weiches Herz hatte.
Ljiljana, die Neue, öffnete. Sie trug ein langes, weißes Herrenoberhemd, darunter einen pinkfarbenen Rüschenslip. Die weißen Pumps waren ein Geschenk von ihm. Ihre grünen Augen funkelten nicht mehr so wie bei ihrer Ankunft. Sie scheint sich langsam an die neue Situation zu gewöhnen, dachte Plavsic. Seine Gewährsleute in Novi Sad hatten ihren Eltern erzählt, dass ihre Tochter als Au-pair-Mädchen
