Christoph Kolumbus: Ein historischer Roman über die Entdeckungsreise 1492: Abenteuergeist, Seefahrt und Kulturkonflikte in einer neuen Welt
Von Jules Verne
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Jules Verne
Jules Verne, né le 8 février 1828 à Nantes et mort le 24 mars 1905 à Amiens, est un écrivain français dont l'oeuvre est, pour la plus grande partie, constituée de romans d'aventures évoquant les progrès scientifiques du XIXe siècle. Il a notamment écrit Le Tour du monde en 80 jours.
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Buchvorschau
Christoph Kolumbus - Jules Verne
I.
Inhaltsverzeichnis
Das Jahr 1492 nimmt in den Annalen der Geographie eine sehr hervorragende Stelle ein, da es sich durch eines der merkwürdigsten Ereignisse, durch die Entdeckung Amerikas, auszeichnet. Der Genius eines einzelnen Mannes bereicherte und vervollständigte sozusagen unsere Erdkugel, indem er Gagliuffi's Vers:
Unus erat mundus; duo sint, ait iste: fuere!
(Eine Welt nur gab es; zwei gäb' es, sagt er, und es war so!)
bestätigte.
Die Alte Welt kam mit diesem Ereigniß in die Lage, ihre moralische und politische Bildung gleichsam von Neuem anzufangen. War sie bei ihrem beschränkten Ideenkreise, ihren halbbarbarischen Bestrebungen, ihrem religiösen Hasse einer solchen Aufgabe gewachsen? Die Thatsachen selbst werden diese Fragen beantworten.
Zunächst sei hier kurz berichtet über die bemerkenswertheren Vorkommnisse seit dem Jahre 1405, in dem Johann von Bethencourt seine Kolonisation der Canarischen Inseln beendigte, und dem eine neue Epoche beginnenden Jahre 1492.
Der ganzen Pyrennäen-Halbinsel bemächtigte sich jener Zeit eine von den eben aus Europa vertriebenen Arabern ausgehende, lebhafte wissenschaftliche Bewegung. In allen Häfen, vorzüglich in denen Portugals, sprach man nur noch von Afrika und den so reichen und wunderbaren Ländern jenseits des Meeres. »Unzählige Berichte, sagt Michelet, reizten die Neugierde, den Muth und den gemeinen Geiz; jeder wollte die geheimnißvollen Länder sehen, wo die Natur zwar die schrecklichsten Ungeheuer erzeugte, dafür aber auch das Gold über den Erdboden verstreut hatte.« Ein junger Prinz, der Infant Dom Heinrich, Herzog von Veuse und dritter Sohn Johann's I., der sich dem Studium der Astronomie und Geographie ergeben hatte, übte auf seine Zeitgenossen einen beträchtlichen Einfluß aus; ihm vor Allem verdankt Portugal die Entwickelung seiner Kolonialmacht und die Ausführung wiederholter Expeditionen, deren großartige, in enthusiastischen Berichten dargelegte Erfolge auch Christoph Columbus' Phantasie so nachhaltig anregten. An der Südspitze der Provinz von Algarbien, in Sagres, wo seine Blicke unbehindert über den grenzenlosen Ocean schweiften und darin ein unbekanntes Land zu suchen schienen, ließ Dom Heinrich ein Observatorium errichten, begründete eine Schifffahrtsschule, wo er von kundiger Hand richtigere Karten entwerfen ließ, zog Gelehrte heran, welche in allen einschlagenden Fächern Unterricht ertheilten und sammelte schätzbare Nachrichten über die Möglichkeit, durch eine Umschiffung Afrikas nach Indien zu gelangen. Ohne je selbst an einer Seefahrt betheiligt gewesen zu sein, brachten doch die von ihm ausgehende Ermuthigung und seine Protection der Seeleute, Dom Heinrich den Beinamen » Navigator« (der Seefahrer) ein, unter welchem er in der Geschichte bekannt ist.
Cap Non, jene verhängnißvolle Grenzmarke für die Schiffer des Alterthums, war im Jahre 1418 von zwei Edelleuten am Hofe des Königs Heinrich, Juan Gonzales Zarco und Tristam Vaz Teixeira mit Namen, überschritten worden, indem diese auf's hohe Meer hinaus und nach einer Insel verschlagen wurden, der sie den Namen Puerto Santo beilegten. Bald darauf segelten sie auf einen am fernen Horizonte eben sichtbaren dunklen Punkt zu und gelangten nach einer großen, mit prächtigen Wäldern bedeckten Insel. Das war Madeira.
Im Jahre 1433 wurde auch Bojodar, so lange Zeit das Endziel der Entdeckungsreisenden, von den Portugiesen Gillianes und Gonzales Baldaya umschifft, welche Beide noch vierzig Meilen darüber hinausfuhren.
Durch dieses Beispiel ermuthigt, drangen Antonio Gonzales und Nuño Tristam im Jahre 144l bis zum Cap Blanc, auf dem 21. Breitegrade, vor, »eine Heldenthat, sagt Faria y Souza, welche dem allgemeinen Urtheile nach in keiner Weise gegen die berühmtesten Arbeiten des Herkules zurücksteht«, und jene brachten nach Lissabon auch eine Quantität Goldpulver vom Rio del Ouro mit. Während einer zweiten Reise entdeckte Tristam einige Inseln des Grünen Vorgebirges und gelangte selbst bis Sierra Leone. Bei dieser Expedition erkaufte er an der Guinea-Küste von maurischen Händlern zehn Neger, die er nach Lissabon mitnahm und dort mit hohem Gewinn veräußerte, da diese die öffentliche Neugierde ganz außerordentlich erregten. Das war der Anfang des Handels mit Schwarzen, der Afrika vier Jahrhunderte hindurch so viele Millionen rauben und zum untilgbaren Schandfleck der Menschheit werden sollte.
Im Jahre 1441 umschiffte Cada Mosto das Grüne Vorgebirge und entdeckte einen Theil der unterhalb desselben gelegenen Küste. Im Jahre 1446 wagten sich die Portugiesen noch weiter als ihre Vorgänger auf das Meer hinaus und fanden dabei die Inselgruppe der Azoren. Jetzt war jede Furcht verbannt. Man hatte nun einmal die Linie überschritten, wo man vorher die Luft für brennend wie Feuer hielt; eine Expedition treibt nun die andere und keine kehrt zurück, ohne die Zahl der entdeckten Gebiete vermehrt zu haben. Es schien, als habe dieses Gestade Afrikas gar kein Ende. Je weiter man nach Süden vordrang, desto mehr schien das so ersehnte Cap, die untere Spitze des Welttheiles, welche man umsegeln mußte, um nach dem Indischen Meere zu gelangen, zurück zu weichen.
Seit einiger Zeit hatte König Johann II. seinen früheren Titeln auch noch den eines »Herren von Guinea« hinzugefügt. Schon mit dem Congo entdeckte man ferner gleichsam einen neuen Himmel mit bisher unbekannten Sternbildern; Diogo Cano aber erweiterte durch drei bald auf einander folgende Reisen die Kenntniß Afrikas noch mehr als alle seine Vorgänger, und war nahe daran, Diaz die Ehre der Auffindung der Südspitze des Continentes zu rauben. Der äußerste von ihm erreichte Punkt lag unter 21° 50' südl. Br. Es war das das Cap Croß, wo er, wie man das allgemein zu thun pflegte, einen »Padrao« oder »Padron«, d. h. eine Erinnerungssäule errichtete, die sich auch später wieder aufgefunden hat. Bei der Rückfahrt besuchte er den König von Congo in dessen Hauptstadt und brachte nach Lissabon einen Gesandten, Namens Caçuta, nebst zahlreichem afrikanischen Gefolge mit, welche Leute alle sich dort taufen und in den Lehrsätzen des Christenglaubens unterrichten lassen wollten, um diesen nach ihrer Rückkehr in der Heimat zu verbreiten.
Nur kurze Zeit nach der Wiederkehr Diogo Cano's liefen drei Caravellen unter dem Oberbefehl eines Cavaliers vom Hofe des Königs, Namens Bartholomäus Diaz, einem Veteranen der Meere von Guinea, aus dem Tago aus. Unter ihm commandirte ein anderer erfahrener Seemann, Joao Infante, während sein leiblicher Bruder, Pedro Diaz, das mit Lebensmitteln befrachtete kleinste der drei Schiffe führte.
Ueber den ersten Theil dieser merkwürdigen Expedition ist uns keinerlei Nachricht erhalten geblieben. Wir wissen nur, durch Joao de Barros, dessen Niederschriften überhaupt als beste Quelle anzusehen sind für Alles, was auf die Entdeckungsfahrten der Portugiesen Bezug hat, daß Diaz jenseit des Congo der Küste bis zum 29. Breitengrade folgte und in einem Hafen vor Anker ging, dem er den Namen »das Voltas« gab, weil er nur lavirend in denselben gelangen konnte und wo er die kleinste Caravelle unter der Obhut von neun Matrosen zurückließ. Schlechtes Wetter hielt ihn auch selbst fünf Tage lang an derselben Stelle zurück, dann aber stach er in See und steuerte gen Süden, wurde jedoch noch dreizehn Tage lang vom Sturme hin und hergeworfen.
Je weiter er nach Süden vordrang, desto mehr erniedrigte sich die Temperatur und wurde zuletzt verhältnißmäßig rauh. Endlich legte sich die Wuth der Elemente und Diaz schlug einen Kurs nach Osten ein, wo er Land zu finden hoffte. Nach einigen Tagen aber – er segelte damals unter 42° 54' südl. Br. – steuerte er wiederum nach Norden und ankerte in der Bai dos Vaqueiros, so genannt nach den Heerden von Hornvieh und den Schäfern, welche beim Anblick der Caravellen
